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Glaubensansichten

Mich reute der Eid, den ich geleistet hatte, dass ich ihnen nicht mehr beistehen würde

7. Juni 2020, 05:50am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Was passierte, nachdem Mormon die Aufzeichnungen aus dem Versteck im Hügel Schim geholt hatte (Mormon 4:23)? Mormon beschreibt es so: „Und es begab sich: Ich ging hin zu den Nephiten, und mich reute der Eid, den ich geleistet hatte, dass ich ihnen nicht mehr beistehen würde; und sie gaben mir abermals den Befehl über ihre Heere, denn sie blickten zu mir auf, als könne ich sie aus ihren Bedrängnissen befreien.“ (Mormon 5:1).

Mich reute der Eid, den ich geleistet hatte, dass ich ihnen nicht mehr beistehen würde. Vor gut zehn Jahren hatte sich Mormon aufgrund der Schlechtigkeit seines Volkes, dazu entschieden, nicht mehr ihr Befehlshaber und Führer zu sein (Mormon 3:11). Nun allerdings, wie er als `müßiger Zeuge´ (Mormon 3:16) zusehen musste, wie die Lamaniten sein Volk niedermetzelten (Mormon 4:23), konnte er dies in seinem Innersten nicht ertragen und übernahm abermals den Befehl über ihre Heere.

Explizit berichtet uns Mormon vorher nicht von einem Eid, den er geleistet habe, nicht mehr der Heerführer und Führer der Nephiten zu sein. Einzig könnte man dies indirekt aus Mormon 3:16 herauslesen, wo er schreibt, dass er dies tat, weil der Herr es ihm geboten hatte. Ich kann mir natürlich vorstellen, welch Schmerz in seinem Herzen brannte, untätig zusehen zu müssen, wie sein Volk vernichtet wurde. Zudem `blickten sie zu ihm auf´ in der Meinung, dass nur er ihr Retter sein könnte. Ich stelle mir vor, wie ein Haustier flehentlich zu einem aufschaut, um ein Leckerli zu bekommen. Da wird einem das Herz doch auch unweigerlich weich und man beachtet den vorher gefassten Entschluss, ihm keines zu geben, nicht mehr.

Wie ergeht es dir, wenn du einen einmal rational gefassten Entschluss bereust, und dich, aufgrund überkommender Emotionen, nicht mehr an ihn halten willst?

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Darum ging ich zum Hügel Schim und nahm alle Aufzeichnungen an mich

6. Juni 2020, 05:12am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Das Wasser versickert im Sand
(Bild: Quelle)

Mormon berichtet, wie die Lamaniten in einem schweren Kampf das Land Verwüstung (Desolation) mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt (City of Desolation) einnahmen, im zweiten Anlauf auch die Stadt Boas (Boaz), wobei sie die Frauen und Kinder als Götzenopfer darbrachten, während andere Nephiten fliehen konnten (siehe Lagekarte; Mormon 4:19-22). „Und nun sah ich, Mormon, dass die Lamaniten daran waren, das Land zu Fall zu bringen; darum ging ich zum Hügel Schim und nahm alle Aufzeichnungen an mich, die Ammaron für den Herrn verborgen hatte.“ (Mormon 4:23).

Darum ging ich zum Hügel Schim und nahm alle Aufzeichnungen an mich. Wie man aus der Lagekarte ersehen kann, lagen die Orte der Kämpfe nicht allzu weit entfernt von dem Ort Schim, in dem die heiligen Dinge und Aufzeichnungen der Nephiten von Ammaron, einem nephitischen Propheten, verborgen waren. Nachdem Mormon den Untergang der Nephiten vor Augen hatte, kam er dem Auftrag nach, den Ammaron ihm vor etwa fünfzig Jahren erteilt hatte (Mormon 1:2-4), und nahm alles an sich.

