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Glaubensansichten

Gesegnet sei, der die Erde durch seine Kraft macht

20. August 2022, 04:10am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

The Dead Sea Scrolls - Psalms
(Bild: Quelle; Screeshot)

„Gesegnet sei, der die Erde durch seine Kraft macht und die Welt in seiner Weisheit errichtet.“ (aus der DJD-Ausgabe von James Sanders: 11 Q Psa 26:13-14).

Gesegnet sei, der die Erde durch seine Kraft macht. Dieser Vers befindet sich nicht in unseren kanonisierten Psalmen. Woher stammt er dann? Wir werfen einen Blick auf Menschen des Altertums, vor ca. 2000 Jahren, auf die Gemeinde Qumran an den Ufern des Toten Meeres im alten Israel. 1947 begann die Entdeckung der Schriftrollen vom Toten Meer. In diesen Rollen werden Psalmen wiedergegeben, die nicht in der Heiligen Schrift aufgezeichnet sind. Die Qumran-Essener kopierten ein Buch des Alten Testamentes auf eine Rolle aus Tierhaut oder Pergament und bewahrten diese zweieinhalb Jahrhunderte auf. Die so bis jetzt gefundenen Rollen enthalten 36 Kopien von Psalmen. Von denen sind mindestens 8 nicht in der Bibel kanonisiert. Einer dieser Psalmen ist „The Hymn to the Creator“ (siehe hier).

Wie wunderbar der Schreiber in diesem Psalm doch die Größe unseres Schöpfers beschreibt (maschinelle Übersetzung aus dem Englischen; Quelle hier):

9 Groß und heilig ist der Herr, der Heiligste für jede Generation.
9-10 Majestät geht ihm voraus, und ihm folgt das Rauschen vieler Wasser.
10-11 Gnade und Wahrheit umgeben seine Gegenwart; Wahrheit und Recht und Gerechtigkeit sind die Grundlage seines Throns.
11-12 Durch das Wissen seines Geistes trennte er das Licht von der tiefen Finsternis und begründete die Morgendämmerung.
12 Als all seine Engel es sahen, sangen sie laut, denn er zeigte ihnen, was sie nicht gewusst hatten:
13 Krönte die Hügel mit Früchten, gute Nahrung für jedes Lebewesen.
13-14 Gesegnet sei, der die Erde durch seine Kraft macht und die Welt in seiner Weisheit errichtet.
14-15 Durch seinen Verstand breitete er die Himmel aus und brachte [Wind] aus seinen Lagerhäusern hervor.
15 Er machte [Blitze für den Regen] und ließ Nebel [vom] Ende [der Erde] aufsteigen.

Ich lerne, die Bibel ist kein `abgeschlossenes Werk´ Heiliger Schriften. Viele Schriften sind in der Bibel nicht vorhanden (1. Nephi 13:40), aber archäologische Funde bringen immer weitere Heilige Schrift zutage. Nicht alleine das, auch offenbart der Herr heute noch seinen berufenen Aposteln und Propheten weitere `Geheimnisse Gottes´ unsere Tage betreffend (Amos 3:7; lies auch gerne hier).

Was weist du über die `Qumranrollen´?

findechristus.org

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Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer

19. August 2022, 05:27am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Gott schaut hernieder vom Himmel aus nach den Menschenkindern, um zu sehn, ob da sei ein Verständiger, einer, der nach Gott fragt. 4  Doch alle sind sie abgefallen, insgesamt entartet; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“ (Psalmen 53:3-4).

Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Bei diesem Psalm handelt es sich um ein Lehrgedicht, eine Unterweisung Davids bezüglich der Torheit der Gottesleugner. Schon im Psalm 14 spricht David, wie in diesem Psalm 53, von Toren – in diesem Kontext wohl ein in Glaubensfragen schwacher, irrender Mensch; ein Ungläubiger, ein Gotteslästerer – die behaupten, dass es keinen Gott gäbe, deren Tun verderbt und abscheulich ist. Beide Psalmen haben denselben Inhalt. Warum diese Duplizität?

