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Glaubensansichten

Wenn ihr immer an mich denkt, wird mein Geist mit euch sein

9. Oktober 2024, 06:29am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Das Abschiedsmahl, Gemälde von Simon Dewey
(Bild: Quelle)

“Und dies sollt ihr zum Gedächtnis meines Leibes tun, den ich euch gezeigt habe. Und es wird dies dem Vater ein Zeugnis sein, dass ihr immer an mich denkt. Und wenn ihr immer an mich denkt, wird mein Geist mit euch sein.” (3. Nephi 18:7). 

  • Dieser Vers betont das zentrale Anliegen des Abendmahls als Gedächtnis an Jesus und die Verheißung seines Geistes für diejenigen, die stets an ihn denken. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 18:1-16: 

In 3. Nephi 18:1-16 fordert Jesus seine Jünger auf, ihm Brot und Wein zu bringen. Als sie diese gebracht haben, segnet er das Brot, bricht es und gibt es den Jüngern, die es essen. Anschließend sollen sie es der Menge reichen. Nachdem alle gegessen haben, verkündet Jesus, dass einer der Jünger ordiniert werden soll, um zukünftig Brot zu brechen, es zu segnen und es den Gläubigen, die sich in seinem Namen taufen lassen, zu geben. 

Jesus betont, dass dies immer zum Gedenken an seinen Leib getan werden soll und als Zeugnis vor dem Vater dient, dass die Menschen an ihn denken. Daraufhin segnet er den Wein und lässt die Jünger davon trinken und ihn der Menge reichen. Er erklärt, dass dies zum Gedenken an sein vergossenes Blut geschehen soll. Er verspricht, dass sein Geist bei denen sein wird, die immer an ihn denken. 

Jesus gibt die Anweisung, dies regelmäßig zu tun, und segnet diejenigen, die es treu befolgen. Er warnt jedoch, dass jeder, der mehr oder weniger tut als geboten, auf unsicherem Grund steht. Schließlich ermahnt er die Jünger, stets zu wachen und zu beten, um nicht in die Versuchung des Teufels zu geraten. Jesus fordert seine Jünger auf, so zu beten, wie er gebetet hat, und er erklärt, dass er ihnen ein Beispiel gegeben hat, dem sie folgen sollen. 

Brot und Wein für Zweitausendfünfhundert 
In 3 Nephi 17:25 werden wir über die ungefähre Anzahl der Anwesenden informiert, Zweitausendfünfhundert Seelen. Seine Zwölf beauftragte er für das Abendmahl Brot und Wein zu besorgen. Wie sollten sie es Zustandebringen, diese Menge kurzfristig zu organisieren? Könnte man davon ausgehen, dass auch hier ein ähnliches Wunder bewirkt wurde, wie bei der Speisung der Fünftausend (Markus 6:30-56), entsprechend der Aussage Jesu in 3 Nephi 17:8

Das „Sich-Sattessen“ und „Trinken, bis man genügend hatte“ bei der Einführung des Abendmahls in 3. Nephi 18:5 trägt eine tiefe symbolische Bedeutung: 

  1. Geistige Erfüllung: Das Essen und Trinken bis zur Sättigung symbolisiert, dass Christus unsere tiefsten geistigen Bedürfnisse stillen kann. So wie physische Nahrung den Körper sättigt, sättigt die Verbindung zu Christus unsere Seele. Jesus sagt selbst, dass er „das Brot des Lebens“ ist (Johannes 6:35), und wer zu ihm kommt, wird keinen Hunger mehr haben. Das Abendmahl erinnert daran, dass Christus der einzige wahre und vollständige Quell geistiger Erfüllung ist. 

  1. Vollständige Hingabe: Die Tatsache, dass sie satt wurden, deutet auch auf eine vollständige Teilhabe an den Segnungen und dem Opfer Jesu hin. Es symbolisiert, dass wir das Geschenk Christi voll und ganz annehmen sollen und dass uns nichts vorenthalten wird, wenn wir uns ihm vollständig hingeben. 

  1. Fülle und Genüge: Die Fülle des Essens und Trinkens kann als Symbol für die überfließende Gnade und Liebe Christi verstanden werden. Wenn wir von seinem Leib (symbolisch durch das Brot) und seinem Blut (durch den Wein) empfangen, erhalten wir nicht nur „genug“, sondern überfließende Segnungen und geistige Stärke. 

  1. Gemeinschaft und Gleichheit: Dass alle genug hatten, zeigt, dass jeder gleichermaßen von Christus und seinen Segnungen empfangen kann. Niemand wird bevorzugt oder benachteiligt – Christus bietet seine Gaben großzügig allen an, die zu ihm kommen. Dies verdeutlicht die Bedeutung von Gemeinschaft und Gleichheit im Glauben. 

Zusammenfassend symbolisiert die Sättigung durch das Abendmahl die geistige Erfüllung, die Christus bietet, sowie die umfassende Gnade, die er jedem zugänglich macht. Es erinnert daran, dass Christus uns in allen Bereichen unseres Lebens versorgt und unsere geistigen Bedürfnisse vollkommen stillt. 

Dies sollt ihr immer für diejenigen tun, die umkehren und sich in meinem Namen taufen lassen 
Jesus gab die Aufforderung, das Abendmahl nur denjenigen zu geben, die sich taufen ließen, aus mehreren wichtigen Gründen: 

  1. Bund und Verpflichtung: Die Taufe ist ein Bund, den eine Person mit Gott eingeht. Durch die Taufe verspricht der Gläubige, die Lehren Jesu zu befolgen, umzukehren und ein neues Leben in Christus zu führen. Das Abendmahl ist eine Erneuerung dieses Bundes, bei der der Gläubige erneut sein Engagement für Christus bekräftigt. Ohne die Taufe wäre dieser Bund nicht offiziell geschlossen, und das Abendmahl hätte für den Einzelnen nicht die gleiche Bedeutung als Bund-Erneuerung. Außer der Taufe bietet der Herr noch weitere Bündnisse an. Auch diese können wir durch die Teilnahme am Abendmahl erneuern. 

  1. Zeugnis des Glaubens: Die Taufe symbolisiert den Glauben an Christus und die Bereitschaft, seine Gebote zu halten. Indem Jesus das Abendmahl auf die Getauften beschränkt, stellt er sicher, dass es ein Zeichen der Hingabe und des Glaubens an ihn bleibt. Es erinnert daran, dass das Abendmahl eine heilige Handlung ist, die auf dem Bekenntnis und der Umkehr basiert. 

  1. Vorbereitung und Reinheit: Durch die Taufe haben sich Gläubige gereinigt und sind bereit, das Abendmahl würdig zu empfangen. Taufe bedeutet, von früheren Sünden umgekehrt zu sein. Das Abendmahl soll regelmäßig an Umkehr und geistige Reinheit erinnern und ist somit eine Fortsetzung des Weges, der mit der Taufe begann. Wer nicht getauft ist, hat diesen ersten Schritt der Reinigung und Hingabe an Christus noch nicht gemacht. 

  1. Verbindung zu Christus: Die Taufe ist der erste Schritt, um Teil des „Leibes Christi“, seiner Kirche, zu werden. Das Abendmahl ist dann ein fortlaufendes Zeichen dieser Zugehörigkeit. Es ist für diejenigen, die durch die Taufe in den Leib Christi aufgenommen wurden und die weiterhin geistig genährt werden möchten. Ohne die Taufe fehlt diese formelle Verbindung zu Christus. 

Insgesamt stellt die Taufe also den Anfang der Nachfolge Jesu dar, und das Abendmahl ist eine regelmäßige Erinnerung und Bestätigung dieser Nachfolge. Die Beschränkung auf Getaufte sichert die Bedeutung und Heiligkeit beider Handlungen als Ausdruck der Hingabe an Christus. Der Herr sagt aber auch, dass niemand aus den Gottesdiensten ausgeschlossen werden sollen. Wenn nun das Abendmahl gereicht wird, wird man diesen die Teilnahme nicht verwehren. Einzig hat es für jene keine Bedeutung, da sie noch kein Bündnis eingegangen sind. 

Das Abendmahl als Gebot 
In 3. Nephi 18:14 wird die Teilnahme am Abendmahl als Gebot gegeben. Jesus sagt: 

„Darum seid ihr gesegnet, wenn ihr meine Gebote haltet, von denen der Vater mir geboten hat, sie euch zu geben.“ 

Im Kontext des Kapitels ist eines dieser Gebote das Abendmahl, das zuvor eingeführt und den Jüngern als regelmäßige Praxis geboten wurde (Verse 6-11). Jesus stellt klar, dass das Halten seiner Gebote, einschließlich der Teilnahme am Abendmahl, eine Quelle von Segen ist. Es wird als heilige Handlung verstanden, die regelmäßig zum Gedenken an sein Opfer und zur Erneuerung der Bündnisse durchgeführt werden soll. 

Wachen und Beten 
In 3. Nephi 18:15-16 fordert Jesus seine Jünger auf, immer zu beten, und betont die Wichtigkeit des Gebets als Schutz vor Versuchung und geistiger Gefangenschaft. Diese Aufforderung, immer zu beten, ist aus mehreren Gründen bedeutsam: 

  1. Schutz vor Versuchung: Jesus erklärt, dass ständiges Gebet uns davor bewahrt, den Versuchungen des Teufels zu erliegen. Durch das Gebet bleiben wir geistig wachsam und mit Gott verbunden, was uns die Kraft gibt, Versuchungen zu widerstehen. 

  1. Kontinuierliche Beziehung zu Gott: „Immer zu beten“ bedeutet, eine ständige Beziehung zu Gott zu pflegen. Es ist nicht nur eine Pflicht, sondern eine Möglichkeit, in allen Lebenslagen Kraft, Führung und Frieden von Gott zu erhalten. 

  1. Nachahmung des Vorbilds Jesu: Jesus weist darauf hin, dass er selbst ein Beispiel für seine Jünger gesetzt hat. So wie er regelmäßig betete, sollen auch seine Nachfolger beten, um seine Nähe zu spüren und nach seinem Vorbild zu leben. 

  1. Gemeinschaftliches Gebet in der Kirche: Jesus fordert nicht nur individuelles, sondern auch gemeinschaftliches Gebet in der Kirche. Dies stärkt die Einheit der Gläubigen und vertieft das geistige Fundament der Gemeinde. 

Insgesamt betont Jesus, dass Gebet nicht nur eine spirituelle Übung, sondern ein Mittel ist, um im Glauben zu wachsen, Versuchungen zu überwinden und die Bindung zu Gott aufrechtzuerhalten. 

Im Garten Getsemani fordert Jesus Petrus, Jakobus und Johannes auch auf, zu beten und zu wachen. Diese drei Apostel begleiteten Jesus in den innersten Bereich des Gartens, während er sich zum Gebet zurückzog. 

In Matthäus 26:36-41 lesen wir, dass Jesus seine Jünger bat, mit ihm zu wachen und zu beten, um der Versuchung zu widerstehen. 

Jesus rief seine Jünger, besonders Petrus, Jakobus und Johannes, dazu auf, wachsam und im Gebet zu bleiben, um sich geistig auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten. 

Wir alle sind aufgefordert, zu wachen und zu beten, weil diese geistigen Disziplinen für unser spirituelles Leben und unseren Schutz vor Versuchung wesentlich sind. Die Aufforderung Jesu, wie in Matthäus 26:41 ("Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt") und 3. Nephi 18:15-16 ("Ihr müsst immer wachen und beten, damit ihr nicht vom Teufel versucht werdet"), richtet sich nicht nur an seine damaligen Jünger, sondern gilt universell für alle Menschen. Dies können wir in mehreren Aspekten verstehen: 

  1. Wachsamkeit vor Versuchung: So wie die Jünger in Getsemani körperlich müde und unachtsam wurden, sind auch wir geistig gefährdet, wenn wir nicht wachsam bleiben. Jesus lehrt, dass Gebet uns geistig wachhält, damit wir nicht den Versuchungen nachgeben, die uns vom richtigen Weg abbringen könnten. 

  1. Stärkung unserer Beziehung zu Gott: Durch regelmäßiges Gebet pflegen wir eine tiefe und anhaltende Verbindung zu Gott. Diese Nähe stärkt uns und gibt uns Orientierung in Zeiten der Unsicherheit, Zweifel und Versuchung. Wie Jesus selbst zeigt, ist Gebet nicht nur eine Pflicht, sondern eine Quelle der Kraft und des Trostes. 

  1. Achtsamkeit und geistige Vorbereitung: „Wachen“ bedeutet, geistig vorbereitet zu sein, achtsam durch das Leben zu gehen und die Zeichen der Zeit zu erkennen. Es erinnert uns daran, wachsam gegenüber den Herausforderungen der Welt zu bleiben und uns auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. 

  1. Vorbild Christi nachfolgen: Jesus selbst war ein Vorbild im Gebet, wie wir im Garten Getsemani sehen. Er zeigt uns, dass auch in den schwierigsten Momenten des Lebens, wie in seinem Fall vor der Kreuzigung, das Gebet eine notwendige Stütze ist. 

  1. Schutz vor geistiger Trägheit: Wachen und Beten schützt uns vor geistiger Trägheit und Selbstzufriedenheit. Indem wir wachsam bleiben, können wir erkennen, wo wir uns spirituell verbessern müssen und wie wir auf die täglichen Herausforderungen besser reagieren können. 

Zusammengefasst fordert uns Jesus auf, zu wachen und zu beten, weil dies der Schlüssel ist, um geistig stark zu bleiben, Versuchungen zu widerstehen und ein Leben in enger Verbindung mit Gott zu führen. 

Lehren die wir ziehen können 

Aus 3. Nephi 18:1-16 lassen sich mehrere wichtige Verhaltenslehren für unser heutiges Leben ableiten: 

  1. Erinnerung an Christus: Die Aufforderung, immer an Christus zu denken, ist eine Einladung, unser Leben auf ihn auszurichten. Durch regelmäßige Rituale wie das Abendmahl können wir unser Denken und Handeln auf seine Lehren und sein Opfer und die Bündnisse die wir schließen durften, fokussieren. 

  1. Dankbarkeit und Demut: Das Brechen des Brotes und das Trinken des Weins (wir nehmen heute statt Wein Wasser) erinnern uns daran, dankbar für das Opfer Jesu zu sein und demütig anzuerkennen, dass wir seine Gnade und Führung brauchen. 

  1. Gehorsam und Treue: Jesus betont die Wichtigkeit, seine Gebote zu befolgen. Dies zeigt uns, dass Treue im Kleinen (wie die Teilnahme am Abendmahl) eine Ausdrucksform unseres Gehorsams ist, was auf größere Herausforderungen im Leben übertragen werden kann. 

  1. Gemeinschaft und Dienst: Die Verteilung des Brotes und Weins durch die Jünger symbolisiert den Dienst an anderen. Wir sollen bereit sein, anderen zu dienen und ihnen das zu geben, was sie geistig oder körperlich brauchen. 

  1. Beständigkeit und Gebet: Die Aufforderung, stets zu beten und zu wachen, ist eine Mahnung, geistig wachsam zu bleiben, um Versuchungen zu widerstehen. Durch Gebet und Achtsamkeit können wir uns Gott nähern und besser mit Herausforderungen umgehen. 

  1. Bauen auf den Felsen: Wer den Anweisungen Christi folgt, baut auf einem festen Fundament. Dies lehrt uns, dass Gehorsam und beständige Hingabe uns in schwierigen Zeiten standfest und stark machen. 

Diese Lehren ermutigen uns, ein Leben der Hingabe, des Dienstes und der geistigen Achtsamkeit zu führen. 

Was kannst du tun, um immer an Jesus Christus zu denken? 

findechristus.org

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Als er diese Worte gesagt hatte, weinte er

8. Oktober 2024, 06:42am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Jesus weint (Lukas 19:41)
(Bild: Quelle)

"Und als er diese Worte gesagt hatte, weinte er, und die Menge gab davon Zeugnis, und er nahm ihre kleinen Kinder, eines nach dem anderen, und segnete sie und betete für sie zum Vater." (3. Nephi 17:21). 

  • Dieser Vers verdeutlicht die zentrale Botschaft von Liebe, Mitgefühl und Segen, die Jesus für die Menschen – insbesondere für die unschuldigen Kinder – empfindet. Es zeigt seine tiefen Gefühle der Rührung, seine persönliche Verbindung mit den Menschen und seine Rolle als Mittler zwischen ihnen und dem Vater im Himmel. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 17:13-25: 

In 3. Nephi 17:13-25 beschreibt der Bericht eine tief spirituelle und emotionale Szene, in der Jesus die Menge anwies, sich niederzuknien, nachdem er in ihrer Mitte stand. Als alle niedergekniet waren, betete Jesus zum Vater und stöhnte innerlich wegen der Schlechtigkeit des Hauses Israel. Jesus selbst kniete nieder und betete erneut, jedoch war das Gebet so wundervoll und erhaben, dass keine Worte es beschreiben oder niederschreiben konnten. Die Menge war zutiefst bewegt und gab Zeugnis, dass sie solch große und wunderbare Dinge zuvor weder gesehen noch gehört hatten. Die Freude, die sie durch das Hören seines Gebets erlebten, war unermesslich. 

