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Glaubensansichten
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Dass er Weisungen empfange, wie dieses Volk zu organisieren ist

26. Mai 2025, 05:12am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Hört auf mich, spricht der Herr, euer Gott, dann werde ich zu meinem Diener Edward Partridge sprechen und ihm Weisungen geben; denn es muss notwendigerweise sein, dass er Weisungen empfange, wie dieses Volk zu organisieren ist.” (Lehre und Bündnisse 51:1). 

Historie von Lehre und Bündnisse 51 

Im späten Frühjahr 1831 standen die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vor bedeutenden Herausforderungen, die tiefgreifende Offenbarungen erforderten. Nachdem die Heiligen auf Weisung des Herrn (LuB 37 und 38) ihre Heimat im Bundesstaat New York verlassen hatten, traf Mitte Mai 1831 eine Gruppe von über 60 Mitgliedern des sogenannten Zweigs Colesville unter der Leitung von Newel Knight nach einer strapaziösen Reise in Ohio ein. Diese Gruppe war eine von mehreren, die dem Gebot des Herrn folgten, sich in Ohio zu versammeln. Die Reise war beschwerlich: Witterungsbedingte Verzögerungen und eine unangenehme Überfahrt über den Eriesee, bei der viele seekrank wurden, stellten ihre Entschlossenheit auf eine harte Probe. In Fairport Harbor am Ufer des Eriesees angekommen, nur wenige Kilometer von Kirtland entfernt, erhielten sie die Anweisung, sich in der nahegelegenen Gemeinde Thompson niederzulassen. Dort hatte ein neuer Bekehrter namens Leman Copley angeboten, ihnen einen Teil seines Landes zur Verfügung zu stellen. 

Zu diesem Zeitpunkt war Edward Partridge erst seit wenigen Monaten als erster Bischof der Kirche eingesetzt worden – mit der Aufgabe, die zeitlichen Bedürfnisse der Heiligen zu organisieren und insbesondere die Grundsätze des Gesetzes der Weihung und der Treuhandschaft umzusetzen. Angesichts der plötzlich eintreffenden Flüchtlingsgruppe wandte sich Partridge hilfesuchend an den Propheten Joseph Smith. Am 20. Mai 1831 empfing Joseph daraufhin die Offenbarung, die heute als Abschnitt 51 im Buch Lehre und Bündnisse enthalten ist. Darin wies der Herr Bischof Partridge an, wie er das zeitliche Vermögen verwalten solle, insbesondere im Hinblick auf die gerechte Zuteilung von Grundstücken und Gütern auf Treuhandbasis. Jeder sollte gemäß seinen Bedürfnissen und Familienverhältnissen erhalten, während das, was übrig blieb, für die Bedürftigen aufbewahrt oder für künftige Zuwanderer bereitgehalten werden sollte. Diese Offenbarung stellte einen entscheidenden Moment im organisatorischen Aufbau der frühen Kirche dar, insbesondere im Hinblick auf das gelebte Gesetz der Weihung. 

Doch nur wenige Wochen später wurde das gesamte Siedlungsprojekt auf die Probe gestellt: Leman Copley, der anfangs sein Land großzügig zur Verfügung gestellt hatte, begann, seine Unterstützung zurückzuziehen und die Heiligen von seinem Land zu vertreiben. Diese plötzliche Wendung führte zu neuen Schwierigkeiten für die Mitglieder des Colesville-Zweigs, deren Situation ohnehin schon prekär war. Sie hatten ihre Heimat verlassen und waren auf das Wohlwollen anderer angewiesen – nun standen sie erneut ohne festen Wohnsitz da. Die Situation verdeutlichte nicht nur die physischen Herausforderungen der Ansiedlung, sondern auch die geistige und moralische Notwendigkeit, Offenbarung und Führung des Herrn zu suchen. 

Inmitten dieser Umstände fand vom 3. bis 6. Juni 1831 eine bedeutende Konferenz der Kirche in Kirtland statt. Während dieser Zusammenkunft wurden die ersten Hohen Priester in dieser Evangeliumszeit ordiniert, und der Prophet Joseph Smith hatte eine Vision von Gott dem Vater und Jesus Christus. Diese Konferenz markierte eine weitere Phase geistiger Ausrichtung und Vorbereitung der Führer auf die kommenden Aufgaben. Im Anschluss daran empfing Joseph Smith zwischen dem 6. und 15. Juni mehrere Offenbarungen (LuB 52 bis 56), die nicht nur spezifische Missionsaufrufe beinhalteten, sondern auch aufzeigten, wie der Herr seine Kirche weiter strukturieren wollte – unter anderem, indem er bestimmte Älteste nach Missouri entsandte, wo das Land des Erbteils verheißen war. 

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, den größeren geistigen Hintergrund zu verstehen: Zu dieser Zeit machten viele Mitglieder der jungen Kirche intensive spirituelle Erfahrungen, doch nicht alle dieser Manifestationen stammten vom Heiligen Geist. Berichte von ekstatischen Zuständen, unverständlichem Verhalten und selbsternannten Offenbarungen sorgten für Verwirrung unter den Gläubigen. Parley P. Pratt und Jared Carter etwa beschrieben, wie sie mit solchen falschen Geistern konfrontiert wurden. Joseph Smith empfing deshalb am 9. Mai 1831 die Offenbarung in L&B 50, um die Führer zu befähigen, zwischen wahren und falschen Geistern zu unterscheiden. Auch diese Lehre wurde bald angewandt – mit geistiger Kraft, aber auch mit Kosten: Jared Carter etwa verlor das Vertrauen vieler Mitglieder, nachdem er eine falsche geistige Manifestation öffentlich zurückgewiesen hatte. Doch ihm war die Bestätigung durch den Herrn wichtiger als menschliche Anerkennung. 

Im Rückblick zeigt sich, dass die Offenbarung in L&B 51 nicht isoliert betrachtet werden kann. Sie steht in engem Zusammenhang mit einer Zeit des Aufbruchs, der Prüfung und der Reifung – sowohl organisatorisch als auch geistig. Die Heiligen in Ohio waren Pioniere, nicht nur geografisch, sondern auch im Aufbau einer heiligen Gemeinschaft nach göttlichem Muster. Unter widrigsten Umständen versuchten sie, das Gesetz der Weihung umzusetzen, sich um Bedürftige zu kümmern und geistige Reinheit zu bewahren. Die Offenbarung an Bischof Partridge war dabei ein entscheidender Schritt auf diesem Weg – ein Versuch, Ordnung und Gerechtigkeit im zeitlichen Bereich herzustellen und gleichzeitig die Grundlage für das geistige Wachstum einer verheißenen Nation zu legen. 

Anwendung für heute 

Obwohl das Gesetz der Weihe heute nicht in derselben Form gelebt wird wie 1831, vermittelt L&B 51 zeitlose Prinzipien für das Leben als Jünger Jesu Christi: 

  • Verwaltung statt Besitzdenken: Alles, was wir haben – Zeit, Talente, Ressourcen – ist uns anvertraut, damit wir es zum Wohl anderer einsetzen. Wir sind Verwalter, nicht Eigentümer. 
  • Solidarität mit Bedürftigen: Der Herr ruft uns auf, füreinander zu sorgen. In einer Welt mit großen sozialen Unterschieden bleibt das Ideal christlicher Gleichheit und gegenseitiger Unterstützung hochaktuell. 
  • Ehrlichkeit im Umgang mit Ressourcen: Der Text betont Redlichkeit und Rechenschaft – sowohl im Geben als auch im Empfangen. Diese Haltung ist grundlegend für persönlichen und gemeinschaftlichen Fortschritt. 
  • Geistgeleitete Führung: Leiter in der Kirche und im Leben sollen nach dem Geist Gottes führen, mit Gebet, Weisheit und ohne Ansehen der Person – ein Prinzip, das überall dort gilt, wo Menschen Verantwortung tragen. 
  • Ordnung und Frieden in der Gemeinschaft: Das Reich Gottes wächst dort, wo Menschen in Einheit, Frieden und gegenseitigem Respekt handeln – in der Kirche, der Familie und der Gesellschaft. 

Diese Offenbarung erinnert daran, dass das Reich Gottes sowohl geistlich als auch praktisch gebaut wird – durch göttlich inspirierte Prinzipien, die in den Alltag hineinwirken. 

findechristus.org

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Was nicht erbaut, das ist nicht von Gott

24. Mai 2025, 04:59am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Und was nicht erbaut, das ist nicht von Gott, sondern ist Finsternis.” (Lehre und Bündnisse 50:23). 

Lehre und Bündnisse 50:15-22 

In diesen Versen spricht der Herr offen über eine Situation, in der einige Mitglieder der Kirche Geister oder spirituelle Eindrücke empfangen haben, die sie nicht verstanden – und trotzdem für göttlich hielten (V. 15). Er stellt die kritische Frage, ob sie darin wirklich gerechtfertigt sind, lässt die Antwort jedoch bewusst bei ihnen selbst (V. 16), und fügt mit Mitgefühl hinzu, dass er barmherzig sein wird – denn wer jetzt noch schwach ist, kann durch ihn gestärkt werden. 

In den folgenden Versen legt der Herr ein grundlegendes Prinzip geistiger Erkenntnis dar: Wer von ihm ordiniert ist, das Evangelium zu predigen, muss dies durch den Geist der Wahrheit tun – also durch den Heiligen Geist (V. 17). Wenn das Predigen nicht in diesem Geist geschieht, dann stammt es nicht von Gott (V. 18). Ebenso muss auch der Hörer das Wort durch denselben Geist empfangen (V. 19), denn nur wenn es auf diese Weise geschieht, ist es wahrhaftig göttlich (V. 20). 