Wenn etwas wiederholt wird, dann muss es sich wohl um einen wichtigen Grundsatz handeln. Zum zweiten Mal wird uns hier fast mit den gleichen Worten die Verderbtheit des Menschen vor Augen gehalten. Einerseits kann mir das den Mut nehmen, mich überhaupt anzustrengen, Glauben an Gott auszuüben, es gibt ja sowieso niemanden, nicht einen, der Gutes tut. Welchen Sinn hätten dann meine Anstrengungen. In diesen Fällen hat der Herr es zugelassen, dass Menschen sich ausrotteten, bzw. umkommen (beispielhaft 1. Mose 6:17). Danach hatten Nachfolgende wieder die Chance sich für das Gute zu entscheiden, was ihnen ansonsten unmöglich gewesen wäre, da es nur noch das Böse gegeben hätte. Oder der Herr hat die Rechtschaffenen von der Erde in seine Gegenwart aufgehoben, sodass sie dem Schlechten nicht mehr ausgesetzt waren (Henoch und sein Volk; Köstliche Perle Mose 7:21,69). Ich lerne, `Gott schaut auf uns Menschenkinder´, ob es jemanden gibt, der verständig ist und nach ihm fragt. Ich brauche mir von Satan keine Bange machen zu lassen!

An welche Zeiten auf Erden denkst du, in denen es tatsächlich niemanden gab, der Gutes tat, auch nicht einen?

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Du hältst mich fest bei meiner rechten Hand

19. August 2022, 05:06am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Illustration of Psalm 27, Utrecht Psalter, 9th century
(Bild: Quelle)

Doch nein, ich bleibe stets mit dir verbunden, du hältst mich fest bei meiner rechten Hand; 24  du leitest mich nach deinem Ratschluß und nimmst mich endlich auf in die Herrlichkeit**).“ (Psalmen 73:23-24).

Du hältst mich fest bei meiner rechten Hand. Dies ist ein Psalm, der Asaph (auch Asaf) zugeschrieben wird, einem Levit aus dem Geschlecht Gerschom. Er war der Stammvater einer Gilde der Tempelmusiker (1. Chronik 15:19). Dieser Psalm 73 eröffnet das dritte Buch von fünf Büchern der Psalmen. Die ersten beiden Bücher beginnen damit, zwei Arten der Lebensführung zu erklären: gottesfürchtig und gottlos. Das dritte Buch beginnt mit der Gegenüberstellung von zwei Lebenszielen: die Welt gewinnen oder das wahre Leben gewinnen. Auch hier grübelt der Autor wieder, warum es den Bösen gut geht, und ist neidisch auf deren Erfolg und fast geneigt, es ihnen gleichzutun. (Psalmen 73:3–9).

Nun stellt sich die Frage, warum der Psalmist davon spricht, dass der Herr ihn `fest bei seiner rechten Hand´ hält. Ähnliches finden wir in vielen Passagen der Psalmen (beispielhaft Psalm 139:10). Der heute oben zitierte Vers beschreibt in ähnlicher Weise den Psalmisten, der nach Einsicht seiner Torheit dem Herrn in einen heiligen Raum folgt, während er die Hand des Herrn ergreift: „aber ich bin doch beständig bei dir, du hast meine Rechte ergriffen. 24 Du leitest mich nach deinem Ratschluss, danach nimmst du mich auf in Herrlichkeit“. (Einheitsübersetzung). Gelehrte sind der Auffassung, dass dieser göttliche Händedruck ein altes Tempelritual gewesen sein könnte, bei dem ein Tempelpriester als Stellvertreter des Herrn auftrat. Wenn jemand in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen werden soll, wird dieser durch einen geteilten Schleier in das Heiligste eintreten. Dies geschieht in dem der Herr dessen rechte Hand ergreift und ihn zu sich empor zieht, wie in der `Illustration of Psalm 27´ des Utrecht Psalter (siehe Bild oben) dargestellt. Ich lerne, eine ähnliche Situation gibt es auch in unseren heutigen Tempeln. In dieser Geste drückt sich die unendlich große Liebe unseres Retters uns gegenüber aus, der sich nichts sehnlicher wünscht, als uns wieder in seiner Gegenwart zu haben, so wie sich Eltern freuen, wenn sie ihr geliebtes Kind nach sehr langer Zeit der Trennung wieder in ihre Arme schließen können.

Was hat es deiner Meinung nach bei einer Begrüßung mit dem Geben der rechten Hand auf sich?

