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Glaubensansichten
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Aus etwas Kleinem geht das Große hervor

18. Juni 2025, 05:11am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Eine kleine Geste kann Großes bewirken
(Bild Quelle)

“Darum werdet nicht müde, Gutes zu tun, denn ihr legt die Grundlage für ein großes Werk. Und aus etwas Kleinem geht das Große hervor.” (Lehre und Bündnisse 64:33). 

Lehre und Bündnisse 64:18-22 

In L&B 64:18–22 lehren uns der Herr und seine Offenbarungen wichtige Grundsätze über persönliche Führung, Glauben, Gehorsam und das Herz als entscheidenden Maßstab wahren Jüngertums. Diese Verse zeigen, dass der Herr konkrete, auf einzelne Personen zugeschnittene Anweisungen gibt – zum Beispiel wird Sidney Gilbert angewiesen, nach einiger Zeit nach Zion zurückzukehren, damit seine Erfahrungen anderen zur geistigen Stärkung dienen können (Vers 18–19). Das zeigt: Unsere Erfahrungen sind nicht nur für uns selbst gedacht, sondern können anderen helfen, geistig zu wachsen und im Glauben standzuhalten. 

Isaac Morley wird aus Barmherzigkeit geraten, seine Farm zu verkaufen, damit er nicht überfordert wird und womöglich falsche Entscheidungen trifft (Vers 20). Der Herr kennt unsere Grenzen und will uns nicht über unsere Kräfte versuchen lassen – ein Beweis für seine Liebe und Fürsorge. Auch das zeigt: Wir dürfen Schwäche eingestehen, und oft besteht ein geistlicher Schutz darin, rechtzeitig loszulassen, bevor wir Schaden nehmen. 

Frederick G. Williams dagegen soll seine Farm behalten, weil der Herr Kirtland als „starken Stützpunkt“ für fünf Jahre bestimmt hat (Vers 21). Diese zeitlich klar umrissene Prophezeiung erfüllte sich bemerkenswert genau, denn Kirtland wurde für eine Zeit geistlicher Offenbarung, Tempelbau und Kirchenführung zum Zentrum der Wiederherstellung. Die Lehre hier lautet: Auch Zwischenstationen im Werk des Herrn haben göttlichen Zweck – nicht alle Verheißungen betreffen sofort Zion, aber alles dient dem Aufbau seines Reiches. 

Im letzten Vers (22) bringt der Herr das zentrale Prinzip auf den Punkt: Was er letztlich von uns fordert, ist „das Herz“. Geistige Bereitschaft, Aufrichtigkeit und echte Hingabe zählen mehr als äußere Umstände. Das bedeutet für uns heute: Wo immer wir stehen – sei es im Aufbruch, im Warten oder im Dienen – entscheidet unsere Herzenshaltung, ob wir dem Herrn wirklich gehören. 

Lehre und Bündnisse 64:23-25 

In L&B 64:23–25 lehrt uns der Herr eine ernste, aber hoffnungsvolle Wahrheit über unsere Zeit: Wir leben im „Heute“ – einem heiligen Abschnitt der Gnadenzeit vor der Wiederkunft Christi. Dieses „Heute“ ist nicht einfach ein Kalenderdatum, sondern eine geistliche Einladung zur Umkehr, zum Opfer und zum Gehorsam. Der Herr sagt klar, dass es ein „Tag des Opferns“ und der „Zehntenpflicht“ ist (Vers 23). Damit erinnert er uns daran, dass Nachfolge immer mit Hingabe verbunden ist – sei es durch unsere Zeit, unsere Mittel oder unser Herz. 

Der Zehnte wird in diesem Zusammenhang als Schutz und Zeichen der Treue dargestellt: „Wer gezehntet ist, wird bei seinem Kommen nicht verbrannt werden.“ Hier wird der Zehnte mehr als nur eine finanzielle Verpflichtung dargestellt – er wird zum Ausdruck unserer Bündnistreue und unseres Vertrauens in den Herrn. Durch ihn zeigen wir, dass wir nicht an Babylon hängen, sondern dem Reich Gottes zugewandt sind. 

Vers 24 gibt uns ein warnendes Bild: Nach dem „Heute“ kommt das „Brennen“. Dieses Bild steht für das kommende Gericht und die Reinigung der Erde bei der Wiederkunft Christi. Alle „Stolzen und jene, die Schlechtes tun“, werden wie Stoppeln verbrannt – ein deutlicher Hinweis, dass niemand, der in Babylon verweilt, von dieser Reinigung ausgenommen sein wird. Babylon steht hier sinnbildlich für Stolz, Materialismus und geistige Lauheit. 

Der letzte Vers (25) bringt die Aufforderung auf den Punkt: „Wenn ihr mir glaubt, werdet ihr arbeiten, solange es noch ‚heute‘ heißt.“ Glaube zeigt sich nicht in Spekulation über das Zweite Kommen, sondern im tätigen, täglichen Dienst. Für uns bedeutet das: Wir sollen heute entscheiden, zu wem wir gehören – zu Babylon oder zu Zion. Wir sollen heute opfern, heute gehorchen, heute wirken. Denn der Tag der Entscheidung ist nicht irgendwann – er ist jetzt. 

Lehre und Bündnisse 64:26-33 

In L&B 64:26–33 vermittelt der Herr wichtige Lehren über Geduld, Treue und die langfristige Perspektive des Aufbaus Zions. Die Offenbarung richtet sich zunächst an Newel K. Whitney und Sidney Gilbert und enthält praktische Anweisungen über den Umgang mit Besitz und Geschäft. Sie sollen nicht vorschnell verkaufen, sondern weise abwarten, bis der Zeitpunkt für den Umzug nach Zion gekommen ist (Vers 26). Das lehrt uns, Entscheidungen nicht aus Ungeduld oder Angst zu treffen, sondern im Einklang mit göttlicher Weisung. 

In Vers 27–28 spricht der Herr über Schulden bei Feinden und betont, dass Er, wenn nötig, eingreifen kann, um seinen Willen zu erfüllen. Daraus lernen wir: Obwohl wirtschaftliche Vorsicht geboten ist, dürfen wir unser Vertrauen letztlich nicht auf weltliche Sicherheiten, sondern auf den Herrn setzen. Unsere Berufung als Heilige bedeutet, im Vertrauen auf seine Vorsehung zu handeln – vor allem, wenn wir in seinem Auftrag handeln (Vers 29). Das gibt Mut, auch dann treu zu bleiben, wenn der Ausgang einer Aufgabe ungewiss ist. 

Die Verse 30–31 betonen, dass der Herr seine Diener berufen hat, damit die Heiligen ein Erbteil in Zion erlangen. Das Versprechen Gottes ist sicher: Zion wird aufgebaut werden. Doch – und das ist ein zentrales Prinzip – alles muss zu seiner Zeit geschehen (Vers 32). Diese göttliche Zeitplanung fordert von uns Geduld, Glauben und Ausdauer. 

Schließlich kommt mit Vers 33 eine kraftvolle Ermutigung: „Werdet nicht müde, Gutes zu tun.“ Auch wenn unsere Beiträge klein erscheinen mögen, wirken sie an einem großen Werk mit. In unserem Alltag bedeutet das, dass jeder Akt des Dienstes, jede noch so einfache Tat der Treue und jede Entscheidung zugunsten des Evangeliums mit dazu beiträgt, das Reich Gottes aufzubauen – im eigenen Herzen, in der Familie und in der Gemeinde. Große Dinge entstehen aus kleinen Anfängen. 

findechristus.org

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Von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt

17. Juni 2025, 05:41am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Ich, der Herr, vergebe, wem ich vergeben will, aber von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt.” (Lehre und Bündnisse 64:10). 

Vergebung und Umkehr 

Lehre und Bündnisse 64:1-5 

L&B 64:1–5 enthält bedeutsame Lehren über göttliche Barmherzigkeit, die Überwindung der Welt und die Rolle des Propheten. Diese Prinzipien sind zeitlos und haben konkrete Anwendungen für unser Leben. 

Zunächst spricht der Herr in Vers 2 von seinem Wunsch, dass wir die Welt überwinden. Damit ist gemeint, dass wir sündige und selbstsüchtige Lebensweisen ablegen und uns ganz auf Christus ausrichten. Der Herr verheißt, dass er Mitleid mit uns haben wird – was zeigt, dass der Weg zur Überwindung nicht perfekt verlaufen muss, sondern von göttlicher Geduld begleitet wird. 

In Vers 3 sehen wir ein machtvolles Beispiel für die Barmherzigkeit Gottes: „Dieses eine Mal … habe ich euch eure Sünden vergeben.“ Diese Aussage zeigt, dass Gott uns um Seiner eigenen Herrlichkeit willen und zum Wohle anderer Seelen vergibt. Vergebung ist also nicht nur ein persönlicher Segen, sondern dient auch größeren geistigen Zielen. Das motiviert uns, Vergebung selbst anzustreben und anderen zu gewähren. 

Vers 4 unterstreicht Gottes Großzügigkeit: Er gibt uns das Reich und ist bereit, barmherzig zu sein – trotz unserer Fehler. Das zeigt, dass das Reich Gottes nicht für vollkommen fehlerfreie Menschen bestimmt ist, sondern für solche, die bereit sind, sich zu demütigen und umzukehren. 

Vers 5 erinnert daran, dass Joseph Smith die Schlüssel des Reiches innehat, solange er würdig bleibt. Daraus lernen wir, dass Führerschaft an Bedingungen geknüpft ist: Gehorsam und Rechtschaffenheit. Dennoch sollten wir – wie Griffiths betont – nicht von unseren Führern Unfehlbarkeit erwarten, sondern sie unterstützen, solange sie den Geboten des Herrn folgen. 

In der Umsetzung bedeutet das für unser Leben: Wir sollen beständig umkehren, andere nicht vorschnell verurteilen, sondern ihnen vergeben, und die Propheten als vom Herrn berufene Führer respektieren – ohne sie zu idealisieren. Wenn wir diese Grundsätze leben, helfen wir mit, Zion aufzubauen und Teil von Gottes Werk zu sein. 

Lehre und Bündnisse 64:6-11 

L& 64:6–11 enthält kraftvolle Lehren über Vergebung – eine zentrale christliche Tugend, die unser persönliches Wachstum, unsere Beziehungen und den Fortschritt im Werk des Herrn direkt beeinflusst. 