Der Herr wundert sich regelrecht darüber, dass es den Heiligen offenbar schwerfällt, dieses einfache, aber machtvolle Prinzip zu erkennen: Wahre geistige Verständigung geschieht nur dann, wenn sowohl der Prediger als auch der Empfänger im Einklang mit dem Geist der Wahrheit stehen (V. 21). In einem solchen Zustand verstehen sie einander – und beide werden dadurch erbaut und freuen sich miteinander (V. 22). 

Diese Verse unterstreichen die zentrale Bedeutung des Heiligen Geistes im Predigen und Verstehen des Evangeliums – jenseits aller menschlichen Redegewandtheit oder intellektuellen Fähigkeit. Echtes geistiges Wachstum ist eine gemeinsame Erfahrung, getragen vom Geist Gottes. 

Lehre und Bündnisse 50:23-28 

Hier gibt der Herr eine klare Richtschnur dafür, wie man wahre geistige Einflüsse von falschen unterscheiden kann. Alles, was nicht erbaut – also nicht aufbaut, erleuchtet, festigt oder geistlich nährt – ist nicht von Gott, sondern kommt aus der Finsternis (V. 23). Im Gegensatz dazu ist alles, was von Gott ist, Licht. Wer dieses Licht empfängt und im Einklang mit Gott lebt, empfängt noch mehr Licht – ein fortschreitendes Wachsen in geistigem Verständnis und Reinheit, das „heller und heller“ wird, bis hin zum vollkommenen Tag (V. 24), also bis zur Fülle der Erkenntnis oder der Gegenwart Gottes. 

Dieses Prinzip soll den Heiligen helfen, die Wahrheit zu erkennen und Finsternis aus ihrer Mitte zu vertreiben (V. 25). Es ist nicht nur ein Warnhinweis, sondern ein Aufruf zur geistigen Klarheit und Unterscheidungsfähigkeit. Im Weiteren erklärt der Herr, dass jemand, der von ihm ordiniert und ausgesandt ist, das Evangelium zu lehren, in Wahrheit „der Größte“ ist – aber gerade dadurch, dass er der Geringste ist und aller Diener (V. 26). Diese Paradoxie des Dienens als wahre Größe erinnert an die Lehre Christi im Neuen Testament. 

Solch ein Diener besitzt alles – nicht im weltlichen Sinne, sondern geistlich: Leben, Licht, Geist, Macht – all das ist ihm untertan durch die Vollmacht Jesu Christi und den Willen des Vaters (V. 27). Doch dieser Besitz, dieses vollkommene Empfangen geistiger Gaben, ist an eine Bedingung geknüpft: Reinheit. Niemand kann alles empfangen, außer er ist gereinigt von Sünde (V. 28). Hier wird erneut betont, dass persönliche Heiligkeit eine Voraussetzung für tiefere geistige Einsicht und Offenbarung ist. 

Diese Verse lehren, dass echte geistige Kommunikation durch Licht, Reinheit, Dienst und Fortschritt im Evangelium gekennzeichnet ist – nicht durch Spektakel oder bloße Emotion. 

Lehre und Bündnisse 50:29-36 

In diesen Versen beschreibt der Herr den Lohn geistiger Reinheit und die Macht, die den Heiligen gegeben wird, wenn sie in Übereinstimmung mit seinem Willen handeln. Wenn jemand von aller Sünde gereinigt ist, kann er im Namen Jesu bitten, „was auch immer“ er will – und es wird ihm gegeben werden (V. 29). Diese Verheißung ist jedoch nicht grenzenlos oder willkürlich: Sie ist an die Voraussetzung der geistigen Reinheit gebunden. In diesem Zustand wird das, was man erbittet, im Einklang mit dem Willen Gottes sein. 

Die Jünger Christi, die als „Haupt“ ordiniert sind, sollen Macht über Geister haben – das heißt, sie sollen erkennen können, ob ein Geist von Gott ist, und sie sollen in der Lage sein, unheilige Einflüsse zurückzuweisen (V. 30). Wenn ihnen ein Geist erscheint, den sie nicht verstehen, sollen sie im Namen Jesu den Vater bitten, diesen Geist zu empfangen – wenn er ihn nicht gibt, ist er nicht von Gott (V. 31). Dies ist ein konkreter Prüfmechanismus zur Geisterunterscheidung. Ist ein Geist nicht von Gott, sollen sie in Vollmacht, aber ohne Überheblichkeit oder Spott, erklären, dass dieser Geist nicht von Gott ist (V. 32–33). 

Es wird zudem betont, dass jede Gabe, die von Gott kommt, mit Dankbarkeit und Ehrfurcht empfangen werden soll (V. 34). Wer Gottes Gaben achtet und weiterhin auf seine Eingebung hört, dem ist das Reich gegeben – ebenso die Macht, alles zu überwinden, was nicht von ihm verordnet ist (V. 35). Der Abschnitt schließt mit einer besonderen Segnung für jene, die die Worte des Herrn aus dem Mund seines Dieners annehmen: Ihre Sünden sind vergeben (V. 36). Das ist sowohl ein Zeugnis für die Vollmacht Joseph Smiths als auch eine Einladung an die Leser, die Offenbarung mit gläubigem Herzen zu empfangen. 

Lehre und Bündnisse 50:37-46 

In diesen Versen ermutigt der Herr mehrere frühe Führer wie Joseph Wakefield, Parley P. Pratt und John Corrill, hinauszugehen und die Gemeinden zu stärken (V. 37–38). Gleichzeitig weist er Edward Partridge zurecht, ruft ihn aber zur Umkehr auf, mit der Zusicherung, dass ihm vergeben wird (V. 39). Das zeigt: Auch Führer brauchen Reue und Führung. 

Die Heiligen werden liebevoll als „kleine Kinder“ bezeichnet – sie müssen noch wachsen „in der Gnade und in der Erkenntnis der Wahrheit“ (V. 40). Der Herr versichert ihnen: „Fürchtet euch nicht ... ihr seid mein“ (V. 41). Er ist der gute Hirte, der Stein Israels – wer auf ihn baut, wird nicht fallen (V. 44). 

Zum Schluss verheißt Christus eine zukünftige persönliche Offenbarung: Die Gläubigen werden ihn sehen, seine Stimme hören und wissen, dass er ist (V. 45). Daher ruft er zur Wachsamkeit auf, damit sie bereit sind (V. 46). 

Die Botschaft: Christus wirkt unter seinen Heiligen. Reue, geistiges Wachstum und Gehorsam führen zu tieferer Erkenntnis und größerer Nähe zu ihm. 

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Dass ihr mein Evangelium durch den Geist predigt

23. Mai 2025, 05:11am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Dass ihr mein Evangelium durch den Geist predigt, nämlich den Tröster, der ausgesandt wurde, um die Wahrheit zu lehren.” (Lehre und Bündnisse 50:14). 

Lehre und Bündnisse 50:1–5 

In diesen ersten Versen warnt der Herr vor falschen Lehren, die von Menschen verbreitet werden, „die durch fremde Gebote verführt wurden“, und er sendet seine Diener (hier: Sidney Rigdon, Parley P. Pratt und Leman Copley), um diese Irrtümer zu berichtigen und sein Evangelium in Reinheit zu verkünden. Die falschen Lehren in diesem Abschnitt beziehen sich konkret auf Ansichten der Shaker, z. B. über die Wiederkunft Christi, Zölibat und den Verzicht auf Fleisch. 

Wenn man L&B 49:1–4 mit L&B 50:1–5 und den Aussagen aus „Try the Spirits“ (Times and Seasons) zusammenliest, ergibt sich ein klarer Gesamtlehrpunkt: 

In Zeiten geistiger Bewegung und Offenheit ist die Gefahr der Täuschung durch falsche Geister oder falsche Lehren besonders groß. 

Zentrale Lehren aus diesen Abschnitten im Zusammenhang: 

  1. Viele Geister auf Erden sind falsch (L&B 50:2). 
    – Diese falschen Geister und Lehren führen Menschen in die Irre – oft unter dem Deckmantel von Religion oder Spiritualität. 

  1. Satan strebt gezielt an, die Gläubigen zu täuschen (L&B 50:3). 
    – Täuschung ist ein aktiver Bestandteil seiner Strategie, besonders wenn das Werk Gottes voranschreitet (wie damals in Kirtland 1831). 

  1. Der Herr sieht Gräuel selbst unter denen, die sich zu seinem Namen bekennen (L&B 50:4). 
    – Das zeigt, dass selbst Gläubige nicht immun gegen Irrtümer oder falsche Inspirationen sind – wenn sie nicht wachsam bleiben. 

  1. Der Maßstab für Wahrheit ist nicht Gefühl, Rhetorik oder Begeisterung – sondern der Geist Gottes, offenbart durch Priestertum und Gesetz (Try the Spirits). 
    – Nur durch das Licht Christi, den Heiligen Geist und eine Kenntnis göttlicher Prinzipien lässt sich wahr von falsch unterscheiden. 

  1. Treu Glaubende, die ausharren, werden gesegnet (L&B 50:5). 
    – Es geht letztlich um Standhaftigkeit im echten Evangelium trotz Verwirrung oder Verlockung durch falsche Geister. 

Fazit: 
In L&B 49:1–4 spricht der Herr mit Autorität gegen falsche Lehren, wie sie z. B. die Shaker vertreten. In L&B 50:1–5 erklärt er, dass hinter solchen Irrtümern oft falsche Geister stehen, die aktiv täuschen. Die Botschaft aus Try the Spirits *) ergänzt dies theologisch: Nur durch göttlich verliehenes Unterscheidungsvermögen (Priestertum, Heiliger Geist, Erkenntnis) können wir feststellen, ob ein Geist oder eine Lehre „von Gott“ ist. 

*) Joseph Smith reagiert auf ungewöhnliche spirituelle Phänomene und Behauptungen innerhalb und außerhalb der Kirche. Der Artikel warnt davor, jedem „Geist“ oder jeder angeblichen Offenbarung blind zu vertrauen. 