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Lobsinget der Ehre seines Namens

18. August 2022, 05:34am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Singet dem Herrn ein neues Lied
(Bild: Quelle; Screenshot)

Lobsinget der Ehre seines Namens, macht seinen Lobpreis herrlich! 3  Sprechet zu Gott: „Wie wunderbar ist dein Walten! „Ob der Fülle deiner Macht huldigen dir sogar deine Feinde. 4  „Alle Lande müssen vor dir sich niederwerfen und dir lobsingen, „lobsingen deinem Namen!” Sela.“ (Psalmen 66:2-4).

Lobsinget der Ehre seines Namens. In diesem Psalm 66 ruft der Schreiber zum Lobpreis für Gottes Taten auf.

Ich denke, vielen ist in den Psalmen ein spezieller Begriff immer wieder begegnet, und sie werden sich gefragt haben, was es damit auf sich haben mag. Der Begriff lautet `Sela‘. Gelehrte sind sich nicht einig, was dieser Begriff bedeuten soll. Das New American Standard Hebrew Lexicon definiert das hebräische Wort (סֶֽלָה) als “to lift up; exalt.” (aufheben, erheben; erhöhen). Einige Wissenschaftler meinen, dass es sich, nachdem es hauptsächlich in den Psalmen benutzt wird, um eine `musikalische Notation‘ handeln könnte – das grafische Festhalten von musikalischen Parametern wie Tonhöhe, -dauer und -lautstärke in einer dazu entwickelten, im Wesentlichen aus Noten bestehenden Notenschrift. Wo dieser Begriff vorkommt, steht zu Beginn eines solchen Psalms jeweils der Hinweis: „Dem Musikmeister“. Andere meinen, es handele sich um ein Pausenzeichen – der Gesang wird unterbrochen und die Instrumente spielen weiter. In der frühesten griechischen Bibelübersetzung, der Septuaginta, wird er als `Unterbrechung‘ übersetzt (siehe hier). Ich lerne, die Psalmen wurden von den Israeliten meist von Musikinstrumenten begleitet gesungen. Warum gibt es dazu heute also nicht die Noten? Wohl, weil uns diese Musikart heute nicht in der Weise ansprechen würde, wie in der damaligen Zeit. So lesen wir die Psalmen heute überwiegend ohne musikalische Begleitung. Sehr wohl gibt es dennoch auch heute von Komponisten vertonte Psalmen, wie z. B. J. S. Bachs doppelchörige Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (Psalm 149 und 150; siehe auch hier).

Welche Deutung des Begriffes `Sela‘ ist dir bekannt?

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Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochner Geist

17. August 2022, 05:42am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

David mit Bathseba und ihrem Kind
(Bild: Quelle)

„Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn, wer stehen an seiner heiligen Stätte?“ (Psalmen 24:3).

Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn? Stellt sich zunächst die Frage, was ist mit dem `Berg des Herrn´ gemeint? Jesaja gibt uns eine Antwort: „Kommt, laßt uns zum Berge des HErrn hinaufziehen, zum Hause des Gottes Jakobs, …“. Der `Berg des Herrn´ ist im alten Testament also eine Bezeichnung für das `Haus Gottes´, das `Haus des Herrn´, den `Tempel´. Bevor es ein festes Bauwerk des Herrn gab, den Tempel zu Jerusalem, gab es eine mobile Version, die `Stiftshütte´ (Exodus 25). Ein Bestandteil war das `Allerheiligste´. Es durfte nur einmal jährlich vom Hohepriester betreten werden. Dort offenbarte sich ihm dann der Herr. Bevor Mose von seinen Priestern die Stiftshütte nach Bauanleitung des Herrn bauen ließ, erschien Gott seinen Propheten auf dem `Berg´ (beispielhaft: Exodus 19:20). So sagen gläubige Mitglieder der Kirche des Herrn oft auch heute noch, dass sie `zum Berg des Herrn gehen´, wenn sie in das `Haus des Herrn, heilig dem Herrn´, den `Tempel´ gehen.

