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Glaubensansichten

Die Berufung, die Welt zu sehen, wie Gott sie sieht

7. Januar 2026, 07:21am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle

„Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Mose 1:39

Mose 1:24–39 

Einleitung: Wenn Gott einem Menschen die Augen öffnet 

Es gibt Momente in der Offenbarungsgeschichte, in denen Gott einem Menschen nicht nur Worte gibt, sondern eine neue Sicht der Wirklichkeit schenkt. Mose 1 ist ein solcher heiliger Moment. Mose wird „auf einen überaus hohen Berg“ gehoben, entrückt aus der gewöhnlichen Welt, hinein in das Licht der Gegenwart des Allmächtigen (siehe Mose 1:1). Dort zeigt Gott ihm nicht nur Informationen, sondern öffnet ihm das Herz für den göttlichen Blick — einen Blick voller Erbarmen, Macht und ewiger Absicht. 

Mose sieht, wer Gott ist. 
Er sieht, wer er selbst ist. 
Und er sieht, wozu Gott ihn berufen hat. 

In diesen Versen wird ein prophetisches Muster sichtbar: Gott offenbart zuerst seine eigene Herrlichkeit, dann den Menschen, und schließlich dessen Berufung. 
So lernt Mose — und mit ihm wir — die Welt zu sehen, wie Gott sie sieht. 

1. Die außerordentliche Macht, die Mose übertragen wird (Mose 1:25) 

Nachdem der Herr Mose erwählt hat, spricht er eine bemerkenswerte Zusage: 

„Gesegnet bist du, Mose, denn ich, der Allmächtige, habe dich erwählt, und du wirst stärker gemacht werden als viele Wasser, denn sie werden dein Gebot beachten, als seiest du Gott.“ 

Diese Worte sind gewaltig. „Viele Wasser“ sind in der Schrift Sinnbild chaotischer, überwältigender Macht — wie Ozeane, die alles verschlingen können. Gott sagt Mose nicht, dass dieser von sich aus stark sei. 
Er sagt, dass göttliche Kraft in Mose wirken wird. 

„Erwählt“ zu sein bedeutet hier nicht Überhöhung, sondern göttliche Befähigung. Gott nimmt einen unbedeutenden Hirten und macht ihn zu einem Werkzeug, durch das sich seine Macht offenbart. Wenn Mose zum Wasser spricht, wird das Wasser gehorchen — nicht, weil Mose Gott wäre, sondern weil Gott durch Mose handelt

So zeigt dieser Vers: Berufung ist nie Selbstverwirklichung, sondern Gott-Verwirklichung
Wer sich von Gott senden lässt, empfängt Kraft, die nicht aus sich selbst kommt. 

2. Der bevorstehende Auftrag, Israels Befreier zu werden (Mose 1:26) 

Gleich darauf kündigt der Herr Mose an: 

Ich habe dich für einen Zweck erwählt, nämlich, dass du mein Volk aus der ägyptischen Knechtschaft befreien wirst. 

Hier beginnt die eigentliche Mission: Mose soll ein Befreier werden. Noch weiß er nicht, wie groß die Herausforderung sein wird, aber Gott weiß es — und er bereitet ihn darauf vor, indem er ihm zuerst zeigt, wer Gott ist, bevor er ihm zeigt, was er tun soll

So ist es immer mit göttlicher Berufung: Sie wurzelt in einer Begegnung mit dem Herrn. Erst wenn wir Gottes Stimme gehört und seine Macht gespürt haben, können wir die Last eines göttlichen Auftrags tragen. 

3. Die überwältigende Vision der Schöpfung (Mose 1:27–30) 

Dann weitet Gott Moses Blick in unfassbare Dimensionen: 

 Mose ließ seine Augen schweifen und sah die Erde, ja, selbst alles davon … und es gab da nicht die kleinste Seele, die er nicht sah”. 

Was für ein Erlebnis! Mose sieht: 

  • die ganze Erde, 

  • jedes Land, 

  • jeden Menschen, 

  • jede Seele, zahllos wie Sand am Meer. 

Und all das nicht mit natürlichen Augen, sondern „durch den Geist Gottes“. 