Kernaussagen: 

  1. Falsche Geister gab es schon zu biblischen Zeiten 
    → Der Apostel Johannes mahnt: „Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind“ (1 Joh. 4,1). Schon zur Zeit der Apostel waren viele falsche Geister im Umlauf. 

  1. Man kann sich geistig täuschen – selbst bei übernatürlichen Phänomenen 
    → Beispiel: Die ägyptischen Magier konnten ähnliche Wunder tun wie Mose. Ohne Mose hätten die Menschen die Macht Satans für die Macht Gottes gehalten. 

  1. Es braucht ein geistiges Maß – einen göttlichen Prüfstein 
    → Niemand kann ohne ein „Maß“, eine „Regel“ oder „Kenntnis der Gesetze Gottes“ einen Geist richtig beurteilen – genauso wenig, wie man ohne Lineal ein Gebäude vermessen kann. 

  1. Der natürliche Mensch ist überfordert 
    → Die Gebildeten, Philosophen oder Prediger dieser Welt sind geistig blind, wenn sie nicht durch die Priesterschaft und den Geist Gottes belehrt werden. 

  1. Nur durch das Priestertum und den Heiligen Geist können Geister erkannt werden 
    → Die Fähigkeit, zwischen göttlichem, menschlichem oder satanischem Einfluss zu unterscheiden, kommt nicht durch Intelligenz, sondern durch göttlich vermittelte Erkenntnis. 

  1. Satan kann als Engel des Lichts erscheinen 
    → Deshalb ist äußerer Glanz oder übernatürliche Erfahrung kein Beweis für Wahrheit. Täuschung kann sehr raffiniert sein. 
     
    Joseph Smith gibt mit „Try the Spirits“ eine zeitlose Lehre: 

Wahre geistige Unterscheidung kommt durch den Heiligen Geist, gestützt durch das Priestertum und im Einklang mit den Gesetzen Gottes. Alles andere ist geistige Spekulation – oder gefährliche Täuschung. 

Lehre und Bündnisse 50:6–9 

Hier warnt der Herr vor verschiedenen Formen geistiger Täuschung innerhalb der Kirche. Er spricht davon, dass einige vom Satan verführt wurden, obwohl sie mit aufrichtiger Absicht handelten. Andere jedoch haben absichtlich getäuscht und Heuchelei geübt. Der Herr verurteilt beides und ruft alle zur Umkehr auf. Diese Verse zeigen, dass gute Absichten allein nicht vor Irrtum schützen, wenn geistige Erfahrungen nicht durch den Heiligen Geist geprüft werden. Gleichzeitig macht der Herr deutlich, dass äußerliche Frömmigkeit ohne innere Aufrichtigkeit wertlos ist. Diese Botschaft steht in direkter Linie zur Lehre Jesu im Neuen Testament, der die Pharisäer für ihre Heuchelei tadelte (Lukas 11:39; Matthäus 23:23). Auch Joseph Smith äußerte sich 1843 deutlich gegen religiöse Heuchler und betonte, dass Gott die Menschen nach dem Maß des Lichts richtet, das sie empfangen haben, nicht nach dem äußeren Anschein.  

L&B 50:6–9 ist somit ein klarer Aufruf zu geistiger Echtheit, Demut und zur sorgfältigen Unterscheidung zwischen echtem göttlichem Einfluss und falscher Inspiration. 

Lehre und Bündnisse 50:10–14 

In diesen Versen wendet sich der Herr direkt an die Ältesten der Kirche und lädt sie zu einem offenen, verstehbaren Dialog ein – wie ein Mensch mit einem anderen spricht. Dieses Vorgehen unterstreicht, dass Gott seine Kinder ernst nimmt und sie zum Mitdenken auffordert. Statt einfach zu gebieten, stellt er eine Frage: „Wozu seid ihr ordiniert worden?“ Damit erinnert er sie an ihren Auftrag – nämlich, das Evangelium zu predigen, und zwar nicht in eigener Weisheit, sondern „durch den Geist, nämlich den Tröster“. 

Diese Passage hebt hervor, dass geistliches Lehren nur dann wirksam und wahr ist, wenn es durch den Heiligen Geist geschieht. Die Ältesten sollen sich also bewusst machen, dass ihre Vollmacht allein nicht genügt – sie müssen sich ständig darum bemühen, in Harmonie mit dem Geist zu handeln. Der Herr gebraucht hier eine lehrreiche Methode: Er fragt, statt nur zu sagen – ein Stil, den auch Jesus während seines irdischen Wirkens oft nutzte. Wie Joseph Smith und auch moderne Apostel wie Elder Jeffrey R. Holland betonten, kann das Evangelium nicht durch oberflächliche oder spektakuläre Mittel vermittelt werden, sondern muss geistig genährt und tiefgründig gelehrt werden.  

Die Verse laden somit zur Selbstprüfung ein: Wozu bin ich berufen? Und tue ich es wirklich mit dem Geist? 

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Gebt auf die Worte der Weisheit acht, die euch gegeben werden

22. Mai 2025, 04:32am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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“Horcht auf, o ihr Ältesten meiner Kirche, und schenkt der Stimme des lebendigen Gottes Gehör, und gebt auf die Worte der Weisheit acht, die euch gegeben werden gemäß dem, was ihr erbeten habt und worin ihr euch einig seid, dass es die Kirche betrifft und die Geister, die auf Erden umgehen.” (Lehre und Bündnisse 50:1). 

Historie zur Entstehung von Lehre und Bündnisse 50 

Die Offenbarung in Lehre und Bündnisse 50 entstand im Mai 1831 in einem kritischen Moment der jungen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Nachdem Joseph Smith Anfang Februar desselben Jahres in Kirtland, Ohio, angekommen war, wurde er mit einer tief beunruhigenden Situation konfrontiert. Zahlreiche Neubekehrte – überwiegend junge Mitglieder – zeigten überbordende und oftmals extreme religiöse Ausdrucksformen, die sie für vom Heiligen Geist inspiriert hielten. In Wahrheit jedoch waren viele dieser Phänomene eher Ausdruck von Täuschung, Selbsttäuschung oder gar von dämonischen Einflüssen. 

John Whitmer, ein früher Führer der Kirche, berichtete mit Sorge, dass einige der Mitglieder – mangels geistiger Reife und Erkenntnis – nicht imstande waren, zwischen echten und falschen geistigen Manifestationen zu unterscheiden. So glaubten manche, Visionen zu haben, ohne deren Inhalt erklären zu können, andere spielten mit imaginären Schwertern oder glitten wie Schlangen über den Boden, angeblich auf "Missionsreisen zu den Lamaniten". Diese bizarren Verhaltensweisen wurden als „Segnungen“ missverstanden, obwohl sie eher Ausdruck geistiger Verwirrung waren. Whitmer sprach davon, dass der „Feind aller Gerechtigkeit“ sich einiger ehrlicher, aber unerfahrener Gläubiger bemächtigt hatte. 

Auch Parley P. Pratt, einer der damaligen Missionare, bestätigte diese chaotischen Zustände bei seiner Rückkehr aus dem Missionsgebiet. Er beschrieb „sehr merkwürdige geistige Manifestationen“, die eher abstoßend als geistlich erbauend waren: Verzerrte Gesichter, epileptisch anmutende Zuckungen, Ekstasen, scheinbare Visionen und Offenbarungen – allesamt nicht im Einklang mit der Lehre des Evangeliums. Ein „lügnerischer Geist“ schien in die Kirche eingedrungen zu sein, wie er es ausdrückte. 

Nicht nur Kirchenführer, auch Außenstehende nahmen diese Vorgänge wahr. Eine Zeitung aus dem nahen Painesville beschrieb, wie junge Leute bei winterlicher Kälte im Schnee lagen, zu Boden fielen, unverständliche Laute von sich gaben (die sie für göttlich inspirierte Sprachen hielten) oder sogar behaupteten, Feuerbälle durch die Luft fliegen zu sehen. In einem besonders drastischen Fall verfolgte ein afroamerikanischer Konvertit, bekannt als „Black Pete“, eine vermeintliche himmlische Offenbarung, die von einem „schwarzen Engel“ getragen wurde. Dabei stürzte er einen Abhang hinunter in einen Fluss – ein Ereignis, das er mit nur leichten Verletzungen überlebte, aber wohl als heilsame Ernüchterung erlebte. 

Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklungen suchten mehrere Kirchenführer – darunter Parley P. Pratt und John Murdock – Rat bei Joseph Smith. Sie baten ihn, den Herrn direkt um Offenbarung zu bitten, um Klarheit darüber zu gewinnen, wie zwischen wahren und falschen geistigen Einflüssen unterschieden werden könne. In einer gemeinschaftlichen Gebetsversammlung in Josephs „Übersetzungszimmer“ empfing er daraufhin die Offenbarung, die heute als Lehre und Bündnisse 50 bekannt ist. Parley P. Pratt beschrieb den Vorgang als außergewöhnlich klar: Joseph diktierte Satz für Satz langsam und ohne Unterbrechung – ohne Korrekturen oder Nachbesserungen. 

Inhaltlich konfrontierte die Offenbarung das Problem direkt: Christus selbst sprach darin zu den Ältesten der Kirche, holte sie auf ihrer geistigen Entwicklungsstufe ab und erklärte geduldig den Unterschied zwischen wahren und falschen Geistern. Zentral war dabei nicht nur intellektuelles Verständnis, sondern geistige Reinigung durch Christus und aktiver Gehorsam gegenüber seinen Worten. Wer diese Offenbarung befolgte, wurde geistig gestärkt, erhielt Unterscheidungskraft und Macht über täuschende Einflüsse. 