Nachdem Jesus sein Gebet beendet hatte, stand er auf, und die Menge war so von Freude erfüllt, dass sie überwältigt war. Jesus forderte sie auf, aufzustehen, und segnete sie für ihren Glauben, was seine eigene Freude vollkommen machte. Er weinte vor Rührung und nahm dann die kleinen Kinder eines nach dem anderen, segnete sie und betete für sie. Danach weinte er erneut. 

Jesus forderte die Menschen auf, ihre kleinen Kinder anzuschauen, und als sie dies taten, sahen sie die Himmel sich öffnen. Engel kamen herab und umschlossen die Kinder mit Feuer und dienten ihnen. Die gesamte Menge – etwa 2500 Menschen, bestehend aus Männern, Frauen und Kindern – sah und hörte diese wundersamen Dinge und gab Zeugnis davon, jeder für sich selbst, da sie alles mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört hatten. 

Die Worte, die er sprach, konnten nicht aufgeschrieben werden 
In 3. Nephi 17:14-17 wird berichtet, dass Jesus im Gebet zum Vater sprach, aber die Worte, die er sprach, konnten nicht aufgeschrieben werden. Die Menge bezeugte, dass das, was sie hörten und sahen, so groß und wunderbar war, dass es zuvor kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hatte. Sie sagten, dass kein Mensch in der Lage sei, die Worte auszusprechen oder die Freude, die sie erfüllte, zu beschreiben. 

Was hat es damit auf sich? 

  1. Unaussprechliche spirituelle Erfahrung: Die Tatsache, dass die Worte Jesu nicht wiedergegeben werden konnten, deutet auf eine Erfahrung hin, die über die menschliche Sprache hinausgeht. Die Worte waren so heilig, machtvoll und spirituell tiefgründig, dass sie das menschliche Verständnis und die Ausdrucksfähigkeit überstiegen. Dies zeigt, dass es spirituelle Wahrheiten und Erlebnisse gibt, die jenseits der irdischen Sprache liegen. Der Verstand der Menschen ist begrenzt, und manchmal kann die Heiligkeit der göttlichen Offenbarung nicht in Worte gefasst werden. 

  1. Göttliches Geheimnis: Jesus betete in einer Weise, die so tief mit dem Vater verbunden war, dass die Worte nicht für die Menschen bestimmt waren oder sie schlicht nicht fähig waren, sie zu begreifen. Es war ein Moment heiliger Kommunikation zwischen dem Sohn und dem Vater, in dem Jesus vielleicht für das Heil der Menschheit, für die Welt oder für das Volk Israels auf besondere Weise Fürbitte leistete. Diese unaussprechlichen Gebete könnten einen Einblick in die unendliche Liebe und das Erbarmen Gottes geben, die über das hinausgehen, was Menschen vollständig begreifen können. 

  1. Grenzen menschlicher Wahrnehmung: Die Aussage, dass kein Mensch in der Lage sei, diese Worte zu wiederholen oder die Freude zu beschreiben, zeigt die Grenze der menschlichen Wahrnehmung. Die spirituelle Freude und die Erfahrung der göttlichen Gegenwart waren so intensiv, dass sie mit weltlichen Mitteln nicht vollständig erfasst oder ausgedrückt werden konnten. Ähnliche Phänomene finden sich auch in anderen heiligen Schriften, wo Menschen, die göttliche Visionen oder Offenbarungen hatten, oft Schwierigkeiten hatten, ihre Erfahrungen in Worte zu fassen. 

  1. Parallelen in der Schrift: Diese Szene erinnert an andere biblische und religiöse Berichte, in denen Menschen göttliche Offenbarungen erleben, die sie nicht vollständig ausdrücken können. In 2. Korinther 12:2-4 berichtet Paulus, dass er in den Himmel entrückt wurde und "unaussprechliche Worte" hörte, die "kein Mensch sagen kann". Dies deutet darauf hin, dass bestimmte göttliche Wahrheiten für den menschlichen Verstand nicht vollständig zugänglich sind und nicht in menschliche Sprache gefasst werden können. 

  1. Erfahrung transzendenter Freude: Die Menschen in 3. Nephi erlebten eine Freude, die über das normale Verständnis hinausging. Es war eine himmlische Freude, die die Seele in einer Weise erfüllte, die mit irdischen Erfahrungen nicht vergleichbar ist. Dies deutet darauf hin, dass die Gegenwart Jesu und die Nähe zum Vater ihnen einen Einblick in das ewige Glück und den Frieden gaben, den man in der Gegenwart Gottes erfährt. 

Zusammengefasst: 
Die Worte Jesu im Gebet, die nicht wiedergegeben werden konnten, zeigen, dass es spirituelle Wahrheiten und göttliche Erlebnisse gibt, die jenseits menschlicher Sprache und Wahrnehmung liegen. Es handelt sich um heilige und göttliche Momente, die nicht vollständig in irdische Begriffe gefasst werden können. Die Menschen, die dabei waren, erlebten etwas so Tiefes und Wunderbares, dass ihre Seele von unaussprechlicher Freude erfüllt wurde, was die Grenze der menschlichen Erfahrung und Sprache zeigt, wenn es um die Nähe zu Gott geht. 

Jesus weint (3. Nephi 17:21-22) 
In der Bibel gibt es mehrere Stellen, in denen Jesus weint, und diese Momente offenbaren seine tiefe Menschlichkeit, sein Mitgefühl und seine Liebe für die Menschen. Hier sind einige wichtige Parallelen: 

1. Jesus weint um Lazarus (Johannes 11:35) 
Der bekannteste Moment ist im Johannes-Evangelium, als Jesus zum Grab seines Freundes Lazarus kommt, der verstorben war. Als er Maria, die Schwester des Lazarus, und die anderen Trauernden sieht, ist er zutiefst bewegt und weint. Dieser Vers ist der kürzeste im Neuen Testament: „Jesus weinte.“ 

  • Parallele: In beiden Fällen sehen wir, wie Jesus von Mitgefühl und tiefen Emotionen überwältigt ist. In 3. Nephi weint er vor Freude und Liebe, als er die Kinder segnet, während er in Johannes 11 vor Trauer und Mitgefühl mit den Trauernden weint. In beiden Szenen wird seine Fähigkeit deutlich, sich mit dem Schmerz und den Bedürfnissen der Menschen zu verbinden. 

2. Jesus weint über Jerusalem (Lukas 19:41-44) 
Als Jesus sich Jerusalem nähert und die Stadt sieht, weint er über sie, weil er die kommende Zerstörung der Stadt voraussieht und die Menschen nicht erkannt haben, was ihnen Frieden bringen könnte. Er weiß, dass Jerusalem aufgrund seiner Verstocktheit großes Leid erfahren wird. 

  • Parallele: Hier, wie auch in 3. Nephi, sehen wir Jesus als den Erlöser, der das Schicksal seines Volkes sehr tief bewegt. In Lukas weint er wegen der bevorstehenden Zerstörung und der geistigen Verblendung Jerusalems, während er in 3. Nephi wegen der Schlechtigkeit des Hauses Israel betrübt ist. In beiden Fällen zeigt er Mitgefühl für das Volk und seine Unfähigkeit, die geistige Wahrheit vollständig zu erkennen. 

3. Jesus im Garten Gethsemane (Matthäus 26:36-46, Lukas 22:39-46) 
Obwohl es nicht explizit erwähnt wird, dass Jesus im Garten Gethsemane weint, ist bekannt, dass er in einem Zustand extremer Trauer und Angst war. In Lukas 22:44 steht, dass „sein Schweiß wie Blutstropfen“ war, was auf seine tiefen inneren Qualen hinweist. In diesem Moment betet Jesus zum Vater und zeigt dabei seine Menschlichkeit und seine Bereitschaft, den Willen des Vaters zu tun. 

  • Parallele: In Gethsemane, wie in 3. Nephi, betet Jesus zum Vater. Beide Szenen zeigen seine tiefe Verbindung mit dem Vater und sein intensives Mitgefühl für die Menschen. In beiden Fällen sehen wir auch Jesu Opferbereitschaft und seinen Wunsch, die Menschheit zu segnen und zu erlösen. 

Zusammengefasst: 
In all diesen Momenten, sowohl in der Bibel als auch in 3. Nephi, wird Jesu tiefe emotionale und geistige Verbindung zu den Menschen deutlich. Er weint aus Mitgefühl, Trauer, Liebe und Freude, was zeigt, dass er die Sorgen, das Leid und die geistigen Bedürfnisse der Menschen tief nachvollziehen kann. Seine Tränen verdeutlichen seine Menschlichkeit und seine göttliche Liebe gleichermaßen. 

Der Himmel öffnete sich und Engel kamen herab 
In 3. Nephi 17:24 wird beschrieben, dass sich der Himmel öffnete und Engel herabkamen, um den Kindern zu dienen. Diese Engel umschlossen die Kinder, die von einem „Feuer“ umgeben waren, und dienten ihnen. Diese Szene zeigt die göttliche Gegenwart und den Schutz, der den unschuldigen Kindern durch göttliche Boten gewährt wird. Es ist ein wunderbares und heiliges Ereignis, das die besondere Liebe Gottes zu Kindern und seine Nähe zu den Menschen betont. 

Bedeutung der Engel, die den Kindern dienten: 

  1. Besondere Fürsorge für Kinder: Das Herabkommen der Engel symbolisiert, dass Kinder im Plan Gottes eine besondere Rolle spielen und unter seinem besonderen Schutz stehen. Diese Szene verdeutlicht, dass Gott durch Engel den Kindern dient, sie segnet und ihnen besondere Aufmerksamkeit schenkt. Die Engel verkörpern hier Gottes liebevolle Fürsorge und schützende Präsenz. 

  1. Engel als Diener Gottes: Engel sind in der gesamten Heiligen Schrift als Gottes Diener bekannt, die seinen Willen ausführen und den Menschen helfen. In dieser Szene dienen sie nicht nur als Boten, sondern als Beschützer und Zeichen göttlicher Zuneigung. Es zeigt, dass Engel aktiv am göttlichen Plan teilnehmen, indem sie im Auftrag Gottes über die Menschen wachen. 

  1. Feuer als Symbol für göttliche Gegenwart: Das Feuer, das die Kinder umschließt, könnte als Symbol für die göttliche Gegenwart und Reinheit interpretiert werden. Feuer wird in der Bibel oft mit der Gegenwart Gottes verbunden (z. B. der brennende Dornbusch bei Mose). Es könnte auch auf den Heiligen Geist hinweisen, der die Reinheit, den Schutz und die spirituelle Erleuchtung symbolisiert, die den Kindern in diesem Moment zuteilwird. 

Parallelen in der Bibel – Himmel öffnet sich: 
Es gibt mehrere Bibelstellen, in denen sich der Himmel öffnet, was göttliche Offenbarung, Schutz und besondere Visionen symbolisiert: 

  1. Taufe Jesu – Matthäus 3:16-17, Markus 1:10-11, Lukas 3:21-22: Bei der Taufe Jesu öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam in Gestalt einer Taube auf ihn herab: 

„Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, die Himmel öffneten sich über ihm, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen.“ (Matthäus 3:16) 

  • Parallele: Die Taufe Jesu ist ein Moment der göttlichen Bestätigung und Segnung, bei dem der Himmel sich öffnet und der Heilige Geist herabkommt. Wie in 3. Nephi wird hier die Verbindung zwischen Himmel und Erde gezeigt, und es wird sichtbar, wie Gott durch den Geist oder durch Engel auf die Menschen wirkt. 
     

  1. Vision von Stephanus – Apostelgeschichte 7:55-56: Stephanus, der erste christliche Märtyrer, hatte eine Vision vom geöffneten Himmel kurz bevor er gesteinigt wurde: 

„Er aber, voll Heiligen Geistes, blickte zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen. Und er sprach: Siehe, ich sehe die Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“ 

  • Parallele: Stephanus sieht den geöffneten Himmel und erhält eine Vision von Jesus. Dies zeigt, dass in besonderen Momenten die Himmel für Menschen geöffnet werden, um ihnen göttliche Offenbarungen zu gewähren. Ähnlich wie in 3. Nephi ist der geöffnete Himmel ein Zeichen der göttlichen Offenbarung und Nähe. 
     

  1. Jakobs Traum – Genesis 28:12: In Jakobs Traum sieht er eine Leiter, die von der Erde bis zum Himmel reicht, und Engel, die auf ihr auf- und absteigen: 

„Und er hatte einen Traum: Siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, deren Spitze den Himmel berührte, und die Engel Gottes stiegen auf ihr hinauf und herab.“ 

  • Parallele: Auch hier werden Engel gesehen, die zwischen Himmel und Erde vermitteln. Dies symbolisiert die Verbindung zwischen Gott und den Menschen und zeigt, dass Engel als göttliche Boten aktiv zwischen den Bereichen agieren. Wie in 3. Nephi, wo die Engel herabkommen, um den Kindern zu dienen, zeigt auch Jakobs Vision die Nähe Gottes und seine Unterstützung durch Engel. 
     

  1. Die Himmel öffnen sich für Jesus – Johannes 1:51: Jesus selbst spricht von der Öffnung des Himmels und dem Auf- und Absteigen der Engel über den Menschensohn: 

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen über dem Menschensohn.“ 

  • Parallele: Hier beschreibt Jesus, dass die Engel Gottes auf- und absteigen werden, was die ständige Verbindung zwischen Himmel und Erde andeutet, insbesondere in Bezug auf den Sohn Gottes. Ähnlich wie die Engel in 3. Nephi herabkommen, um den Kindern zu dienen, unterstreicht dies die Rolle der Engel als Mittler zwischen den himmlischen und irdischen Reichen. 

Zusammengefasst: 
Die Szene in 3. Nephi 17:24, in der sich die Himmel öffnen und Engel den Kindern dienen, hebt die besondere Nähe Gottes zu den Menschen hervor, insbesondere zu den Kindern. Engel spielen dabei eine Schlüsselrolle als Boten und Diener Gottes. Die geöffneten Himmel und die herabsteigenden Engel finden zahlreiche Parallelen in der Bibel, wie bei der Taufe Jesu, bei der Vision von Stephanus, dem Traum von Jakob und den Worten Jesu über die Engel. All diese Stellen verdeutlichen, dass der geöffnete Himmel eine besondere göttliche Offenbarung, Nähe und Schutz bedeutet. 

Was denkst du über Jesus, dass er zu bestimmten Anlässen weint? 

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Habt ihr welche unter euch, die krank sind? Bringt sie her

7. Oktober 2024, 06:45am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Jesus besucht die Nephiten
(Bild: Quelle)

“Habt ihr welche unter euch, die krank sind? Bringt sie her. Habt ihr welche, die lahm sind oder blind oder hinkend oder verkrüppelt oder aussätzig oder die verdorrt sind oder die taub sind oder die in irgendeiner Weise bedrängt sind? Bringt sie her, und ich werde sie heilen, denn ich habe Mitleid mit euch; mein Inneres ist von Barmherzigkeit erfüllt.” (3. Nephi 17:7). 

  • Dieser Vers betont Jesu Barmherzigkeit, sein Mitgefühl und seine Macht zu heilen, was den Kern seiner Botschaft und seines Wirkens ausmacht. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 17:1-12: 

In 3. Nephi 17:1-12 spricht Jesus zu der versammelten Menge im Tempel im Land Überfluss und bemerkt, dass sie schwach sind und nicht alles verstehen können, was er ihnen zu dieser Zeit lehren möchte. Er fordert sie auf, nach Hause zu gehen, über seine Worte nachzudenken, den Vater um Verständnis zu bitten und sich für seine Rückkehr am nächsten Tag vorzubereiten. Jesus erklärt, dass er zum Vater gehen und sich den verlorenen Stämmen Israels zeigen wird. 

Als er sieht, dass die Menschen weinen und ihn bitten, länger zu bleiben, wird er von Mitleid erfüllt. Er lädt die Kranken, Blinden, Lahmen und alle, die auf irgendeine Weise leiden, ein, zu ihm zu kommen. Voller Mitgefühl verspricht er, sie zu heilen, da er ihren Glauben erkennt. Die Menschen bringen ihre Kranken und Leidenden, und Jesus heilt jeden Einzelnen. Nach der Heilung beten alle, die geheilt wurden, und auch die Gesunden, ihn an, beugen sich nieder und küssen seine Füße. 

Jesus fordert dann die Menschen auf, ihre kleinen Kinder zu ihm zu bringen. Sie setzen die Kinder um ihn herum auf den Boden, und Jesus steht in ihrer Mitte, während die Menge Platz macht. 