In Vers 6 wird erwähnt, dass einige Menschen „ohne Grund einen Anlass gegen ihn gesucht haben“. Dies erinnert uns daran, wie leicht es ist, Kritik zu üben oder Unmut zu hegen – selbst gegenüber denen, die Führungsverantwortung tragen. Doch in Vers 7 macht der Herr deutlich: Auch wenn jemand gesündigt hat, gewährt er Vergebung unter der Bedingung aufrichtiger Umkehr. Diese göttliche Barmherzigkeit sollte auch unser Handeln prägen. 

Vers 8 spricht von den Jüngern in früheren Zeiten, die einander in ihrem Herzen nicht vergeben haben. Diese mangelnde Vergebungsbereitschaft führte laut dem Herrn zu „Bedrängnis und schwerer Züchtigung“. Das verdeutlicht, dass Groll nicht nur geistige, sondern auch praktische Konsequenzen hat – sowohl für Einzelne als auch für ganze Gemeinschaften. 

Der Höhepunkt dieser Passage findet sich in Vers 9: „Wer seinem Bruder dessen Verfehlungen nicht vergibt, der steht schuldig vor dem Herrn.“ Hier wird eine klare Verantwortung ausgesprochen: Vergebung ist keine Option, sondern ein Gebot. Gott behält sich zwar das Recht vor, selbst zu entscheiden, wem er vergibt (Vers 10), aber wir sind verpflichtet, allen Menschen zu vergeben. Andernfalls lastet eine größere Schuld auf uns selbst. Nicht zu vergeben ist die größere Sünde, weil wir damit Gottes Barmherzigkeit missachten, die wir selbst empfangen wollen, und uns anmaßen, über andere zu richten – etwas, das allein Gott zusteht. 

Vers 11 lädt uns ein, das Gericht Gott zu überlassen: „Lass Gott richten zwischen mir und dir.“ Diese Einstellung befreit uns von der Last des Grolls und öffnet den Weg zu innerem Frieden. 

Anwendung im Alltag: 
Wir können diese Lehren umsetzen, indem wir bewusst vergeben – auch dann, wenn uns nicht um Verzeihung gebeten wird. Vergebung bedeutet nicht, Unrecht zu billigen, sondern es Gott zu übergeben. Wenn wir gekränkt werden, sollten wir im Gebet um ein sanftes Herz bitten und das Beispiel Christi nachahmen. So fördern wir Frieden in Familie, Gemeinde und Gesellschaft – und bereiten unser Herz darauf vor, Zion wirklich aufzubauen. 

Lehre und Bündnisse 64:12-17 

L&B 64:12–17 lehrt uns, dass Vergebung und Barmherzigkeit Hand in Hand mit Verantwortung und Rechenschaft gehen müssen. Der Herr macht deutlich, dass Sünde nicht ignoriert werden darf – auch nicht aus falsch verstandener Nachsicht oder bloßem Harmoniebedürfnis. 

In Vers 12 wird betont, dass jemand, der nicht umkehrt und seine Sünden nicht bekennt, vor die Kirche gebracht werden soll – gemäß den Schriften und den Offenbarungen. Es geht dabei nicht um Strafe um der Strafe willen, sondern um den Schutz der Kirche und die Rechtfertigung vor Gott (Vers 13). Gott ist nicht nur barmherzig, sondern auch gerecht, und wir dürfen sein Gesetz nicht verletzen, indem wir offene Sünde dauerhaft dulden. 

Diese Lehre hebt die Bedeutung von Verantwortung hervor – sowohl für den einzelnen Sünder als auch für die Gemeinschaft der Gläubigen. Wenn wir Sünde übersehen oder vertuschen, verfehlen wir unser Ziel, Gott zu verherrlichen und seinem Gesetz treu zu sein. 

Gleichzeitig zeigen die Verse 15–17 das liebevolle Angebot der Umkehr. Der Herr war zwar „zornig“ über Ezra Booth und Isaac Morley, weil sie das Gesetz missachtet und das Gute als böse verurteilt hatten, doch war der Weg zur Vergebung offen. Isaac Morley nahm dieses Angebot an, wurde ein treuer Jünger und erlebte trotz Prüfungen große geistige Segnungen. Edward Partridge wird ebenfalls als jemand gezeigt, der sich bessern kann, wenn er zur Umkehr eingeladen wird. 

Anwendung im Alltag: 
Wir sollen selbst bereit sein, unsere eigenen Fehler zu bekennen und zu bereuen – aufrichtig und demütig. Gleichzeitig sollen wir uns nicht scheuen, in Liebe und mit Weisheit auf Unrecht hinzuweisen, wenn es andere betrifft – nicht um zu richten, sondern um zu helfen. Dabei ist entscheidend, dass unser Ziel immer die Ehre Gottes und das Wohl der Seele ist, nicht Stolz oder Vergeltung. Und schließlich zeigt uns Morleys Beispiel, dass echte Umkehr nicht nur möglich, sondern heiligmachend ist. 

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Ich will, dass ihr die Welt überwindet

16. Juni 2025, 05:09am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Denn wahrlich, ich sage euch: Ich will, dass ihr die Welt überwindet; darum will ich mit euch Mitleid haben.” (Lehre und Bündnisse 64:2). 

Historischer Hintergrund zu Lehre und Bündnisse 64 

Der 11. September 1831 war ein bedeutsamer Moment in der frühen Kirchengeschichte. Joseph Smith befand sich in Kirtland, Ohio, inmitten einer intensiven Übergangszeit. Wenige Tage später sollte er nach Hiram, Ohio, umziehen, um seine Arbeit an der inspirierten Bibelübersetzung (die sogenannte „Joseph Smith Translation“) fortzusetzen. Die letzten Monate waren für ihn und die Kirche herausfordernd gewesen: Im Sommer war er mit mehreren Ältesten nach Missouri gereist, um dort das Land Zion zu bestimmen und ein Grundstück für einen zukünftigen Tempel zu weihen. Doch nicht alle Teilnehmer dieser Reise kamen im Frieden zurück. 

Die Reise nach Missouri, obwohl geistlich bedeutend, hatte Spannungen und Missstimmung unter den Brüdern offenbart. Insbesondere Ezra Booth, ein ehemaliger Methodist, hatte begonnen, seine Enttäuschungen öffentlich zu äußern. Er kritisierte unter anderem, dass Joseph Smith und andere mit der Kutsche reisten, während er und Isaac Morley zu Fuß gehen mussten. Auch Differenzen zwischen Joseph und Bischof Edward Partridge über den genauen Standort von Zion hatten für Unruhe gesorgt. Zwar versöhnten sich Joseph und Partridge später, doch Ezra Booth blieb unversöhnlich. Er begann, kritische Artikel über die Kirche zu schreiben, was erheblich zur lokalen Feindseligkeit gegenüber den Heiligen beitrug. 

In dieser angespannten Atmosphäre wurde L&B 64 offenbart. Joseph Smith hatte gerade mehrere Konferenzen abgehalten, in denen Apostaten und ungehorsame Mitglieder zur Rechenschaft gezogen wurden. Einige wurden „zum Schweigen gebracht“, ein disziplinarischer Akt, der auf den Anweisungen aus L&B 42 beruhte. Auch innerhalb der Kirche in Kirtland gab es Spannungen: Einige Mitglieder hatten sich von den Grundsätzen entfernt, andere waren dabei, ihre Besitztümer zu verkaufen und sich auf den Weg nach Zion zu machen – ein Schritt, der persönliches Opfer, Glauben und Organisation erforderte. 

Die Offenbarung in Abschnitt 64 war eine göttliche Antwort auf all diese Herausforderungen – sie verband klare Anweisungen zur Disziplin und zur Vorbereitung auf Zion mit tiefgehenden geistlichen Grundsätzen über Vergebung, Gehorsam, Weihe und die Zukunft der Kirche. 

Schlüsselthemen in L&B 64 

1. Vergebung als Voraussetzung für geistliches Wachstum (Verse 1–11) 
Der Herr beginnt die Offenbarung mit einer Mahnung an seine Diener: Sie sollen einander vergeben. Wer nicht vergibt, lädt eine größere Schuld auf sich. Diese Aussage ist sowohl eine Warnung als auch eine Einladung. Inmitten von Kritik, Verletzungen und persönlichem Stolz ruft der Herr zur Versöhnung auf. Joseph wird gelobt, dass ihm vergeben worden sei, doch er wird gewarnt, in Zukunft keine schweren Fehler mehr zu begehen. Dies zeigt: Auch Propheten stehen unter göttlicher Beobachtung und benötigen Gnade. 

2. Disziplin innerhalb der Kirche (Verse 12–22) 
Der Herr zeigt deutlich, dass ungehorsame Mitglieder nicht ungestraft bleiben. Wer nicht umkehrt, soll der Kirche vorgeführt werden. Hier zeigt sich ein wichtiges Prinzip der Kirchengeschichte: Liebevolle, aber konsequente Zucht ist notwendig, um die Reinheit und geistige Kraft der Gemeinschaft zu bewahren. Gleichzeitig wird betont, dass der Herr Barmherzigkeit mit denen hat, die sich ehrlich bemühen. 

3. Der Zehnte als Schutz beim Kommen Christi (Verse 23–25) 
In einer bemerkenswerten Aussage verspricht der Herr: „Wer gezehntet ist, wird beim Kommen des Herrn nicht verbrannt werden.“ Dies ist sowohl symbolisch als auch wörtlich zu verstehen. Der Zehnte – Ausdruck von Weihe, Glauben und materieller Opferbereitschaft – wird als ein Zeichen des Bundes mit Gott hervorgehoben. 

4. Warnung vor Schulden (Verse 26–32) 
Die Heiligen werden ermahnt, sich nicht unnötig zu verschulden. In einer Zeit, in der viele wirtschaftliche Opfer bringen mussten, um nach Zion zu ziehen oder Grundstücke zu erwerben, zeigt der Herr die Gefahren finanzieller Abhängigkeit auf. Geistliche Freiheit hängt auch mit wirtschaftlicher Umsicht zusammen. 