Diese Vision offenbart zwei Wahrheiten: 

  1. Gott kennt jeden Menschen einzeln. 
    Wenn Mose jede einzelne Seele sah, wie viel mehr sieht Gott sie! 

  1. Gottes Werke sind größer, als ein menschlicher Geist fassen kann. 
    Kein Prophet könnte diese Vision aus eigener Kraft ertragen. 

Als Mose all dies sieht, dringt eine Frage in sein Herz — dieselbe Frage, die in uns aufsteigt, wenn wir die Schöpfung betrachten: 
Warum ist dies alles so? Und wodurch hast du es gemacht? 
Mose ahnt: Wo so viel Herrlichkeit ist, da muss ein Sinn, ein Ziel, ein Zweck sein. 

4. Gottes Antwort: Alles ist durch den Sohn geschaffen (Mose 1:31–34) 

Gott antwortet Mose direkt und majestätisch: 

„Durch das Wort meiner Macht habe ich sie erschaffen, nämlich durch meinen einziggezeugten Sohn.“ 

Hier öffnet Gott das tiefste Geheimnis der Schöpfung: 

  • Der Vater ist der Ursprung. 

  • Der Sohn ist das schöpferische Wort. 

  • Die Schöpfung ist gewollte, geordnete Herrlichkeit. 

Und Gott geht noch weiter: 

„Welten ohne Zahl habe ich erschaffen … durch meinen Einziggezeugten.“ 

Das Evangelium lehrt: Christus ist nicht nur der Erlöser dieser Welt, sondern der Schöpfer zahlloser Welten. Unser Kosmos ist nicht Zufall, nicht Ausnahme, sondern Ausdruck unendlicher schöpferischer Macht. 

Dass Gott Adam „viele“ nennt, weist darauf hin, dass Menschsein nicht zufällig ist: 
Der Mensch ist das Ziel, das Zentrum, die Krone der Schöpfung. 

5. Der Herr beantworte Jahrtausende vor der Wissenschaft die Frage nach anderen Welten (Mose 1:35) 

Während Menschen erst seit einigen Jahrhunderten — besonders seit dem 19. und 20. Jahrhundert — wissenschaftlich fragen, ob es andere bewohnte Welten gibt, beantwortet Gott diese Frage Mose lange vorher: 

„Es gibt viele Welten … unzählbar für den Menschen; aber mir ist alles gezählt.“ 

Die moderne Astronomie spricht von Milliarden Galaxien. Gott sagte es Mose schon: 

  • Die Welten sind unzählbar für uns

  • Aber nicht unzählbar für ihn

Es ist, als wolle Gott sagen: Ihr seht nur einen Funken. Ich sehe das ganze Feuer. 

6. Die Schöpfungen Gottes nehmen kein Ende (Mose 1:36–38) 

Mose bittet weiter: 

Sei barmherzig und erzähle mir mehr …“ 

Und der Herr antwortet: 

„Der Himmel sind viele … wie eine Erde vergeht, so kommt eine andere … und es gibt kein Ende für meine Werke, auch nicht für meine Worte.“ 

Hier schenkt Gott einen Blick in die Ewigkeit: 

  • Die Schöpfung ist kein vergangenes Ereignis. 

  • Sie ist ein fortwährender göttlicher Akt

  • Gottes Werke enden nicht, weil seine Liebe nicht endet. 

Wo Gott ist, dort entsteht Leben — unaufhörlich. 

7. Der Zweck aller Schöpfungen (Mose 1:39) 

Und schließlich offenbart der Herr den Schlüssel zu allem, was Mose gesehen hat: 

„Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ 

Das ist der Herzschlag Gottes. 
Das ist der Grund, warum Welten entstehen. 
Das ist das Ziel, warum Seelen geschaffen werden. 

Schöpfung ist nicht ein kosmischer Zufall, sondern ein Akt göttlicher Liebe, die zur Ewigkeit führt. 

Wenn Gott Welten erschafft, erschafft er Kinder. 
Wenn er Kinder erschafft, erschafft er Zukunft. 
Wenn er Zukunft erschafft, erschafft er Herrlichkeit. 