Ein anschauliches Beispiel hierfür lieferte Jared Carter, ein weiterer Kirchenältester, der in einer Versammlung in Amherst, Ohio, das in Lehre und Bündnisse 50 gegebene Muster anwandte. Als eine junge Frau während des Abendmahls zu Boden fiel, vermutete er einen falschen Geist, betete entsprechend den Anweisungen aus der Offenbarung und erhielt keine Bestätigung vom Geist Gottes. Daraufhin tadelte er mit lauter Stimme die offenbar dämonische Manifestation – sehr zum Missfallen vieler Anwesender, aber im Einklang mit göttlicher Wahrheit. 

Die Offenbarung hatte nachhaltige Wirkung. Führer wie Parley Pratt setzten die darin enthaltenen Weisungen aktiv um, besuchten Zweige der Kirche und stellten Ordnung wieder her, indem sie falsche Geister zurechtwiesen und die Gemeinde lehrten. Die Ereignisse rund um Lehre und Bündnisse 50 zeigen eindrucksvoll, dass echte geistige Unterscheidung mehr verlangt als emotionale Reaktionen oder vorschnelle Urteile. Sie setzt geistige Demut, Gehorsam und die Nähe zum wahren Geist Christi voraus – eine Lehre, die bis heute Gültigkeit hat. 

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Kehrt von all euren Sünden um

21. Mai 2025, 04:20am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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“Siehe, ich sage euch: Geht hin, wie ich euch geboten habe; kehrt von all euren Sünden um; bittet, und ihr werdet empfangen; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.” (Lehre und Bündnisse 49:26). 

Lehre und Bündnisse 49:15–17 

In  diesen Versen korrigiert der Herr direkt die Auffassung der Shaker, dass Ehelosigkeit ein höherer geistiger Zustand sei. Stattdessen bekräftigt er, dass die Ehe von Gott eingesetzt ist und dass es „rechtens“ ist, dass ein Mann eine Frau hat – nicht nur als persönliche Verbindung, sondern als Teil des göttlichen Plans: 

„…damit die Erde den Zweck ihrer Erschaffung erfülle … ehe die Welt gemacht wurde“ (V. 16–17). 

Diese Verse lehren, dass Ehe und Familie ein zentraler Bestandteil des göttlichen Schöpfungsplans sind. Sie machen deutlich, dass die Ehe kein rein irdisches oder kulturelles Konstrukt ist, sondern einen ewigen Zweck erfüllt: die Erde zu bevölkern und Gottes Plan mit seinen Kindern zu verwirklichen. 

Diese Lehre wurde später durch Die Familie: Eine Proklamation an die Welt eindrücklich bestätigt. 

Lehre und Bündnisse 49:18–21 

Der Herr lehnt nicht den bewussten Verzicht auf Fleisch ab, wohl aber das Verbot, Fleisch zu essen. Tiere und Pflanzen sind dem Menschen „zum Gebrauch verordnet“, doch mit klarer Einschränkung: nicht zur Verschwendung und nicht zum unnötigen Blutvergießen. 

Diese Verse betonen ein Gleichgewicht zwischen dem legitimen Gebrauch der Schöpfung und der Pflicht zur verantwortungsvollen Haushalterschaft. Der Herr verurteilt es auch, anderen Menschen überlegen sein zu wollen durch Besitz, was er als Ursache für die Sünde der Welt benennt (V. 20). 

Zusammengefasst ruft dieser Abschnitt zur Demut, Mäßigung und zum Respekt gegenüber allem Leben auf – ein Maßstab für ökologisches und soziales Verhalten. 

Lehre und Bündnisse 49:22–23 

Hier stellt der Herr klar: Die Wiederkunft Christi wird nicht leise, symbolisch oder in einer menschlichen Gestalt wie bei Ann Lee geschehen, wie es die Shaker glaubten. Christus wird nicht „in der Gestalt einer Frau“ oder als „ein Mann, der auf Erden wandert“ erscheinen. Vielmehr kündigt sich seine Wiederkunft durch kosmische Erschütterungen und weltbewegende Zeichen an – Himmel, Erde, Berge, Täler werden sich verändern, und ein Engel wird die Posaune erschallen lassen. 

Der Herr unterstreicht damit zwei entscheidende Wahrheiten: 

  1. Niemand kennt Tag und Stunde seiner Wiederkunft (V. 7). 

  1. Wenn er kommt, wird es für niemanden zu übersehen sein. 

Diese Verse stellen sich deutlich gegen falsche Messiasansprüche und lehren uns, wachsam und fest im Glauben zu bleiben, statt uns durch spektakuläre oder unbiblische Behauptungen verwirren zu lassen. 

Lehre und Bündnisse 49:24–25 

Die Offenbarung schließt mit einer machtvollen Zukunftsverheißung: 
„Jakob wird in der Wildnis erblühen, und die Lamaniten werden blühen wie die Rose.“ Zion selbst wird sich auf den „Hügeln“ und „Bergen“ versammeln – an einem von Gott bestimmten Ort. 

Diese Verse betonen: 

  • Die Verheißungen an das Haus Israel werden erfüllt – sowohl geistig als auch buchstäblich. 

  • „Erblühen“ steht für geistige Erneuerung, Rückkehr zum Evangelium und Aufblühen im Glaubensbund. 

  • Der Begriff „Zion“ bezeichnet sowohl das Volk des Herrn als auch einen geweihten Ort, an dem sich Heilige sammeln und Gott dienen. 

Die Verse sprechen direkt zu unserer Zeit: Gott wird sein Volk wiederherstellen und es wird sichtbare Zeichen von Wachstum, Sammlung und Segnung geben – nicht nur für die Lamaniten, sondern für alle, die sich dem Bund anschließen. 

Lehre und Bündnisse 49:26–28 

L&B 49:26–28 bildet den feierlichen Abschluss der Offenbarung mit einem letzten Aufruf zur Umkehr, einer Verheißung göttlicher Begleitung und einem machtvollen Selbstzeugnis Christi: 

Zentrale Lehren dieser Verse: 

  • Vers 26: „Kehrt ... um; bittet ... klopfet ...“ – Christus wiederholt die vertraute Einladung zu Umkehr und Glauben (vgl. Matthäus 7:7). Der Weg zu ihm steht jedem offen, der ihn sucht. 

  • Vers 27: „Ich werde vor euch hergehen ... mitten unter euch sein ...“ – Die Zusage göttlichen Beistands: Christus ist sowohl Wegbereiter, Beschützer als auch Begleiter seiner Jünger. 

  • Vers 28: „Ich bin Jesus Christus, und ich komme schnell.“ – Der letzte Satz ist eine feierliche Selbstoffenbarung und erinnert an die Dringlichkeit, sich auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. 

Zusammenfassend: 
Diese Verse sind wie ein Versiegelungszeugnis der Offenbarung. Sie enthalten den klassischen Dreiklang der Jüngerschaft: Umkehr, Glauben und Gehorsam – verbunden mit einer Verheißung göttlicher Nähe und einem erneuten Hinweis auf das baldige Kommen des Herrn. 

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Kehrt um, und lasst euch taufen im Namen Jesu Christi

20. Mai 2025, 05:37am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“kehrt um, und lasst euch taufen im Namen Jesu Christi, gemäß dem heiligen Gebot, zur Sündenvergebung;” (Lehre und Bündnisse 49:13). 

Lehre und Bündnisse 49:1–4 

In diesen Versen offenbart der Herr, dass Sidney Rigdon, Parley P. Pratt und Leman Copley beauftragt werden, das Evangelium den Shakern zu verkünden – allerdings nicht einfach aus Sympathie oder Bekanntschaft, sondern mit klarer göttlicher Autorität. Der Herr macht deutlich: Die Shaker „haben den Wunsch, teilweise die Wahrheit zu wissen, aber nicht gänzlich“ (Vers 2). Das bedeutet, sie sind zwar religiös interessiert, doch nicht bereit, sich dem ganzen Evangelium zu unterwerfen. Ihre bisherige Frömmigkeit reicht nicht aus – sie „müssen notwendigerweise umkehren“. 

Besonders auffällig ist, wie der Herr Leman Copley anspricht. Er selbst war ein ehemaliger Shaker, hatte also großes persönliches Verständnis für deren Lehren. Dennoch wird ihm ausdrücklich befohlen, nicht gemäß dem zu lehren, was er von den Shakern empfangen hat, sondern allein das, was durch Sidney und Parley als rechtmäßige Diener Gottes verkündet wird (Vers 4). Das ist eine deutliche Mahnung: Frühere Überzeugungen dürfen nicht über der Offenbarung Gottes stehen. Nur wenn Leman diesen Auftrag gehorsam erfüllt, wird er gesegnet werden – sonst wird er „nicht gedeihen“. 

Aus dem historischen Kontext wird klar, dass diese Mission auch mit Zurückhaltung und innerem Ringen verbunden war. Laut dem Shaker-Führer Ashbel Kitchell zögerten Sidney Rigdon und Leman zunächst, die Offenbarung zu verlesen. Erst als Parley Pratt am nächsten Tag eintraf, wurde die Botschaft mutig und mit Berufung auf göttliche Autorität verkündet. Das zeigt, dass auch berufene Diener zunächst mit Unsicherheit ringen können – aber letztlich zählt der Gehorsam gegenüber Gottes Auftrag. 

Was lehrt uns das? 

Der Herr zeigt hier deutlich, dass Wahrheit nicht nach persönlichen Gefühlen oder früheren Bindungen gemessen werden darf. Selbst gut gemeinte religiöse Vorstellungen (wie bei den Shakern) genügen nicht – nur das vollständige Evangelium Jesu Christi ist maßgeblich. Auch persönliche Vergangenheit oder Sympathie (wie bei Leman Copley) sind keine Ausrede für Kompromisse in der Lehre. 