Was lerne ich nun wieder von Mormon? Um die fünfzig Jahre war es her, dass Ammaron mit Mormon über den Auftrag gesprochen hatte und Mormon hatte das Volk viele Jahre im Krieg gegen die Lamaniten angeführt und er hat sie im Namen des Herrn unermüdlich zur Umkehr aufgerufen (Mormon 3:2), bis der Herr ihn davon quasi entbunden hatte und er auch die Heeresleitung aufgab (Mormon 3:15-16). Nach all dem, was Mormon all die Jahre um die Ohren hatte, hat er den richtigen Zeitpunkt erwischt, und sich des Auftrages erinnert und ihn erfüllt. Denke ich nach so vielen Jahren, an einen Auftrag, der mir im Namen des Herrn erteilt wurde, und führe ihn treu aus, oder `verläuft die Sache eher im Sand´, wie Wasser nutzlos im Sand versickert? Oftmals ist es doch so, dass ich an gerade erst erteilte Aufträge immer wieder erinnert werden muss, dass ich sie erfülle. Ich muss mich laufend meiner Aufträge erinnern und mich fragen, arbeite ich an ihnen?

Welcher kirchliche Auftrag wurde dir vor kurzem erteilt? Hast du ihn glaubenstreu erfüllt? Und welcher Auftrag wurde dir vor fünfzig Jahren erteilt?

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Von dieser Zeit an gewannen die Nephiten keine Macht mehr über die Lamaniten

5. Juni 2020, 04:33am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Etwa sieben weitere Jahre hatten die Nephiten nun nochmals Ruhe vor den Lamaniten, aber dann 375 n. Chr.: „Und in diesem Jahr kamen sie mit all ihren Kräften gegen die Nephiten herab; und wegen ihrer großen Anzahl wurden sie nicht gezählt. 18  Und von dieser Zeit an gewannen die Nephiten keine Macht mehr über die Lamaniten, sondern fingen an, von ihnen hinweggefegt zu werden so wie der Tau vor der Sonne.“ (Mormon 4:17-18).

Von dieser Zeit an gewannen die Nephiten keine Macht mehr über die Lamaniten. Warum? Der Herr hatte dem Volk Gelegenheit zur Umkehr gegeben, aber die Nephiten dachten gar nicht dran, ganz im Gegenteil, sie verhärteten ihr Herz gegen den Herrn (Mormon 3:3).

Auf meinen geistigen Bereich übertragen, lerne ich daraus, dass ich den ständigen Einladungen unserer lebenden Propheten und Apostel und auch unserer weiteren durch den Herrn ordinierten Amtsträger in der Kirche seines Sohnes, Beachtung schenken muss, sie persönlich nehmen darf, und ihnen nachkommen sollte, wenn ich nicht Gefahr laufen will, dass der Feind, Satan, mit all seinen unzähligen Kräften, über mich herzufallen, um mich mit Leichtigkeit bezwingen zu können. Ich weiß mit Bestimmtheit, dass unser uns liebender Vater im Himmel uns himmlische Heerscharen schicken würde, wenn wir es nur wollten und bräuchten, um uns gegen Satan erfolgreich zur Wehr setzen zu können. Ich denke an die Begebenheit mit dem Propheten Elischa und seinem Diener Dotan. Elischa offenbarte dem König von Israel, wo sich sein Feind, der König von Aram mit seinen Truppen, hinbewegen würde, um ihn zu schlagen. Der König Israels konnte aufgrund dessen die entsprechenden Stellen meiden und der Aramäer dachte, dass irgendwer in seinen eigenen Reihen ein Verräter sei. Eines Tages allerdings wusste er, wo er auf die Israeliten treffen konnte und umstellte sie mit einem großen Heer. Als der Diener Elischas dies sah, bekam er große Furcht. Elischa aber sagte ihm, „… Fürchte dich nicht! Bei uns sind mehr als bei ihnen. 17 Dann betete Elischa: HERR, öffne ihm die Augen, damit er sieht! Und der HERR öffnete dem Diener die Augen: Er sah den Berg rings um Elischa voll von feurigen Pferden und Wagen.“ (2. Könige 6:17). So bin ich überzeugt, dass der Herr uns ein riesiges Heer zur Seite stellen kann, große Kraft verleihen kann, in unserm Kampf gegen die Anfechtungen Satans, wenn wir nur auf Seiner Seite bleiben und nicht unser Herz gegen ihn verhärten würden.

Was machst du, wenn du meinst, von einer bösen vermeintlichen Übermacht bezwungen zu werden?