Schlussgedanke: Gottes Blick für unser Leben 

Wenn Mose lernt, die Welt mit Gottes Augen zu sehen, wird er verwandelt. 
Und genau das will Gott auch mit uns tun. 

Er möchte: 

  • unser Herz weiten, 

  • unseren Blick heben, 

  • unsere Identität festigen, 

  • und unsere Berufung offenbaren. 

Denn jeder von uns ist Teil von Gottes großem Werk — nicht zufällig, sondern gewollt. 

Persönliches geistliches Zeugnis 

Ich bezeuge, dass Mose 1 nicht nur eine alte Offenbarung ist, sondern ein Fenster in Gottes Herz. Ich weiß, dass Gott wirklich Welten ohne Zahl geschaffen hat und dass Jesus Christus der Schöpfer all dieser Welten ist. Ich weiß, dass wir für Gott keine Namenlosen in einer unüberschaubaren Masse sind, sondern geliebte Kinder, die er einzeln kennt und ruft. 

Ich weiß, dass „Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit“ nicht nur ein theologischer Satz ist, sondern ein Ausdruck vollkommener Liebe. Und ich glaube aus tiefstem Herzen, dass Gottes Blick auch heute Menschen verändert — so wie er Mose verändert hat — und dass sein Werk an uns weitergeht, bis wir ihn unsterblich und ewig sehen werden.

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Der Gegensatz im Plan Gottes

6. Januar 2026, 07:29am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle

„Geh hinweg, Satan; täusche mich nicht! Denn Gott hat zu mir gesagt: Du bist nach dem Ebenbild meines Einziggezeugten.“ (Mose 1:16).  

Satan, Versuchung und geistige Klarheit (Mose 1:7–23) 

Es gehört zum Wesen des Evangeliums, dass wahre Offenbarung fast immer im Spannungsfeld von Licht und Finsternis steht. Sobald Gott spricht, tritt der Widersacher hervor — nicht, weil er über größere Macht verfügt, sondern weil der Plan Gottes den Gegensatz erlaubt. Nur im Gegenüber von Wahrheit und Täuschung lernen wir, den Klang der Stimme des Herrn wirklich zu erkennen. 

In Mose 1 sehen wir dieses Gesetz des Gegensatzes in klarster Form. Nachdem Mose von Gott als dessen Sohn angeredet wurde und die Herrlichkeit des Herrn geschaut hat, wird er „sich selbst überlassen“. Seine natürliche Stärke vergeht, sein geistiges Erschrecken ist spürbar. Und genau in diesem Moment tritt Satan vor ihn hin. Er fordert Anbetung, er kopiert Gottes Worte, aber ohne Macht, ohne Licht, ohne Liebe. 

Warum lässt Gott das zu? 
Weil wahre Entscheidungsfreiheit immer die Möglichkeit braucht, beide Stimmen zu hören. Nur dann wird der Mensch fähig, nicht nur „richtig zu handeln“, sondern die Wahrheit zu lieben

Mose erkennt den Unterschied. Die Stimme Satans ist laut, aufdringlich, drängend — aber leer. Er sieht keinen Funken göttlicher Herrlichkeit in ihr. Darum spricht er mit einer geistigen Autorität, die nicht aus eigener Kraft kommt: 
„Geh hinweg, Satan!“ 
Und erst nachdem Mose im Namen Gottes Widerstand geleistet hat, kehrt die Herrlichkeit des Herrn erneut zurück. Der Gegensatz ist nicht das Ende der Offenbarung — er ist der Weg dahin. 

Auch wir stehen täglich in diesem geistigen Wechselspiel. Der Versucher lügt, täuscht, übertreibt und flüstert uns Identitäten ein, die uns klein und wertlos machen. Doch wenn wir — wie Mose — Christus im Herzen tragen, erkennen wir den Unterschied: Gottes Stimme erhebt, klärt, stärkt und führt immer näher zu unserer ewigen Bestimmung. 