Zugleich betont die Offenbarung, dass Wahrheit verkündet werden muss, auch wenn sie unangenehm ist oder auf Widerstand stößt. Gott erwartet Mut, Klarheit und Loyalität zu seiner Botschaft, nicht selektive Anpassung. Wer seinen Auftrag erfüllt, wird gesegnet – wer ihn verwässert oder ignoriert, nicht. 

Lehre und Bündnisse 49:5–7 

In den folgenden Versen bekräftigt der Herr mit unmissverständlicher Klarheit die zentrale Botschaft des Evangeliums: Jesus Christus ist der einziggezeugte Sohn Gottes, gesandt zur Erlösung der Welt. Diese Aussage steht im direkten Kontrast zu bestimmten Glaubensansichten der Shaker, die – wie einige Quellen zeigen – die Sühnopferlehre ablehnten und Christus eher als moralisches Vorbild denn als Erlöser sahen. Doch der Herr macht deutlich: Nur wer Christus als Erlöser annimmt, wird errettet; wer ihn ablehnt, wird verdammt (Vers 5). Das ist keine Nebensache, sondern eine Frage ewiger Konsequenz. 

Der Herr bekräftigt weiter, dass Jesus Christus verherrlicht wurde, zur Rechten Gottes regiert (Vers 6) und eines Tages wiederkommen wird, um alle Feinde unter seine Füße zu legen. Obwohl der genaue Zeitpunkt seiner Wiederkunft unbekannt ist (Vers 7), ist eines gewiss: Diese Zeit steht nahe bevor – was bedeutet, dass Umkehr und klare Christuszentrierung jetzt notwendig sind. 

Diese Verse zeigen auch, wie der Herr keine Kompromisse zulässt, wenn es um die Rolle Jesu Christi geht. Er ist nicht nur ein Lehrer, nicht nur ein Vorbild, sondern der einzige Weg zur Erlösung. Damit setzt sich diese Offenbarung auch von manchen Missverständnissen über den Glauben der Heiligen der Letzten Tage ab. Wie Präsident Nelson betonte, ist Jesus Christus das Zentrum unseres Glaubens, und seine Sühne ist die Quelle aller Macht zur Reinigung, Heilung und Erhöhung. 

Was lernen wir daraus? 

Wir lernen, dass jede Lehre – ob aus alter Tradition oder neuer Philosophie – an Christus und seinem Erlösungswerk gemessen werden muss. Ohne diese Grundlage fehlt allem anderen die Bedeutung. Für uns bedeutet das: Wenn wir Zeugnis geben oder das Evangelium erklären, müssen wir mit Christus beginnen – und bei ihm bleiben. Jede wahre Lehre des Evangeliums hat ihre Kraft nur durch ihn. 

Lehre und Bündnisse 49:8–14 

Der Herr lehrt hier klar und deutlich die Notwendigkeit von Umkehr und heiligen Handlungen, um mit Gott in einen erlösenden Bund zu treten. Er beginnt mit einer grundlegenden Wahrheit: Alle Menschen sind unter der Sünde – keiner ist von sich aus gerecht (Vers 8). Deshalb ruft er zur Umkehr auf und erklärt, dass er den Menschen von Anfang an seinen immerwährenden Bund angeboten hat (Vers 9), also das Evangelium mit seinen dazugehörigen heiligen Handlungen und Priestertumsverordnungen. 

Der Herr betont, dass sein Werk nicht verborgen bleibt: Die Völker der Erde werden sich beugen – freiwillig oder durch Demütigung (Vers 10). Dann beauftragt er seine Diener, wie einst Petrus, zu lehren: Glaubt an Jesus Christus, kehrt um, lasst euch taufen zur Vergebung der Sünden, und empfangt den Heiligen Geist durch Händeauflegen (Verse 11–14). Das ist der klare Weg zur Errettung – und es ist ein gebotener Weg, kein bloßer Vorschlag. 

Diese Verse widerlegen die Überzeugung der Shaker, dass keine heiligen Handlungen nötig seien. Der Herr macht deutlich: Ohne Umkehr, Taufe und das Empfangen des Heiligen Geistes kann niemand die Fülle des Evangeliums empfangen. Wie Joseph Smith später sagte: „Kann man ohne diese Verordnungen gerettet werden? Ich würde sagen: Nein – nicht zur Fülle der Errettung.“ 

Was lernen wir daraus? 

Wir lernen, dass Gnade nicht gesetzlos ist: Der Weg zur Errettung ist voller Gnade – aber er ist geordnet. Gott bietet allen seine Barmherzigkeit an, aber auf seinem Weg: durch Glauben, Umkehr, Taufe und das Empfangen des Heiligen Geistes. Wer sich diesem ewigen Bund anschließt, dem wird Kraft, Reinigung und Heil zuteil. 

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Mein Evangelium, so, wie ihr es empfangen habt, ... zu predigen

19. Mai 2025, 04:47am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Hört auf mein Wort, meine Diener Sidney und Parley und Leman; denn siehe, wahrlich, ich sage euch: Ich gebe euch das Gebot, hinzugehen und mein Evangelium, das ihr empfangen habt, so, wie ihr es empfangen habt, den Shakern zu predigen.” (Lehre und Bündnisse 49:1). 

Historischer Hintergrund zu Lehre und Bündnisse 49 

Die Offenbarung in L&B 49 steht in engem Zusammenhang mit einer ungewöhnlichen Missionsreise im Mai 1831, bei der zentrale Unterschiede zwischen der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi und den sogenannten Shakern – offiziell die United Society of Believers in Christ’s Second Appearing – sichtbar wurden. Auslöser der Offenbarung war der neu bekehrte Leman Copley, ein etwa fünfzigjähriger ehemaliger Shaker, der sich zwar zur Kirche bekehrt hatte, aber noch manche Lehren der Shaker für richtig hielt. In seiner inneren Zerrissenheit und aus aufrichtigem Wunsch heraus, seine früheren Glaubensgeschwister zum wahren Evangelium zu führen, bat er den Propheten Joseph Smith darum, dass Missionare zu den Shakern gesandt würden. Joseph wandte sich daraufhin im Gebet an den Herrn und empfing die Offenbarung, die heute als Abschnitt 49 bekannt ist. 

Die Shaker-Gemeinschaft in North Union, Ohio – unweit von Kirtland – war damals eine lebendige, wenn auch theologisch eigenwillige religiöse Gruppierung. Ihre Ursprünge reichen ins 18. Jahrhundert zurück, als sie sich aus der Quäkerbewegung herausbildeten. Eine zentrale Gestalt war Ann Lee, später genannt "Mother Ann", die nach schwerem persönlichem Leid und einem tiefen religiösen Erlebnis als die weibliche Erscheinung Christi angesehen wurde. Die Shaker glaubten, dass Jesus Christus bei seinem ersten Kommen in männlicher Gestalt erschienen sei und beim zweiten Mal – in der Person von Ann Lee – in weiblicher. Daraus entwickelten sie eine Gottesvorstellung, die sowohl männliche als auch weibliche Aspekte umfasste, was sie auf Genesis 1:27 ("Männlich und weiblich erschuf er sie") stützten. Ihre Lehren betonten unter anderem die völlige Keuschheit, die Ablehnung körperlicher Auferstehung, die Sinnlosigkeit physischer Ordinanzen wie der Taufe, gemeinschaftlichen Besitz sowie strenge Geschlechtertrennung. 

In dieser Situation wurden Sidney Rigdon, Parley P. Pratt und Leman Copley als Missionare zu den Shakern ausgesandt. Rigdon und Pratt verfügten über persönliche oder familiäre Verbindungen zu den Shakern, was sie zu geeigneten Botschaftern machte. Die Offenbarung in Abschnitt 49 – weitgehend aus der Stimme Gottes des Vaters formuliert, was im Buch Lehre und Bündnisse sehr selten ist – widerlegte in klarer Sprache verschiedene Irrlehren der Shaker. Sie stellte fest, dass Jesus Christus selbst der einzige Sohn Gottes sei und dass seine Wiederkunft noch bevorstehe. Ann Lee sei nicht die Wiederkunft Christi. Auch betonte der Herr die Gültigkeit der Ehe, der Taufe durch Wasser sowie der Gabe des Heiligen Geistes durch Handauflegung – Elemente, die die Shaker ablehnten. Gleichzeitig wurde auch anerkannt, dass die Shaker in einigen Punkten Wahrheiten vertraten, etwa in ihrer Betonung von Gleichheit, Umweltschutz, Mäßigung und der Ablehnung von Ausbeutung. 

Die drei Missionare reisten noch am Tag der Offenbarung nach North Union. Dort wurden sie freundlich empfangen und durften am Samstagabend sowie im Sonntagsgottesdienst sprechen. Sidney Rigdon las den Shakern Abschnitt 49 vor. Obwohl dies eine direkte Antwort auf das Gebet des Shaker-Führers Ashbel Kitchell war, in dem dieser um göttliche Bestätigung bezüglich der Lehren Olivers Cowdery gebeten hatte, wies Kitchell die Botschaft entschieden zurück. Er erklärte, den Christus, der diese Worte diktiert habe, gut zu kennen – eine Anspielung auf persönliche Versuchungen – und wolle mit ihm nichts mehr zu tun haben. Parley P. Pratt reagierte in seiner Enttäuschung heftig: Er schüttelte symbolisch den Staub von seinen Kleidern als Zeugnis gegen die Verwerfung des Evangeliums, was Kitchell wütend erwiderte und mit heftigen Worten gegen Pratt und Copley wetterte. 

Diese Konfrontation hatte weitreichende Folgen. Leman Copley war tief verunsichert und beschloss, sich wieder den Shakern anzuschließen. Darüber hinaus ließ er die Mitglieder der Colesville-Gemeinde, die auf seinem Land in Thompson, Ohio, untergebracht waren, von seinem Besitz vertreiben. Damit zwang er sie, ihre Siedlung aufzugeben und eine beschwerliche Umsiedlung nach Missouri zu unternehmen. Das ursprüngliche Missionsziel – nämlich eine Brücke zwischen der wiederhergestellten Kirche und den Shakern zu schlagen – scheiterte nicht nur, sondern führte zu ernsthaften internen Spannungen und praktischen Problemen für die Heiligen. 