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Und brachten sie ihren Götzengöttern als Opfer dar

4. Juni 2020, 04:39am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Die Sonnenpyramide in Teotihuacán
(Bild: Quelle)

Was weiter geschah schildert Mormon nun: „Und es begab sich: Die Lamaniten nahmen die Stadt Verwüstung in Besitz, und zwar, weil ihre Anzahl die Anzahl der Nephiten übertraf. 14 Und sie marschierten auch gegen die Stadt Teankum vor und jagten die Einwohner daraus fort und machten viele Gefangene, sowohl Frauen als auch Kinder, und brachten sie ihren Götzengöttern als Opfer dar.“ (Mormon4:13-14).

Und brachten sie ihren Götzengöttern als Opfer dar. Die Vernichtung der Nephiten nimmt ihren Verlauf. Sie hatten volle Kenntnis vom Evangelium von Jesus Christus, haben sich aber wissentlich von ihm und seiner errettenden Macht abgewandt, sind nicht dem Ruf Mormons Umkehr zu üben gefolgt, und haben sich somit selber dem Niedergang geweiht. Überall in der Geschichte treffen wir auf solche Beispiele. Ich denke nur an Mose, der eine sehr lange Zeit seinem Volk im Namen des Herrn Umkehr predigte (1. Petrus 3:20; Köstliche Perle Mose 8:19-24). Das Volk war verstockt und verhöhnte ihn und gab sich damit selber der Zerstörung preis. Wie lernen wir aus der Schrift: „Denn es ist unmöglich, jene, die einmal erleuchtet worden sind, die von der himmlischen Gabe genossen und Anteil am Heiligen Geist empfangen haben, 5 die das gute Wort Gottes und die Kräfte der kommenden Weltzeit gekostet haben, 6 dann aber abgefallen sind, erneut zur Umkehr zu bringen; da sie den Sohn Gottes noch einmal für sich ans Kreuz schlagen und zum Gespött machen.“ (Hebräer 6:4-6).

Der Herr ließ es zu, dass die verstockten Nephiten durch die Lamaniten gezüchtigt wurden, ja bis zu grausamen Götzenopfern. Kürzlich habe ich eine Dokumentation über mesoamerikanische Völker und Städte gesehen. In ihr ging es um eine riesige Stadt in Mesoamerika, wenige Kilometer nordöstlich Mexiko-Stadt. Ihr Name: Teotihuacán (Bedeutung: Wo Menschen Götter wurden), um die 150.000 Einwohner, ca. 200 n. Chr. wurde eine Sonnenpyramide, zweitgrößtes Bauwerk im vorspanischen Mittelamerika, errichtet. Die Herrscher von Teotihuacán führten Kriege, um Menschenopfer darbringen zu können (mehr siehe hier). Schauplatz also die Gegend, in der sich wohl auch die Nephiten und Lamaniten zur selben Zeit aufhielten und sie zu Götzenopfern wurden (siehe auch Mormon 4:15,21). Ich lerne, dass ich mich davor hüten muss, nachdem ich die Wahrheit des Evangeliums von Jesus Christus kennengelernt habe, von diesem Weg des Glaubens und der Bündnisse wissentlich abzuweichen, und mein Herz gegen den Herrn zu verhärten, weil ich dadurch `den Sohn Gottes noch einmal für mich ans Kreuz schlage und zum Gespött mache`. Ich würde mich dadurch auch der Vernichtung preisgeben. Das sei ferne von mir.

Was unternimmst du, um nicht wissentlich gegen deine Bündnisse mit dem Herrn zu verstoßen?

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Niemals hatte es so große Schlechtigkeit unter all den Kindern Lehis gegeben

3. Juni 2020, 04:13am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Wir erfahren weiter: „Und niemals hatte es so große Schlechtigkeit unter all den Kindern Lehis gegeben, ja, nicht einmal im ganzen Haus Israel, gemäß den Worten des Herrn, wie unter diesem Volk.“ (Mormon 4:12).

Niemals hatte es so große Schlechtigkeit unter all den Kindern Lehis gegeben. Mormon lässt uns wissen, wie schlecht das Volk Nephi geworden ist.