Verse 9–10: Wenn die Gegenwart Gottes sich von Mose zurückzieht, bricht eine überwältigende Stille über ihn herein. Der Glanz der Herrlichkeit, der ihn getragen hat,  

weicht — und Mose steht wieder in der Nacktheit seiner Sterblichkeit. „Er war sich selbst überlassen“ heißt nicht, dass Gott ihn verlässt, sondern dass Mose wieder erfährt, wie begrenzt die menschliche Natur ohne die Kraft des Himmels ist. Er fällt zur Erde, nicht aus Schwäche des Glaubens, sondern weil die Erfahrung der Gegenwart Gottes seinen Körper physisch völlig überwältigt. Viele Stunden vergehen, bis er seine natürliche Kraft wiedererlangt (siehe auch Apostelgeschichte 9:3–8). 

Dieses Erleben der Überwältigung ist kein Einzelfall. Auch Joseph Smith stand körperlich erschüttert vor Gottes Gegenwart. Als er im Heiligen Hain betete, versuchte Satan, ihn von Gott abzubringen. Joseph berichtet, dass er sich selbst völlig ohnmächtig fühlte, bis die Kraft des Herrn ihn wieder erhob (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14–15). Wie bei Mose zeigt sich hier: Wenn die göttliche Gegenwart den Menschen berührt, übersteigt die spirituelle Erfahrung oft die natürliche menschliche Kraft. Erst durch die Rückkehr der göttlichen Unterstützung kann der Mensch wieder voll handlungsfähig werden, während sein Geist gleichzeitig reicher, weiser und an Gottesnähe zunimmt.  

Doch gerade diese Erfahrung schenkt ihm eine kostbare Einsicht: In der Gegenwart Gottes erkennt der Mensch sowohl seine eigene Nichtigkeit als auch seine unendliche Abhängigkeit vom Erlöser. Mose versteht nun: Ohne Gott ist der Mensch nicht verloren — aber er ist klein, zerbrechlich und völlig auf Gnade angewiesen. Diese Erkenntnis bereitet sein Herz auf die nächste Offenbarung vor: die Erkenntnis, wer Christus ist und wer wir in Ihm sein können. 

Mose 1:11: Unsere natürlichen Augen können Gott nicht sehen, weil Seine Herrlichkeit so rein, so vollkommen und so heilig ist, dass der Mensch sie nicht überleben könnte. Wie Mose sagt, hätte er in Seiner unmittelbaren Gegenwart „vergehen und sterben müssen“. Deshalb öffnet Gott dem Menschen geistige Augen, damit er Seine Herrlichkeit erkennen kann, ohne an Leib und Leben zu zerbrechen. Dieses Prinzip wird auch an anderen Stellen der Schriften bestätigt: „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Johannes 1:18) und „Niemand kann das Antlitz Gottes sehen und leben“ (Exodus 33:20). So wird klar: Wahrnehmung göttlicher Herrlichkeit erfordert geistige Augen, die weit über unsere natürliche Sinnesfähigkeit hinausgehen. 

In Mose 1:23 finden wir einen bemerkenswerten Hinweis auf die Geschichte heiliger Offenbarung: „Und nun, dafür gab Mose Zeugnis, aber infolge von Schlechtigkeit ist es unter den Menschenkindern nicht vorhanden.“ 
Dieser Satz öffnet uns ein Fenster in das, was einst war — und was verloren ging. Er erinnert uns daran, dass Moses Zeugnis ursprünglich vollständig unter den Kindern Israels vorhanden war, doch im Lauf der Jahrhunderte durch menschliche Schlechtigkeit verdunkelt wurde. Nicht weil Gottes Wort schwächer geworden wäre, sondern weil Herzen verstockt, Schriften vernachlässigt oder Wahrheiten bewusst unterdrückt wurden. Die heiligen Schriften selbst geben dafür ein stilles, aber eindeutiges Zeugnis.  

Schon Jeremia klagt, dass „die Lügengriffel der Schreiber“ das Gesetz verfälscht haben (Jeremia 8:8). Jesus bestätigt später, dass „der Schlüssel der Erkenntnis“ den Menschen vorenthalten wurde (Lukas 11:52). Und Nephi sieht prophetisch voraus, dass „viele klare und kostbare Dinge“ aus den Aufzeichnungen entfernt werden würden (1 Nephi 13:26–29), wodurch viele die rechte Erkenntnis verlieren würden. 