So ist Abschnitt 49 ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie göttliche Offenbarung spezifische theologische Fragen klären kann. Er macht deutlich, wo die Lehren der Shaker mit dem Evangelium übereinstimmten, wo sie jedoch auch schwerwiegenden Irrtümern erlagen. Gleichzeitig spiegelt dieser Abschnitt auch die Herausforderungen wider, mit denen die frühe Kirche bei der Abgrenzung gegenüber anderen religiösen Bewegungen konfrontiert war – insbesondere dann, wenn neue Bekehrte ihre früheren Überzeugungen nicht vollständig ablegen konnten. 

Leman Copley war ein früher Bekehrter zur Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, ursprünglich ein Shaker. Seine Geschichte zeigt, dass Aufrichtigkeit allein nicht ausreicht – echter Glaube erfordert Standhaftigkeit, besonders wenn frühere Überzeugungen durch göttliche Offenbarung in Frage gestellt werden. Copley hatte Mühe, sich ganz von seiner alten Lehre zu lösen, und zog sich zurück, als seine Hoffnungen enttäuscht wurden. Das erinnert uns daran, dass geistige Entschlossenheit wichtig ist und halbherzige Nachfolge oft zu Rückschritten führt. 

Als er den Heiligen aus Colesville zunächst Land versprach und es später wieder entzog, mussten diese unter großen Mühen weiterziehen. Das zeigt, wie sehr unsere Entscheidungen das Leben anderer beeinflussen können – besonders dann, wenn wir geistige Verantwortung übernehmen. Obwohl Copley mit einer wichtigen Mission unter den Shakern betraut wurde, fehlte ihm die nötige Entschlossenheit, sie mutig auszuführen. 

Seine Geschichte lehrt uns, dass Gott auch schwachen Menschen Chancen gibt, im Glauben zu wachsen. Doch diese Chancen erfordern Mut, Treue und Bereitschaft zur Veränderung. Ablehnung oder Schwierigkeiten bedeuten nicht unbedingt Misserfolg – entscheidend ist, ob wir unserem Auftrag treu bleiben. Leman Copleys Beispiel mahnt uns, nicht unentschlossen zwischen zwei Wegen zu stehen, sondern mit festem Herzen dem Evangelium zu folgen. 

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Ihr sollt miteinander teilen

17. Mai 2025, 05:27am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Jesus Christus gibt Brot an die Armen
(Bild Quelle)

“Und soweit ihr Land habt, sollt ihr es mit den östlichen Brüdern teilen” (Lehre und Bündnisse 48:4). 

Zusammenfassung der Lehren aus Lehre und Bündnisse 48 und ihre Bedeutung für unsere Zeit 

Lehre und Bündnisse 48 ist ein kurzer, aber inhaltsreicher Abschnitt, der konkrete Anweisungen zur praktischen Umsetzung göttlicher Prinzipien im alltäglichen Leben der Heiligen enthält. Ursprünglich wurde die Offenbarung im März 1831 gegeben, als eine große Zahl von Mitgliedern aus den östlichen Bundesstaaten sich anschickte, dem Gebot zu folgen und nach Ohio zu übersiedeln. Die Frage, wie Land für ihre Ansiedlung beschafft werden sollte, war drängend. Doch obwohl sich der historische Kontext unterscheidet, sind die Grundprinzipien dieser Offenbarung für unsere heutige Zeit von großer Relevanz. 

1. Geben und Teilen: Gemeinschaftliche Verantwortung 

In den ersten Versen wird den bereits in Ohio ansässigen Heiligen geboten, ihre Ressourcen mit den eintreffenden Brüdern und Schwestern aus dem Osten zu teilen: 

„Und soweit ihr Land habt, sollt ihr es mit den östlichen Brüdern teilen.“ (Vers 2) 

Diese Aufforderung betont das Prinzip der Weihe – dass die Heiligen nicht in erster Linie für sich selbst, sondern im Dienst an der Gemeinschaft leben sollen. Die Bereitschaft, Ressourcen zu teilen, ist Ausdruck christlicher Nächstenliebe und geistiger Reife. In einer Welt, die stark vom Individualismus geprägt ist, ruft dieser Vers zur Solidarität auf. Er erinnert uns auch an die Aufforderung von Präsident Russell M. Nelson: 

„Wahrer Wohlstand wird weniger durch materielle Güter gemessen als durch die Fähigkeit, anderen zu helfen und geistig zu wachsen.“ (Allgemeine Konferenz, Okt. 2020) 

2. Verantwortungsvolles Wirtschaften: Sparen und Rechtschaffenheit 

Vers 4 lautet: 

„Es ist notwendigerweise erforderlich, dass ihr alles Geld spart, was ihr könnt, und dass ihr alles, was ihr könnt, in Rechtschaffenheit erlangt …“ 

Hier wird nicht nur zum Sparen aufgerufen, sondern auch zu einer rechtschaffenen Lebensweise im Umgang mit Besitz. Konsumverzicht, Disziplin im Umgang mit Geld und vorausschauendes Planen sind laut diesem Vers nicht nur kluge, sondern auch geistige Handlungen. Die Heiligen sollten sich materiell so vorbereiten, dass sie Land kaufen und eine Stadt – Zion – aufbauen könnten. Es geht also um Zukunftsvorsorge mit geistiger Zielsetzung. 

Elder Joseph B. Wirthlin lehrte in diesem Zusammenhang: 

„Die Weisen verstehen die Bedeutung davon, heute für einen regnerischen Tag morgen zu sparen … Sie bemühen sich, schuldenfrei zu werden.“ 
(„Earthly Debts, Heavenly Debts“, April 2004) 

Auch Präsident Gordon B. Hinckley mahnte: 

„Spart ein wenig Geld regelmäßig … Spart etwas, auch wenn es nur wenig ist. So einfach ist das.“ 
(Allgemeine Konferenz, Okt. 1998) 

Diese Ratschläge sind heute relevanter denn je. In einer Konsumgesellschaft, in der sofortige Bedürfnisbefriedigung oft über langfristige Sicherheit gestellt wird, stellt dieser Abschnitt einen heilsamen Gegenentwurf dar. 

Die Führer der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage betrachten Eigenständigkeit (Selbstständigkeit) als eine geistige Pflicht und einen zentralen Bestandteil der Nachfolge Jesu Christi. Es geht dabei nicht nur um finanzielle Unabhängigkeit, sondern auch um Selbstverantwortung, Bildung, Arbeitsmoral und geistiges Wachstum. 

Was sagen heutige Kirchenführer dazu? 

Präsident Russell M. Nelson lehrt: 

„Der Herr liebt Eigenständigkeit. Er hat uns geboten, für uns selbst zu sorgen. … Die Fähigkeit, eigenständig zu handeln, ist ein wesentlicher Teil des göttlichen Plans.“ 
(sinngemäß aus Konferenzen zur Selbstständigkeit und Vorbereitung) 

Elder Dieter F. Uchtdorf sagte: 

„Wenn wir den Armen helfen, lehren wir sie nicht nur, wie sie überleben, sondern wie sie sich selbst helfen können – dauerhaft, mit Würde.“ 
(Allgemeine Konferenz, Okt. 2011 – „Siehe, die Armen sind mit euch“) 

Elder Robert D. Hales betonte: 

„Eigenständigkeit ist nicht nur ein wirtschaftliches Ziel – sie ist Teil des Erlösungsplans.“ 
(Allgemeine Konferenz, Apr. 2009 – „Belehrt sie, gute Dinge zu tun“) 

Was unternimmt die Kirche heute konkret? 

Die Kirche betreibt weltweit Selbstständigkeits-Initiativen, insbesondere über das Programm für Eigenständigkeit, das 2014 eingeführt wurde. Es umfasst: 

  • Selbstständigkeitsgruppen in Pfählen und Gemeinden, die durch das Evangelium begleitetes Lernen fördern. 

  • Kostenlose Kurse und Gruppenprogramme in Bereichen wie: 

  • „Ein besserer Arbeitsplatz“ 

  • „Start und Führung eines Geschäfts“ 

  • „Finanzielle Selbstständigkeit“ 

  • „Bildung für bessere Chancen“ 

  • Partnerschaften mit Bildungsanbietern (z. B. BYU–Pathway Worldwide) zur Förderung von Weiterbildung – oft online und zu geringen Kosten. 

  • Beschäftigungszentren, die Arbeitssuchende bei der Jobsuche, Lebensläufen und Vorstellungsgesprächen unterstützen. 

  • Fastopfermittel zur akuten Hilfe, verbunden mit langfristiger Förderung zur Selbsthilfe. 

  • Humanitäre Hilfe und Entwicklungsprojekte in Katastrophengebieten – oft mit Fokus auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. 

Geistige Grundlage: 

Das Prinzip beruht auf Offenbarungen wie Lehre und Bündnisse 78:14 und 104:15–18, die lehren, dass die Erde genug und mehr als genug bietet – wenn wir weise, gerecht und verantwortlich handeln. 

Fazit: 

Eigenständigkeit ist ein Ausdruck unseres Glaubens, unserer Würde und unserer Bereitschaft, dem Herrn zu dienen. 
Die Kirche fördert diese Haltung nicht nur durch Predigt, sondern auch durch konkrete, globale Programme, die Menschen befähigen, sich und anderen zu helfen – dauerhaft und mit geistigem Fundament. 

Für weitere Informationen und um sich für einen Kurs anzumelden, können Interessierte die offizielle Website der Kirche besuchen: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. 