Als Nächstes stellt sich die Frage aus dem obigen Vers: „Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn, wer stehen an seiner heiligen Stätte?“ Der nächste Vers des Psalmes gibt uns eine Andeutung: „Wer schuldlos ist an Händen und reinen Herzens, wer nie den Sinn auf Täuschung richtet, und wer nicht betrügerisch schwört:“ (Psalmen 24:4). Der derzeitige lebende Prophet und Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Russel M. Nelson, hat diesen Vorgang so formuliert: „Alle Bedingungen für das Betreten des Tempels haben etwas mit der eigenen Heiligkeit zu tun. Um die entsprechende Tauglichkeit zu beurteilen, werden mit jedem, der die Segnungen des Tempels genießen möchte, zwei Interviews geführt: das erste mit einem Bischof, einem Ratgeber des Bischofs oder einem Zweigpräsidenten, das zweite mit einem Pfahl- oder Missionspräsidenten oder einem seiner Ratgeber. Bei diesen Interviews werden einem mehrere Fragen gestellt.“ (siehe hier). Anschließend spricht er über die Punkte, die erfüllt sein müssen, um den `Berg´ besteigen zu dürfen. Ich lerne, damals, wie heute, müssen bestimmte Anforderungen, von demjenigen, der das `Haus des Herrn´ betreten möchte, erfüllt werden. Ich bin von tiefstem Herzen dankbar, dass wir in einer Zeit leben dürfen, in der jedem Menschen, der sich mit ganzem Herzen bemüht, entsprechend zu leben, die Möglichkeit gegeben wird, im Haus des Herrn Belehrungen zu empfangen, die ihm helfen werden, in die Gegenwart des Herrn zurückkehren zu können, wenn er nach ihnen lebt.

Was stellst du dir darunter vor, zum Berg des Herrn zu gehen?

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Mein Mund soll volle Weisheit reden

16. August 2022, 05:05am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Mein Mund soll volle Weisheit reden,und meines Herzens Sinnen soll höchste Einsicht sein:“ (Psalmen 49:4).

Mein Mund soll volle Weisheit reden. In der Einheitsübersetzung lautet der Vers für unser Verständnis etwas geschmeidiger: „Mein Mund spreche weise Worte; was mein Herz ersinnt, sei voller Einsicht.“ (Psalm 49:4). Fast die Hälfte der 150 uns übermittelten Psalmen stammen von David. Es handelt sich dabei um Gedichte oder Lieder, die beim Tempeldienst gesungen oder vorgetragen wurden. Der, dessen Verse wir heute betrachten, stammt von den Söhnen Korahs (auch Korach geschrieben). Mitglieder der Großfamilie Korahs „… hatten als Wächter den Dienst an den Schwellen des Zeltes zu besorgen. Ihre Väter waren im Lager des HERRN Wächter am Eingang gewesen.“ (1. Chronik 9:19; `Schwellenhüter´ in der Schlachter Übersetzung).

In diesem Psalm beschreibt der Dichter mit weisen und verständigen Worten die Vergänglichkeit des Menschen. Doch in Gott liegt die Erlösung. So gibt er uns folgenden weisen Rat: „Drum rege dich nicht auf, wenn jemand reich wird, wenn seines Hauses Herrlichkeit sich mehrt; 18  denn im Tode nimmt er das alles nicht mit: seine Herrlichkeit fährt nicht mit ihm hinab.“ (Psalmen 49:17-18). Wie schnell bin ich doch auf jemanden neidisch, dem alles Gute in den Schoß fällt, obwohl er dafür meinem Erachten nach nichts getan hat. Mir, der sich abrackert, geht es nicht so gut. Da fällt mir doch aber sofort das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus ein (Lukas 16:18-31). Und schon `rege ich mich nicht mehr auf´! Viel lieber bin ich dann doch auf Erden eher der `arme Lazarus´, aber dafür darf ich mich nach meinem Tod im `Schoße Abrahams´ wiederfinden, anstatt im `Hades´ qualvolle geistige Schmerzen erleiden zu müssen. Ich lerne, besser in diesem irdischen Dasein Beschwernisse erdulden, als mich in alle Ewigkeit zu grämen, auf Erden auf nichts verzichtet haben zu wollen. Wie heißt es doch in einem bekannten Sprichwort: „Das letzte Hemd hat keine Taschen“. Geistigen Reichtum hingegen, den kann ich mitnehmen. Aber auch die Anregung, dass mein Mund weise Worte sprechen soll, die mein Herz zuvor voller Einsicht ersonnen hat, ist eine starke Aufforderung für mich. Wie heißt es in dem Kontext so schön: „Vor Inbetriebnahme des Mundwerks bitte Gehirn einschalten."