Mormon sagt, dass es solche Schlechtigkeit `nicht einmal im ganzen Haus Israel´ gegeben haben soll. Wenn ich allerdings an die Begebenheit während der drei Tage der Finsternis, in Zusammenhang mit dem Tod Jesu denke, frage ich mich, welche Zustände herrschten kurz davor. Uns wird z. B. davon berichtet, dass während dieser Finsternis auf dem amerikanischen Kontinent, das Antlitz der Erde durch Naturkatastrophen unvorstellbaren Ausmaßes verändert wurde (3. Nephi 8:12,17). Während dieser Finsternis verkündete die Stimme Christi, die überall auf dem Antlitz dieses Landes zu hören war: „… jene große Stadt Jakobugat, die vom Volk des Königs Jakob bewohnt war, habe ich mit Feuer verbrennen lassen wegen seiner Sünden und seiner Schlechtigkeit, die größer war als alle Schlechtigkeit der ganzen Erde …“ - dieser König Jakob war ein Anführer einer geheimen Verbindung und Jakobugat die Stadt seiner Anhänger (3. Nephi 7:9-11; 3. Nephi 9:9).

Welche Begebenheiten an Zerstörungen, die der Herr aufgrund großer Schlechtigkeit über die Menschheit zuließ, fallen dir noch ein?

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Jedes Herz war verstockt, sodass sie sich beständig an Blutvergießen erfreuten

2. Juni 2020, 04:43am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Wir erfahren von Mormon: „Und es ist unmöglich, dass die Zunge es schildern oder dass der Mensch eine vollkommene Schilderung der grausigen Bilder von Blut und Gemetzel niederschreiben kann, die es unter dem Volk gab, sowohl bei den Nephiten als auch bei den Lamaniten; und jedes Herz war verstockt, sodass sie sich beständig an Blutvergießen erfreuten.“ (Mormon 4:11).

Jedes Herz war verstockt, sodass sie sich beständig an Blutvergießen erfreuten. Für mich jedenfalls unvorstellbar, die Grausamkeit, die dort unter den Völkern herrschte.

Verstockt sein bedeutet so viel wie `besonders stark uneinsichtig zu sein´. Mormon hatte ja all seine Kraft darein gesetzt, das Volk Nephi dazu zu bewegen, Umkehr zu üben, und ihnen sicherlich auch die Gründe dafür erklärt. Aber, das Volk war besonders uneinsichtig gegenüber seiner Aufforderung, die Gott ihm aufgetragen hatte (Mormon 3:2). Was mit denen, die so besonders uneinsichtig gegenüber der liebevollen Aufforderung Gottes, das Sühnopfer Jesu anzunehmen, durch Glauben, Umkehr, Taufe und darin Ausharren bis ans Ende des Erdendaseins, passiert, wird uns auch in den Schriften gesagt. Als Paulus, der in der Synagoge in Ephesus freimütig das Evangelium von Jesus Christus lehrte, und die Zuhörer, Juden, wie Griechen, vom Reich Gottes zu überzeugen versuchte, waren einige von ihnen verstockt, und widersetzten sich der Lehre. Die Folge, er trennte sich von ihnen und lehrte an anderer Stelle (Apostelgeschichte 19:9). Wenn ich also `besonders uneinsichtig´ bin, werde ich von weiterem Fortschritt ausgeschlossen sein. Das führt im Endeffekt dazu, dass ich nicht erlöst werden kann.

Wie verhältst du dich gegenüber jemandem, der sich gegenüber guten Argumenten `besonders stark uneinsichtig zeigt´?

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Sondern verharrten beständig in ihrer Schlechtigkeit

1. Juni 2020, 04:29am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Wir erfahren, dass in den Kämpfen zwischen Nephiten und Lamaniten auf beiden Seiten Tausende gefallen sind (Mormon 4:9). „Und es begab sich: Das dreihundertsechsundsechzigste Jahr war vergangen, und die Lamaniten kamen abermals zum Kampf über die Nephiten; und doch kehrten die Nephiten nicht von dem Bösen um, was sie getan hatten, sondern verharrten beständig in ihrer Schlechtigkeit.“ (Mormon 4:10).

Sondern verharrten beständig in ihrer Schlechtigkeit. Ein erneuter Angriff der Lamaniten konnte die Nephiten nicht dazu bewegen, Umkehr zu üben, sich wieder dem Herrn zuzuwenden und auf seine Unterstützung zu hoffen.