3. Gehorsam gegenüber inspirierten Führern 

In Vers 6 wird die Sammlung der Heiligen und die Gründung der Stadt von einer geordneten Struktur abhängig gemacht – mit Anweisungen von der Präsidentschaft und dem Bischof. Damit wird betont, dass geistige Werke unter priesterlicher Leitung erfolgen sollen. Dies schützt vor Chaos, Überforderung und Selbstüberschätzung. Auch in unserer Zeit erinnert uns dieser Grundsatz daran, den Ratschlägen inspirierter Führer zu folgen – sowohl geistlich als auch praktisch. 

Präsident Russell M. Nelson sagte: 

„Wenn wir auf die Propheten hören, werden wir sicher geführt – selbst durch die Stürme der Letzten Tage.“ 
(Allgemeine Konferenz, Okt. 2018) 

Fazit: 

Lehre und Bündnisse 48 ruft uns in der heutigen Zeit auf, 

  • maßvoll zu leben statt maßlos zu konsumieren, 

  • zu sparen und klug zu wirtschaften, 

  • unsere Ressourcen mit anderen zu teilen, 

  • uns dem Rat inspirierter Führer zu unterstellen, 

  • und stets Zion – das Reich Gottes – mit aufzubauen, wo immer wir sind. 

Diese Offenbarung ist ein Aufruf zu geistiger und materieller Vorbereitung in einer Zeit, die uns herausfordert, aber auch große Verheißungen bereithält. Sie zeigt: Wahres Christentum beginnt nicht erst im Tempel, sondern im Alltag – beim Haushalten, Teilen, Sparen und Gehorchen. 

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Niemanden ausstoßen

16. Mai 2025, 04:51am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

„Doch ist es euch geboten, niemals jemanden aus euren öffentlichen Versammlungen, die vor der Welt gehalten werden, auszustoßen.“ (Lehre und Bündnisse 46:3). 

L&B 46 ist ein bedeutendes Kapitel der Offenbarungen, das in einer frühen Phase der Kirche empfangen wurde – am 8. März 1831, in Kirtland, Ohio. Es befasst sich mit drei zentralen Themen, die bis heute für die Heiligen der Letzten Tage von großer Relevanz sind: (1) dem Umgang mit Besuchern und Nichtmitgliedern in Versammlungen, (2) der Ordnung und Leitung durch den Heiligen Geist, und (3) den Gaben des Geistes. 

Offene Türen: Inklusion in heiligen Versammlungen 

Zu Beginn der Offenbarung wird den Führern der Kirche ein Irrtum aufgezeigt: Sie hatten begonnen, den Zugang zu ihren heiligen Versammlungen auf Mitglieder zu beschränken. In Vers 3 korrigiert der Herr dieses Missverständnis mit klaren Worten: 

„Doch ist es euch geboten, niemals jemanden aus euren öffentlichen Versammlungen, die vor der Welt gehalten werden, auszustoßen.“ 

Diese Anweisung zeigt die Offenheit und missionarische Ausrichtung der Kirche. Jeder Mensch, egal ob Mitglied oder nicht, soll willkommen sein, die Atmosphäre des Evangeliums zu erleben, Trost zu finden und Wahrheit zu suchen. In einer Zeit, in der Polarisierung, Ausgrenzung und Misstrauen gegenüber dem Fremden zunehmen, ruft diese Offenbarung dazu auf, unsere Kapellen und Herzen weit zu öffnen. Präsident Russell M. Nelson betonte in einem ähnlichen Geist: 

„Der Herr liebt alle seine Kinder, gleich wo sie leben, wie sie leben oder was sie glauben.“ (Alltag heiligen, April 2019) 

Was können wir tun? 

Als Mitglieder der Kirche können wir auf vielfältige und sehr praktische Weise dazu beitragen, dass sich jeder in unseren Versammlungen willkommen fühlt – unabhängig von seinem Glauben, Aussehen, Verhalten, seinem sozialen Hintergrund oder dem Grad seiner Kirchenzugehörigkeit. Die Offenbarung in L&B 46:3 erinnert uns daran, niemanden auszuschließen – und dieser Grundsatz fordert ein bewusstes, liebevolles Handeln. Hier einige konkrete Wege: 

1. Einladend sein – nicht nur tolerierend 

Es reicht nicht, dass Besucher „geduldet“ werden – sie sollen sich willkommen fühlen. Ein Lächeln, ein ehrliches „schön, dass Sie da sind“, das Angebot, sich dazuzusetzen oder Hilfe bei der Orientierung im Programm – all das kann den Ton setzen. 

Präsident M. Russell Ballard sagte: 
„Ein freundliches Gesicht, ein ehrliches Lächeln und eine einladende Haltung können oft mehr wirken als jede Predigt.“ (Allgemeine Konferenz, April 2014) 

2. Aufmerksam auf Neuankömmlinge achten 

Es ist leicht, sich mit Freunden zu unterhalten und dabei neue Gesichter zu übersehen. Wenn wir uns bewusst fragen: „Wen kenne ich noch nicht?“, dann öffnen wir unseren Blick und unser Herz. 

3. Nicht (vor)schnell urteilen 

Manche kommen in ungewohnter Kleidung, mit Kindern, die unruhig sind, oder mit einem gebrochenen Herzen. Es ist nicht unsere Aufgabe, andere zu bewerten. Christus lud die „Müden und Beladenen“ ein – genau die sollten bei uns am besten aufgehoben sein. 

4. Nach der Versammlung nachgehen 

Ein kurzes Gespräch nach dem Gottesdienst, die Einladung zu einem Gemeindeessen, oder ein einfaches „Danke, dass Sie gekommen sind“ können aus einem Erstbesuch eine Rückkehr machen. 

5. Nicht nur auf Missionare verlassen 

Missionare bringen Gäste – aber die Mitglieder geben ihnen das Gefühl, ob sie zur Familie gehören. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass aus Gästen Brüder und Schwestern werden. 

Elder Dieter F. Uchtdorf erklärte: 
„Wenn wir unsere Mitmenschen so sehen, wie der Erretter sie sieht – mit Barmherzigkeit, Hoffnung und Liebe – verändert sich nicht nur ihr Leben, sondern auch unseres.“ (Oktoberkonferenz 2010) 

6. Sprachliche und kulturelle Offenheit zeigen 

In einer vielfältigen Kirche bedeutet Willkommenheißen oft, geduldig zu sein mit Akzenten, anderen Sitten oder einer gewissen Unsicherheit. Liebe überwindet Sprachbarrieren. 

Der Heilige Geist führt die Kirche 

In Vers 2 wird betont, dass alle Dinge in der Kirche „durch den Heiligen Geist“ geschehen sollen. Dies gilt nicht nur für große Entscheidungen, sondern auch für den Ablauf von Versammlungen, das Teilen von Zeugnissen, das Ausüben von Gaben und die Leitung durch Berufene. Die Gläubigen sollen nach dem Geist fragen, ihn suchen, ihn erkennen lernen – und dann nach seinen Eingebungen handeln. Vers 7 warnt: 

„... damit ihr nicht durch böse Geister oder Lehren von Teufeln oder die Gebote von Menschen verführt werdet, denn einige sind von Menschen und andere von Teufeln.“ 

Diese Verse machen deutlich, wie wichtig geistige Unterscheidung ist – eine Fähigkeit, die besonders in einer Zeit der Informationsüberflutung und spirituellen Verwirrung entscheidend ist. Elder David A. Bednar sagte dazu: 

„Das Evangelium zu leben ist mehr als ein Verhaltenskodex – es ist ein Weg, sich beständig nach dem Einfluss des Heiligen Geistes auszurichten.“ (Der Geist des Herrn, Okt. 2011) 

Geistige Gaben: Vielfalt im Dienst Gottes 

Der Großteil von Abschnitt 46 befasst sich mit den Gaben des Geistes – besonderen Fähigkeiten und Erkenntnissen, die den Heiligen zum Nutzen der Kirche gegeben werden. Diese reichen von der Gabe des Glaubens, über Heilungen, Zungenreden, Erkenntnis, Weisheit bis hin zur Gabe, Geister zu unterscheiden (Verse 11–26). Dabei wird betont, dass diese Gaben nicht gleichmäßig verteilt sind, sondern jedem einzelnen wird eine Gabe durch den Geist Gottes gegeben, damit alle davon Nutzen haben (Vers 12). 

Die Betonung liegt also nicht auf Gleichheit, sondern auf Ergänzung – die Verschiedenheit der Gaben soll zum gemeinsamen Aufbau des Leibes Christi führen. Elder Jeffrey R. Holland lehrte in diesem Zusammenhang: 

„Gott erwartet nicht, dass wir alle gleich sind. Aber er erwartet, dass wir das Beste aus dem machen, was wir sind – und das im Dienst für andere.“ (Wie wir miteinander umgehen, Okt. 2017) 

Wichtig ist auch Vers 9, der sagt, dass diese Gaben nicht gegeben werden, uns damit zu rühmen, sondern zum Wohl derer, die Gott lieben und alle seine Gebote halten. Geistige Gaben sind also nicht Trophäen der Frömmigkeit, sondern Werkzeuge der Nächstenliebe. 

Abschließender Gedanke 

L&B 46 erinnert uns daran, dass Gottes Werk in dieser Zeit durch gewöhnliche Menschen mit außerordentlichen geistigen Möglichkeiten geschieht. Es ruft uns auf, einander mit Liebe zu begegnen, den Geist zu suchen und unsere Gaben zu erkennen und zu teilen – nicht zur Selbsterhöhung, sondern zum Dienst am Nächsten. 