Wie hältst du das mit dem Mundwerk und dem Gehirn?

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Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn?

13. August 2022, 03:45am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Mose am Berg des Herrn
(Bild: Quelle)

Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn, wer stehen an seiner heiligen Stätte?“ (Psalmen 24:3).

Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn? Stellt sich zunächst die Frage, was ist mit dem `Berg des Herrn´ gemeint? Jesaja gibt uns eine Antwort: „Kommt, laßt uns zum Berge des HErrn hinaufziehen, zum Hause des Gottes Jakobs, …“. Der `Berg des Herrn´ ist im alten Testament also eine Bezeichnung für das `Haus Gottes´, das `Haus des Herrn´, den `Tempel´. Bevor es ein festes Bauwerk des Herrn gab, den Tempel zu Jerusalem, gab es eine mobile Version, die `Stiftshütte´ (Exodus 25). Ein Bestandteil war das `Allerheiligste´. Es durfte nur einmal jährlich vom Hohepriester betreten werden. Dort offenbarte sich ihm dann der Herr. Bevor Mose von seinen Priestern die Stiftshütte nach Bauanleitung des Herrn bauen ließ, erschien Gott seinen Propheten auf dem `Berg´ (beispielhaft: Exodus 19:20). So sagen gläubige Mitglieder der Kirche des Herrn auch heute noch, dass sie `zum Berg des Herrn gehen´, wenn sie in das `Haus des Herrn, heilig dem Herrn´, den `Tempel´ gehen.

Als Nächstes stellt sich die Frage aus dem obigen Vers: „Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn, wer stehen an seiner heiligen Stätte?“ Der nächste Vers des Psalmes gibt uns eine Andeutung: „Wer schuldlos ist an Händen und reinen Herzens, wer nie den Sinn auf Täuschung richtet, und wer nicht betrügerisch schwört:“ (Psalmen 24:4). Der derzeitige lebende Prophet und Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Russel M. Nelson, hat diesen Vorgang so formuliert: „Alle Bedingungen für das Betreten des Tempels haben etwas mit der eigenen Heiligkeit zu tun. Um die entsprechende Tauglichkeit zu beurteilen, werden mit jedem, der die Segnungen des Tempels genießen möchte, zwei Interviews geführt: das erste mit einem Bischof, einem Ratgeber des Bischofs oder einem Zweigpräsidenten, das zweite mit einem Pfahl- oder Missionspräsidenten oder einem seiner Ratgeber. Bei diesen Interviews werden einem mehrere Fragen gestellt.“ Anschließend spricht er über die Punkte, die erfüllt sein müssen, um den `Berg´ besteigen zu dürfen (siehe hier). Ich lerne, damals, wie heute, müssen bestimmte Anforderungen, von demjenigen, der das `Haus des Herrn´ betreten möchte, erfüllt werden. Ich bin von tiefstem Herzen dankbar, dass wir in einer Zeit leben dürfen, in der jedem Menschen, der sich mit ganzem Herzen bemüht, entsprechend zu leben, die Möglichkeit gegeben wird, im Haus des Herrn Belehrungen zu empfangen, die ihm helfen werden, in seine Gegenwart zurückkehren zu können, wenn er nach ihnen lebt.

Was stellst du dir darunter vor, zum Berg des Herrn zu gehen?

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Der HErr ist mein Hirt: mir mangelt nichts

12. August 2022, 04:26am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Der HErr ist mein Hirt: mir mangelt nichts. 2  Auf grünen Auen läßt er mich lagern, zum Ruhplatz am Bache führt er mich.***) 3  Er erquickt meine Seele; er leitet mich auf rechten Pfaden um seines Namens willen. (Psalmen 23:1-3).