Diese Zeugen sprechen miteinander im gleichen Geist: Gottes Wort bleibt ewig, doch die Bereitschaft der Menschen, es zu bewahren, schwankt. Darum ist jede Wiederherstellung zugleich ein Akt der Barmherzigkeit — ein erneutes Aufleuchten des Lichtes, das Gott niemals zurückgezogen, das der Mensch aber zeitweise verloren hat. 

So zeigt uns dieser Vers, dass der Bericht von Moses Begegnung mit Gott und seinem Kampf gegen Satan einst Teil seiner heiligen Aufzeichnungen war, jedoch nicht mehr in der überlieferten Form des Alten Testaments erscheint. Erst durch die Macht der Wiederherstellung, durch neu geschenkte Offenbarung, wurde dieses Licht wieder sichtbar gemacht. In der ruhigen Majestät dieses Satzes spüren wir, dass Gott seine Wahrheit bewahrt — auch wenn sie für eine Zeit unter den Menschenkindern verborgen blieb. 

Persönliches geistliches Zeugnis 

Ich bezeuge, dass der Gegensatz im Plan Gottes kein Hindernis, sondern ein Geschenk ist. Immer wenn ich zwischen Licht und Finsternis wählen musste, hat mir der Herr eine Klarheit geschenkt, die weit über mein eigenes Verständnis hinausging. Ich weiß, dass Christus uns befähigt, Versuchung zu überwinden, Angst zu bannen und die Stimme des Vaters zu erkennen. Wie Mose dürfen auch wir sagen: „Gott ist meine Stärke“ — und in dieser Stärke werden wir getragen, geläutert und geführt (2.Mose 15,2).

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Gott ruft uns beim Namen

5. Januar 2026, 07:35am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, / ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“ (Jesaja 43:1)

Zusammenfassung: Mose 1:1–6 

Mose wird auf einen hohen Berg *) entrückt und sieht Gott von Angesicht zu Angesicht, getragen von dessen Herrlichkeit (siehe Verklärung). Gott stellt sich ihm als der endlose, allmächtige Herr vor und offenbart Mose seine Identität: Mose ist sein Sohn, geschaffen im Ebenbild des Einziggezeugten, dem zukünftigen Erretter. Gott zeigt Mose einen Teil seiner unendlichen Werke, doch macht deutlich, dass seine Herrlichkeit und Schöpfung grenzenlos sind (siehe auch Mose 1:38). Schließlich beruft er Mose zu seinem göttlichen Werk und versichert ihm, dass ihm alles gegenwärtig und vollkommen bekannt ist. 

*) Der „überaus hohe Berg“ ist in Mose 1 nicht nur ein geografischer Ort, sondern ein geistlicher Raum. Er steht symbolisch für die erhöhte Ebene, auf die Gott den Menschen hebt, wenn Er sich offenbart. 
Im Alten Testament ist der Berg fast immer der Ort, an dem Gott seinem Volk begegnet. Das ist kein Zufall. Der Berg steht symbolisch für den Tempel, für die heilige Höhe, an der Himmel und Erde einander berühren 

Unsere Identität als seine Kinder 

Bevor Mose irgendeinen Auftrag erhielt, bevor er Zeichen und Wunder sah, bevor er vor den Pharao trat oder Israel führte, geschah etwas Entscheidendes: Gott offenbarte sich ihm. 
Und in dieser Offenbarung lag das Geheimnis seiner Identität. 

In Mose 1:1–6 tritt Mose in die Gegenwart Gottes und hört Worte, die die Grundfesten seines Wesens berühren. Gott stellt sich ihm vor als der „Herr, der Allmächtige", der „unendlich und ewig" ist — und dann, fast zärtlich und doch voller Majestät, sagt er: „Und siehe: Du bist mein Sohn." 