Umsicht und Rücksichtnahme 
Im 3. Nephi 17:2-3 zeigt Jesus eine bemerkenswerte Umsicht und Rücksichtnahme. Er erkennt, dass die Menschen erschöpft und überwältigt sind, und sagt: „Ich sehe, dass ihr schwach seid, dass ihr nicht alle meine Worte verstehen könnt, die ich euch zu dieser Zeit sagen soll.“ Statt weiterzureden, obwohl sie nicht mehr aufnahmefähig sind, fordert er sie auf, nach Hause zu gehen, über seine Worte nachzudenken und den Vater um Verständnis zu bitten. 

Das zeigt, wie tief Jesus die Bedürfnisse und Grenzen seiner Zuhörer versteht. Er respektiert ihre menschlichen Schwächen und passt seine Lehren an ihr Aufnahmevermögen an. Diese Rücksichtnahme zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur die geistige Belehrung zu geben, sondern auch die geistige und emotionale Verfassung der Menschen zu berücksichtigen. 

Für uns ist dies ein Vorbild, wie wir mit anderen umgehen sollten: umsichtig, geduldig und rücksichtsvoll, insbesondere wenn sie erschöpft oder überfordert sind. Wir können lernen, anderen Raum zu geben, ihre eigenen Einsichten zu gewinnen und sie zu ermutigen, auf ihre eigene Weise und in ihrem eigenen Tempo Fortschritte zu machen. 

Die verlorenen Stämme 
Vers 4 bezieht sich auf die sogenannten „verlorenen Stämme Israels“, und die Erwähnung passt zu den historischen Überlieferungen über die zehn verlorenen Stämme. 

Zur Erklärung: Das Volk Israel bestand ursprünglich aus zwölf Stämmen, die von den zwölf Söhnen Jakobs (Israel) abstammen. Nachdem das Königreich Israel geteilt wurde (ca. 930 v. Chr.), gab es zwei Reiche: 

  • Das Nordreich Israel mit zehn Stämmen, das 721 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. Viele Menschen aus diesen zehn Stämmen wurden ins Exil geführt und zerstreuten sich in fremde nördliche Länder (Jeremia 31:8)

  • Das Südreich Juda mit zwei Stämmen (Juda und Benjamin), das später von den Babyloniern erobert wurde, aber die Menschen kehrten später nach Jerusalem zurück. 

Die zehn Stämme des Nordreichs wurden aufgrund dieser Zerstreuung als „verloren“ bezeichnet, da sie im Verlauf der Geschichte weitgehend aus den Aufzeichnungen verschwinden und es keine klaren Informationen über ihren Verbleib gibt. Dennoch gibt es in den heiligen Schriften verschiedene Hinweise darauf, dass Gott weiß, wo sie sind und dass sie in den letzten Tagen gesammelt werden sollen. 

Vers 4 in 3. Nephi bezieht sich auf diese verlorenen Stämme. Jesus sagt, dass er nach seinem Weggang den Vater besuchen und sich auch den verlorenen Stämmen Israels zeigen werde. Dies bedeutet, dass diese Stämme zwar für die Menschen "verloren" sind, aber nicht für Gott – er weiß genau, wo sie sich befinden. Die Lehre, die Jesus in diesem Vers vermittelt, unterstreicht die umfassende Sorge Gottes für alle seine Kinder, egal, wo sie sich befinden, und kündigt die Verheißung an, dass sie in der Zukunft zurückkehren und wieder gesammelt werden. 

Im weiteren theologischen Kontext, besonders in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, wird davon ausgegangen, dass die zehn Stämme eine Rolle im Plan Gottes spielen und dass sie am Ende der Zeiten gesammelt und wieder in den Bund Israels eingegliedert werden. Zu diesem Zweck überbrachte der Mose des Alten Testamentes Joseph Smith 1836 im Kirtland-Tempel die Schlüsselvollmacht zur Sammlung Israels und der zehn verlorenen Stämme (Lehre und Bündnisse 110:11). 

Jesu Reaktion auf die traurige Menge 
Als Jesus in Vers 5 bemerkte, dass die Menge im Tempel traurig war und in Tränen ausbrach, weil er angekündigt hatte, zu seinem Vater zu gehen, reagierte er mit tiefem Mitgefühl. Er sah, dass sie ihn weiter bei sich haben wollten, und er wurde innerlich bewegt. In Vers 6 heißt es: „Siehe, mein Inneres ist von Mitleid für euch erfüllt.“ 

Statt sofort zu gehen, ließ er sich von ihrem Glauben und ihrer Sehnsucht berühren. Er fragte sie, ob es Kranke, Lahme, Blinde, Aussätzige oder andere Leidende unter ihnen gäbe und forderte sie auf, diese Menschen zu ihm zu bringen. Jesus versprach, sie zu heilen, denn er hatte tiefes Mitgefühl mit ihnen und erkannte ihren Glauben. In Vers 8 sagte er: „Ich sehe, dass ihr genügend Glauben habt, dass ich euch heilen kann.“ 

In dieser Reaktion zeigt sich Jesu unglaubliche Barmherzigkeit und Liebe. Obwohl er bereits angekündigt hatte, dass seine Zeit nahe sei, blieb er länger bei ihnen, um sie zu trösten und ihnen zu helfen. Er heilte jede einzelne Person, die zu ihm gebracht wurde. Diese Begebenheit zeigt, wie sehr Jesus auf das Leid der Menschen eingeht und dass er durch seine Macht und Liebe bereit ist, ihnen in ihren Nöten zu helfen. Es ist ein starkes Beispiel für seine Empathie und seine Bereitschaft, sein Volk in ihren schwächsten Momenten zu unterstützen und zu segnen. 

Glaube ist Voraussetzung für die Heilung durch Jesus 
Im Neuen Testament gibt es mehrere Stellen, an denen Jesus betont, dass der Glaube der Menschen eine entscheidende Rolle für Heilungen spielt. Ein bekanntes Beispiel ist in Matthäus 9:22, wo Jesus zur blutflüssigen Frau sagt: „Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet.“ Auch bei anderen Wundern, wie der Heilung des Blinden Bartimäus (Markus 10:52), sagt Jesus: „Dein Glaube hat dich gerettet.“ 

Diese Aussagen machen deutlich, dass Jesus häufig den Glauben der Menschen als Voraussetzung für Heilungen nennt. Der Glaube dient nicht nur als Ausdruck ihres Vertrauens in seine göttliche Macht, sondern auch als innere Offenheit, durch die sie geistig und körperlich empfänglich für seine Heilung werden. 

In 3. Nephi 17, wie du richtig anmerkst, erkennt Jesus ebenfalls den Glauben der Menschen an, bevor er sie heilt. In Vers 8 sagt er: „Ich sehe, dass ihr genügend Glauben habt, dass ich euch heilen kann.“ Dies entspricht dem Muster, das wir auch im Neuen Testament sehen: Glaube ist der Schlüssel, der die göttliche Macht zur Heilung freisetzt. 

Es ist also klar, dass Jesus von denen, die geheilt werden wollen, erwartet, dass sie Vertrauen und Glauben in seine Macht haben. Dies lehrt uns, dass Glaube eine aktive Voraussetzung für geistige und oft auch körperliche Heilung ist. Es ist nicht nur die Macht Jesu, die heilt, sondern auch die Bereitschaft der Menschen, auf diese Macht zu vertrauen und sich ihr anzuvertrauen. 

Ehrerbietung durch die Menge 
In 3. Nephi 17:10 lesen wir, dass nach den Heilungen alle, sowohl diejenigen, die geheilt wurden, als auch die Gesunden, sich niederbeugten und Jesus anbeteten. Einige der Menschen kamen so nahe, dass sie seine Füße küssten und sie mit ihren Tränen benetzten. Diese Handlung trägt eine tiefe symbolische Bedeutung und spiegelt intensive Gefühle von Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe wider. 

Hier sind einige Aspekte, die das Anbeten Jesu und das Benetzen seiner Füße mit Tränen erklären: 

1. Anbetung Jesu als Ausdruck göttlicher Verehrung 
Die Menge erkennt in Jesus mehr als nur einen Lehrer oder Heiler – sie sehen ihn als ihren göttlichen Erlöser. Durch das Niederknien und die Anbetung zeigen sie ihre tiefe Verehrung und Dankbarkeit gegenüber ihm. Dies zeigt, dass sie sich seiner göttlichen Natur und seiner Rolle als Sohn Gottes bewusst sind. In der Bibel ist das Niederknien häufig ein Zeichen der Anbetung und Demut vor Gott, und durch diese Handlung erkennen sie Jesu göttlichen Rang an. 

2. Dankbarkeit und Demut 
Das Benetzen seiner Füße mit Tränen und das Küssen seiner Füße sind Zeichen äußerster Dankbarkeit, Demut und tiefer emotionaler Reaktion. Es erinnert an die Geschichte im Neuen Testament, in der eine sündige Frau Jesu Füße mit ihren Tränen benetzt und mit kostbarem Öl salbt (Lukas 7:37-38). Diese Geste drückt tiefe Reue, Dankbarkeit und Demut aus. 

In 3. Nephi 17 sehen die Menschen in Jesus jemanden, der nicht nur ihre körperlichen Leiden geheilt hat, sondern auch ihre Herzen berührt und ihren Glauben gestärkt hat. Diese tiefe emotionale Reaktion spiegelt das Erkennen seiner unvergleichlichen Macht und Gnade wider. 

3. Symbol für Reinigung und Erneuerung 
Das Benetzen der Füße mit Tränen könnte auch symbolisch für die Reinigung und Erneuerung stehen. Ihre Tränen könnten ein Ausdruck ihrer geistigen Läuterung sein – sie werden durch Jesu Gegenwart nicht nur körperlich geheilt, sondern auch geistig erneuert. In der heiligen Schrift stehen Tränen oft für Reue, und die Berührung der Füße Jesu könnte ihre Hingabe und Bereitschaft darstellen, sich ihm völlig zu unterwerfen und von ihm erneuert zu werden. 

4. Tiefe Verbindung mit Christus 
Die Tatsache, dass sie seine Füße küssen, zeigt eine enge, persönliche und respektvolle Verbindung mit Jesus. In der antiken Welt galt das Küssen der Füße als Zeichen tiefster Ehrerbietung. Die Menschen in 3. Nephi 17 drücken damit ihre völlige Hingabe und ihr Vertrauen in Jesus als ihren Erlöser aus. 

Zusammengefasst: 
Die Anbetung Jesu und das Benetzen seiner Füße mit Tränen in Vers 10 sind kraftvolle Ausdrucksformen von tiefer Demut, Dankbarkeit und Verehrung. Sie verdeutlichen, dass die Menschen in Jesus den Messias erkennen und auf seine göttliche Macht vertrauen, sowohl um ihre körperlichen als auch ihre geistigen Bedürfnisse zu stillen. Diese Handlung zeigt ihre totale Hingabe und ihren Glauben an ihn als den Sohn Gottes und Erlöser der Welt. 

Lehren die wir ziehen können 

Aus 3. Nephi 17:1-12 können wir mehrere wichtige Lehren für unser eigenes Verhalten ziehen: 

  1. Mitgefühl zeigen: Jesus handelt aus tiefem Mitgefühl für die Menschen. Wir können daraus lernen, empathisch gegenüber anderen zu sein, besonders gegenüber denjenigen, die leiden oder Hilfe benötigen. 

  1. Glauben und Vertrauen: Die Menschen hatten genug Glauben, um an Jesu Heilungskraft zu glauben. Auch wir sollten Vertrauen in Gott und seine Fähigkeit haben, uns zu helfen – sowohl in körperlichen als auch in geistigen Nöten. 

  1. Hilfsbereitschaft: Die Menschen brachten ihre kranken und leidenden Angehörigen zu Jesus. Dies lehrt uns, dass wir füreinander verantwortlich sind und anderen helfen sollen, zu Gott zu kommen oder die nötige Hilfe zu erhalten. 

  1. Dankbarkeit und Anbetung: Nachdem sie geheilt wurden, zeigten die Menschen ihre Dankbarkeit und beteten Jesus an. Wir sollten Dankbarkeit für die Segnungen und Hilfe in unserem Leben zeigen und Gott immer verehren. 

  1. Die Unschuld der Kinder schätzen: Jesus lud die Kinder ein, zu ihm zu kommen. Dies erinnert uns daran, die Reinheit und den Wert von Kindern zu schätzen und auch in uns selbst eine kindliche Demut und Offenheit für Gottes Einfluss zu bewahren. 

Zusammengefasst: Wir sollten mitfühlend, glaubensvoll, hilfsbereit und dankbar sein sowie die Unschuld und Demut bewahren, um auf Gottes Willen und Liebe zu reagieren. 

Welche Charaktereigenschaften Jesu zeigen sich in seiner Aufforderung, die Kranken zu ihm zu bringen? 

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Dann werden sie meinem Volk zugezählt werden

5. Oktober 2024, 05:24am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

“Andere Schafe” 
(Bild: Quelle)

“Wenn aber die Anderen umkehren und zu mir zurückkommen, so spricht der Vater, siehe, dann werden sie meinem Volk zugezählt werden, o Haus Israel.” (3. Nephi 16:13). 

  • Dieser Vers fasst die Kernaussage zusammen: Die „Anderen“ haben die Möglichkeit, durch Umkehr und Rückkehr zu Christus Teil des Hauses Israel zu werden. Er drückt sowohl die Hoffnung auf Umkehr als auch die Verheißung der Aufnahme in das Bundesvolk Gottes aus, falls die "Anderen" das Evangelium annehmen. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 16:1-20: 

In 3. Nephi 16:1-20 spricht Jesus Christus weiter zu seinen zwölf auserwählten Aposteln über andere Völker („andere Schafe“; siehe auch Johannes 10:16; interessant ist in diesem Zusammenhang auch folgender Artikel: “Did Jesus Visit Russia After His Resurrection?”), die er ebenfalls besuchen wird, weil sie seine Stimme noch nicht gehört haben. Er betont, dass er vom Vater das Gebot erhalten hat, zu ihnen zu gehen, damit auch sie zu seiner Herde gehören. Jesus fordert seine Apostel auf, diese Worte niederzuschreiben, damit sie später den Völkern in Jerusalem und den verstreuten Nachkommen des Hauses Israel bekannt gemacht werden. 

Jesus erklärt, dass die Wahrheit des Evangeliums in den Letzten Tagen zu den „Anderen“ *) gelangen wird, aufgrund ihres Glaubens an ihn. Allerdings wird er den Bund, den der Vater mit dem Haus Israel geschlossen hat, erfüllen und sein Volk wieder sammeln, obwohl sie wegen ihres Unglaubens zerstreut und bedrängt wurden. Wenn die „Anderen“ jedoch in Stolz und Bosheit verharren und das Evangelium ablehnen, wird Gott das Evangelium von ihnen nehmen. 

  • *) Was ist mit dem Begriff „die Anderen“ im Buch Mormon gemeint? (Quelle) 
    Die Anderen kann „die Nationen“ bedeuten. Der Begriff bezieht sich 1.) auf diejenigen, die nicht vom Haus Israel sind, 2.) auf diejenigen, die nicht an den Gott Israels glauben oder die nicht das Evangelium haben, und zwar unabhängig von ihrer Abstammung, und 3.) auf Menschen, die nicht aus dem Land Juda kommen oder nicht dort leben. Beispielsweise werden in 1 Nephi 13:3-13 die Pilgerväter und Siedler in Amerika als „die Anderen“ bezeichnet. In 1 Nephi 13:38 werden diejenigen, die das Buch Mormon hervorgebracht haben, „die Anderen“ genannt. Auch das Buch Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle wurden von den Anderen hervorgebracht (siehe 1 Nephi 13:39 und Lehre und Bündnisse 109:60). 

Jesus versichert, dass die „Anderen“ keine Macht über Israel haben werden, sofern sie nicht umkehren. Falls sie sich nicht bekehren, wird das Haus Israel über sie triumphieren. Schließlich erfüllt sich die Verheißung des Propheten Jesaja: Gott wird sein Volk trösten, Jerusalem erlösen und seine Macht vor allen Nationen zeigen. Alle Menschen werden die Errettung Gottes sehen. 

Das Haus Israel und die Anderen 

Die Verse 3. Nephi 16:7-20 enthalten eine prophetische Erklärung von Jesus Christus über den zukünftigen Verlauf des Evangeliums, die Rolle der „Anderen“ und die Wiederherstellung des Hauses Israel. Hier ist eine detaillierte Interpretation dieser Verse: 

1. Das Evangelium wird zu den "Anderen” (Vers 7) 
Jesus sagt, dass die Wahrheit in den Letzten Tagen zu den „Anderen“ gelangen wird, das heißt zu denen, die nicht direkt vom Hause Israel sind. Er erklärt, dass dies geschieht, weil das Haus Israel aufgrund seines Unglaubens das Evangelium nicht in seiner Fülle empfangen hat. Die „Anderen“ werden in den Letzten Tagen eine wichtige Rolle dabei spielen, das Evangelium zu verbreiten: 
...damit ihnen die Fülle all dessen kundgetan werden wird.“ 
Diese „Fülle“ bezieht sich auf die vollständige Wiederherstellung des Evangeliums, wie sie durch das Buch Mormon und andere Heilige Schriften der Letzten Tage erfolgt. 