Der HErr ist mein Hirt: mir mangelt nichts. Dies ist wohl der bekannteste der 150 Psalmen, in ihm werden wir als Schafe bezeichnet. Seine Bilder wurzeln in der altorientalischen Viehzüchtergesellschaft – war doch David, der diesen Psalm verfasste, ein Hirtenjunge (Psalm 78_70-72). Welch eine Zusage, wir werden keinen Mangel leiden. Wie unendlich groß die Güte und Fürsorge, die der Herr uns da zusagt, und wie wunderbar die Aussicht, auf grünen Auen lagern zu dürfen. Die orientalischen Landschaften bestanden nur aus inselartigen Weideflächen. War eine Fläche abgeweidet, musste die Herde auf die nächste `grüne Au´ geführt werden. Die Wege zwischen den einzelnen grünen Auen waren meist gefährlich. Da kommt der nächste Vers ins Spiel: „Müßt’ ich auch wandern in finsterm Tal: ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir: dein Hirtenstab und dein Stecken, die sind mein Trost.“ (Psalmen 23:4). Hier kommt die Qualität unseres Hirten, Jesus Christus, zum Tragen. Auf der Wanderung durch das Tal unseres Erdendaseins führt er uns mit seinem Hirtenstab (nach meiner Interpretation durch seine Propheten) und seinem Stecken (nach meiner Interpretation durch sein Evangelium).

Jetzt wechselt der Psalmist das Bild von einem `guten Hirten´ zu einem `vornehmen Gastgeber´, der den Tisch vor unseren Feinden reichlich deckt, und uns sogar in der Weise ehrt, dass er unser Haupt mit Öl salbt. Dabei kommen mir die Salbung und der reichlich mit `geistigen Gaben´ gedeckte Tisch im Tempel in den Sinn (Psalmen 23:5). Im Vers 6 geht der Psalmist wohl nicht davon aus, dass wir dieses Leben ohne Leid durchwandern werden (siehe Vers 4). Ich verstehe es eher in der Weise, dass alles, was uns im Leben begegnet, unserer Entwicklung hin zu ewigem Leben, `einer langen Reihe von Tagen´, in der Gegenwart unseres `guten Hirten und Gastgebers´ dienen soll (und ist das nicht `Gutes´ und `Gnade´?). Ich lerne, wie unendlich ist doch die Liebe unseres `guten Hirten´, uns, seinen Schafen (Kindern) gegenüber, dass er dies alles für uns bereitet, damit wir nach unserer Wanderung in `finsterm Tal´, wieder in unsere himmlische Heimat zurückkehren können (Köstliche Perle Mose 1:39). Ich werde perfekt betreut von einem, dem ich voll vertrauen kann, von dem, der alles erschaffen hat, und der alles weiß, der sein Leben für seine Schafe hingibt (Johannes 10:11)!

Wie hat dein `Hirte´ dich schon durch `finsteres Tal´ geleitet?

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Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger

11. August 2022, 04:53am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Gigantisches schwarzes Loch
(Bild: Quelle)

Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du hergerichtet: — 5  was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und der Menschensohn, daß du ihn beachtest?! (Hebr. 2,6—9)“ (Psalmen 8:4-5).

Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger. Vor Jahrzehnten, in meiner Jugend, konnte ich nachts über mir den wunderbaren Sternenhimmel sehen. Als mein Vater gestorben war, sagte mir Mutti, dass einer davon Vati sei und auf uns herniederblicken und behüten würde. Ein schöner Gedanke war das. Heute, nachdem die Menschheit das All erkundet, sehen wir unwahrscheinliche Bilder unzähliger Planeten, Sterne, und mittendrin einen runden dunklen Fleck, ein schwarzes Nichts, von Licht umkreist, das in ihm verschluckt wird. Wir können es nicht begreifen, sehen staunend hin und denken: „Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger, …“.