5. Konsequenzen des Widersetzens (Verse 33–36) 
Der Herr kündigt an, dass widerspenstige Menschen aus Zion ausgeschlossen werden. Zion ist nicht nur ein geografischer Ort, sondern ein Zustand des Herzens. Wer sich dem Geist der Weihe und Einheit widersetzt, kann dort keinen Platz finden. Auch dies war eine Botschaft an Brüder wie Ezra Booth, die mit Kritik und Ungehorsam das Werk behinderten. 

6. Die Kirche als Maßstab für die Welt (Verse 37–40) 
Der Herr erklärt, dass die Kirche die Nationen richten wird. Das bedeutet nicht Hochmut, sondern Verantwortung. Die Heiligen sollen durch ihr Leben und Handeln ein Maßstab für Rechtschaffenheit sein. 

7. Die Zukunft Zions (Verse 41–43) 
Trotz aller Schwierigkeiten schließt der Herr mit einer machtvollen Verheißung: Zion wird blühen. Wer bereit ist, heute gehorsam zu leben, wird morgen Zion sehen. Das ist nicht nur eine Verheißung für die damaligen Heiligen, sondern auch für uns heute. 

Was wir heute aus L&B 64 lernen können – eine geistliche Quintessenz 

1. Vergebung ist nicht optional, sondern heilsentscheidend. 
In einer Zeit der Polarisierung und des digitalen Schlagabtauschs ist der Aufruf zur Vergebung aktueller denn je. Wer Kränkungen, Enttäuschungen und Kritik nicht loslässt, riskiert geistigen Stillstand. Der Herr betont: Wer nicht vergibt, dem wird nicht vergeben. Diese Aussage fordert jeden Jünger Christi zu Selbstreflexion und Demut auf. 

2. Der Weg nach Zion führt über persönliche Weihe. 
Zion ist mehr als ein Ort – es ist ein Zustand des Herzens. Wer heute treu den Zehnten zahlt, nach geistiger Reinheit strebt und seine Mittel dem Herrn weiht, bereitet den Weg für das zukünftige Zion. Diese Verheißung bleibt gültig: Wer heute bereit ist, wird morgen Zion erleben – vielleicht schon auf dieser Seite des Schleiers, sicher aber in der kommenden Welt. 

3. Disziplin ist ein Akt der Liebe. 
Die Kirche ist kein Ort des blinden Durchwinkens, sondern eine Gemeinschaft von Heiligen, die einander zur Rechenschaft ziehen – mit Liebe, aber auch mit Klarheit. Ob wir in Führungspositionen sind oder einfache Mitglieder: Wir alle sind eingeladen, einander zu ermahnen, zu stärken und zur Umkehr zu helfen. 

4. Geistige Vorbereitung ist untrennbar von materieller Weisheit. 
Der Herr warnt vor unnötiger Verschuldung – ein Prinzip, das in der heutigen Konsumgesellschaft dringlicher denn je erscheint. Finanzielle Freiheit erleichtert geistige Weihe, missionarisches Wirken und Friedfertigkeit. 

5. Der Herr führt seine Kirche trotz menschlicher Schwächen. 
Ezra Booth, Edward Partridge, Isaac Morley – jeder von ihnen war ein Mensch mit Stärken und Schwächen. Doch durch die Führung Gottes konnten Fehler korrigiert, Herzen geheilt und das Werk weitergeführt werden. Auch heute ist die Kirche nicht perfekt – aber sie ist göttlich geführt. 

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Damit sie nicht zum Zorn aufgestachelt werde

14. Juni 2025, 04:58am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Darum will ich, der Herr, dass ihr das Land kauft, damit ihr den Vorteil der Welt habt, damit ihr in der Welt einen Anspruch habt, damit sie nicht zum Zorn aufgestachelt werde.” (Lehre und Bündnisse 63:27). 

Zentrale Lehren aus LuB 63:24-66 für unsere Zeit 

In den Versen 24–66 gibt der Herr seinen Heiligen wichtige Anweisungen zum Aufbau von Zion, zum Erwerb des Landes, zur geistigen Vorbereitung auf die letzten Tage sowie zur Umkehr und Heiligung innerhalb der Kirche. 

Erwerb des Landes Zion 

Ein zentraler Punkt in den Versen 24–31 ist die Betonung, dass das Land Zion ausschließlich rechtmäßig, durch Kauf, erworben werden sollte – nicht durch Gewalt oder Blutvergießen. Das war keine rein praktische Maßnahme, sondern Ausdruck göttlicher Prinzipien: Zion sollte in Rechtschaffenheit aufgebaut werden, nicht durch weltliche Mittel der Eroberung. Wie Casey Griffiths erklärt, warnte der Herr ausdrücklich davor, Satans Eingebungen zu folgen, das Land mit Gewalt zu nehmen (Vers 28). Ein Versuch, Zion durch Gewalt zu erlangen, wäre ein direkter Verstoß gegen das Gesetz des Evangeliums gewesen. 

Diese Offenbarung reflektierte reale Spannungen, die sich bereits in Missouri abzeichneten: Die schnelle Ansiedlung von Heiligen, oft als homogener religiöser Block, weckte Misstrauen unter den alten Siedlern. Der Herr forderte daher Langsamkeit und Ordnung beim Sammeln nach Zion (Vers 24), um Unruhe und Konflikte zu vermeiden. Der Besitz des Landes durch rechtlichen Erwerb sollte den Heiligen einen legitimen Anspruch in der Welt sichern (Vers 27) und potenziellen Zorn der Umgebung dämpfen. 

Kommende Kriege und Sammlung 

In den Versen 32–37 weitet der Herr seinen Blick und spricht von kommenden Kriegen, Gerichtshandlungen und geistiger Trennung in den letzten Tagen. Er bezeichnet Zion als Zufluchtsort: ein Ort des Friedens und der Sicherheit, während die Welt durch Kriege erschüttert wird (D&C 45:66). Die Sammlung nach Zion ist somit nicht nur ein Gebot, sondern eine Rettungsmaßnahme. Die Heiligen sollten aktiv daran mitwirken, indem sie Gerechtigkeit leben, geistig wachsam sind und auch andere zur Umkehr aufrufen – durch Wort und durch „Flucht“ (Vers 37), d. h. durch ihr Handeln. 

Praktische Anweisungen an Kirtland 

Die Verse 38–48 enthalten sehr konkrete Anweisungen an die Heiligen in Kirtland. Die Farm, auf der Joseph Smith zeitweise lebte, gehörte Isaac Morley. Der Herr beauftragte Titus Billings, diese Farm zu verkaufen, um den Erlös zur Unterstützung Zions zu verwenden (Vers 39). Ebenso wurde Newel K. Whitney, der Besitzer eines Ladens, aufgefordert, Geldmittel zu sammeln und zu senden, um den Aufbau Zions zu finanzieren. Dies zeigt, dass geistige Ziele auch praktische Mittel erfordern: Zion entsteht nicht durch Träume allein, sondern durch gelebte Opferbereitschaft. 

Die Offenbarung legt großen Wert auf die Rolle einzelner Heiliger und deren finanzielles und organisatorisches Engagement. Wer sich an diesem Werk beteiligt, dem wird ein Erbteil sowohl in dieser als auch in der zukünftigen Welt verheißen (Vers 48). 

Blick auf das Millennium 

Die Verse 49–54 geben einen prophetischen Ausblick auf das zweite Kommen Jesu Christi und das tausendjährige Friedensreich. Der Herr spricht von einer Zeit, in der der Tod überwunden wird, Menschen verwandelt werden und in einem Zustand höherer Heiligkeit leben. Diese Vision war ein enormer Trost für eine Gemeinschaft, die sich ständig zwischen Aufbruch und Verfolgung bewegte. Besonders auffällig ist die Warnung vor den „törichten Jungfrauen“ – ein Hinweis, dass Selbstzufriedenheit auch unter Mitgliedern der Kirche gefährlich sein kann. Nur wer geistig vorbereitet ist, wird den kommenden Tag des Herrn bestehen. 

Warnung an Sidney Rigdon 

In den Versen 55–58 wird Sidney Rigdon direkt zurechtgewiesen. Ihm war aufgetragen worden, eine Beschreibung des Landes Zion zu schreiben, die Neuankömmlingen bei der Orientierung helfen sollte. Stattdessen verfasste er eine dramatische Mahnschrift über die Zerstörung der Welt – ein Schritt, den der Herr nicht annahm, da Rigdon dabei offenbar den Geist betrübte und sich selbst erhöhte (Vers 55). Dies ist ein eindrückliches Beispiel, dass auch Berufene fehlbar sind und göttlicher Rat angenommen werden muss. 

Heiligkeit und Umgang mit dem Namen des Herrn 

Die Verse 59–64 betonen die Heiligkeit des Namens Jesu Christi und warnen davor, diesen ohne Vollmacht oder im Alltag leichtfertig zu verwenden. Der Missbrauch göttlicher Dinge zieht Schuld nach sich. Der Herr erklärt, dass viele in der Kirche selbst unter diesem Schuldspruch stehen (Vers 62), weil sie geistige Dinge ohne Ernst und Andacht behandeln. Die Heiligen sollten sich daher reinigen, damit sie vom Herrn anerkannt werden. 

Abschluss und neue Station 

In den letzten beiden Versen (65–66) fordert der Herr Joseph Smith und Sidney Rigdon auf, sich ein neues Zuhause zu suchen – eine Vorbereitung auf den Umzug zum Haus von John Johnson in Hiram, Ohio, wo viele bedeutende Offenbarungen folgen sollten. Gleichzeitig erinnert der Herr daran, dass all diese Prüfungen zu einem „größeren und ewigen Maß an Herrlichkeit“ führen können – sofern sie geduldig überwunden werden. 

Heutige Anwendung von Lehre und Bündnisse 63:24–66 

Dieser Abschnitt hat auch heute große Relevanz – geistlich wie praktisch: 

  1. Zion aufbauen – nicht in Hast, sondern in Ordnung 
    Der Aufbau eines „Zionslebens“ – ob in der Gemeinde, im Zuhause oder in einer Gesellschaft – erfordert Planung, Opfer, Gerechtigkeit und Geduld. Wir können nicht „in Hast“ Zion aufbauen, sondern müssen durch Weisheit, rechtmäßiges Handeln und Rechtschaffenheit vorgehen. 