Gott beginnt immer mit sich selbst 

Wenn Gott einen Menschen beruft, beginnt er nicht mit Aufgaben, sondern mit Beziehung. 
Er zeigt Mose zuerst wer Er ist: der Schöpfer aller Welten, der Gott der Herrlichkeit, der Ursprung allen Lichts. 
Und erst in diesem Licht erkennt Mose etwas über sich selbst — etwas, das er zuvor nie in seiner Tiefe erfasst hatte. 

So ist es auch mit uns. Unser Herz findet seine wahre Identität nicht in Leistung, Herkunft oder Selbstdefinition, sondern in der Offenbarung dessen, der uns geschaffen hat. Wenn wir Gott begegnen, wird unser eigenes Wesen klarer. Im Licht seiner Herrlichkeit verschwindet die Unklarheit über uns selbst, und wir beginnen zu begreifen: Wir sind seine Kinder. 

Ein Name, der uns ruft 

Gott ruft Mose beim Namen. 
Dieser Ruf ist nicht nur ein akustischer Laut — es ist eine Einladung. 
Ein Hinweis darauf, dass Gott uns sieht, uns kennt (siehe auch Johannes 10:3), uns liebt. 

In einer Welt, in der Identität oft zerbricht oder zu einer Last wird, erinnert uns diese Szene an eine unerschütterliche Wahrheit: 
Unsere Identität ist nicht selbst gebaut, sondern göttlich empfangen. 
Wir gehören zu Ihm. Wir tragen seine Herkunft in uns. Unsere Würde stammt nicht aus menschlichen Maßstäben, sondern aus der ewigen Wirklichkeit, dass wir Kinder des Höchsten sind. 

Erwählung und Nähe 

Gott sagt im Vers 6 zu Mose: „Und ich habe eine Arbeit für dich,“ 
Doch die Berufung fließt aus der Identität — nicht umgekehrt. 
Mose wird nicht erwählt, weil er mächtig, mutig oder fähig wäre. 
Er wird erwählt, weil er ein Sohn Gottes ist. 
Und aus dieser Beziehung erwächst Kraft. 

So ist es auch für uns: Unsere Nähe zu Gott definiert unser Leben. Wenn wir wissen, wer wir in seinem Plan sind, können wir mutig in jede Aufgabe treten, die vor uns liegt. 

Wenn Gott unsere Identität enthüllt 

Wer Gott erkennt, erkennt sich selbst. 
Wer sich selbst in Gott erkennt, erkennt den Sinn seines Lebens. 
Mose 1 zeigt uns, dass Identität immer von oben kommt — nie von innen oder außen. 
Sie ist Geschenk, Offenbarung, Gnade. 

Persönliches Zeugnis 

Ich bezeuge von Herzen, dass Gott jeden Menschen beim Namen ruft — nicht im abstrakten Sinn, sondern in einer persönlichen, liebevollen Wirklichkeit. Ich habe erfahren, dass meine eigene Identität erst dann Frieden fand, als ich mich lernte im Licht Gottes zu sehen. Er ist ein Vater, der uns kennt, uns formt und uns heiligt. Ich weiß, dass wir seine Söhne und Töchter sind — nicht durch Vorstellung, sondern durch ewige Wahrheit. Und wer zu Gott kommt, erfährt dieselbe Stimme wie Mose: „Du bist mein Kind.“ Dieses Wissen verändert alles.

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Das heutige Israel und die Wiederherstellung

3. Januar 2026, 06:41am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Die Sammlung Israels: Wie ein Garten mit Ölbäumen
(Bildquelle)

„Der HERR hat seinen heiligen Arm / vor den Augen aller Nationen entblößt und alle Enden der Erde / werden das Heil unseres Gottes sehen.“ (Jesaja 52:10). 

Gottes Werk auf Erden 

Wenn wir heute auf die Welt blicken, sehen wir viel Bewegung, Unsicherheit und Wandel. Doch mitten in all dem vollzieht Gott ein stilles, machtvolles Werk: Er sammelt Israel – geistig wie buchstäblich. Dieses Werk ist nicht nur ein ferner prophetischer Gedanke, sondern eine lebendige Realität, in die wir selbst hineingerufen sind. 