Wie Präsident Henry B. Eyring es einmal formulierte: 

„Wenn wir lernen, den Heiligen Geist zu empfangen, werden wir Werkzeuge in den Händen Gottes, um Wunder in unserem Leben und dem Leben anderer zu bewirken.“ (Konferenzansprache, April 2010) 

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Dass ihr alles Geld spart, was ihr könnt

15. Mai 2025, 04:51am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Es ist notwendigerweise erforderlich, dass ihr alles Geld spart, was ihr könnt, und dass ihr alles, was ihr könnt, in Rechtschaffenheit erlangt, damit ihr mit der Zeit imstande seid, Land für ein Erbteil zu kaufen, nämlich die Stadt.” (Lehre und Bündnisse 48:4). 

Historie zu Lehre und Bündnisse 48 

Die Offenbarung in L&B 48 wurde am 10. März 1831 in Kirtland, Ohio, empfangen und stand in engem Zusammenhang mit der Frage, wo die vielen Mitglieder, die dem Aufruf zur Sammlung aus dem Staat New York nach Ohio folgten, siedeln sollten. In den Monaten zuvor hatten Offenbarungen die Gläubigen in New York angewiesen, sich nach Ohio zu begeben (LuB 37 und 38), und es war verkündet worden, dass eine heilige Stadt namens Zion – auch das Neue Jerusalem genannt – unter den „Lamaniten“ errichtet werden solle (LuB 28). Außerdem war Edward Partridge als erster Bischof der Kirche eingesetzt worden (LuB 41), was ihn direkt in die Verantwortung stellte, die materiellen Angelegenheiten der Kirche zu regeln. 

Im Februar 1831 erwartete die Gemeinde in Ohio die Ankunft von mehr als hundert Mitgliedern aus dem Osten. Die Mitglieder in Kirtland wandten sich daher mit einer konkreten Frage an Joseph Smith: „Welche Vorbereitungen sollen wir für unsere Brüder aus dem Osten treffen – und wann und wie?“ (LuB 42). Die Offenbarung vom 9. Februar 1831 (LuB 42) gab erste Antworten: Einzelne Mitglieder sollten dem Bischof helfen, Orte für die Neuankömmlinge zu beschaffen, und es wurde geraten, dass sich die Gemeinden möglichst nah beieinander organisieren sollten. Joseph Smith bat außerdem Martin Harris in einem Brief vom 22. Februar, so bald wie möglich nach Kirtland zu kommen, um einen passenden Ort für die östlichen Mitglieder auszuwählen. Doch bis zum 10. März war Harris noch nicht eingetroffen, und es waren laut John Whitmer keinerlei Vorbereitungen getroffen worden. Bischof Partridge war dadurch zunehmend besorgt. 

In dieser Situation empfing Joseph Smith die Offenbarung in LuB 48, die zwei Hauptzwecke verfolgte. Erstens sollte sie Anweisung zur kurzfristigen Unterbringung der Heiligen geben: Die ansässigen Mitglieder sollten ihre Grundstücke mit den Neuankömmlingen teilen; wenn nötig, sollte zusätzlich Land gekauft werden. Zweitens sollte sie Klarheit darüber schaffen, dass Ohio nicht der verheißene Ort des Neuen Jerusalems war, wie manche geglaubt hatten. Die Offenbarung stellte klar, dass der genaue Ort Zions erst noch offenbart werden würde. Die Heiligen wurden außerdem angewiesen, Geld zu sparen, um beim künftigen Aufbau Zions mitwirken zu können. 

Aus dieser Offenbarung ergeben sich wichtige geistige Lehren: Der Herr führt seine Kirche Schritt für Schritt, entsprechend den aktuellen Bedürfnissen und Herausforderungen. Er erwartet von den Gläubigen Voraussicht, Gemeinschaftssinn und Gehorsam. Der Aufbau Zions beginnt nicht mit einem geografischen Ort, sondern mit geistiger und materieller Vorbereitung. Die Prinzipien des Teilens, des Sparens und der Weihung sind dabei zentrale Elemente. 

In Lehre und Bündnisse 48:1–3 gibt der Herr den Heiligen in Ohio konkrete Anweisungen, wie sie sich auf die Ankunft der zuwandernden Mitglieder aus dem Osten vorbereiten sollen. Sie sollen vorerst in ihren bisherigen Wohnorten bleiben, soweit dies ihren Lebensumständen entspricht. Wenn sie eigenes Land besitzen, sollen sie davon den Brüdern aus dem Osten etwas abgeben. Wer jedoch kein Land besitzt, soll sich bemühen, solches in der Umgebung zu erwerben – eben so, wie es ihnen sinnvoll erscheint. Diese Offenbarung zeigt, wie in der frühen Kirche das Gesetz der Weihe in praktischer Weise zur Anwendung kam. Dabei ging es nicht nur um individuelle Mildtätigkeit, sondern um eine gemeinschaftlich organisierte Fürsorge, durch die viele Menschen wirksam unterstützt werden konnten. Die Grundidee der Weihe war, dass die vereinigten Ressourcen der Gemeinschaft viel mehr bewirken können als die Anstrengungen einzelner Familien oder Personen. Elder D. Todd Christofferson betonte in einer Generalkonferenzansprache, dass Christus gerade deshalb durch eine organisierte Kirche wirkt, weil gewisse Aufgaben – etwa die Hilfe für Arme und Bedürftige – nur auf kollektiver Ebene angemessen erfüllt werden können. Einzelne können zwar viel bewirken, aber erst durch die organisatorische Struktur der Kirche wird es möglich, großflächige und nachhaltige Hilfe zu leisten und dabei auch den Weg zur Selbstständigkeit zu ebnen. 

In den Versen 4 bis 6 wird ein weiterer wesentlicher Aspekt der Vorbereitung auf die Errichtung Zions hervorgehoben: das vorsorgliche Sparen. Die Heiligen sollen alle verfügbaren Mittel auf gerechte Weise zurücklegen, um später Land zu kaufen, auf dem sie ein Erbteil – die heilige Stadt – errichten können. Zwar ist der genaue Ort der Stadt zu diesem Zeitpunkt noch nicht offenbart (das geschieht erst in LuB 57:1–2), doch sollen nach der Ankunft der östlichen Mitglieder bestimmte Männer berufen werden, denen der Ort dann gezeigt werden wird. Diese werden mit dem Kauf des Landes und der Gründung der Stadt beauftragt. Erst dann soll die Sammlung der Heiligen beginnen – jede Familie soll sich nach ihren Umständen und gemäß der Anweisung der präsidierenden Kirchenführer niederlassen. Die Offenbarung macht deutlich, dass die Gründung Zions nicht aus dem Moment heraus geschieht, sondern gut vorbereitet sein muss – sowohl geistlich als auch materiell. 

Dieser Aufruf zur Vorsorge und klugen Haushaltung hat bis heute Gültigkeit. Ähnlich wie damals ermutigen heutige Kirchenführer die Mitglieder, für künftige Herausforderungen vorzusorgen. Elder Joseph B. Wirthlin warnte in einer Konferenzansprache davor, in Zeiten des Überflusses sorglos zu sein. Er riet dazu, für mögliche Krankheit, Arbeitslosigkeit oder wirtschaftliche Rückschläge Rücklagen zu bilden, angemessene Versicherungen abzuschließen, Schulden zu reduzieren und eine Notversorgung an Lebensmitteln und anderen Grundbedürfnissen anzulegen. Solche Vorbereitung könne im entscheidenden Moment ähnlich lebensrettend sein wie die Vorräte, die Joseph in Ägypten zur Rettung seiner Familie gesammelt hatte. Der weise Umgang mit Ressourcen – damals wie heute – ist also ein Ausdruck von Glauben, Weitblick und Gehorsam gegenüber göttlicher Führung. 

In einer Ansprache mit dem Titel „Purpose, Consecration, and Excellence“ erklärte Präsident Nelson, dass wahre Weihe mehr bedeutet als nur das Aufgeben materieller Besitztümer. Er betonte, dass es darum geht, sich selbst dem Herrn hinzugeben. Durch das Streben nach den höheren Gesetzen Jesu Christi verändern sich unsere Herzen und unsere Natur. Der Erlöser erhebt uns über die Versuchungen dieser gefallenen Welt, indem er uns mit größerer Nächstenliebe, Demut, Großzügigkeit, Freundlichkeit, Selbstdisziplin, Frieden und Ruhe segnet. Präsident Nelson warnte auch davor, dass weltliche Dinge wie Macht, Besitz, Popularität und fleischliche Vergnügungen kein wahres Glück bringen können. Wahre Freude finden wir, wenn wir die Gebote Gottes halten und uns ihm vollständig hingeben. 

In Bezug auf Vorbereitung betonte Präsident Nelson in seiner Ansprache „Embrace the Future with Faith“ die Notwendigkeit, sowohl geistig als auch zeitlich vorbereitet zu sein. Er erinnerte daran, dass der Herr gesagt hat: „Wenn ihr vorbereitet seid, braucht ihr euch nicht zu fürchten“ (Lehre und Bündnisse 38:30). Diese Vorbereitung umfasst das Schaffen von sicheren Orten, das Stärken unseres Glaubens und das kontinuierliche Streben danach, Werkzeuge in den Händen des Herrn zu sein. Präsident Nelson versprach, dass diejenigen, die vorbereitet sind und weiterhin vorbereitet bleiben, vom Herrn gesegnet werden.  

Darüber hinaus betonte Präsident Nelson die Bedeutung der geistigen und emotionalen Vorbereitung. Er äußerte seine Besorgnis darüber, dass viele Mitglieder zwar Vorräte anlegen, aber ihre geistige Vorbereitung vernachlässigen. Er forderte die Mitglieder auf, Orte der Sicherheit zu schaffen, an denen sie die Gegenwart des Heiligen Geistes spüren und von ihm geleitet werden können, wie z. B. Tempel, Häuser, Gemeinden und Pfähle. Solche Orte helfen uns, Offenbarung zu empfangen und in turbulenten Zeiten Frieden zu finden. Kirche Jesu Christi 

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