2. Wehe den ungläubigen "Anderen” (Vers 8-10) 
In diesen Versen spricht Jesus prophetisch über die Konsequenzen für die "Anderen”, die das Evangelium in den Letzten Tagen empfangen, es aber später ablehnen. Trotz der Barmherzigkeit, die der Vater den "Anderen” gezeigt hat, indem er ihnen das Evangelium gebracht hat, wird es unter ihnen auch Unglauben geben. Jesus verurteilt die Ungläubigen unter den "Anderen”, weil sie das Volk Israels zerstreut, unterdrückt und gedemütigt haben: 
„...mein Volk, das vom Haus Israel ist, zerstreut haben; und mein Volk, das vom Haus Israel ist, von ihnen ausgestoßen wurde...“ 
Hier spricht Jesus über die Leiden, die das Haus Israel ertragen musste, und die "Anderen” tragen dafür Verantwortung. In Vers 10 beschreibt er, dass in den Letzten Tagen viele der "Anderen” sich in Stolz und Bosheit verfangen werden und das Evangelium ablehnen, was schließlich zum Verlust der Fülle des Evangeliums unter ihnen führen wird. 

3. Die Erfüllung des Bundes mit Israel (Vers 11-12) 
Trotz des Unglaubens der "Anderen” verspricht Jesus, dass Gott seinen Bund mit dem Haus Israel erfüllen wird. Das bedeutet, dass das Evangelium letztlich wieder zu Israel zurückkehren wird, nachdem es eine Zeit lang unter den "Anderen” verbreitet wurde: 
„Und dann werde ich meines Bundes gedenken, den ich für mein Volk gemacht habe, o Haus Israel, und ich werde mein Evangelium zu ihm bringen.“ 
In Vers 12 sagt Jesus, dass die "Anderen” keine Macht über Israel haben werden, sobald Israel das Evangelium in seiner Fülle wieder annimmt. 

4. Rückkehr und Umkehr der "Anderen” (Vers 13-15) 
Jesus gibt den "Anderen” die Chance zur Umkehr. Wenn sie zu ihm zurückkehren, werden sie als Teil des Hauses Israel gezählt werden: 
„Wenn aber die Anderen umkehren und zu mir zurückkommen, ... dann werden sie meinem Volk zugezählt werden, o Haus Israel.“ 
Falls die "Anderen” jedoch nicht umkehren, wird das Volk Israel sie symbolisch „niedertreten“. Das bedeutet, dass die "Anderen”, die das Evangelium ablehnen, wie Salz sein werden, das seine Würzkraft verloren hat – nutzlos und weggeworfen: 
„...sie werden wie Salz sein, das seine Würzkraft verloren hat und hinfort zu nichts mehr nütze ist, als hinausgeworfen und von meinem Volk, o Haus Israel, zertreten zu werden.“ 
Dies ist ein starkes Bild für das spirituelle Urteil über diejenigen, die das Evangelium ablehnen. 

5. Das Land als Erbe (Vers 16) 
Jesus bestätigt, dass das Land, auf dem die Nephiten leben, ihnen als Erbe gegeben wurde: 
„...dass ich diesem Volk dieses Land als sein Erbteil geben soll.“ 
Dies zeigt, dass das Land ein göttliches Geschenk ist, das mit dem Bund des Vaters für Israel verbunden ist. 

6. Erfüllung der Prophezeiungen Jesajas (Vers 17-20) 
In diesen Versen bezieht sich Jesus auf die Prophezeiungen des Propheten Jesaja (siehe Jesaja 52:8-10), die sich auf die Wiederherstellung Israels und die endgültige Errettung beziehen. Jesaja spricht von der Freude und dem Jubel, die eintreten werden, wenn der Herr Zion wiederherstellt und Israel befreit: 
„Deine Wächter werden die Stimme erheben; mit vereinter Stimme werden sie jauchzen...“ 
Dies beschreibt den Moment der Wiederherstellung des Hauses Israel. Gott wird sein Volk trösten und Jerusalem erlösen. Alle Nationen der Erde werden Zeuge dieser großen Errettung sein, die Gott für sein Volk vollbringt: 
„Und alle Enden der Erde werden die Errettung Gottes sehen.“ 

Zusammenfassung: 
Diese Passage beschreibt den Heilsplan Gottes in den Letzten Tagen. Zunächst wird das Evangelium zu den „Anderen“ kommen, aber wenn sie es ablehnen, wird es letztlich zurück zum Haus Israel gebracht werden. Gott wird seinen Bund mit Israel erfüllen (siehe Jesaja 11:12; Jeremia 31:10; Ezechiel 34:12; 1 Nephi 19:15,16; Abraham 2:9-11), und die Wiederherstellung wird große Freude bringen. Die "Anderen” haben die Möglichkeit zur Umkehr und können Teil des Bundesvolks Israel werden, aber wenn sie das Evangelium ablehnen, werden sie ihrer Rolle als Träger des Evangeliums beraubt. 

Lehren die wir ziehen können 

3. Nephi 16 bietet mehrere wichtige Lehren, die für unser eigenes Handeln relevant sind. Hier sind einige zentrale Lektionen, die wir aus diesem Kapitel ziehen können: 

1. Wert der Umkehr und des Glaubens 
Lehre: Die „Anderen“ haben die Möglichkeit zur Umkehr und zum Glauben an Jesus Christus. Durch ihre Umkehr können sie Teil des Hauses Israel werden. 
Handeln: Diese Lehre ermutigt uns, offen für die Umkehr zu sein, sowohl im persönlichen als auch im geistlichen Sinne. Sie erinnert uns daran, dass es nie zu spät ist, sich zu ändern und sich dem Herrn zuzuwenden. Auch wenn wir Fehler gemacht haben, können wir durch aufrichtige Umkehr und Glauben Erneuerung finden. 

2. Die Bedeutung des Evangeliums für alle Völker 
Lehre: Das Evangelium ist für alle Menschen bestimmt, nicht nur für eine bestimmte Gruppe oder Nation. Jesus Christus möchte, dass alle Völker die Botschaft des Heils hören und annehmen. 
Handeln: Dies ermutigt uns, das Evangelium aktiv zu teilen und uns für die Verbreitung des Glaubens einzusetzen, nicht nur in unserem eigenen Umfeld, sondern auch in der gesamten Welt. Wir sollten bestrebt sein, anderen zu helfen, die Wahrheit des Evangeliums zu erkennen und anzunehmen. 

3. Verantwortung gegenüber dem Bund 
Lehre: Gott erfüllt seine Verheißungen und seinen Bund, auch wenn es Zeit und Geduld erfordert. Das Haus Israel wird letztlich wieder gesammelt und geeint werden. 
Handeln: Wir sollten Vertrauen in Gottes Zeitplan haben und geduldig auf die Erfüllung seiner Verheißungen warten. Auch wenn es Herausforderungen und Prüfungen gibt, können wir sicher sein, dass Gott seinen Bund hält und seine Pläne für uns verwirklicht werden. 

4. Die Folgen von Ablehnung und Unglauben 
Lehre: Wenn Menschen das Evangelium ablehnen und in Unglauben verharren, werden sie die Segnungen verlieren, die das Evangelium mit sich bringt. 
Handeln: Diese Lehre erinnert uns daran, dass es wichtig ist, offen und empfänglich für die Botschaft des Evangeliums zu bleiben. Wir sollten auch versuchen, anderen zu helfen, diese Botschaft zu verstehen und anzunehmen, um die negativen Konsequenzen des Unglaubens zu vermeiden. 

5. Einheit und Gemeinschaft in Christus 
Lehre: Jesus Christus strebt danach, dass es „eine Herde und einen Hirten“ gibt, was bedeutet, dass alle Gläubigen unter seiner Führung vereint sein werden. 
Handeln: Wir sollten danach streben, Einheit und Gemeinschaft in unserer Glaubensgemeinschaft zu fördern. Es ist wichtig, zusammenzuarbeiten, um die Prinzipien des Evangeliums zu leben und einander zu unterstützen. 

6. Die Bedeutung der Schrift und der Offenbarung 
Lehre: Jesus fordert die Nephiten auf, seine Worte niederzuschreiben, damit künftige Generationen Zugang zu diesen Lehren haben. 
Handeln: Diese Aufforderung erinnert uns an die Bedeutung des Studiums und der Bewahrung der heiligen Schriften. Wir sollten die Lehren des Evangeliums ernst nehmen, sie aufschreiben, studieren und weitergeben, um die Wahrheit und Weisheit Gottes für zukünftige Generationen zu bewahren. 

Zusammengefasst lehrt uns 3. Nephi 16, dass wir offen für Umkehr und Glauben sein sollten, das Evangelium weltweit verbreiten, Vertrauen in Gottes Verheißungen haben und die Einheit in Christus fördern müssen. Es betont die Verantwortung, die wir gegenüber dem Bund Gottes haben, und die Notwendigkeit, die Lehren des Evangeliums zu bewahren und weiterzugeben. 

Wer alles wird wann dem Volk Gottes zugezählt werden? 

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Dem, der bis ans Ende ausharrt, werde ich ewiges Leben geben

4. Oktober 2024, 05:51am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

“Siehe, ich bin das Gesetz und das Licht. Blickt auf mich, und haltet bis zum Ende durch, und ihr werdet leben; denn dem, der bis ans Ende ausharrt, werde ich ewiges Leben geben.” (3. Nephi 15:9). 

  • In diesem Vers erklärt Jesus, dass er das Zentrum des Gesetzes und der Führung ist. Er fordert die Menschen auf, ihm zu folgen und bis zum Ende standhaft zu bleiben, um ewiges Leben zu erlangen. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 15:1-24: 

In 3. Nephi 15:1-24 spricht Jesus zu den Menschen, nachdem er sie gelehrt hat, und erinnert sie daran, dass diejenigen, die seine Worte befolgen, am letzten Tag erhöht werden. Einige wundern sich jedoch über das Gesetz des Mose. Jesus erklärt, dass das Gesetz erfüllt ist, da er es selbst gegeben hat und gekommen ist, um es zu vollenden. Es endet in ihm, aber die Propheten und ihre zukünftigen Vorhersagen bleiben bestehen. Jesus betont, dass er das Licht und das Gesetz ist, und diejenigen, die bis zum Ende treu bleiben, erhalten ewiges Leben. 

Er spricht dann zu den Zwölf, die er erwählt hat, und erklärt, dass sie ein Licht für das Volk sind, das ein Überrest des Hauses Josef ist. Er offenbart ihnen, dass der Vater ihm nicht geboten hat, den Menschen in Jerusalem von den anderen Stämmen Israels zu erzählen, die fortgeführt wurden. Stattdessen sagte der Vater, dass er „andere Schafe“ habe, die nicht von dieser Herde seien, die seine Stimme hören würden. Diese Menschen, zu denen er jetzt spricht, sind die „anderen Schafe“, von denen er in Jerusalem sprach. Aufgrund des Unglaubens und Übeltuns der Menschen in Jerusalem wissen sie nicht von diesen Stämmen und den anderen Schafen. Jesus bestätigt, dass diese Menschen seine Stimme gehört haben und zu seinen Schafen gehören, die der Vater ihm gegeben hat. 

Das Alte ist vergangen und alles ist neu geworden 
Ab Vers 2 erklärt Jesus den Nephiten, warum sie sich nicht wundern sollen, dass das Alte vergangen ist und alles neu geworden ist: 

  1. Erfüllung des Gesetzes des Mose (Vers 4): Jesus erinnert die Nephiten daran, dass das Gesetz des Mose erfüllt ist. Er selbst hat das Gesetz gegeben und ist nun gekommen, um es zu vollenden. Damit hat das Gesetz in ihm sein Ende gefunden. Das Alte (das mosaische Gesetz) hat seinen Zweck erfüllt, und es ist nicht mehr notwendig, daran festzuhalten. 

  1. Jesus ist das Zentrum des neuen Bundes (Vers 5): Jesus erklärt, dass er derjenige ist, der den Bund mit dem Volk Israel gemacht hat, und dieser Bund wird in ihm erfüllt. Somit bringt er eine neue Ära oder einen neuen Bund, der auf seinen Lehren und seinem Erlösungswerk basiert. 

  1. Die Propheten werden weiterhin erfüllt (Vers 6-7): Obwohl das Gesetz des Mose vollendet ist, bedeutet das nicht, dass die Propheten und ihre Vorhersagen zerstört werden. Alles, was in Bezug auf die Zukunft durch die Propheten gesprochen wurde, wird noch erfüllt. Die Erfüllung des Gesetzes ist Teil dieses göttlichen Plans. 

  1. Jesus ist das Licht und das Gesetz (Vers 9): Da Jesus selbst das Gesetz und das Licht ist, sollten die Nephiten nun auf ihn blicken, um die Führung und Erlösung zu erhalten. Der Übergang vom Alten zum Neuen symbolisiert, dass Jesus die zentrale Figur und das Fundament des neuen Weges ist. 

Jesus erklärt damit, dass der Wandel notwendig und Teil seines göttlichen Plans ist. Die Nephiten sollen erkennen, dass das Alte (das mosaische Gesetz) seinen Zweck erfüllt hat – nämlich auf ihn, Jesus, hinzuweisen – und dass sie nun nach seinen Lehren leben sollen. 

Der Bund ist aber noch nicht vollständig erfüllt 
In 3. Nephi 15:8 sagt Jesus: „Der Bund, den ich mit meinem Volk gemacht habe, ist noch nicht ganz erfüllt.“ Dieser Vers bezieht sich auf den Bund, den Gott mit Israel (Jakob) gemacht hat. Der Bund ist eine göttliche Vereinbarung, in der Gott verspricht, das Volk Israel zu segnen, zu führen und zu erlösen, solange sie ihm treu sind. Es gibt mehrere Aspekte dieses Bundes, die zu verschiedenen Zeiten und durch verschiedene Ereignisse erfüllt werden. 

Inwiefern der Bund noch nicht ganz erfüllt ist: 

  1. Prophezeiungen über die Zukunft: Jesus betont, dass zwar das Gesetz des Mose erfüllt ist, aber die Prophezeiungen, die noch nicht eingetroffen sind, weiterhin in der Zukunft erfüllt werden müssen. Dazu gehört insbesondere die Sammlung Israels und die Verheißungen für das Haus Israel, die noch nicht vollständig realisiert sind. Der Bund bezieht sich also auf einen längeren Zeitrahmen, in dem noch Ereignisse eintreten werden. 

  1. Sammlung und Wiederherstellung Israels: Ein wichtiger Aspekt des Bundes ist die Sammlung der verstreuten Stämme Israels. Jesus spricht später in den Versen darüber, dass die Nephiten „andere Schafe“ sind (Vers 21), die nicht Teil der ursprünglichen Herde in Jerusalem sind. Diese Verstreuung muss noch rückgängig gemacht werden, und die Stämme Israels müssen wieder zusammengeführt werden, um den Bund vollständig zu erfüllen. In dieser Zeit der Sammlung Israel leben wir heute. Präsident Nelson ruft nicht nur die Jugend auf, bei der Sammlung Israels mitzuarbeiten (lies gerne hier und schau dir auch das Video dazu an. Die Sammlung speziell betreffend ab Minute 38). 

  1. Vollkommene Erlösung durch Jesus: Obwohl Jesus durch sein Kommen und Opfer einen wesentlichen Teil des Bundes erfüllt hat, bezieht sich die vollständige Erfüllung des Bundes auch auf die Erlösung aller Gläubigen, die sich in der Zukunft durch seine Wiederkunft und das Jüngste Gericht vollenden wird. Das heißt, die vollständige Erfüllung des Bundes wird erst mit der endgültigen Rückkehr Jesu und der Errichtung seines Reiches abgeschlossen sein. 

Zusammengefasst bedeutet der Satz, dass zwar das mosaische Gesetz durch Jesus erfüllt wurde, aber der göttliche Plan und der Bund mit dem Volk Israel noch weitergehen und erst in der Zukunft vollständig abgeschlossen werden. Es gibt noch kommende Ereignisse, insbesondere die Sammlung Israels und das vollständige Heil durch Jesus Christus, die diesen Bund vervollständigen. 

Von den anderen Schafen 
In den Versen 14-24 von 3. Nephi 15 erklärt Jesus, dass der Vater ihm gebot, dem Volk Israel in der Alten Welt (Jerusalem) nicht von den „anderen Schafen“ zu erzählen, zu denen die Nephiten gehören. Dieser Abschnitt offenbart einige tiefergehende Gründe für dieses göttliche Schweigen: 

1. Unglaube und Halsstarrigkeit der Menschen in Jerusalem (Vers 18) 
Jesus erklärt, dass das Volk Israel in der Alten Welt aufgrund ihres Unglaubens und ihrer Halsstarrigkeit nicht bereit war, die Offenbarung über die anderen Schafe zu verstehen. Ihr mangelnder Glaube verhinderte, dass sie offen für diese weitergehenden Wahrheiten waren. Der Vater gebot Jesus deshalb, ihnen nichts von den anderen Schafen zu sagen, weil sie nicht bereit waren, es anzunehmen. 