Eine schlimme Situation, beständig in seiner Schlechtigkeit zu verharren. Die Nephiten sind eindeutig auf dem besten Weg, Feinde Gottes zu werden, sie denken gar nicht daran, von ihren Sünden abzulassen und sich dem Herrn wieder zuzuwenden. Ich muss mir im Klaren darüber werden, wenn ich auch so, wie die Nephiten zu diesem Zeitpunkt, in meinen Sünden verharre, werde auch ich ein Feind Gottes. Was das bedeutet? Es wäre für mich so, als wenn keine Erlösung vollbracht worden wäre, ich wäre ein Verbündeter Satans, der ebenfalls ein Feind Gottes ist (Mosia 16:5; Moroni 7:12). Sollte ich also nicht Umkehr üben, und als Feind Gottes sterben, werde ich der Gerechtigkeit ausgeliefert sein. Ein lebendiges Bewusstsein meiner Schuld wird mich ewiglich begleiten, was sich als unauslöschliches Feuer auswirkt (Mosia 2:38). Für mich könnte die Barmherzigkeit nicht greifen (Mosia 2:39). Ich bin dankbar für das Gebet König Benjamins, dass ich doch zu dem Bewusstsein erwache, wie furchtbar die Lage ist, in die man sich in solchem Fall bringt (Mosia 2:40).

Du kennst den Wunsch deines Freundes, z. B. zu einem Festtag: „Bleib wie du bist“. Ist das erstrebenswert? Was passiert mit dir, wenn du beständig in einer Situation verharrst?

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Prahlten sie abermals mit ihrer eigenen Stärke

31. Mai 2020, 06:23am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Prahlen und Protzen
(Bild: Quelle)

Wir erfahren von Mormon, dass die Lamaniten auch gegen die Stadt Teankum vorgingen (Mormon 4:6-7), allerdings: „Und es begab sich: Sie wurden von den Nephiten zurückgeschlagen und verjagt. Und als die Nephiten sahen, dass sie die Lamaniten verjagt hatten, prahlten sie abermals mit ihrer eigenen Stärke; und sie gingen mit ihrer eigenen Macht hin und nahmen die Stadt Verwüstung wieder in Besitz.“ (Mormon 4:8).

Prahlten sie abermals mit ihrer eigenen Stärke. Im Vers 7 erfahren wir, dass die Lamaniten die Stadt Teankum an der westlichen See (siehe Lagekarte) einnehmen wollten, aber die Nephiten konnten ihren Angriff abwehren und de Lamaniten sogar verjagen. Das brachte wieder ein Gefühl der eigenen Überlegenheit auf und sie prahlten, wie schon vor einiger Zeit, mit ihrer eigenen Stärke (Mormon 3:9). Nicht berücksichtigend, auf wessen Stärke sie bauen sollten, gingen sie nun auch, sich auf ihre eigene Stärke verlassend, gegen die südlich von Teankum gelegene Stadt Verwüstung (Desolation) vor (siehe Lagekarte) und eroberten sie zurück.

Wenn man erfolgreich gewesen ist, fällt es einem doch so leicht, von seiner eigenen Stärke so überzeugt zu sein, dass man meint, alles gelinge einem, ohne die Hilfe eines Anderen. Man wird selbstgefällig, selbstherrlich, arrogant, ist von sich selbst eingenommen, und prahlt mit seiner eigenen Stärke. Das mag eine Zeitlang gut gehen, aber irgendwann nervt man damit seine Mitmenschen. Jedoch das Schlimmste, wir schließen denjenigen aus, der uns unsere Erfolge grundsätzlich erst ermöglicht, Gott. Damit will ich nicht sagen, dass wir ein gesundes Maß an Selbstvertrauen brauchen, aber immer verbunden mit Dankbarkeit gegenüber unserem Schöpfer, wohl wissend, dass er uns unsere Gaben zuteilt, und wir sie richtig nutzen, insbesondere zum Segen anderer, und ausbauen sollen (1. Korinther 12:8-11; Lehre und Bündnisse 46:11,26).

Wie fühlst du dich, und wie reagierst du, wenn du eine großartige Leistung vollbracht hast?

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Es ist durch die Schlechten, dass die Schlechten bestraft werden

30. Mai 2020, 04:38am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Was mit den schlechten Menschen passiert, lässt uns Mormon in diesem Vers wissen: „Aber siehe, die Strafgerichte Gottes ereilen die Schlechten, und es ist durch die Schlechten, dass die Schlechten bestraft werden; denn es sind die Schlechten, die den Menschenkindern das Herz zum Blutvergießen aufstacheln.“ (Mormon 4:5).