  1. Falsche Mittel führen zu falschen Zielen 
    Wie in Vers 29 betont, kann das Reich Gottes nicht durch weltliche Mittel (z. B. Macht, Geldgier, Gewalt) errichtet werden. Auch heute werden wir manchmal versucht, geistige Ziele mit unlauteren Mitteln erreichen zu wollen – sei es durch Manipulation, Ungeduld oder Unglauben. Der Herr aber fordert uns zur Integrität auf. 

  1. Warnung an die Kirche selbst 
    Viele Warnungen in diesen Versen richten sich nicht an Außenstehende, sondern an Mitglieder der Kirche. Das ist eine Einladung zur Selbstprüfung: Behandle ich den Namen Jesu Christi mit der gebührenden Ehrfurcht? Bin ich geistig wach und bereit für Sein Kommen? Oder habe ich mich – wie die törichten Jungfrauen – zu sehr auf die Mitgliedschaft allein verlassen? 

  1. Geduld in Prüfungen 
    Der Herr verspricht nicht sofortige Erfüllung aller Verheißungen. Aber Er verspricht, dass Prüfungen in Geduld zu überwinden sind – als Weg zu ewiger Herrlichkeit (Vers 66). Diese Geduld ist im Alltag oft die eigentliche Prüfung des Glaubens. 

  1. Praktische Treue ist Teil geistiger Reife 
    Wie in Kirtland: Opfer bringen, Finanzen ordnen, Verantwortung übernehmen – das alles war Teil des Zionsaufbaus. Auch heute ist es ein Zeichen geistiger Reife, wenn Mitglieder in zeitlichen Dingen treu, großzügig und engagiert sind. 

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Eine Quelle lebendigen Wassers

13. Juni 2025, 04:47am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild Quelle)

“Aber wer meine Gebote hält, dem werde ich die Geheimnisse meines Reiches geben, und diese werden in ihm eine Quelle lebendigen Wassers sein, das zu immerwährendem Leben emporquillt.” (Lehre und Bündnisse 63:23). 

„Horcht auf, o ihr Volk“ – Zentrale Lehren aus LuB 63:1–23 für unsere Zeit 

L&B 63:1–23 ist ein mächtiger Abschnitt, in dem der Herr durch Joseph Smith zu einer jungen, aber mit Herausforderungen kämpfenden Kirche spricht. Diese Verse enthalten Ermahnungen, Warnungen und tiefgreifende geistige Prinzipien, die auch heute – in einer moralisch und geistig orientierungslosen Welt – unmittelbar anwendbar sind. 

1. Der Herr spricht mit Vollmacht (Verse 1–6) 

Der Abschnitt beginnt mit einem dramatischen Appell: 

„Horcht auf, o ihr Volk, und öffnet euer Herz … und vernehmt das Wort des Herrn und seinen Willen in Bezug auf euch“ (Vers 1). 

Die Sprache ist klar und direkt. Der Herr stellt sich selbst als der allmächtige Gott vor – als der, der „nach seinem eigenen Willen und Wohlgefallen aufbaut und zerstört“ (V. 4). Diese Selbstdarstellung erinnert uns daran, dass Gott nicht nur ein liebender Vater ist, sondern auch ein gerechter Richter. 

Lehre für heute: 
In einer Zeit, in der viele Menschen das Bild Gottes auf reine Liebe reduzieren und dabei seine Gerechtigkeit und Majestät vergessen, ruft uns der Herr auf, ihn auch in seiner Macht, Heiligkeit und Gerechtigkeit zu erkennen. Unsere Beziehung zu ihm muss auf Ehrfurcht, Demut und Gehorsam beruhen. 

2. Zeichen sind kein Ersatz für Glauben (Verse 7–12) 

„Wer nach Zeichen trachtet, wird Zeichen sehen, aber nicht zur Errettung“ (Vers 7). 
„Glaube kommt nicht durch Zeichen, sondern Zeichen folgen denen, die da glauben“ (Vers 9). 

Der Herr kritisiert deutlich jene, die Wundern und Zeichen hinterherlaufen, um zu glauben. Er unterscheidet zwischen echtem Glauben – der aus dem Herzen kommt und auf Vertrauen basiert – und einem oberflächlichen Wunsch nach Sensation. 

Lehre für heute: 
In unserer modernen Welt, in der „Beweise“ und „Sichtbares“ oft als höchste Autorität gelten, fordert der Herr uns auf, den geistigen Weg zu wählen: Vertrauen statt fordern, glauben statt sehen. Wahren Gläubigen werden Zeichen und Wunder geschenkt – aber nicht als Voraussetzung für den Glauben, sondern als Folge des Glaubens. Dies steht im Kontrast zu einem Zeitgeist, der Gott ständig „beweisen“ will, statt ihn zu erkennen. 

3. Moralische Reinheit ist unerlässlich (Verse 13–19) 

Der Herr spricht sehr deutlich über das Problem der Unmoral unter den Heiligen: 

„Es waren unter euch Ehebrecher und Ehebrecherinnen …“ (Vers 14) 
„Wer eine Frau ansieht, dass es ihn nach ihr gelüstet … wird den Glauben verleugnen“ (Vers 16) 

Hier wird sichtbar, wie eng geistige Kraft mit persönlicher Reinheit verbunden ist. Wer sich moralisch verunreinigt – selbst nur im Herzen – verliert den Heiligen Geist und den Glauben. Es geht nicht nur um äußere Taten, sondern auch um die inneren Gedanken und Wünsche, die vor dem Herrn offenbar sind. 

Lehre für heute: 
Pornografie, sexuelle Freizügigkeit und der Verlust von Schamgefühl sind in der heutigen Gesellschaft weit verbreitet. Doch diese Verse erinnern uns daran, dass moralische Reinheit – nicht nur im Verhalten, sondern auch im Herzen – eine unverzichtbare Grundlage für geistige Stärke und die Gegenwart des Geistes ist. Wer sich auf den Herrn ausrichten will, muss seinen Blick, seine Gedanken und seine Absichten reinigen. 

4. Warnung vor Heuchelei in der Kirche (Vers 19) 

„Ihr seid nicht gerechtfertigt, denn dies alles kommt unter euch vor“ (Vers 19). 

Diese schlichte Aussage ist schneidend. Der Herr spricht hier nicht zu „denen draußen“, sondern zu den Mitgliedern seiner eigenen Kirche. Es sind nicht die Weltmenschen, die hier kritisiert werden – sondern wir selbst. 

Lehre für heute: 
Heuchelei, Doppelmoral und der Wunsch, sich nach außen fromm zu geben, während im Verborgenen Sünde herrscht, gefährden nicht nur unser persönliches Heil, sondern auch das geistige Fundament der Kirche. Diese Verse rufen uns auf, ehrlich vor Gott zu stehen, Umkehr zu üben und unser Leben aufrichtig nach seinem Willen auszurichten. 

5. Verheißungen an die Treuen (Verse 20–23) 

Doch mitten in diesen ernsten Warnungen findet sich auch große Hoffnung: 

„Wer im Glauben ausharrt und meinen Willen tut, der wird überwinden und wird ein Erbteil auf der Erde empfangen“ (Vers 20). 
„… dem werde ich die Geheimnisse meines Reiches geben, und diese werden in ihm eine Quelle lebendigen Wassers sein“ (Vers 23). 

Diese Verse sprechen von der Verklärung der Erde und davon, dass diejenigen, die dem Herrn treu sind, ein Erbteil in Zion empfangen werden. Ihnen wird es gegeben sein, tiefe geistige Erkenntnis zu erlangen – das „lebendige Wasser“, das in ihnen quillt. 

Lehre für heute: 
In einer Welt voller Unruhe und Verwirrung verheißt der Herr denen, die gehorsam sind und seine Gebote halten, inneren Frieden, Führung durch Offenbarung und ein zukünftiges Erbe in seinem Reich. Besonders Vers 23 ist eine Einladung zu tieferer geistiger Suche: Wer den Herrn liebt und dient, wird mit göttlichem Wissen erfüllt – nicht nur in der Zukunft, sondern schon hier und jetzt. 

Fazit: Eine Botschaft mit Nachdruck – und Hoffnung 

L&B 63:1–23 ist eine ernste, direkte und aufrüttelnde Botschaft. Der Herr ruft sein Volk zur Umkehr, zum Glauben und zur geistigen und moralischen Reinheit. Die Lehren sind klar: 

  • Gott ist mächtig und spricht mit Vollmacht. 

  • Wahrer Glaube basiert nicht auf Zeichen, sondern auf Vertrauen. 

  • Sündhafte Gedanken und Taten zerstören den Glauben. 

  • Heiligkeit ist mehr als äußeres Verhalten – sie beginnt im Herzen. 

  • Den Gehorsamen verheißt der Herr Führung, Erkenntnis und ein ewiges Erbe. 

Diese Prinzipien sind heute vielleicht wichtiger denn je. Inmitten von gesellschaftlichem Chaos, spiritueller Leere und moralischer Beliebigkeit ruft der Herr uns auf, ein heiliges Volk zu sein – innen wie außen. Wenn wir seinem Ruf folgen, wird er uns nicht nur stärken, sondern mit lebendigem Wasser segnen, das zu ewigem Leben führt. 

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Dem werde ich die Geheimnisse meines Reiches geben

12. Juni 2025, 05:22am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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“Aber wer meine Gebote hält, dem werde ich die Geheimnisse meines Reiches geben, und diese werden in ihm eine Quelle lebendigen Wassers sein, das zu immerwährendem Leben emporquillt.” (Lehre und Bündnisse 63:23). 

Historie zu Lehre und Bündnisse 63 

Der Abschnitt wurde am 30. August 1831 durch Joseph Smith in Kirtland, Ohio, empfangen. Es war eine kritische Phase in der jungen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Der Prophet Joseph Smith war soeben von einer bedeutsamen Reise zurückgekehrt, bei der die heiligen Stätten im westlichen Missouri – vor allem in Jackson County – bestimmt und geweiht worden waren. Am 2. August 1831 war das Land Zion offiziell dediziert worden, und am nächsten Tag wurde der zukünftige Tempelplatz in Independence geweiht. Die Freude über diese Offenbarungen war groß, aber auch die Herausforderungen nahmen zu. 