2. Die Trennung der anderen Stämme (Verse 19-20) 
Jesus erklärt, dass der Vater verschiedene andere Stämme Israels getrennt und verstreut hat. Diese Trennung war teilweise eine Folge des Übeltuns und der Untreue der Menschen. Das Volk Israel in der Alten Welt wusste nicht von diesen anderen Stämmen, und ihre Trennung war Teil des göttlichen Plans. Jesus sollte deshalb nicht von ihnen sprechen, weil die Zeit dafür noch nicht gekommen war. 

3. Die "anderen Schafe" sind Teil des göttlichen Plans (Verse 17, 21) 
Jesus offenbart, dass die Nephiten zu den „anderen Schafen“ gehören, von denen er in Jerusalem sprach. Diese „Schafe“ sollen ebenfalls seine Stimme hören und Teil seiner Herde werden, doch dies war eine Wahrheit, die zu einem späteren Zeitpunkt offenbart werden sollte. Es war Teil des göttlichen Plans, dass das Volk in Jerusalem von der Existenz der anderen Schafe erst nach ihrer eigenen Zeit erfahren würde. 

4. Missverständnisse in der Alten Welt (Vers 22-23) 
Jesus erwähnt, dass die Menschen in Jerusalem nicht verstanden, was er meinte, als er sagte, dass er „andere Schafe“ habe. Sie gingen fälschlicherweise davon aus, dass diese anderen Schafe nur die "Anderen” waren, die durch das Predigen bekehrt werden sollten. Sie erkannten nicht, dass es tatsächlich andere Nachkommen des Hauses Israel gab, die sich außerhalb ihres Landes befanden und die ebenfalls Jesu Stimme hören würden. 

5. Offenbarung durch den Heiligen Geist (Vers 23) 
Jesus erklärt auch, dass er sich den Menschen in Jerusalem nicht persönlich kundtun würde, außer durch den Heiligen Geist. Das bedeutet, dass viele der Wahrheiten über die anderen Schafe und den göttlichen Plan erst durch den Heiligen Geist offenbart werden sollten, und nicht durch direkte physische Begegnungen mit Jesus. 

Zusammenfassung: 
Der Vater gebot Jesus, den Menschen in der Alten Welt nichts von den anderen Schafen zu sagen, weil sie aufgrund ihres Unglaubens und ihrer Halsstarrigkeit nicht bereit waren, diese Wahrheit zu verstehen oder anzunehmen. Es war Teil des göttlichen Plans, dass diese Offenbarung zu einem späteren Zeitpunkt gegeben werden würde, und die Menschen in Jerusalem würden nur durch den Heiligen Geist und das Predigen späterer Generationen von diesen Wahrheiten erfahren. 

Lehren die wir ziehen können 
Aus 3. Nephi 15:1-24 können wir mehrere wichtige Lehren für unser Verhalten entnehmen: 

  1. Befolgen von Jesu Worten (Verse 1-2): Jesus betont, dass diejenigen, die seine Lehren befolgen, am letzten Tag erhöht werden. Für unser Leben bedeutet dies, dass wir nicht nur auf seine Worte hören, sondern sie auch aktiv in unserem Handeln umsetzen sollten. 

  1. Erkennen, dass Jesus das Gesetz erfüllt hat (Verse 4-5): Das alte Gesetz des Mose ist in Jesus erfüllt. Dies lehrt uns, dass wir nicht an alten Traditionen oder starren Regeln festhalten sollten, sondern auf Jesus als das zentrale Licht und den Weg zur Errettung schauen sollten. 

  1. Jesus als Licht und Gesetz (Vers 9): Jesus lädt uns ein, ihn als unser Licht zu anzuerkennen und ihm treu zu folgen. Im Alltag bedeutet dies, dass wir uns von ihm leiten lassen und seine Gebote befolgen sollten, um ewiges Leben zu erhalten. 

  1. Treu bis ans Ende bleiben (Vers 9): Die Ermahnung, bis ans Ende durchzuhalten, zeigt uns, dass Beständigkeit und Ausdauer in unserem Glauben und Verhalten entscheidend sind. Dies fordert uns auf, auch in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben. 

  1. Unsere Rolle als Licht für andere (Verse 12-14): Jesus sagt den Zwölf, dass sie ein Licht für das Volk sein sollen. Auch wir können dies auf uns übertragen, indem wir durch unser Verhalten und Beispiel anderen Menschen dienen und sie zum Guten führen. 

  1. Einheit und Verbundenheit (Verse 17, 21): Jesus spricht von der Einheit seiner Schafe, die alle zu einer Herde gehören sollen. Dies erinnert uns daran, dass wir, unabhängig von Herkunft oder Umständen, eine Einheit mit anderen Gläubigen anstreben und in Liebe und Harmonie leben sollen. 

Diese Lehren ermutigen uns, unser Leben auf Jesus auszurichten, ihn als unser Vorbild zu nehmen und in Treue, Liebe und Einheit mit anderen zu leben. 

Was bedeutet es für dich bis ans Ende auszuharren? 

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Darin bestehen das Gesetz und die Propheten

3. Oktober 2024, 06:42am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

“Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihnen auch, denn darin bestehen das Gesetz und die Propheten.” (3. Nephi 14:12). 

  • Dieser Vers vermittelt die sogenannte "Goldene Regel" und betont das Prinzip, dass man andere so behandeln soll, wie man selbst behandelt werden möchte. Es fasst die Lehre der Nächstenliebe und das ethische Handeln zusammen, das Jesus in diesem Kapitel lehrt. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 14:1-27: 

In 3. Nephi 14:1-27 wendet sich Jesus wieder der gesamten Menge zu und belehrt sie über moralisches Verhalten und göttliches Urteilen. Er beginnt damit, dass Menschen nicht richten sollen, da sie mit demselben Maß gerichtet werden, das sie bei anderen anwenden. Jesus mahnt, zuerst den eigenen Fehler zu korrigieren, bevor man die Fehler anderer kritisiert. Er vergleicht dies mit dem Entfernen eines Balkens aus dem eigenen Auge, bevor man den Splitter im Auge des Bruders sieht. Weiterhin spricht Jesus über das Gebet und versichert, dass diejenigen, die bitten, suchen und anklopfen, Antworten von Gott erhalten werden, ähnlich wie Eltern ihren Kindern Gutes geben. 

Er fordert die Menschen auf, andere so zu behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten, und beschreibt den schmalen Weg zum Leben, den nur wenige finden, im Gegensatz zum breiten Weg, der zur Zerstörung führt. Zudem warnt er vor falschen Propheten, die sich als gut tarnen, aber schlechte Absichten haben. Menschen sollen an ihren „Früchten“ erkannt werden, also an ihren Taten. 

Zum Schluss gibt Jesus das Gleichnis vom klugen und törichten Hausbauer. Der Kluge baut sein Haus auf Felsen, sodass es Stürmen standhält, während der Törichte auf Sand baut, wodurch sein Haus zerstört wird. Dies symbolisiert, dass nur diejenigen, die Jesu Worte hören und sie auch befolgen, im Glauben standfest bleiben. 

Vergleich mit der Rede im Alten Testament 
Die Rede Jesu in 3. Nephi 14 ist eng mit seiner Bergpredigt in Matthäus 5-7 im Neuen Testament zu vergleichen. Beide Reden enthalten viele ähnliche Lehren und Konzepte, die zentrale ethische und moralische Prinzipien des christlichen Glaubens umfassen. 

Hier sind einige markante Parallelen: 

  1. Nicht richten: Sowohl in 3. Nephi 14:1-5 als auch in Matthäus 7:1-5 lehrt Jesus, dass wir andere nicht verurteilen sollen, ohne zuerst unsere eigenen Fehler zu korrigieren. Die Metapher des „Balkens im eigenen Auge“ ist in beiden Reden vorhanden. 

  1. Gottes Bereitschaft, Gebete zu erhören: In 3. Nephi 14:7-11 sowie in Matthäus 7:7-11 erklärt Jesus, dass Gott denjenigen, die aufrichtig bitten, suchen und anklopfen, geben wird, was sie brauchen. Dies betont das Vertrauen in Gottes Gnade. 

  1. Die Goldene Regel: In 3. Nephi 14:12 und Matthäus 7:12 betont Jesus die Goldene Regel: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen.“ Dieses Prinzip ist in beiden Reden zentral. 

  1. Die schmale Pforte: Die Aufforderung, den schmalen Weg zu wählen, der zum Leben führt, findet sich sowohl in 3. Nephi 14:13-14 als auch in Matthäus 7:13-14. Dieser Weg ist schwerer, aber lohnend. 

  1. Warnung vor falschen Propheten: Jesus warnt in beiden Reden (3. Nephi 14:15-20 und Matthäus 7:15-20) vor falschen Propheten, die zwar äußerlich wie Schafe erscheinen, aber innerlich wie reißende Wölfe sind. An ihren Früchten, also ihren Taten, sollen sie erkannt werden. 

  1. Das Gleichnis von den zwei Bauherren: Sowohl in 3. Nephi 14:24-27 als auch in Matthäus 7:24-27 schließt Jesus seine Rede mit dem Gleichnis vom klugen Mann, der sein Haus auf Felsen baut, und dem törichten Mann, der auf Sand baut. Dies symbolisiert die Wichtigkeit, seine Lehren nicht nur zu hören, sondern sie auch in die Tat umzusetzen. 

Vergleich: 
Die Lehren in beiden Reden sind fast identisch und betonen ähnliche moralische Prinzipien wie das Richten, das Vertrauen auf Gott, das Prüfen von Menschen anhand ihrer Taten und das Handeln nach den Worten Jesu. Die Rede in 3. Nephi kann als Wiederholung und Bekräftigung der gleichen wichtigen Lehren angesehen werden, die Jesus in der Alten Welt in der Bergpredigt gegeben hat. 

Der Splitter und der Balken 
Der Vergleich mit dem Splitter und dem Balken (3. Nephi 14:3-5 und Matthäus 7:3-5) ist ein eindrucksvolles Gleichnis, das Jesus benutzt, um das menschliche Verhalten im Umgang mit Fehlern anderer zu beleuchten. Es dient als Aufforderung zur Selbstreflexion und zum verantwortungsvollen Umgang mit Kritik. 

Symbolische Bedeutung: 

  • Der Splitter (im Auge des Bruders) steht für kleine oder geringfügige Fehler, die wir bei anderen Menschen bemerken. Diese Fehler können real sein, aber sie sind im Vergleich zu unseren eigenen Unzulänglichkeiten oft unbedeutend. 

  • Der Balken (im eigenen Auge) symbolisiert größere oder schwerwiegendere Fehler und Sünden, die wir selbst haben, aber möglicherweise ignorieren oder nicht wahrhaben wollen. Diese Fehler können Stolz, Vorurteile oder moralische Schwächen umfassen. 

Anwendung des Gleichnisses: 

  1. Selbstkritik vor Fremdkritik: Bevor wir andere für ihre Fehler kritisieren, sollten wir uns zuerst mit unseren eigenen Schwächen auseinandersetzen. Es ist leicht, die Fehler anderer zu bemerken, aber viel schwieriger, unsere eigenen zu erkennen. Das Gleichnis lehrt, dass wir dazu neigen, die Sünden anderer zu vergrößern, während wir unsere eigenen kleinreden oder übersehen. 

  1. Demut und Selbsterkenntnis: Der Balken im eigenen Auge steht für die Notwendigkeit, sich selbst ehrlich zu prüfen und zu erkennen, dass wir oft größere Mängel haben als die Menschen, die wir kritisieren wollen. Dieses Bild fordert uns auf, demütig zu bleiben und nicht in Heuchelei zu verfallen, indem wir andere für ihre Fehler verurteilen, während wir unsere eigenen ignorieren. 

  1. Kritik aus Liebe und Reinheit: Wenn wir nach dieser Selbstreflexion die Fehler anderer ansprechen, sollten wir dies mit einem klaren Geist tun, nachdem wir unsere eigenen Probleme bearbeitet haben. Das Ziel sollte sein, anderen aus echter Liebe und Sorge zu helfen, nicht um sie herabzusetzen oder uns moralisch überlegen zu fühlen. 

Praktische Lehren: 

  • Sei vorsichtig mit Urteilen: Das Gleichnis warnt uns, wie leicht es ist, in Heuchelei zu verfallen, wenn wir uns auf die Fehler anderer konzentrieren, ohne uns selbst ehrlich zu hinterfragen. 

  • Arbeite an dir selbst: Das erste Ziel sollte immer sein, an den eigenen Fehlern zu arbeiten und sich zu verbessern, bevor man sich mit den Schwächen anderer beschäftigt. 

  • Hilf mit Weisheit: Wenn du anderen helfen willst, mit ihren Fehlern umzugehen, solltest du dies erst tun, wenn du selbst klar sehen kannst – also nachdem du deine eigenen „Balken“ entfernt hast. 

Insgesamt lehrt dieses Gleichnis Demut, Selbstreflexion und eine verantwortungsvolle Haltung gegenüber Kritik. 

"Ich habe euch nie gekannt" (EU) vs. "Ihr habt mich nie gekannt" (JST): 
In Matthäus 7:23 (EU) heißt es: " Doch dann werde ich ihnen unmissverständlich erklären: 'Ich habe euch nie gekannt! Macht euch fort! Ihr habt nie auf mich gehört.' " 

In der Joseph Smith Übersetzung (JST) von Matthäus 7:33 wird dieser Vers leicht angepasst: “And then will I say, Ye never knew me; depart from me, ye that work iniquity.” "Und dann werde ich sagen: Ihr habt mich nie gekannt; weicht von mir, ihr, die ihr Übles tut." 

Vergleich und Bedeutung: 

1. "Ich habe euch nie gekannt" (EU) vs. "Ihr habt mich nie gekannt" (JST) 

  • Matthäus 7:23 (EU): Der Schwerpunkt liegt auf Jesus, der sagt, dass er diese Menschen "nie gekannt" hat. Das könnte darauf hindeuten, dass diese Menschen zwar in Jesu Namen gehandelt haben (Prophezeiungen, Teufelsaustreibungen), aber sie keine echte Beziehung zu ihm hatten. Ihr Glaube und ihre Taten waren nicht echt, sondern vielleicht selbstsüchtig oder äußerlich. 

  • Matthäus 7:33 (JST): Die Joseph Smith Übersetzung verlagert den Fokus auf die Menschen: "Ihr habt mich nie gekannt." Das deutet darauf hin, dass das Problem nicht bei Jesus liegt, sondern bei den Menschen, die behaupten, in seinem Namen zu handeln. Sie haben Jesus nie wirklich verstanden oder eine tiefe Beziehung zu ihm aufgebaut, obwohl sie äußerlich wie Gläubige erscheinen mögen. 

2. "Ihr Übeltäter" (EU) vs. "Ihr, die ihr Übles tut" (JST) 

In beiden Versionen wird deutlich gemacht, dass diese Menschen trotz ihrer angeblichen religiösen Werke „Übles tun“ oder „Übeltäter“ sind. Es handelt sich um eine Warnung, dass bloß äußerliche religiöse Handlungen, ohne wahre Herzensabsicht und Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes, nicht ausreichend sind. 

Zentrale Botschaft im Kontext beider Übersetzungen: 

  • Scheinbarer Glaube reicht nicht aus: Die Menschen, die in Jesu Namen wirken, sind nicht unbedingt wahre Nachfolger Christi, wenn sie nicht nach dem Willen Gottes leben. Es geht nicht nur darum, religiöse Rituale oder Handlungen zu vollziehen, sondern um eine tiefe, ehrliche Beziehung zu Jesus und das Leben nach seinen Geboten. 

  • Wahre Beziehung zu Christus: In der Joseph Smith Übersetzung wird besonders betont, dass diese Menschen Jesus nie wirklich kannten. Das deutet auf die Notwendigkeit hin, ihn nicht nur oberflächlich durch Taten zu ehren, sondern ihn wirklich zu verstehen und nach seinen Lehren zu leben. 

  • Herzensabsicht zählt: Ob Jesus sagt „Ich habe euch nie gekannt“ oder „Ihr habt mich nie gekannt“, der Kern bleibt gleich: Es geht darum, ob Menschen eine wahre, persönliche Beziehung zu Christus haben. Der bloße äußere Schein oder das Verfolgen eigener Interessen unter dem Deckmantel des Glaubens wird letztlich nicht Bestand haben. 

Praktische Anwendung: 
Es geht um die Wichtigkeit, nicht nur äußerlich fromme Werke zu vollbringen, sondern sicherzustellen, dass diese Werke aus einer aufrichtigen, tiefen Beziehung zu Christus entspringen. Die Joseph Smith Übersetzung verstärkt die Verantwortung des Gläubigen, sich nicht nur nach äußeren Zeichen des Glaubens zu richten, sondern wirklich nach dem Vorbild Jesu zu leben und ihn zu kennen. 