Und dann kommt mir der Mensch in den Sinn, all das, wozu er schon imstande ist, das allerdings nichts ist im Vergleich zu dem, der alles erschaffen hat. Ich denke an mich und meine unbeschreibbare Unwissenheit, „was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und der Menschensohn, daß du ihn beachtest?!“ Dann werde ich daran erinnert, „Und doch hast du ihn nur wenig hinter die Gottheit**) gestellt, mit Herrlichkeit und Hoheit ihn gekrönt; 7  du hast ihm die Herrschaft verliehn über deiner Hände Werke, ja alles ihm unter die Füße gelegt:“ (Psalmen 8:6-9). Und da wird mir bewusst, wie sorglos wir Menschen heute mit dieser uns verliehenen Verantwortung umgehen: Lichtverschmutzung, unverantwortliche Ausbeutung der Erdschätze, Luftverschmutzung, Vermüllung der Erde und der Gewässer, Umgang der Menschheit miteinander … . Die Erde stöhnt unter uns: „Die Erde ist verwundbar, und wir sind Gott gegenüber dafür verantwortlich, wie wir sie behandeln und nutzen. Übermäßiger Konsum verunreinigt Gottes Meere, sträfliche Vergeudung färbt seine Luft schwarz. Die Schöpfung stöhnt unter der Last der Rücksichtslosigkeit und der Nachlässigkeit, die sich aus der armen Erde so wenig macht wie aus den Armen der Erde. Gott erwartet von uns, dass wir uns um seine glorreichen Schöpfungen kümmern, zu der auch alle seine Kinder zählen.“ (Quelle: „Die Schöpfung ehren heißt den Schöpfer ehren“). Ich lerne, ich muss staunend die Schöpfung bewundern, und mir der Verantwortung bewusst werden, die der Herr vertrauensvoll in unserer Menschenhände gelegt hat, ich muss mit aller Kraft in meinem Mikrokosmos dafür sorgen, dass uns diese Welt, die der Herr für uns geschaffen hat, erhalten bleibt, bis sie ihre Aufgabe erfüllt hat (Lehre und Bündnisse 88:19). Ich muss mir ständig vor Augen halten, was König David um die 1000 v. Chr. im Psalm 8 beschrieben hat: `Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger´.

Welchen Beitrag leistest du im Zusammenhang mit der Übertragung der Verantwortung für Gottes Schöpfung?

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Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

10. August 2022, 05:08am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Matth. 27,46; Mark. 15,34).Ach, fern von meiner Rettung bleiben die Worte meiner Klage!“ (Psalmen 22:2).

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Wem kommen diese Worte, die in dem zweiundzwanzigsten Psalm, um die 1000 v. Chr. von König David gesprochen wurden, nicht total bekannt vor? Wird hier nicht schon die messianische Botschaft spezifisch, bis hin zu den Worten, die der Herr am Ende seines Lebens aussprechen wird, vorhergesagt?

Diese Worte führen uns zum Tiefpunkt des Lebens Jesu, dem Tiefpunkt seiner Erfahrungen. In diesem Lebensabschnitt lastete das Gewicht der Sünde und der Schmerzen der gesamten Menschheit auf ihm. Im Matthäus 27:46 lesen wir: „Um die neunte Stunde aber rief Jesus mit lauter Stimme aus: „Eli, Eli, lema sabachthani?”, das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” (Ps. 22,2). Ich lerne, schon eintausend Jahre vor dem Eintreten, wurde wortwörtlich wiedergegeben, was der Herr in seinen letzten Minuten, bevor er sein Leben aus freien Stücken selber am Kreuz für uns Sünder hingeben würde, sagen würde. Ja, die messianische Botschaft in diesem Psalm geht noch weiter: „Doch ich bin ein Wurm**) und kein Mensch mehr, bin der Leute Hohn und verachtet vom Volk; 8  alle, die mich sehen, spotten mein (vgl. Matth. 27,39—43), reißen den Mund auf, schütteln den Kopf: 9  „Er werf’s auf den HErrn: der möge ihn befreien, „der möge ihn retten: er hat ja Wohlgefallen an ihm!” (vergleiche Matthäus 27:42-43). Was lese ich im Psalm 22:17? „… sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.“ Dass dies eingetreten ist, wird uns in Johannes 19:37 und Lukas 24:39-40 bestätigt. Und was wird im Psalm 22:19 vorhergesagt? „Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand (Matth. 27,35; Joh. 19,24)“. Die Erfüllung kennen wir auch. Sie wird in den beiden Klammerschriftstellen bestätigt. Sogar die letzten Worte in seinem irdischen Körper werden uns im Psalm 31:6 vorhergesagt, „In deine Hand befehl’ ich meinen Geist ...“. Die Erfüllung finde ich in Lukas 23:46.

Inwiefern stärken diese Aussagen im Psalm 22 dein Zeugnis vom Evangelium von Jesus Christus?

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