Die Rückkehr nach Kirtland am 27. August 1831 war für Joseph Smith und seine Gefährten ernüchternd. Während ihrer Abwesenheit hatte sich unter den Mitgliedern in Ohio Unruhe breitgemacht. Einige waren abgefallen, andere hatten sich schwerer Sünden wie Ehebruch, Heuchelei und Rebellion gegen die Kirchenführung schuldig gemacht. John Whitmer schrieb später, dass die Kirchen während der Abwesenheit der Ältesten „viel Ermahnung“ nötig hatten, da „viele abgefallen“ seien. Auch Joseph Smith selbst bemerkte die "Anstrengungen Satans", die Gläubigen zu blenden und vom Licht Christi fernzuhalten. 

Diese Umstände bildeten den unmittelbaren Anlass für die Offenbarung in Abschnitt 63. Joseph hatte den Herrn um Weisung gebeten bezüglich der praktischen und geistlichen Fragen rund um den Aufbau Zions: Wer sollte gehen? Wann? Wie sollten die notwendigen Mittel aufgebracht werden? Was sollte mit dem Eigentum der Mitglieder in Kirtland geschehen, insbesondere mit bedeutenden Besitztümern wie der Farm von Isaac Morley oder dem Laden von Newel K. Whitney? Besonders pikant war die Situation, dass Joseph selbst mit seiner Familie auf der Morley-Farm lebte – ein Verkauf hätte ihn obdachlos gemacht. 

Zudem war die Offenbarung auch eine Reaktion auf das Verhalten einiger Kirchenmitglieder in Kirtland, die in moralische Verfehlungen gefallen waren. Der Herr warnte deutlich vor den Folgen solcher Sünden und bekräftigte erneut die Bedeutung von Gehorsam, Heiligkeit und geistlicher Reinheit beim Aufbau Zions. 

Die Offenbarung ist daher vielschichtig: Sie verbindet strenge Warnungen mit inspirierter Planung und richtungsweisenden Prinzipien für die Sammlung der Heiligen, die Vorbereitung auf das Zweite Kommen Christi und die Aufrichtung Zions auf Erden. 

Zentrale Inhalte von Abschnitt 63 

Die Offenbarung gliedert sich in mehrere Schwerpunkte, die alle eng miteinander verknüpft sind: 

  1. Warnung vor Gericht und Aufruf zur Umkehr (Verse 1–6): 
    Der Herr erklärt, dass ein Tag des Grimms bevorsteht, an dem die Schlechten vernichtet werden. Diese prophetische Warnung ist typisch für die Apokalypse des Letzten Tages und will die Heiligen zur Umkehr aufrufen. 

  1. Zeichen und Wunder durch Glauben (Verse 7–12): 
    Der Herr erklärt, dass Zeichen nicht automatisch Glauben erzeugen, sondern dass wahre Zeichen jenen folgen, die bereits Glauben besitzen. Es wird davor gewarnt, Zeichen zu fordern als Bedingung für den Glauben. 

  1. Verurteilung von moralischem Verfall (Verse 13–19): 
    Besonders scharf ist die Verurteilung von Ehebruch und Unreinheit. Der Herr spricht von jenen, die „im Herzen ehebrecherisch“ sind – das erinnert an die Worte Jesu in der Bergpredigt (Matthäus 5:27–28) und zeigt, dass innere Reinheit genauso wichtig ist wie äußere. 

  1. Die Verklärung und verborgene Offenbarungen (Vers 21): 
    Interessanterweise erwähnt der Herr, dass der vollständige Bericht über die Verklärung Jesu (Matthäus 17) noch nicht offenbart wurde. Dies deutet auf weitere zukünftige Offenbarungen hin und verweist auf das Prinzip der fortschreitenden Offenbarung. 

  1. Zion und das Eigentum der Heiligen (Verse 24–35): 
    Der Herr gibt konkrete Anweisungen zur Beschaffung von Land in Zion und zur klugen Verwaltung von Gütern. Eigentum in Kirtland soll behalten oder an die Kirche übertragen werden, während Land in Missouri gekauft werden soll – alles unter geistlicher Leitung. 

  1. Zweite Ankunft Christi und das Millennium (Verse 49–54): 
    Christus verheißt denen, die treu bleiben, Segnungen bei seinem Zweiten Kommen, in der Auferstehung und während des Tausendjährigen Reiches. Zion wird als vorbereiteter Ort dargestellt. 

  1. Warnung gegen missbräuchlichen Gebrauch des Namens Gottes (Verse 59–66): 
    Es wird davor gewarnt, den Namen des Herrn ohne göttliche Vollmacht zu verwenden – eine Anspielung auf falsche Propheten und selbsternannte Führer. 

Heutige Anwendung – Was wir daraus lernen können 

Abschnitt 63 ist nicht nur ein historisches Dokument einer kritischen Übergangszeit in der frühen Kirche. Es enthält Prinzipien, die auch heute tiefgehende Bedeutung haben. 

  1. Zion beginnt mit persönlicher Heiligkeit: 
    Zion ist nicht nur ein geographischer Ort – es ist ein Zustand des Herzens. Die Heiligen sollten nicht nur nach Missouri reisen, sondern sich innerlich vorbereiten. Auch heute gilt: Wer an der Aufrichtung Zions mitwirken will, muss geistlich bereit sein – durch Glauben, Gehorsam, moralische Reinheit und Hingabe. 

  1. Göttliche Zeichen bestätigen, sie ersetzen nicht den Glauben: 
    In einer Zeit der schnellen Information, Sensationsgier und spiritueller Ungeduld erinnert uns dieser Abschnitt daran, dass der Glaube vor den Zeichen kommt. Wahre geistige Erfahrungen folgen auf Gehorsam, nicht umgekehrt. 

  1. Gottes Werk verlangt Ordnung und Opferbereitschaft: 
    Der Aufbau Zions erforderte damals wie heute praktische Planung, Spenden, Eigentumsverzicht und gemeinsame Anstrengung. Heute bedeutet das, dass wir unsere Zeit, Talente und Mittel dem Werk Gottes weihen sollten – durch Gemeindedienst, Familienarbeit und Hilfsbereitschaft. 

  1. Göttliche Warnungen sind Ausdruck der Liebe: 
    Die scharfen Tadel in dieser Offenbarung zeigen, dass der Herr seine Kinder nicht in die Irre laufen lassen will. Seine Warnungen gelten nicht aus Rachsucht, sondern aus väterlicher Sorge. Auch heute gibt es geistige Gefahren – Gleichgültigkeit, moralischer Relativismus, Stolz – vor denen wir uns hüten sollen. 

  1. Der Herr offenbart weiterhin seinen Willen: 
    Der Hinweis, dass manche Dinge noch nicht offenbart wurden, erinnert uns an das Prinzip der fortschreitenden Offenbarung. Auch heute empfangen wir Führung durch lebende Propheten und durch persönliche Offenbarung. Die Bereitschaft, Gottes Willen zu suchen und zu empfangen, ist entscheidend. 

  1. Der Aufbau Zions ist ein Gemeinschaftswerk: 
    Abschnitt 63 zeigt, wie wichtig Koordination, Kommunikation und Treue innerhalb der Gemeinschaft sind. Jeder Heilige hatte eine Rolle – durch Gebet, Spenden, Gehorsam oder Dienst. Auch heute ist es unsere gemeinsame Aufgabe, Zion aufzubauen – in unseren Häusern, Gemeinden und Herzen. 

Schlussgedanke 

L&B 63 ist ein kraftvolles Zeugnis für die Notwendigkeit von geistiger Wachsamkeit, moralischer Reinheit und organisierter Vorbereitung beim Aufbau des Reiches Gottes. In einer Zeit der Unruhe, in der einige abfielen und andere festhielten, offenbarte der Herr klare Anweisungen und erneuerte Verheißungen. Diese Offenbarung ruft uns heute auf, ebenfalls wachsame, reine und opferbereite Erbauer Zions zu sein – in Erwartung des kommenden Herrn. Der Tag des Herrn wird kommen, und wer ihm treu bleibt, wird in der Herrlichkeit stehen. 

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Das Zeugnis, das ihr gegeben habt, ist im Himmel aufgezeichnet

11. Juni 2025, 05:32am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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“Doch seid ihr gesegnet, denn das Zeugnis, das ihr gegeben habt, ist im Himmel aufgezeichnet, sodass die Engel es betrachten können; und sie freuen sich über euch, und eure Sünden sind euch vergeben.” (Lehre und Bündnisse 62:3). 

Historie zu Lehre und Bündnisse 62 

Die Offenbarung, die heute als L&B 62 bekannt ist, wurde am 13. August 1831 durch den Propheten Joseph Smith in Chariton, Missouri empfangen. Dieses Datum liegt am Ende einer herausfordernden Reise für Joseph Smith und mehrere Älteste der Kirche, die zuvor von Kirtland, Ohio, nach Independence, Missouri, gereist waren, um dort die "Stadt Zions" zu finden und bestimmte Offenbarungen zu empfangen. Es war ein Auftrag mit spiritueller Bedeutung und voller logistischer Herausforderungen. 

Die Reise von Missouri zurück nach Ohio führte zunächst entlang des Missouri River – einer Reise, die sich als gefährlich und aufreibend erwies. Die Gruppe entschied schließlich, den Fluss zu verlassen und über Land weiterzureisen. Als sie am 13. August Chariton erreichten, trafen sie dort zufällig auf eine andere Gruppe von Ältesten, die sich noch auf dem Hinweg nach Independence befand. Zu dieser zweiten Gruppe gehörten Hyrum Smith (Josephs Bruder), David Whitmer, John Murdock und Harvey Whitlock. Diese Begegnung war nicht geplant, erwies sich aber als äußerst freudig und erfüllte ein göttliches Versprechen. 

Die zweite Gruppe hatte sich ebenfalls dem Missionsauftrag gewidmet und predigte das Evangelium erfolgreich auf ihrem Weg. Aufgrund gesundheitlicher Probleme von John Murdock hatte sich ihre Reise verzögert. Gerade durch diese Verzögerung – und die Schwierigkeiten der ersten Gruppe auf dem Fluss – kam es zu dieser unerwarteten und herzlichen Begegnung, die Joseph Smith in seiner Geschichte als ein Treffen von Brüdern beschreibt, „die tatsächlich für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben kämpfen“ (vgl. Joseph Smith—History, vol. A-1, S. 145). 