Nicht nur Hörer des Wortes sondern auch Täter 
Es kommt eindeutig darauf an, nach dem Wort zu handeln, nicht nur darauf, es zu hören. Sowohl in Matthäus 7:24-27 als auch in 3. Nephi 14:24-27 verwendet Jesus das Gleichnis vom klugen und törichten Hausbauer, um diese Botschaft zu verdeutlichen. 

In dem Gleichnis vergleicht Jesus diejenigen, die seine Lehren hören und befolgen, mit einem klugen Mann, der sein Haus auf einem festen Felsen baut. Wenn Stürme kommen, bleibt das Haus standhaft, weil es ein stabiles Fundament hat. Im Gegensatz dazu ist derjenige, der seine Worte hört, aber nicht danach handelt, wie ein törichter Mann, der sein Haus auf Sand baut – es wird bei Schwierigkeiten einstürzen. 

Warum das Handeln so wichtig ist: 

  1. Gehorsam und Glauben: Das Hören des Wortes ist der erste Schritt, aber der wahre Ausdruck des Glaubens zeigt sich durch Handeln. Es ist der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten, der deine Überzeugungen sichtbar und kraftvoll macht. Glauben ohne Werke bleibt unvollständig (vgl. Jakobus 2:17). 

  1. Festeres Fundament: Handeln nach dem Wort Jesu legt ein solides Fundament für dein Leben. Wenn Schwierigkeiten oder Versuchungen auftauchen (symbolisiert durch Stürme), kannst du sie nur überwinden, wenn dein Glaube in deinem Handeln verankert ist. 

  1. Rechenschaft vor Gott: In Matthäus 7:21-23 sagt Jesus, dass nicht jeder, der ihn „Herr“ nennt, ins Himmelreich eingehen wird, sondern nur derjenige, der den Willen des Vaters tut. Damit zeigt er klar, dass es auf Gehorsam und Handeln ankommt – bloße Worte oder äußerliche Bekenntnisse genügen nicht. 

Zusammengefasst: 

Das Hören des Wortes ist wichtig, weil es dich lehrt und führt. Doch das richtige Handeln nach dem Wort ist entscheidend, weil es deinen Glauben in die Tat umsetzt und dir hilft, spirituell zu wachsen und Prüfungen zu bestehen. Wahre Jüngerschaft zeigt sich durch das Tun. 

Lehren die wir ziehen können 
Aus 3. Nephi 14  lassen sich mehrere wertvolle Lehren für dein persönliches Leben ableiten: 

  1. Nicht vorschnell urteilen (Verse 1-5): Du solltest vorsichtig sein, andere zu verurteilen, da du selbst Fehler hast. Arbeite zuerst an deinen eigenen Schwächen, bevor du versuchst, andere zu korrigieren. Dies lehrt Demut und Selbstreflexion. 

  1. Vertrauen in Gottes Gebete erhören (Verse 7-11): Du kannst darauf vertrauen, dass Gott deine Bitten erhört, wenn du aufrichtig darum bittest. Dies stärkt dein Vertrauen und deine Geduld, dass Gott dir zur richtigen Zeit das geben wird, was du brauchst. 

  1. Andere so behandeln, wie du behandelt werden möchtest (Vers 12): Die Goldene Regel erinnert dich daran, respektvoll, freundlich und mitfühlend mit anderen umzugehen, da dein Verhalten gegenüber anderen auch das Verhalten beeinflusst, das du von ihnen erfährst. 

  1. Den richtigen Weg wählen (Verse 13-14): Der schmale Weg, der zum Leben führt, mag schwierig sein, aber es lohnt sich, auf ihn zu setzen. Sei bereit, harte Entscheidungen zu treffen und auf langfristiges Wachstum hinzuarbeiten, auch wenn es nicht der einfache Weg ist. 

  1. Wahre Früchte erkennen (Verse 15-20): Du kannst Menschen, Ideen und Entscheidungen daran beurteilen, welche Früchte (Ergebnisse) sie hervorbringen. Achte auf Handlungen und Ergebnisse, nicht nur auf Worte. 

  1. Das eigene Fundament auf Felsen bauen (Verse 24-27): Wenn du deine Entscheidungen und dein Leben auf festen moralischen und geistigen Grundsätzen aufbaust, wirst du in schwierigen Zeiten standhaft bleiben. Befolge nicht nur Jesu Worte, sondern setze sie konsequent in die Tat um. 

Zusammengefasst: Diese Lehren können dich anleiten, mehr Selbstdisziplin und Achtsamkeit im Umgang mit dir selbst und anderen zu entwickeln, Vertrauen in Gottes Führung zu stärken und dein Leben auf solide, moralische Werte zu gründen. 

Worin bestehen “das Gesetz und die Propheten” wie es die Goldene Regel besagt? 

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Trachtet ihr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Rechtschaffenheit

2. Oktober 2024, 05:33am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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“Sondern trachtet ihr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Rechtschaffenheit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.” (3. Nephi 13:33; vergleiche Lukas 12:31). 

  • Dieser Vers fasst die Kernlehre von Jesu Rede zusammen: Anstatt sich auf weltliche Sorgen wie materielle Güter oder Anerkennung zu konzentrieren, sollen die Menschen nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit streben. Wenn sie das tun, wird Gott für ihre Bedürfnisse sorgen. Die zentrale Aufforderung ist, das Geistliche über das Materielle zu stellen und auf Gottes Fürsorge zu vertrauen. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 13:1-34: 

In 3 Nephi 13:1-34 lehrt Jesus die Menschen über die richtige Art und Weise, Almosen zu geben, zu beten und zu fasten, und betont dabei die Bedeutung von Aufrichtigkeit und Demut. Almosen sollten nicht öffentlich zur Schau gestellt werden *), sondern im Verborgenen gegeben werden, sodass nur Gott es sieht und belohnt. Das Gebet soll ebenfalls in der Stille und nicht zur Selbstdarstellung vor anderen vollzogen werden **). Jesus lehrt das "Vaterunser" als ein einfaches, aufrichtiges Gebet und weist darauf hin, dass Gott bereits weiß, was wir brauchen, bevor wir ihn bitten. 

  • *) Tue Gutes und ... 
    Die Aufforderung, Almosen nicht „herumzuposaunen“ (3 Nephi 13:1-4), zielt darauf ab, die Reinheit der Absicht hinter guten Taten zu betonen. Jesus lehrt, dass das Geben von Almosen und andere gute Werke nicht dazu genutzt werden sollten, um Aufmerksamkeit oder Anerkennung von anderen Menschen zu erlangen. Der Fokus soll auf der Aufrichtigkeit und dem Wunsch liegen, Gott zu dienen, nicht auf dem eigenen Ruf oder Ansehen. Wenn die Motivation hauptsächlich darin besteht, Lob von Menschen zu erhalten, ist der „Lohn“ bereits erlangt – in Form von menschlicher Anerkennung – und es gibt keine zusätzliche Belohnung von Gott. 
    Die Marketingaussage „Tue Gutes und sprich darüber“ verfolgt hingegen einen anderen Zweck, der oft in der modernen Welt von Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege verwendet wird. Es geht hier um den Nutzen, den das Sichtbarmachen von Wohltätigkeit und guten Taten haben kann, etwa um andere zu inspirieren, ebenfalls Gutes zu tun, oder um positive Aufmerksamkeit auf eine Sache oder ein Unternehmen zu lenken. 
    Der Unterschied liegt in der Absicht: 
    In Jesu Lehre: Die Motivation für gute Taten sollte rein und demütig sein, gerichtet auf den Dienst an Gott und anderen, ohne den Wunsch nach persönlichem Ruhm. 
    In der Marketingaussage: Gute Taten werden strategisch genutzt, um eine positive Wahrnehmung zu fördern und möglicherweise Einfluss oder Anerkennung zu gewinnen. 
    Jesu Botschaft ist eine Aufforderung zur Demut und Reinheit des Herzens. Er betont, dass wahre Belohnung von Gott kommt, wenn gute Werke im Verborgenen geschehen, ohne den Drang, damit Ruhm zu erlangen. 
     

  • **) Wie soll ich Gott anrufen 
    Die Verse 6-13 in 3 Nephi 13 lehren uns wichtige Prinzipien darüber, wie wir beten sollen: 

  • Beten in der Stille und im Verborgenen (Vers 6)
    Jesus betont, dass das Gebet eine private Angelegenheit zwischen dir und Gott sein sollte. Statt dich in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen, um gesehen oder bewundert zu werden, sollst du ins Verborgene gehen, um zu beten. Gott, der ins Verborgene sieht, wird dich belohnen. 
    Lehre: Das Gebet sollte aufrichtig und demütig sein, frei von Eitelkeit oder dem Wunsch nach Anerkennung durch andere. 

  • Vermeide leere Wiederholungen (Vers 7)
    Jesus warnt davor, Gebete mit unnützen oder wiederholten Worten zu füllen, wie es bei den "Anderen” üblich war. Diese Menschen glauben, sie würden durch ihre vielen Worte gehört werden. 
    Lehre: Das Gebet sollte einfach, direkt und ehrlich sein. Es kommt nicht auf die Länge oder die Wiederholung von Worten an, sondern auf die Herzenseinstellung und den Glauben dahinter. 

  • Vertrauen auf Gottes Wissen (Vers 8)
    Bevor wir überhaupt beten, weiß Gott bereits, was wir brauchen. Das bedeutet, dass das Gebet nicht dazu da ist, Gott über unsere Bedürfnisse zu informieren, sondern um unsere Abhängigkeit von ihm und unser Vertrauen in ihn zu zeigen. 
    Lehre: Wir dürfen in unseren Gebeten vertrauensvoll und gelassen sein, da Gott bereits unsere Bedürfnisse kennt und für uns sorgen wird. 

  • Das Mustergebet: Das Vaterunser (Verse 9-13)
    Jesus gibt ein Mustergebet, das „Vaterunser“, das uns lehrt, wie wir unsere Anliegen vor Gott bringen sollen: 
    Verehrung Gottes: Beginne dein Gebet mit der Anerkennung von Gottes Heiligkeit („Geheiligt werde dein Name“). 
    Gottes Wille suchen: Bete darum, dass Gottes Wille auf der Erde geschehe, wie er im Himmel geschieht („Dein Wille geschehe“). Hiermit erkennen wir an, dass Gottes Plan Vorrang hat vor unseren eigenen Wünschen. 
    Tägliche Bedürfnisse: Bete um das Nötige für den Tag („Gib uns unser tägliches Brot“). Dies lehrt uns, im Vertrauen zu leben und Gott für das Wesentliche zu danken. 
    Vergebung empfangen und gewähren: Bete um Vergebung für deine Sünden, und sei gleichzeitig bereit, anderen zu vergeben („Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“). Vergebung steht im Mittelpunkt eines reinen Herzens. 
    Schutz vor Versuchung und dem Bösen: Bitte um Gottes Hilfe, Versuchungen zu widerstehen und vor dem Bösen bewahrt zu bleiben („Führe uns nicht in Versuchung, sondern befreie uns vom Bösen“). 
    Anerkennung von Gottes Macht und Herrlichkeit: Schließe dein Gebet mit der Anerkennung von Gottes Königreich, Macht und Herrlichkeit. 
    Ein einfaches und kraftvolles Gebet (Vers 13)
    Das Vaterunser zeigt, dass ein Gebet schlicht und dennoch kraftvoll sein kann. Es deckt alle grundlegenden Bedürfnisse ab: Gottesverehrung, tägliche Versorgung, Vergebung und Schutz. 

  • Zusammengefasst lehren uns diese Verse: 
    Das Gebet soll demütig und im Verborgenen geschehen, ohne den Wunsch nach Anerkennung durch andere. 
    Es soll ehrlich, ohne leere Worte und mit Vertrauen auf Gottes Wissen und Fürsorge erfolgen. 
    Das Vaterunser dient als ein Vorbild für Struktur und Inhalt eines Gebets: Anbetung, Bitte um tägliche Versorgung, Vergebung, Hilfe bei Versuchungen und die Anerkennung von Gottes Allmacht. 

Er betont auch die Wichtigkeit der Vergebung: Nur wer anderen vergibt, kann auch selbst Vergebung von Gott empfangen. Beim Fasten sollten Menschen nicht versuchen, durch ein trauriges Gesicht oder andere äußerliche Zeichen die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen, sondern das Fasten soll ein privates, geistliches Opfer sein. 

Jesus fordert die Menschen auf, nicht nach irdischen Reichtümern zu streben, die vergänglich sind, sondern Schätze im Himmel zu sammeln. Wo der Schatz eines Menschen ist, dort wird auch sein Herz sein. Das Auge ist das Licht des Leibes – wenn es rein ist, wird der ganze Körper mit Licht erfüllt sein, aber wenn es schlecht ist, wird der Körper von Finsternis erfüllt *). Niemand kann zwei Herren dienen; man muss sich entscheiden, ob man Gott oder dem Mammon (materiellem Reichtum) dient. 

  • *) Das Auge als Symbol für den inneren Zustand 
    Die Verse 22-24 in 3 Nephi 13 sprechen in einer bildlichen Sprache über das Auge als Symbol für den inneren Zustand des Menschen und seine geistige Ausrichtung: 
    Vers 22:  
    Bedeutung: Das Auge steht hier symbolisch für unsere geistige Sichtweise oder den Fokus, den wir im Leben haben. Wenn unser Auge „klar“ oder „rein“ ist, bedeutet das, dass wir auf gute, edle und göttliche Dinge ausgerichtet sind. Ein solcher Fokus erleuchtet unser ganzes Leben und bringt Licht, Klarheit und Güte in unser Wesen. Mit einem gesunden geistigen Fokus sind wir in der Lage, richtig zu handeln und zu denken, und unser Leben wird von Gottes Licht und Wahrheit durchdrungen. 
    Vers 23:  
    Bedeutung: Ein „böses Auge“ steht hier für eine falsche, verzerrte oder negative innere Ausrichtung. Wenn unser geistiger Fokus auf schlechte, selbstsüchtige oder materialistische Dinge gerichtet ist, wird unser gesamtes Leben von Finsternis erfüllt. Es bezieht sich auf die geistige Blindheit, die entsteht, wenn wir uns von Gott entfernen und unser Leben von unreinen oder falschen Motiven leiten lassen. 
    Das „Licht, das in dir ist“, meint die Fähigkeit, Dinge klar und richtig zu sehen, sowohl geistlich als auch moralisch. Wenn dieses Licht aber durch negative Einflüsse verdunkelt wird, verfallen wir in große geistige Finsternis, die unseren gesamten Charakter und unser Handeln prägt. 
    Was bedeutet das für unser Leben? 
    Diese Verse lehren, dass unser innerer Zustand – unser geistiger Fokus, unsere Motivation und unsere Werte – direkten Einfluss auf unser gesamtes Leben hat. Wenn wir unsere Augen (unsere Gedanken, Wünsche, Prioritäten) auf das Gute, Wahre und Göttliche richten, wird unser Leben erleuchtet sein und wir werden von innen heraus in Güte leben. Sind unsere Augen hingegen auf das Böse, Materielle oder Selbstsüchtige gerichtet, erfüllt dies unser Leben mit Dunkelheit, was unser Handeln und unsere Entscheidungen negativ beeinflusst. 
    Zusammenhang zu Vers 24: 
    Dieser Vers ergänzt die Lehre über das Auge. Wenn unser „Auge“ auf weltliche Schätze (Mammon, also Reichtum und materielle Dinge) gerichtet ist, kann es nicht gleichzeitig auf Gott gerichtet sein. Wir müssen uns entscheiden, was wir in unserem Leben als höchste Priorität setzen. Ein „böses Auge“ entsteht, wenn wir unsere Loyalität auf weltliche Dinge ausrichten, während ein „reines Auge“ Gottes Willen und Werte sucht. 
    Fazit: 
    Die Verse lehren, dass unser geistiger Fokus unser gesamtes Leben beeinflusst. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Augen (unsere Herzen und Gedanken) auf göttliche und gute Dinge gerichtet sind, um ein Leben im Licht zu führen. 

Zum Schluss spricht Jesus speziell zu seinen Zwölf berufenen Vollzeitdienern, sich nicht über weltliche Dinge wie Nahrung, Kleidung oder die Zukunft zu sorgen. Gott, der die Vögel und die Lilien versorgt, wird auch für die Menschen sorgen. Statt sich um materielle Dinge zu sorgen, sollen sie  

nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit streben – dann wird ihnen alles, was sie benötigen, hinzugefügt. 

Lehren die wir ziehen können 
Aus 3 Nephi 13:1-34 lassen sich viele wertvolle Lehren ableiten, die du in deinem täglichen Handeln anwenden kannst. Hier einige zentrale Prinzipien: 

  1. Aufrichtigkeit und Demut bei guten Taten
    Wenn du Gutes tust, etwa durch Spenden oder Hilfe für andere, tue es aus reiner Absicht, nicht um Anerkennung oder Lob von anderen zu erhalten. Dein Handeln sollte auf wahre Nächstenliebe und den Dienst an Gott ausgerichtet sein. 
    Anwendung: Konzentriere dich darauf, anderen zu helfen, ohne dabei im Vordergrund stehen zu wollen. Gehe verantwortungsvoll und selbstlos mit deinem Handeln um. 