Es ist durch die Schlechten, dass die Schlechten bestraft werden. Mormon stellt hier in diesem Vers klar, wer durch wen bestraft werden wird.

Ich verstehe dies so, dass das Strafgericht Gottes an den Übertretern, durch andere Übertreter ausgeübt werden wird. Diejenigen, die sich wissentlich gegen den Herrn stellen, sind es, die andere zu Kriegen und Blutvergießen anstiften. Diese Aussage finde ich durch eine Aussage Nephis, des Sohnes Lehis, bestätigt. Der Herr hatte ihm gesagt: „… nachdem ich den Überrest des Hauses Israel heimgesucht habe – und dieser Überrest, von dem ich spreche, sind die Nachkommen deines Vaters – nachdem ich sie also mit Strafgericht heimgesucht und durch die Hand der Anderen geschlagen habe …“ (1. Nephi 13:34). Eine entsprechende Aussage finde ich auch in der Bibel. Weil sich das Haus Juda vom Herrn abwandte und andere Götter anbetete, kam der Zorn Gottes über Juda und Jerusalem. Secharja Ben-Jojada hielt dem Volk seine Vergehen gegen den Herrn vor und wurde von diesem gesteinigt. Im Sterben rief dieser noch aus, dass der Herr die Missetat vergelten würde. Ein Heer der Syrer vollzog dann das Strafgericht Gottes (2. Chronik 24:18-24; neue Evangelische Übersetzung). Der Herr führt also das Strafgericht nicht selber aus, sondern der schlechte Mensch verleitet andere schlechte Menschen dazu, Leid über jene zu bringen, die des Strafgerichtes schuldig sind. So erkläre ich mir, dass all die Kriege in alter, wie in neuer Zeit, Strafgerichte des Herrn sind, die durch schlechte Menschen an anderen Sündern ausgeführt wurden bzw. werden.

Wie verstehst du diese Aussage Mormons?

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Wenn das nicht geschehen wäre, hätten die Lamaniten keine Macht über sie haben können

29. Mai 2020, 05:28am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Mormon teilt uns den Grund für die Niederlage der Nephiten mit: „Und weil die Heere der Nephiten zu den Lamaniten hinaufgezogen waren, geschah es, dass sie anfingen, geschlagen zu werden; denn wenn das nicht geschehen wäre, hätten die Lamaniten keine Macht über sie haben können.“ (Mormon 4:4).

Wenn das nicht geschehen wäre, hätten die Lamaniten keine Macht über sie haben können. Gestern hatte ich vor meinen Blogbeitrag die Frage gestellt: Was würdest du unternehmen, wenn du dich einer bösen Übermacht gegenüber sehen würdest, und was könntest du vorbeugend tun, um eine solche Situation überhaupt zu vermeiden? Genau diese Problematik beleuchtet nun Mormon.

Die Nephiten haben diese Situation durch eigenes Fehlverhalten herbeigeführt. Sie wurden überheblich. Und zwar, weil sie übersehen hatten, dass der Herr ihnen dreimal den Rücken gegen die Lamaniten gestärkt hatte (Mormon 3:13). Zudem folgten sie nicht dem Aufruf durch Mormon, Umkehr zu üben (Mormon 3:2). Auch von mir und dir und allen Enden der Welt wünschte sich Mormon, dass wir von unserem Fehlverhalten umkehren würden (Mormon 3:22). Umkehr, insbesondere von schweren Sünden, zu üben, ist meist mit viel Pein verbunden. Zunächst merkt man, dass man irgendwo zwischen den Stühlen sitzt, und meint, dass man leicht zweier Herren Diener sein kann. Aber dieses Gefühl dauert nicht lange an und man fängt an zu zerbrechen (Matthäus 6:24). Wenn man dann nicht `die Reißleine zieht´, eine Notfallmaßnahme einleitet, den Fallschirm auslöst, begibt man sich in Gefahr, das ewige Leben in der Gegenwart Gottes zu verspielen. Man ist dann in der gleichen Situation wie die Lamaniten, vernichtet zu werden – und einer frohlockt, Satan.

Denk mal über eine Situation nach, in der du schon mal die `Reißleine ziehen´ musstest. Wie hast du dich vorher gefühlt, und wie nachher?

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