Inmitten dieser freudigen Wiedervereinigung wandte sich Joseph Smith an den Herrn, um Offenbarung darüber zu erhalten, wie diese Brüder ihre Reise fortsetzen sollten. Die Antwort kam in Form der heutigen Offenbarung D&C 62. 

Zentrale Inhalte der Offenbarung 

In dieser Offenbarung lobt der Herr die Treue und das Zeugnis der reisenden Ältesten. Er versichert ihnen, dass jedes aufrichtige Zeugnis, das sie gegeben haben, vor dem Himmel und den Engeln aufgezeichnet worden ist (V. 3). Diese Aussage zeigt die große Wertschätzung, die der Herr dem persönlichen Zeugnis und dem Missionsdienst seiner Diener entgegenbringt. 

Anschließend gibt der Herr den Brüdern Handlungsfreiheit hinsichtlich ihrer Reiseroute und ihrer Begleitung. Sie können alle gemeinsam reisen oder sich zu zweit aufteilen, auf welchem Transportmittel auch immer sie möchten – ob auf Pferden, Maultieren oder in Wagen. Wichtig ist, dass sie treu sind, weiterhin Zeugnis geben und den Heiligen helfen, sich zu versammeln (V. 6–7). 

Diese Betonung zeigt ein Muster, das sich in den Offenbarungen dieser Zeit oft wiederfindet: Der Herr macht deutlich, was Ihm wichtig ist – und überlässt andere, weniger bedeutende Entscheidungen dem Urteil seiner Diener. 

Die Bedeutung des freien Willens 

In Vers 8 finden wir eine besonders bedeutsame Lehre: 
„Denn nachdem sie Rat von mir empfangen haben, so sollen sie, wenn sie es wünschen, weiterziehen, und so wie sie sich beraten, so soll es geschehen.“ 

Diese Aussage drückt ein Prinzip aus, das sich durch viele Offenbarungen zieht: Gott achtet den freien Willen seiner Kinder und traut ihnen zu, weise Entscheidungen zu treffen, insbesondere wenn sie zuvor von ihm Unterweisung empfangen haben. Dieses Gleichgewicht zwischen göttlicher Führung und eigenverantwortlichem Handeln ist ein zentrales Merkmal reifer geistiger Entscheidungsfindung. 

Lehren für uns 

1. Gott kennt unsere Anstrengungen und ehrt unsere Zeugnisse 

Vers 3 vermittelt eine machtvolle Wahrheit: Nichts, was wir aufrichtig im Dienst Gottes tun, bleibt unbeachtet. Auch wenn unser Einsatz klein oder unscheinbar erscheint – der Himmel nimmt davon Notiz. Dies motiviert besonders jene, die als Missionare, Lehrer, Eltern oder Mitglieder täglich ihr Zeugnis leben, oft ohne sichtbaren Erfolg. Gott sieht, was wir tun, und es ist ihm wohlgefällig. 

2. Manches ist dem Herrn wichtig – anderes überlässt er uns 

Die Offenbarung macht klar: Es gab Dinge, die dem Herrn wichtig waren – wie Treue, Zeugnisgeben und die Sammlung Zions (V. 5–7). Andere Entscheidungen, etwa Reiseroute, Transportmittel oder Reisegruppe, waren nicht entscheidend und wurden den Ältesten selbst überlassen. 

Dieses Prinzip ist auch heute relevant. Es gibt Entscheidungen, die eine moralische oder geistige Tragweite haben – etwa, ob wir die Gebote halten, die Versammlungen besuchen oder unseren Glauben bezeugen. Aber viele Alltagsentscheidungen – etwa, welchen Studiengang wir wählen oder wohin wir in den Urlaub fahren – können wir in Eigenverantwortung treffen, solange wir im Glauben leben und den Geist nicht betrüben. 

Dieses Prinzip ist hilfreich, wenn wir das Gefühl haben, wir müssten für jede kleine Entscheidung eine Offenbarung empfangen. Der Herr erwartet von uns, dass wir unsere Urteilsfähigkeit entwickeln und Weisheit mit Offenbarung verbinden. 

3. Wir sollen die Führung des Geistes mit eigenem Denken kombinieren 

In Vers 8 spricht der Herr von einem Grundsatz, der heute genauso gilt wie damals: 
Göttliche Führung bedeutet nicht immer eine konkrete Anweisung. Manchmal gibt uns der Herr einen Rahmen, innerhalb dessen wir frei handeln dürfen. Wenn wir zuvor um Weisung gebeten haben, dürfen wir vertrauen, dass unsere Entscheidungen – wenn sie im Geist der Offenbarung und Rechtschaffenheit getroffen werden – vom Herrn getragen werden. 

Dieser Grundsatz entspricht dem bekannten Prinzip aus L&B 9:8: Wir sollen nachdenken, einen Entschluss fassen und dann um Bestätigung durch den Geist bitten. In einer Zeit, in der viele junge Menschen Angst vor Fehlentscheidungen haben, ist diese Lehre besonders stärkend: Der Herr erwartet nicht Perfektion, sondern weises, gläubiges Handeln. 

4. Geistige Begegnungen sind oft das Ergebnis von schwierigen Wegen 

Die Begegnung zwischen Joseph Smith und den verspäteten Ältesten war nicht geplant – aber sie war prophetisch. Wäre Josephs Gruppe ohne Schwierigkeiten über den Missouri gereist, hätten sie die anderen Brüder nie getroffen. Doch durch die Umwege, Verzögerungen und Herausforderungen führte der Herr beide Gruppen zu einem geistigen Treffpunkt. 

Auch in unserem Leben dürfen wir darauf vertrauen, dass Hindernisse nicht immer vom Feind kommen – manchmal sind sie Mittel in der Hand Gottes, um uns an den Ort zu führen, wo wir gebraucht werden oder etwas lernen sollen. 

Schlussgedanke 

L&B 62 ist eine kurze, aber tiefgründige Offenbarung. Sie zeigt einen liebevollen und wohlwollenden Gott, der sich über das Zeugnis seiner Kinder freut, unsere Treue anerkennt und uns Verantwortung für unsere Entscheidungen überträgt. 

In einer Welt voller Wahlmöglichkeiten und Unsicherheiten dürfen wir daraus lernen: 

  • Gott sieht unseren Einsatz und ehrt unser aufrichtiges Zeugnis. 

  • Nicht jede Entscheidung muss durch Offenbarung getroffen werden – oft reicht unser weises, vom Geist begleitete Urteilsvermögen. 

  • Gott achtet unsere Entscheidungsfreiheit – solange wir nach Wahrheit und Gerechtigkeit trachten. 

  • Auch unerwartete oder schwierige Wege können zu göttlich vorbereiteten Begegnungen führen. 

So wie die Ältesten damals, sind auch wir heute eingeladen, treu, aktiv und mutig voranzugehen – mit dem Wissen, dass der Herr unsere Schritte lenkt, wenn wir ihm unser Herz übergeben. 

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Seid guten Mutes

10. Juni 2025, 04:33am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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“Und nun, wahrlich, ich sage euch, und was ich zu einem sage, das sage ich zu allen: Seid guten Mutes, kleine Kinder, denn ich bin mitten unter euch, und ich habe euch nicht verlassen;” (Lehre und Bündnisse 61:36). 

Historie zu Lehre und Bündnisse 61 

Im Sommer 1831 war eine Gruppe von Priestertumsführern der jungen Kirche Jesu Christi in Missouri versammelt worden, um das Gebiet für die Stadt Zion zu erkunden. Nach dieser Konferenz erhielten die Männer den Auftrag, nach Ohio zurückzukehren, viele von ihnen mit Missionsaufträgen. Einige – darunter Joseph Smith, Oliver Cowdery, Sidney Rigdon, William W. Phelps und weitere Älteste – beschlossen, den Rückweg zunächst per Kanu über den Missouri River anzutreten. 

Der Missouri galt als besonders tückischer Fluss: voller verborgener Hindernisse wie treibender Baumstämme („sawyers“) und mit reißenden Strömungen. Selbst erfahrene Dampfschiffkapitäne fürchteten diesen Fluss. Doch die Gruppe war unerfahren im Umgang mit Kanus, und die Reise wurde schnell gefährlich und angespannt. 

Bereits am dritten Tag auf dem Wasser ereigneten sich beinahe schwere Unfälle. Ein Kanu schlug fast um, als es mit einem Baumstamm kollidierte. Joseph Smith nahm die Situation sehr ernst und riet dazu, den Fluss zu verlassen. Einige warfen ihm vor, ein Feigling zu sein. Der Unfriede wuchs, nicht nur wegen der äußeren Gefahr, sondern auch durch innere Spannungen in der Gruppe. Oliver Cowdery war tief enttäuscht vom Verhalten einiger Ältester und warnte sie prophetisch, dass ein Unfall drohen würde, wenn sie ihr Verhalten nicht änderten. 

William W. Phelps hatte zu diesem Zeitpunkt eine bemerkenswerte Vision: Er sah am helllichten Tag den „Zerstörer in seiner schrecklichsten Macht auf dem Wasser einherfahren“. Andere hörten zwar ein Geräusch, sahen aber nichts. Diese Vision wurde später in ihrer Bedeutung unterschiedlich gedeutet – manche glaubten, Satan hätte die Macht über das Wasser. Doch L&B 61 stellt diese Auffassung richtig. 

Nach einer durchstrittenen Ratsversammlung in der Nacht versöhnten sich die Männer weitgehend miteinander. Am nächsten Morgen, nach dem gemeinsamen Gebet, empfing Joseph Smith die Offenbarung, die heute in L&B 61 überliefert ist. Darin erklärte der Herr unter anderem: 

  • Die Ältesten wurden vor unnötiger Reise auf diesem Fluss gewarnt, insbesondere wenn sie nicht im Glauben unterwegs seien (Vers 18). 

  • Der Herr erklärte, nicht Satan, sondern er selbst habe alle Macht über das Wasser (Vers 1), und er könne seine Diener beschützen oder richten – je nach ihrem Gehorsam und Glauben (Verse 10–11). 

  • Die Ältesten sollten sich aufteilen, um zu zweit das Evangelium zu predigen (Verse 30–33). 

  • Wer umkehrt und sich dem Herrn demütig unterwirft, empfängt Vergebung und Schutz (Verse 12, 36). 