  1. Beten und fasten mit reinem Herzen
    Jesus betont die Wichtigkeit, im Gebet und im Fasten aufrichtig zu sein, ohne sich dabei vor anderen hervorheben zu wollen. Es geht darum, eine persönliche und ehrliche Beziehung zu Gott zu pflegen. 
    Anwendung: Pflege eine authentische, innere Spiritualität. Führe geistliche Praktiken im Stillen durch und nicht für äußerliche Bestätigung. 

  1. Vergebung üben
    Nur wenn du anderen vergibst, kannst du selbst Vergebung von Gott erwarten. Vergebung ist eine notwendige Tugend, um inneren Frieden und göttliche Gnade zu empfangen. 
    Anwendung: Bemühe dich, anderen Menschen zu vergeben, auch wenn es schwerfällt. Sieh Vergebung als einen Weg, selbst von Schuld befreit zu werden. 

  1. Materielle Dinge nicht überbewerten
    Jesus lehrt, dass man nicht nach vergänglichen, weltlichen Reichtümern streben soll. Wichtiger ist es, „Schätze im Himmel“ zu sammeln, also geistige und ewige Werte zu entwickeln. 
    Anwendung: Stelle materielle Besitztümer nicht über geistige und moralische Werte. Fokussiere dich auf Beziehungen, Gerechtigkeit und Nächstenliebe, statt auf das Streben nach materiellen Gütern. 

  1. Vertrauen auf Gottes Fürsorge (speziell für seine vollzeitberufenen Diener)
    Jesus fordert auf, nicht übermäßig besorgt zu sein um Nahrung, Kleidung oder andere materielle Bedürfnisse. Gott kennt deine Bedürfnisse und wird für dich sorgen, wenn du deinen Teil tust und dich auf ihn verlässt. 
    Anwendung: Vertraue auf Gottes Fürsorge in schwierigen Zeiten und lerne, deine Sorgen loszulassen. Konzentriere dich auf das Hier und Jetzt, und auf das Streben nach Gottes Reich, statt auf Zukunftsängste. 

  1. Fokus auf das Wesentliche setzen (speziell für seine vollzeitberufenen Diener)
    Die Botschaft, nach dem Reich Gottes zu streben und dies über alle anderen Dinge zu stellen, ist ein Aufruf, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. 
    Anwendung: Setze Prioritäten in deinem Leben. Richte dein Handeln auf spirituelle und ethische Ziele aus, anstatt dich in den alltäglichen Sorgen zu verlieren. 

Diese Prinzipien helfen dir, dein Leben mit mehr Aufrichtigkeit, Vertrauen und einem stärkeren Fokus auf die Werte des Evangeliums zu gestalten. 

Wie kann es uns gelingen, zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten? 

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Darum möchte ich, dass ihr vollkommen seiet

1. Oktober 2024, 05:18am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

“Darum möchte ich, dass ihr vollkommen seiet, so wie ich oder euer Vater, der im Himmel ist, vollkommen ist.” (3. Nephi 12:48). 

  • Dieser Vers bringt die Lehre auf den Punkt, dass Jesus von seinen Nachfolgern wünscht, nach geistlicher Vollkommenheit zu streben. Die vorausgehenden Gebote und Lehren vertiefen das Gesetz, indem sie nicht nur äußeres Verhalten, sondern auch die Reinheit des Herzens und die Bereitschaft zur Feindesliebe fordern. Der Aufruf zur Vollkommenheit fasst das Ziel zusammen, in jeder Hinsicht wie Gott zu werden. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 12:27-48: 

In 3. Nephi 11:27-48 erklärt Jesus, wie die alten Gesetze durch seine Lehren erfüllt und erweitert werden. Er beginnt mit dem Verbot des Ehebruchs, das er vertieft, indem er betont, dass schon der begehrliche Blick auf eine Frau Ehebruch im Herzen darstellt. Er fordert die Menschen auf, solche Gedanken strikt zu meiden. Bezüglich der Scheidung lehrt er, dass sie nur im Fall von Unzucht gerechtfertigt ist, und warnt vor den Folgen der Heirat mit Geschiedenen. 

Jesus geht weiter und spricht über den Meineid und fordert, dass man überhaupt keine Eide schwören solle. Stattdessen solle man einfach die Wahrheit sprechen, ohne Schwüre abzugeben. In Bezug auf Vergeltung lehnt er das Prinzip "Auge um Auge" ab und ruft dazu auf, nicht auf Böses mit Bösem zu reagieren, sondern sogar Gewalt mit Nachgiebigkeit zu begegnen. Er fordert die Menschen auf, denjenigen zu geben, die um Hilfe bitten, und großzügig zu sein. 

Eine besonders herausfordernde Lehre ist die Aufforderung, nicht nur den Nächsten zu lieben, sondern auch die Feinde. Er betont, dass man die Feinde lieben, für sie beten und denen Gutes tun soll, die einen verfolgen. Auf diese Weise wird man zu einem Kind Gottes, da Gott selbst seine Segnungen sowohl über die Gerechten als auch über die Bösen ausschüttet. 

Jesus schließt seine Lehren, indem er erklärt, dass das Alte Gesetz in ihm erfüllt ist und dass nun alles neu geworden ist. Er fordert die Menschen schließlich dazu auf, nach Vollkommenheit zu streben, so wie er selbst und der Vater im Himmel vollkommen sind. 

In 3. Nephi 12:27-48 beschreibt Jesus eindeutig den Übergang vom Gesetz des Mose, oft als „Gesetz des Fleisches“ bezeichnet, zu einem höheren, geistigeren Gesetz. Dieser Übergang wird dadurch deutlich, dass Jesus nicht nur die äußeren Handlungen behandelt, wie es das Gesetz des Mose tat, sondern auch die inneren Motive und Herzensabsichten der Menschen. 

Mit dieser Predigt wiederholt Jesus bei den Nephiten die Bergpredigt, die Jesus den Israeliten in Jerusalem lehrte (Matthäus 5). 

Schlüsselstellen des Übergangs zum höheren Gesetz: 

  1. Das Gesetz des Mose und das innere Herz: In den Versen 27-30 spricht Jesus vom Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“, erweitert es aber auf das Begehren im Herzen. Während das mosaische Gesetz das physische Begehen der Sünde verurteilte, betont Jesus, dass die Sünde bereits in den Gedanken und inneren Absichten beginnt. Dies zeigt den Übergang zu einem höheren Gesetz, das sich auf innere Reinheit und nicht nur auf äußeres Verhalten konzentriert. 

  1. Scheidung und Eide (Verse 31-37): Jesus korrigiert das Verständnis über Scheidung und Schwüre, indem er zeigt, dass das Gesetz des Mose nach außen gerichtete Handlungen regelte, während das höhere Gesetz die Integrität und Wahrheit im Herzen fordert. Er fordert Ehrlichkeit in allen Dingen, ohne den Gebrauch von Schwüren, und betont damit das höhere Prinzip der Wahrhaftigkeit. 

  1. Vergeltung und Liebe zum Feind (Verse 38-47): Die Lehre „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ im mosaischen Gesetz war eine Regel zur Vergeltung. Jesus hingegen lehrt, dass man nicht auf Gewalt mit Gewalt reagieren soll, sondern Vergebung und Liebe walten lassen muss. Er fordert, sogar die Feinde zu lieben und für die Verfolger zu beten, was eine deutliche Abkehr von der vergeltenden Gerechtigkeit des Alten Testaments hin zu einem Gesetz der Barmherzigkeit und Liebe ist. 

  1. Vollkommenheit (Vers 48): Der Aufruf, „vollkommen“ zu sein, wie der Vater im Himmel vollkommen ist, markiert das Ziel des höheren Gesetzes. Während das mosaische Gesetz auf äußerliche Gehorsamkeit beschränkt war, fordert Jesus seine Nachfolger auf, geistig zu wachsen und ein Leben zu führen, das sowohl innerlich als auch äußerlich von Heiligkeit geprägt ist. 

Fazit: 
Jesus erklärt in diesen Versen den Übergang vom „Gesetz des Fleisches“ (das das äußerliche Verhalten regelt) zu einem höheren Gesetz, das die innere geistige Einstellung und Reinheit betrifft. Das Gesetz Christi verlangt nicht nur die Erfüllung von Geboten, sondern ein Leben, das von Liebe, Barmherzigkeit und innerer Rechtschaffenheit geprägt ist. 

Ob wir schon in unserem Erdenleben vollkommen werden können, ist eine Frage, die Christen oft beschäftigt. In 3. Nephi 12:48 fordert Jesus seine Nachfolger auf: „Darum möchte ich, dass ihr vollkommen seiet, so wie ich oder euer Vater, der im Himmel ist, vollkommen ist.“ Diese Aufforderung zeigt das hohe Ziel, nach dem wir streben sollen. 

Zwei Aspekte der Vollkommenheit: 

  1. Streben nach Vollkommenheit im Erdenleben: Im irdischen Leben ist es unwahrscheinlich, dass wir vollkommene Perfektion in jedem Aspekt erreichen. Menschen sind fehlerhaft und machen Fehler. Dennoch können wir uns bemühen, in unseren Handlungen, Gedanken und Einstellungen wie Christus zu werden. Dieses Streben nach geistiger und moralischer Reife bedeutet: 

  • Wir arbeiten daran, die Gebote zu halten. 

  • Wir üben Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung. 

  • Wir bemühen uns, die Gesinnung Christi anzunehmen und innerlich gereinigt zu werden. 

Vollkommenheit in diesem Sinne ist ein Wachstumsprozess, bei dem wir durch die Gnade Gottes und die Hilfe des Heiligen Geistes allmählich mehr wie Christus werden. Paulus schrieb in Philipper 3:12, dass er zwar danach strebt, die Vollkommenheit zu erreichen, aber sie noch nicht vollständig ergriffen hat. 

  1. Vollkommenheit im ewigen Leben: Vollkommene Reinheit und Heiligkeit werden im Allgemeinen als Ziel im ewigen Leben betrachtet. Durch den Sühnetod Jesu Christi und die Erlösung können wir letztlich durch Gottes Gnade und Barmherzigkeit vollkommen gemacht werden (Lehre und Bündnisse 76:69). Diese Vollkommenheit umfasst die vollständige Heiligung und die Überwindung aller Schwächen. 

Was bedeutet das für uns heute? 
Während wir in diesem Leben vielleicht keine absolute Vollkommenheit erreichen, können wir auf dem Weg der Rechtschaffenheit beständig Fortschritte machen. Jede Handlung, die in Liebe, Güte und Gehorsam geschieht, bringt uns näher an das Ziel. Wir werden immer auf Gottes Hilfe angewiesen sein, aber der Prozess des Wachsens und Reifens gehört zu unserer Reise im Erdenleben. 

Schlussfolgerung: Vollkommenheit in diesem Leben bedeutet, stetig nach Christus zu streben, uns von ihm formen und heiligen zu lassen. Die ultimative Vollkommenheit erlangen wir jedoch im ewigen Leben, durch Gottes Gnade und sein Sühnopfer. 

Lehren die wir ziehen können 
Aus 3. Nephi 12:27-48 lassen sich mehrere wichtige Lehren für das persönliche Verhalten ableiten: 

  1. Reinheit der Gedanken (Verse 27-30): Jesus lehrt, dass Sünde nicht nur in den Taten liegt, sondern bereits in den Gedanken beginnt. Daher ist es wichtig, auch seine Gedanken zu kontrollieren und alles zu vermeiden, was zu sündhaften Handlungen führen könnte. 

  1. Ehe und Treue (Verse 31-32): Die Lehren zur Ehe und Scheidung betonen die Heiligkeit der Ehe. Du könntest daraus die Konsequenz ziehen, deine Beziehungen mit Respekt, Treue und Liebe zu führen und diese Verantwortung ernst zu nehmen. 

  1. Wahrhaftigkeit (Verse 33-37): Jesus fordert, dass deine Worte ehrlich und aufrichtig sein sollten, ohne den Gebrauch von Schwüren. Dies könnte bedeuten, dass du in deinem Alltag verlässlicher und authentischer sein solltest, indem du einfach „Ja“ oder „Nein“ sagst und deine Versprechen hältst. 

  1. Vergebung und Geduld (Verse 38-42): Anstatt auf Rache zu bestehen, lehrt Jesus, Gewalt mit Nachgiebigkeit zu begegnen. Daraus könntest du lernen, nachsichtig zu sein und Streit nicht durch Vergeltung, sondern durch Vergebung zu lösen. 

  1. Feindesliebe (Verse 43-47): Der Aufruf, deine Feinde zu lieben, bedeutet, dass du dich bemühen solltest, selbst denen Gutes zu tun, die dir Unrecht tun. Dies fordert dich auf, für deine Feinde zu beten und sie mit Liebe zu behandeln, anstatt Groll und Vergeltung zu hegen. 

  1. Streben nach Vollkommenheit (Vers 48): Der letzte Aufruf Jesu, nach Vollkommenheit zu streben, kann dich dazu inspirieren, kontinuierlich an deiner geistigen und moralischen Entwicklung zu arbeiten. Dies bedeutet, bewusst nach den Prinzipien Jesu zu leben und in deinem Verhalten Gott ähnlicher zu werden. 

Diese Lehren helfen uns, nicht nur nach außen hin ein gerechtes Leben zu führen, sondern auch innerlich, auf Herzensebene, gereinigt und wahrhaftig zu sein. 

Wie ist deiner Meinung nach die Aufforderung Jesu, vollkommen zu sein, zu verstehen? 

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Wenn ihr meine Gebote nicht haltet, werdet ihr auf keinen Fall ins Himmelreich eingehen

30. September 2024, 06:31am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

“Darum kommt zu mir und lasst euch erretten; denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr meine Gebote nicht haltet, die ich euch zu dieser Zeit geboten habe, werdet ihr auf keinen Fall ins Himmelreich eingehen.” (3. Nephi 12:20). 

  • Dieser Vers betont das zentrale Anliegen von Jesus: die Menschen sollen zu ihm kommen, an ihn glauben, seine Gebote halten und so Errettung erlangen. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 12:1-26: 

Nachdem Jesus die Menge auf dem Tempelplatz im Land Überfluss über die Art und Weise der Taufe unterwiesen hatte und Nephi die entsprechende Vollmacht von ihm bekommen hatte, spricht Jesus im 3. Nephi 11:1-26 zu Nephi und Seinen zwölf Auserwählten Aposteln, denen er auch die Vollmacht erteilt hat zu taufen. Er erklärt, dass diejenigen gesegnet sind, die den Lehren der Zwölf folgen und sich taufen lassen, sowohl mit Wasser als auch mit dem Heiligen Geist. Zudem spricht Jesus die Seligpreisungen aus, wobei er die geistlich Armen, Trauernden, Sanftmütigen, Barmherzigen, Friedensstifter und Verfolgten segnet. Er betont, dass die Jünger das Salz der Erde und das Licht des Volkes sein sollen. Weiterhin erklärt Jesus, dass er nicht gekommen ist, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen. Er fordert die Menschen auf, zu ihm zu kommen, an ihn zu glauben und seine Gebote zu halten. Schließlich lehrt er, dass nicht nur Taten wie Mord, sondern auch innere Gefühle wie Zorn das Gericht Gottes nach sich ziehen. Er ruft zur Versöhnung mit seinem Nächsten auf und warnt vor den Folgen, wenn Konflikte nicht rechtzeitig beigelegt werden. 

Die Bergpredigt (der Berg als Symbol für den Tempel in Jerusalem bzw. im Land Überfluss), die Jesus bei seinem Besuch der Nephiten in der Neuen Welt nach seiner Auferstehung in 3. Nephi Kapitel 12-14 (vergleiche Matthäus 5 bis 7) ebenso ihnen lehrt, zählt zu den erhabensten Lehren in der gesamten christlichen Tradition. Sie enthält fundamentale Prinzipien, die das Wesen des Christentums und den Weg zu einem tugendhaften, gottgefälligen Leben offenbaren. Die Lehren Jesu, insbesondere in diesen Kapiteln, umfassen nicht nur moralische Weisungen, sondern tiefe geistige Wahrheiten. Sie rufen dazu auf, Liebe, Barmherzigkeit, Demut und Vergebung im Leben zu praktizieren. 

Besonders heilig sind diese Worte, weil sie die Essenz dessen verkörpern, was es bedeutet, als Nachfolger Christi zu leben: nicht nur durch äußerliche Handlungen, sondern vor allem durch innere Haltung und Herzensabsichten. Christen auf der ganzen Welt betrachten die Bergpredigt als einen Leitfaden für ein Leben im Einklang mit den göttlichen Prinzipien, die Jesus selbst vorgelebt hat. 

Indem diese Lehren das Streben nach Reinheit des Herzens und die Pflege von Gerechtigkeit, Frieden und Barmherzigkeit betonen, bieten sie eine tiefgehende Vision dessen, wie ein heiliges Leben aussehen kann – nicht nur im individuellen Verhalten, sondern auch in der Beziehung zu Gott und zu Mitmenschen. Die universelle Weisheit dieser Worte hat ihre Bedeutung und Relevanz über Jahrhunderte hinweg bewahrt und spricht Menschen unabhängig von Zeit, Ort und Kultur an. 

Schritt für Schritt zurück in die Gegenwart Gottes 
Die in den Versen 3-12 ausgesprochenen Segnungen Jesu, die als Seligpreisungen bekannt sind, bauen aufeinander auf und führen in einem fortschreitenden Prozess zu einem tieferen geistigen Zustand, der schließlich mit dem "Lohn im Himmel" endet. Jede Segnung führt zu einem höheren Maß an geistlicher Reife und Nähe zu Gott. Schauen wir uns den Aufbau dieser Segnungen an: 

  1. Arm im Geist (Vers 3): Der Beginn des Weges ist Demut und Anerkennung der eigenen Abhängigkeit von Gott. Dies ist der erste Schritt in Richtung Erlösung, da es bedeutet, dass man sich seiner geistigen Armut und seines Bedürfnisses nach Gott bewusst ist. Als Belohnung wird das Himmelreich verheißen. 

  1. Trauernde (Vers 4): Diejenigen, die ihre Sünde und die gebrochene Welt betrauern, werden Trost finden. Dies ist ein natürlicher Fortschritt nach der Erkenntnis der eigenen geistigen Armut – ein tiefes Bedauern über die Trennung von Gott und die Realität der menschlichen Unzulänglichkeit. 

  1. Sanftmütige (Vers 5): Nach der Trauer über die Sünde folgt die Sanftmut, die Bereitschaft, sich Gottes Willen unterzuordnen. Sanftmütige Menschen sind nicht aufdringlich oder stolz, sondern demütig und vertrauensvoll. Sie werden die Erde erben, was auf den zukünftigen Frieden und Segen hinweist, den sie durch ihre Hingabe erfahren werden. 

  1. Hunger und Durst nach Gerechtigkeit (Vers 6): Nachdem man sanftmütig geworden ist, entsteht der tiefe Wunsch nach Gerechtigkeit – nicht nur nach äußerer Gerechtigkeit, sondern nach der göttlichen Rechtschaffenheit. Die Verheißung ist, dass dieser Durst durch den Heiligen Geist gestillt wird. 

  1. Barmherzige (Vers 7): Der Wunsch nach Gerechtigkeit führt zur Barmherzigkeit gegenüber anderen. Wer selbst Gnade erfahren hat, ist bereit, diese an andere weiterzugeben. Die Barmherzigen erhalten ebenfalls Barmherzigkeit, was auf das Prinzip von Geben und Empfangen hinweist. 

  1. Reine im Herzen (Vers 8): Barmherzigkeit und Rechtschaffenheit führen zu einem reinen Herzen. Die Reinheit des Herzens bedeutet, dass man nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich geheiligt ist, wodurch man Gott in seiner Heiligkeit sehen kann. 

  1. Friedensstifter (Vers 9): Menschen, die innerlich gereinigt sind, werden Friedensstifter. Sie setzen sich für den Frieden in der Welt und zwischen Menschen ein, was sie zu "Kindern Gottes" macht, da Gott der ultimative Friedensstifter ist. 

  1. Verfolgte um des Namens Jesu willen (Verse 10-12): Die höchste Stufe des geistigen Lebens ist es, bereit zu sein, Verfolgung und Leiden um Jesu willen zu ertragen. Diese Menschen stehen zu ihrem Glauben und ihren Überzeugungen, selbst unter Widerstand und Verfolgung. Ihre Belohnung ist das Himmelreich und ein großer Lohn im Himmel. 

Zusammengefasst: 
Die Segnungen beginnen mit dem Bewusstsein der eigenen Unvollkommenheit und führen Schritt für Schritt zu einer größeren Übereinstimmung mit Gottes Willen. Jede Stufe baut auf der vorhergehenden auf – von der inneren Reue und Demut über Gerechtigkeit und Barmherzigkeit bis hin zu Friedensstiftung und dem Ertragen von Verfolgung. Der "Lohn im Himmel" ist die endgültige Belohnung für diejenigen, die diesen geistigen Weg bis zum Ende gehen, weil sie vollkommen im Glauben und in der Nachfolge Jesu gelebt haben. 

Lehren die wir ziehen können 
Die Verse aus 3. Nephi 11:1-26 vermitteln eine Reihe wichtiger Lehren, die persönliche Konsequenzen für das eigene Leben haben können. Hier einige mögliche Überlegungen: 

  1. Glaube und Taufe: Jesus betont die Bedeutung des Glaubens an ihn und die Taufe (Verse 1-2). Eine persönliche Konsequenz könnte sein, den eigenen Glauben zu stärken und über die Bedeutung der Taufe und die Erneuerung durch den Heiligen Geist nachzudenken. 

  1. Demut und Vergebung: In den Seligpreisungen (Verse 3-12) ruft Jesus dazu auf, demütig, barmherzig und friedfertig zu sein. Eine persönliche Anwendung wäre, den eigenen Umgang mit anderen zu hinterfragen und Demut, Barmherzigkeit sowie die Suche nach Frieden bewusst zu leben. 

  1. Versöhnung: In den Versen 23-24 fordert Jesus dazu auf, Konflikte zu lösen und Versöhnung zu suchen, bevor man sich Jesus nähert. Eine praktische Konsequenz könnte sein, aktiv Vergebung zu suchen oder anzubieten und offene Konflikte zu klären. 

  1. Gebote halten: Vers 20 betont, dass das Halten der Gebote grundlegend ist, um ins Himmelreich zu gelangen. Dies könnte dazu anregen, die persönlichen Gebote, die Jesus gelehrt hat, im täglichen Leben ernster zu nehmen und gezielt danach zu streben, sie zu befolgen. 

  1. Zorn und negative Gedanken vermeiden: Jesus lehrt, dass nicht nur Handlungen, sondern auch negative Gefühle wie Zorn schwerwiegende Konsequenzen haben (Verse 21-22). Persönlich könnte das bedeuten, an der Kontrolle von negativen Emotionen zu arbeiten und einen liebevollen, vergebenden Umgang mit anderen zu entwickeln. 

Zusammenfassend laden die Verse dazu ein, den Glauben zu vertiefen, sich von negativen Gefühlen und Konflikten zu befreien und ein Leben in Demut, Frieden und nach den Geboten Jesu zu führen. 

Der Text der Bergpredigt, also der Predigt im Haus des Herrn, dem Tempel, leitet uns, wenn wir ihn als Bündnis annehmen und befolgen (3 Nephi 20:29), Schritt für Schritt zurück in die Gegenwart unseres himmlischen Vaters. 

Welche Folgen wird es haben, wenn man nicht willens ist sich nach besten Kräften zu bemühen die Gebote des Herrn zu befolgen? 

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Diese sind es, die das Reich Gottes ererben werden

28. September 2024, 05:16am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

“Und wer an mich glaubt und sich taufen lässt, der wird errettet werden; und diese sind es, die das Reich Gottes ererben werden. 34 Und wer nicht an mich glaubt und sich nicht taufen lässt, wird verdammt werden.” (3. Nephi 11:33-34). 

  • Diese Verse fassen die wesentliche Lehre zusammen, dass der Glaube an Jesus Christus und die Taufe in seinem Namen entscheidend für das Erreichen des Heils und des Reiches Gottes sind. Jesus hebt hervor, dass die Errettung und das Erbe des ewigen Lebens nur durch diese beiden wesentlichen Prinzipien gewährleistet werden können. 

Eine Zusammenfassung von 3. Nephi 8:23-41: 

In 3. Nephi 11:23-41 lehrt Jesus Christus die Menschen in Bountiful über die wesentlichen Prinzipien des Evangeliums und die korrekte Durchführung der Taufe. Er erklärt detailliert, wie die Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes durchgeführt werden soll. Die Menschen sollen in das Wasser hinabsteigen und dort getauft werden, wobei die taufende Person die Vollmacht von Christus verwenden soll, um die Taufe im Namen der Gottheit durchzuführen. 

Jesus betont die Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und erklärt, dass die Taufe in ihrer Namen und gemäß den göttlichen Geboten erfolgen muss. Er warnt davor, dass es keine Auseinandersetzungen oder Streitigkeiten über seine Lehren geben soll, da solche Konflikte vom Teufel stammen. Stattdessen sollen die Menschen in Frieden leben und einander in Liebe begegnen. 

Jesus verkündet seine Lehre, die die Umkehr und den Glauben an ihn beinhaltet. Er bezeugt, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist Zeugen für einander sind und dass alle Menschen aufgefordert werden, umzukehren und an Christus zu glauben. Der Glaube an Christus und die Taufe sind notwendig für das Heil und das Erbe des Reiches Gottes. Wer sich nicht taufen lässt und nicht an Christus glaubt, wird in dem Sinne verdammt, dass er nicht in die Gegenwart Gottes zurückkehren kann. 

Er betont weiter, dass Umkehr und ein kindliches Herz Voraussetzung sind, um das Reich Gottes zu erben. Jesus erklärt, dass die Menschen auf seinen Lehren bauen sollen, da diese fest wie ein Felsen sind und die Pforten der Hölle nicht überwältigen werden. Im Gegensatz dazu werden jene, die abweichende Lehren verbreiten oder weniger als das verkünden, was er lehrt, auf sandigem Grund bauen und Gefahr laufen, verloren zu gehen. 

Abschließend fordert Jesus seine Zuhörer auf, seine Lehren bis ans Ende der Erde zu verbreiten und sie in der ganzen Welt bekannt zu machen. 

Nicht streiten 
3. Nephi 11:28-29 vermittelt wichtige Lehren über Streit und Auseinandersetzungen im Kontext des Evangeliums: 

  1. Vermeidung von Streit: Jesus betont, dass es unter den Gläubigen keine Auseinandersetzungen oder Streitigkeiten geben soll, insbesondere nicht über seine Lehren. Dies zeigt die Bedeutung von Einigkeit und Frieden innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen. Streit und Unstimmigkeiten widersprechen dem Geist des Evangeliums und können den Fortschritt und das spirituelle Wachstum behindern. 

  1. Ursprung des Streitgeistes: Jesus erklärt, dass der „Geist des Streites“ nicht von ihm stammt, sondern vom Teufel. Der Teufel ist „der Vater des Streites“ und fördert Konflikte und Unfrieden, um die Menschen zu spalten und ihren Glauben zu schwächen. Streit und Konflikte werden als Werk des Bösen dargestellt, das den Frieden und die Einheit innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen gefährdet. 

  1. Förderung des Friedens: Anstatt Streit und Konflikte zu fördern, lehrt Jesus, dass seine Lehre Frieden und Einigkeit bringen sollte. Die Gläubigen sind aufgerufen, den Geist des Friedens und der Harmonie zu wahren, was im Einklang mit den Prinzipien des Evangeliums steht. 

Zusammengefasst lehrt Jesus, dass Streit und Konflikte im Evangelium nicht akzeptabel sind und dass sie vom Teufel verursacht werden. Die Gläubigen sollten sich bemühen, Einigkeit und Frieden zu bewahren, um in Übereinstimmung mit den Prinzipien Jesu zu leben. 

Ich will euch meine Lehre verkünden 
In 3. Nephi 11:31-35 legt Jesus Christus seine Lehre dar. Die wesentlichen Punkte dieser Lehre sind: 

  1. Einheit der Zeugenschaft: Jesus erklärt, dass seine Lehre die Lehre des Vaters ist und dass sowohl der Vater als auch der Heilige Geist Zeugnis von ihm ablegen. Diese gegenseitige Zeugenschaft unterstreicht die Einheit und Harmonie innerhalb der Gottheit und bekräftigt die Wahrheit der Lehre, die Jesus verkündet. 

  1. Aufruf zur Umkehr und zum Glauben: Die zentrale Botschaft Jesu ist, dass alle Menschen umkehren und an ihn glauben sollen. Umkehr und Glaube an Jesus Christus sind die Bedingungen für Errettung und das Erbe des Reiches Gottes. 

  1. Notwendigkeit der Taufe: Jesus hebt hervor, dass die Taufe eine notwendige Handlung ist, um errettet zu werden und das Reich Gottes zu erben. Dies zeigt die zentrale Rolle der Taufe im Plan Gottes für die Menschheit. 

  1. Beziehung zwischen Glauben und Zeugenschaft: Jesus erklärt, dass der Glaube an ihn auch den Glauben an den Vater beinhaltet und dass der Vater und der Heilige Geist Zeugnis von ihm geben werden. Dies betont, dass der wahre Glaube eine tiefe Verbindung und ein Verständnis für die gesamte Gottheit umfasst. 

Zusammengefasst lehrt Jesus in diesen Versen, dass die Einheit und Zeugenschaft innerhalb der Gottheit die Wahrheit seiner Lehren bekräftigen. Umkehr und Glaube an Jesus Christus, verbunden mit der Taufe, sind die wesentlichen Bedingungen für das Heil. Die Zeugenschaft von Vater und Heiligem Geist unterstützt und bestätigt diese Lehre. 

Der Vater und ich und der Heilige Geist sind eins (Vers 36) 
Im ersten Glaubensartikel der Kirche heißt es: „Wir glauben an Gott, den ewigen Vater, und an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist.“ Diese drei eigenständigen Wesen bilden die Gottheit. Sie walten über diese Welt und alle anderen Schöpfungen des Vaters im Himmel. 

Die Sichtweise der Heiligen der Letzten Tage auf die Gottheit ähnelt der des allgemeinen Christentums, unterscheidet sich jedoch durch den Glauben, dass Gott und Jesus Christus verherrlichte Wesen mit einem Körper sind und jedes Mitglied der Gottheit ein eigenständiges Wesen ist. Sie beten im Namen Jesu Christi zu Gottvater, sehen im Vater das höchste Wesen, im Sohn den Erlöser und im Heiligen Geist den Offenbarer. Diese Lehre wurde durch die erste Vision Joseph Smiths wiederhergestellt, bei der er erkannte, dass der Vater und der Sohn einen körperlichen Leib haben, während der Heilige Geist geistig ist. Trotz ihrer Eigenständigkeit sind die drei eins in ihren Zielen und Lehren, um den Erlösungsplan zu erfüllen. 

Lehren die wir ziehen können 
Aus 3. Nephi 11:23-41 können mehrere wesentliche Lehren für unser Handeln gezogen werden: 

  1. Richtige Durchführung der Taufe: Jesus betont die Notwendigkeit, die Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes durch Untertauchen im Wasser durchzuführen. Dies verdeutlicht die Bedeutung, die korrekte Form der Taufe gemäß den göttlichen Anweisungen zu befolgen. Die Taufe ist ein unverzichtbarer Schritt zur Erlangung des Heils. 

  1. Einheit und Vermeidung von Streit: Jesus warnt davor, Streitigkeiten und Auseinandersetzungen über seine Lehren zuzulassen, da solche Konflikte vom Teufel stammen. Stattdessen sollten wir in Eintracht leben und uns bemühen, in Liebe und Frieden miteinander umzugehen. Ein harmonisches und friedliches Leben entspricht den Prinzipien des Evangeliums. 

  1. Umkehr und Glauben: Umkehr und der Glaube an Jesus Christus sind entscheidend für unsere Errettung. Jesus bezeugt, dass alle Menschen aufgefordert werden, umzukehren und an ihn zu glauben, um gerettet zu werden. Dies zeigt die Notwendigkeit, sich von Sünde abzuwenden und den Glauben an Christus zu leben. 

  1. Erfordernis der Taufe und des kindlichen Herzens: Jesus erklärt, dass wir wie ein kleines Kind werden müssen, um das Reich Gottes zu erben. Dies bedeutet, dass wir Demut, Reinheit und eine offene, ehrliche Haltung gegenüber Gott annehmen müssen. Die Taufe im Namen Jesu ist unerlässlich für unser Heil. 

  1. Festigkeit in den Lehren Christi: Jesus betont, dass wir auf seinen Lehren bauen sollen, die fest wie ein Felsen sind. Es ist wichtig, dass wir uns an die wahre Lehre Christi halten und uns nicht von abweichenden oder unvollständigen Lehren beeinflussen lassen. Nur die wahre Lehre führt zur Rettung und schützt uns vor den Angriffen des Bösen. 

  1. Verbreitung des Evangeliums: Jesus fordert dazu auf, seine Lehren bis ans Ende der Erde zu verbreiten. Dies zeigt die Verantwortung, die wir als Gläubige haben, das Evangelium zu teilen und anderen die Möglichkeit zu geben, ebenfalls den Weg zum Seelenheil zu finden. 

Zusammengefasst sind die wesentlichen Lehren aus diesem Abschnitt, dass die richtige Durchführung der Taufe, Umkehr, Glaube an Christus, ein kindliches Herz, Festigkeit in den wahren Lehren und das Verbreiten des Evangeliums von entscheidender Bedeutung für unser Seelenheil sind. 

Wer sind jene, die das Reich Gottes ererben werden? 

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