Die Reise wurde neu geordnet. Einige gingen zu Fuß weiter, andere setzten – mit der Zustimmung des Herrn – ihre Reise auf dem Wasser fort, soweit sie im Glauben und mit Auftrag unterwegs waren. William W. Phelps, dem in der Offenbarung zugesichert wurde, dass er sicher reisen dürfe, setzte seinen Weg per Boot fort. Später veröffentlichte er diese Offenbarung im Kirchenblatt The Evening and the Morning Star und warnte dort vor den spezifischen Risiken des Missouri, inklusive Krankheiten wie der Cholera, die sich auf verschmutztem Wasser verbreiteten. 

Was wir heute aus Lehre und Bündnisse 61 lernen können 

1. Christus hat alle Macht – auch über die Elemente 

Der erste Vers ist ein machtvolles Bekenntnis: Jesus Christus ist Alpha und Omega, der Anfang und das Ende. Er regiert über alle Dinge, einschließlich der Wasser, der Erde, des Lebens und des Todes. Diese Wahrheit gibt Hoffnung in jeder Art von Gefahr – ob physisch, geistig oder emotional. Gerade in einer Zeit, in der viele Ängste kursieren – Naturkatastrophen, Krankheiten, politische Instabilität – ruft uns diese Offenbarung zur Vertrauensentscheidung auf: Wem glauben wir mehr – der Angst oder dem Herrn? 

2. Der Herr kann auch durch Krisen belehren 

Der Fluss Missouri war nicht nur ein gefährlicher Wasserweg, sondern auch ein Ort geistlicher Prüfung. Die Unfälle, die Streitigkeiten und die körperliche Erschöpfung führten zu Demut, Umkehr und schließlich zu Versöhnung. Der Herr erklärte, dass er sie diese Gefahren absichtlich erleben ließ, damit sie Zeugnis davon ablegen könnten (Vers 21). Daraus lernen wir: Nicht jede Not wird vermieden, aber jede kann zur Segnung werden, wenn wir den Herrn darin erkennen. 

3. Missionarische Arbeit ist nicht gehetzt, sondern geführt 

Der Herr sagte den Ältesten ausdrücklich, dass sie nicht hastig reisen, sondern in Zusammenkünften das Wort predigen sollen (Vers 23). In einer Zeit wie heute, in der Effizienz, Geschwindigkeit und „Performance“ oft im Vordergrund stehen, erinnert uns der Herr: Wirkung entsteht durch Geist und Hingabe – nicht durch Tempo. Der Dienst am Nächsten braucht Zeit, Geduld und Bereitschaft, sich unterbrechen zu lassen. 

4. Das Wasser ist ein Symbol – der Glaube unser Schutz 

Obwohl Wasser in dieser Offenbarung als gefährlich beschrieben wird, bleibt es auch ein heiliges Symbol – etwa in der Taufe. Die Aussage, dass das Wasser „verflucht“ sei, bezieht sich auf konkrete Orte und historische Umstände (Missouri River in den 1830er Jahren), nicht auf eine generelle Aussage über das Element. Doch der Punkt bleibt: Wer sich ohne Glauben und ohne Auftrag in Gefahr begibt, ist nicht geschützt. Wer jedoch im Glauben handelt, wird bewahrt, auch in den unwegsamsten Umständen (Verse 10, 36–39). 

5. Der Herr gebraucht auch unsere Schwächen zur Reinigung 

Die Offenbarung zeigt einen Herrn, der nicht nur straft, sondern läutert und korrigiert. Die Spannungen und Kritik unter den Ältesten waren real. Und doch hielt der Herr die Gruppe zusammen – bis sie sich versöhnt hatten. Danach konnte er sie mit spezifischen Aufträgen aussenden. Auch heute gebraucht der Herr unsere Fehler und Konflikte als Werkzeuge, um uns zu reinigen, zu vereinen und zu stärken. 

Schlussgedanke 

L&B 61 ist ein einzigartiges Dokument: Es verbindet eine reale, gefährliche Reisesituation mit tiefgehenden geistlichen Wahrheiten. Es zeigt, dass Christus gegenwärtig ist, auch wenn wir an gefährlichen Ufern stehen – ob am Fluss des Missouri oder am Rand moderner Krisen. Seine Macht ist größer als alle Gefahr. Seine Gnade ist tiefer als unsere Fehler. Und seine Führung ist verlässlich – ob zu Wasser oder zu Lande. 

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Aus Menschenfurcht verbergen sie das Talent

9. Juni 2025, 04:36am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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“aber an einigen habe ich kein Wohlgefallen, denn sie wollen ihren Mund nicht auftun, sondern aus Menschenfurcht verbergen sie das Talent, das ich ihnen gegeben habe. Weh solchen, denn mein Zorn ist gegen sie entflammt.” (Lehre und Bündnisse 60:2). 

Historie zu Lehre und Bündnisse 60 

Am 8. August 1831 befand sich Joseph Smith mit mehreren Ältesten der Kirche in Independence, Jackson County, Missouri. Sie hatten kurz zuvor das Land Zion geweiht und ein Grundstück in der Nähe des Gerichtsgebäudes als Tempelplatz für das Neue Jerusalem bestimmt. Die Anwesenden gehörten zu einer Gruppe von Führern und Missionaren der Kirche, die von Kirtland, Ohio, nach Missouri gereist waren – einem beschwerlichen und entbehrungsreichen Weg, bei dem sie unterwegs das Evangelium predigen sollten (vgl. D&C 52). Nachdem die Weihung abgeschlossen war, wandten sich einige Älteste an Joseph Smith mit der Frage, was der Herr als Nächstes von ihnen erwartete. Als Antwort empfing der Prophet die Offenbarung, die heute als Abschnitt 60 im Buch Lehre und Bündnisse steht. 

Diese Offenbarung fällt in eine kritische Phase des frühen Kirchenwachstums. Die Gemeinde hatte begonnen, sich in Missouri zu sammeln, wie es in früheren Offenbarungen befohlen worden war, da dieses Gebiet als das verheißene Land Zion galt (vgl. D&C 57). Doch obwohl das Ziel der Reise erreicht war, blieb unklar, wie es für jene weitergehen sollte, die nun nicht dauerhaft in Missouri bleiben würden. 

In D&C 60 lobt der Herr jene Ältesten, die ihre Berufung ernst genommen und das Evangelium verkündigt hatten. Gleichzeitig tadelt er aber andere, die „aus Furcht“ geschwiegen hatten und ihre Talente – also geistige Gaben und Zeugnisse – verborgen hielten (Gleichnis mit den Talenten). Diese Zurückhaltung wird als eine Form der Untreue bezeichnet, mit der Warnung, dass sie das verlieren könnten, was ihnen gegeben wurde, wenn sie es nicht frei mit anderen teilen. 

Besondere Anweisungen erhielten Joseph Smith, Sidney Rigdon und Oliver Cowdery: Sie sollten mit einem Boot den Missouri River hinab nach St. Louis reisen und von dort weiter nach Cincinnati, um das Evangelium mit „Glauben und nicht mit Zorn“ zu verkündigen ("in den Zusammenkünften der Schlechten" *)). Wichtig war dabei, dass sie nicht trödelten oder ihre Zeit mit Nebensächlichkeiten vertaten – eine wiederkehrende Mahnung in diesem und folgenden Abschnitten (vgl. D&C 60:13). 

  • *) In L&B 60:13 fordert der Herr die Ältesten auf, das Evangelium auch in den „Zusammenkünften der Schlechten“ zu predigen. Diese Formulierung meint keine extrem verdorbenen Menschen, sondern solche, die das Evangelium noch nicht angenommen haben oder sich ihm widersetzen. Gemeint sind Versammlungen oder Orte, an denen Menschen leben, die fern vom Glauben stehen – oft auch feindlich gegenüber der Kirche eingestellt. Der Ausdruck erinnert an biblische Begriffe wie „Gottlose“ oder „Sünder“, etwa in Psalm 1. Der Herr betont, dass das Evangelium allen verkündet werden soll, auch dort, wo es unangenehm oder herausfordernd ist. Die Missionare sollen ihren Auftrag nicht scheuen, sondern mutig und treu erfüllen. 

Ein zentrales Thema dieser Offenbarung ist die Verantwortung, das Evangelium zu predigen, auch wenn es abgelehnt wird. Der Herr beauftragt die Ältesten, ihre Predigtreise in Zweiergruppen fortzusetzen, nachdem sie St. Louis erreicht haben, und die Frohe Botschaft allen zu bringen, die noch nicht umgekehrt sind. Dabei sollten sie geduldig, freundlich und ohne Provokation vorgehen. Wenn sie auf Ablehnung stoßen, sollten sie – statt lautstark zu verurteilen – ihre Füße abwaschen *), ein symbolischer Akt, der im Stillen vollzogen werden sollte, um am Jüngsten Tag ein Zeugnis gegen jene abzulegen, die die Wahrheit abgelehnt hatten. Dieser Brauch erinnert an neutestamentliche und alttestamentliche Traditionen (vgl. Lukas 10:10–11; D&C 60:15). 

  • *) Das Bild vom Staub von den Füßen schütteln in L&B 60:15 hat seine Wurzeln in der Bibel und dient als symbolischer Akt mit tiefer Bedeutung. Wenn Missionare eine Stadt oder Menschen verlassen, die das Evangelium ablehnen, sollen sie den Staub von ihren Füßen abschütteln – nicht aus Zorn, sondern als stilles Zeugnis vor Gott, dass sie ihre Pflicht erfüllt haben. Es bedeutet, dass die Verantwortung nun bei denen liegt, die die Botschaft abgewiesen haben. Zugleich ist es ein Zeichen der Abgrenzung und der geistigen Reinheit – der Missionar befreit sich symbolisch von der Last der Ablehnung und kann unbelastet weiterziehen. Der Herr weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass dieser Akt nicht öffentlich oder provozierend geschehen soll, sondern mit Würde und im Stillen – als Zeichen, dass das Evangelium treu angeboten wurde, auch wenn es nicht angenommen wurde. 

Die Offenbarung spiegelt auch organisatorische Entwicklungen innerhalb der Kirche wider. Bischof Edward Partridge, der in Missouri blieb, wurde beauftragt, den reisenden Ältesten Mittel zur Verfügung zu stellen, um ihre Missionsreise zu ermöglichen. Wer dazu in der Lage war, sollte das geliehene Geld später an Sidney Gilbert – Partridges Beauftragten – zurückzahlen. Dies zeigt, wie die frühe Kirche versuchte, geistige Aufgaben mit praktischer Verwaltung zu verknüpfen. 

Interessanterweise verweist der Herr in D&C 60:7 auf seine göttliche Natur mit den Worten „Ich bin“, ein klarer Rückgriff auf seinen biblischen Namen „Jehovah“ (vgl. Exodus 3:14). Dies verstärkt die Autorität seiner Worte und unterstreicht, dass seine Gebote heilig und bindend sind. 

Am Tag nach der Offenbarung, dem 9. August 1831, begaben sich Joseph Smith und zehn weitere Brüder in Kanus auf den Missouri River in Richtung St. Louis, wie es ihnen geboten worden war. In den Tagen darauf, während dieser Reise, erlebten sie gefährliche Situationen auf dem Fluss – Ereignisse, die Anlass für weitere Offenbarungen (D&C 61 und 62) gaben. 

 D&C 60 enthält zeitlose Lehren, die auch uns heute betreffen. Eine der zentralen Botschaften ist, dass wir unsere Talente und geistigen Gaben nicht verbergen dürfen. Der Herr tadelt jene, die schweigen, obwohl sie das Evangelium kennen, und warnt davor, dass geistige Gaben verloren gehen können, wenn wir sie nicht einsetzen. Das ermutigt uns, mutig Zeugnis zu geben – auch wenn es unangenehm oder herausfordernd ist. Zudem lehrt der Abschnitt, dass wir unsere Zeit nicht müßig vergeuden sollen. Der Dienst am Evangelium erfordert Einsatz und Zielstrebigkeit. Auch das Bild des Staubabschüttelns erinnert uns daran, dass wir für unsere Verkündigung verantwortlich sind – aber nicht für die Annahme durch andere. Wir sollen das Evangelium ehrlich und mit Liebe anbieten, ohne Zwang oder Provokation. Diese Prinzipien rufen uns dazu auf, aktiver, verantwortungsbewusster und vertrauensvoller im Werk des Herrn zu handeln. 

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Und in nichts beleidigt der Mensch Gott ... ausgenommen

7. Juni 2025, 05:21am

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Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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“Und in nichts beleidigt der Mensch Gott, oder gegen niemanden entflammt sein Grimm, ausgenommen diejenigen, die seine Hand nicht in allem anerkennen und seine Gebote nicht beachten.” (Lehre und Bündnisse 59:21). 

Lehre und Bündnisse 59:1-4 

Die Verse richten sich ursprünglich an die Colesville-Heiligen, die unter großen Entbehrungen nach Missouri kamen – besonders an die Familie Knight, deren Matriarchin Polly am Tag der Offenbarung starb. Der Herr spricht ihnen Trost zu: Wer mit Blick auf Gottes Herrlichkeit ins Land Zion gekommen ist, wird gesegnet. Wer lebt, wird die Erde ererben; wer stirbt, darf ruhen und eine Krone empfangen – ein Bild für Frieden, Ehre und ewiges Leben. 

Diese Verheißungen gelten auch heute. Der Herr verheißt nicht nur materielle Segnungen („die guten Dinge der Erde“), sondern auch „Segnungen von oben“ – und bemerkenswerterweise nennt er darunter auch „nicht wenige Gebote“. Das lehrt uns, dass Gebote keine Bürde sind, sondern ein göttliches Geschenk. Sie geben Richtung, formen unseren Charakter und laden Offenbarung ein. Wer treu und eifrig lebt, wird nicht nur vom Herrn geführt, sondern darf sich als Teilhaber seines Werkes verstehen – sowohl im Aufbau Zions als auch im persönlichen geistigen Wachstum. Die Verse laden dazu ein, unsere Hingabe zu erneuern und darin Sinn, Trost und Perspektive zu finden. 

Lehre und Bündnisse 59:5-8 

Hier fasst der Herr das Fundament christlicher Nachfolge in klaren, tiefgehenden Geboten zusammen. Im Zentrum steht das doppelte Liebesgebot: Gott mit ganzem Herzen, ganzer Kraft, ganzem Sinn und ganzer Macht zu lieben – und dem Nächsten mit der gleichen Achtung zu begegnen, wie man sich selbst liebt. Dieser Aufruf zur Ganzhingabe zeigt, dass wahre Jüngerschaft den ganzen Menschen beansprucht – nicht nur Taten, sondern auch Gedanken, Motive und Wünsche. 

Bemerkenswert ist auch, dass der Herr Dankbarkeit als ein ausdrückliches Gebot nennt: „Du sollst dem Herrn, deinem Gott, in allem danken.“ Dankbarkeit ist hier nicht nur eine gute Eigenschaft, sondern ein heiliger Ausdruck des Glaubens – ein Zeichen, dass wir Gottes Hand in unserem Leben erkennen und anerkennen. 

Der letzte Vers führt diese Grundhaltung zur höchsten Form des geistigen Opfers: ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist. Während das Gesetz des Mose materielle Opfer forderte, verlangt das Evangelium Jesu Christi eine innere Hingabe. Diese innere Opferbereitschaft – das bewusste Unterordnen des eigenen Willens unter Gottes Willen – ist die wahre Gabe, die wir bringen können. Damit zeigt sich, dass die Gebote nicht bloß moralische Regeln sind, sondern Ausdruck einer Beziehung zu Gott, die durch Liebe, Dankbarkeit und freiwillige Hingabe getragen wird. 

Lehre und Bündnisse 59:9-14 

Diese Verse geben eine tiefere Einsicht in den Sinn und die Heiligkeit des Sabbats. Der Herr erklärt, dass der heilige Tag dazu dient, „sich selbst noch mehr von der Welt unbefleckt zu halten“ (Vers 9). Der Sabbat ist nicht nur ein Ruhetag, sondern ein Tag der Weihe – ein heiliger Raum in der Woche, um Gott unsere „heiligen Handlungen“, unsere Opfer und unsere Herzen darzubringen (Verse 9–12). 

Dabei wird deutlich, dass der Sabbat mehr ist als das bloße Einhalten äußerer Vorschriften. Er ist eine Gelegenheit, dem Allerhöchsten unsere Ergebenheit zu zeigen, uns innerlich zu reinigen, unseren Nächsten zu dienen, Sünden zu bekennen und echte geistige Freude zu finden. Das Fasten wird dabei nicht als trauriger Verzicht, sondern als Weg zu „vollkommener Freude“ verstanden (Vers 13–14). 

Präsident Russell M. Nelson lehrte, dass der Sabbat ein Zeichen unserer Beziehung zu Gott ist. Wenn wir fragen: „Welches Zeichen möchte ich Gott geben?“ anstatt starre Regeln zu befolgen, wird unser Verhalten am Sabbat zu einem Ausdruck unserer Liebe und Treue. So wird der Tag des Herrn zu einem wöchentlichen geistigen Höhepunkt – ein Geschenk zur Erneuerung und zur Verbindung mit dem Himmel. 

Lehre und Bündnisse 59:15 

Dieser Vers lehrt uns, dass unser Gottesdienst, Fasten und unsere Sabbatbeobachtung von echter Dankbarkeit und einem fröhlichen Herzen begleitet sein sollen – nicht von übertriebenem oder unangebrachtem Gelächter. Der Herr sagt nicht, dass Lachen falsch sei, sondern warnt davor, den heiligen Ernst geistiger Handlungen durch Oberflächlichkeit zu stören. 

Gerade im Zusammenhang mit Anbetung, Fasten und dem heiligen Tag soll unsere Freude tiefgründig, aufrichtig und geistig sein – nicht laut, spöttisch oder gedankenlos. Dennoch bleibt Platz für Freude und Lächeln: Der Herr wünscht sich „ein fröhliches Herz und fröhliches Angesicht“. 

Präsidenten und Propheten wie Joseph Smith selbst waren für ihren Humor bekannt – jedoch auch für ihre tiefe Ehrfurcht in heiligen Momenten. Die Balance besteht darin, echte geistige Freude zu empfinden, ohne die Heiligkeit heiliger Handlungen zu entweihen. 

Lehre und Bündnisse 59:16-20 

Diese Verse offenbaren Gottes großzügige Gabe der Erde und all ihrer Fülle an die Menschheit. Alles – Pflanzen, Tiere, Nahrung, Kleidung, Häuser – wurde „zum Nutzen und Gebrauch“ des Menschen geschaffen. Dabei geht es nicht nur um das Lebensnotwendige, sondern auch um Dinge, die „das Auge erfreuen“ und „das Herz beglücken“. Gott möchte, dass wir Freude an seiner Schöpfung haben. 

Doch diese Gaben sind an Bedingungen geknüpft: Dankbarkeit, Rechtschaffenheit und weise Nutzung. Der Herr warnt davor, im Übermaß zu konsumieren oder gewaltsam auszubeuten. Stattdessen sollen wir als Verwalter handeln – nicht als Besitzer –, mit Verantwortung gegenüber Schöpfung und Schöpfer. 

Diese Sichtweise lädt uns heute dazu ein, Umweltbewusstsein und geistige Dankbarkeit miteinander zu verbinden. Der Umgang mit der Erde spiegelt unseren inneren Zustand wider: Wer Gottes Gaben achtet, zeigt Liebe zu Gott selbst. 

Lehre und Bündnisse 59:21-24 

Diese letzten Verse des Abschnitts lehren eine einfache, aber tiefgreifende Wahrheit: Gott ist nur über diejenigen erzürnt, „die seine Hand nicht in allem anerkennen“. Und wer seine Gebote nicht beachtet, lehnt nicht nur den Gehorsam ab, sondern auch die Quelle aller Segnungen. Inmitten aller Gebote und Prinzipien der Rechtschaffenheit steht die Dankbarkeit – nicht als nette Tugend, sondern als entscheidende Haltung des Herzens. 

Der Herr verheißt dafür einen zweifachen Lohn: Frieden in dieser Welt und ewiges Leben in der kommenden. Wer Gottes Hand erkennt und seine Gebote lebt, empfängt beides – jetzt und in der Ewigkeit. Diese Verheißung macht deutlich: Gehorsam ist kein kalter Pflichtdienst, sondern eine Quelle von Frieden, Dankbarkeit und bleibender Freude. 

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