Die Verheißungen an Israel in der Gegenwart 

Von den Zeiten Jesajas bis zu den Visionen Nephis trägt die Schrift eine durchgehende Verheißung: Der Herr würde sein Volk in den letzten Tagen wieder sammeln, stärken und aufrichten. 
1 Nephi 22:11–12 spricht deutlich davon, dass der Herr „seinen Arm entblößen“ und sein Volk aus aller Zerstreuung heimführen werde. Dieses Heimführen ist nicht nur geografisch – es ist ein Heimkommen zum Bund, zu Christus, zu geistiger Wahrheit. 

Das Sammeln Israels – Geistig und buchstäblich 

Geistig geschieht dieses Sammeln überall dort, wo Menschen das Evangelium annehmen, wo Herzen sich Christus zuwenden, wo Familien Bündnisse schließen. 
Buchstäblich geschieht es im Aufbau Zions, in der Stärkung des modernen Tempelwerks, im Wachstum der Kirche des Sohnes Gottes und in der Vorbereitung auf die Wiederkunft des Herrn. 

Die Propheten unserer Zeit bezeugen, dass dies die große Aufgabe unserer Evangeliumsperiode ist: Israel zu sammeln, damit Gottes Verheißungen ihre Erfüllung finden. Der verstorbene Präsident Nelson erklärte: “Meine lieben außergewöhnlichen Jugendlichen, ihr wurdet zu genau dieser Zeit auf die Erde gesandt, der allerwichtigsten Zeit in der Weltgeschichte, um bei der Sammlung Israels zu helfen. Nichts, was im Moment auf der Erde geschieht, ist wichtiger. Nichts hat weitreichendere Folgen – gar nichts.” (Worldwide Youth Devotional • June 3, 2018 • Conference Center, Salt Lake City, Utah). 

Unsere Rolle in Gottes fortschreitendem Werk 

Wir stehen nicht nur am Rand dieser Geschichte — wir sind mitten drin. 
Unsere Mission, unsere Bündnisse, unsere Tempelarbeit und unser Dienst im Alltag sind Bausteine des Reiches Gottes. In LuB 110:11–12 erscheinen Moses, Elias und Elija und übertragen Schlüssel, die genau dieses Werk ermöglichen: die Rettung der Lebenden und der Toten, die Bindung der Generationen, den Aufbau Zion’s. 

Es ist eine stille, heilige Berufung: 
Gott baut sein Werk – und wir bauen mit. 

Technologische und geistige Hilfsmittel unserer Zeit 

Wir leben in einer Evangeliumszeit, von der frühere Generationen nur träumen konnten. 
Durch Technologie, Übersetzungen, Medien, Tempel, Mission, Bildung und weltweite Netzwerke erfüllt sich 3 Nephi 21: die Botschaft Christi geht in alle Nationen. Werkzeuge, die einst unvorstellbar waren, dienen heute dem Reich Gottes – und wir dürfen sie im Geist der Offenbarung gebrauchen. 

Wir sind Teil der Geschichte Israels 

Wenn wir begreifen, dass die Wiederherstellung nicht Geschichte ist, sondern Gegenwart, verändern sich unsere Entscheidungen, unsere Prioritäten und unser Blick auf die Welt. Die alten Verheißungen des Alten Testaments greifen tief in unser eigenes Leben. 
Denn Gottes Bund mit Israel ist auch ein Bund mit uns – persönlich, lebendig, erneuernd. 

Persönliches geistliches Zeugnis 

Ich bezeuge, dass Gott heute handelt und dass sein Werk auf Erden nie stillsteht. Ich fühle, dass wir in einer heiligen Zeit leben, einer Zeit, in der sich uralte Prophezeiungen direkt vor unseren Augen erfüllen. Ich weiß, dass jeder Mensch, der sich Christus zuwendet, Teil dieses großen Sammlungswerkes wird. Und ich bezeuge, dass der Herr uns führt – im Tempel, in der Schrift, im Stillen unseres Herzens – damit wir mutig, demütig und freudig an seiner Seite mitwirken können. 
Er sammelt Israel. Und wir dürfen dazugehören.

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Das Alte Testament im Licht der Letzten Tage

2. Januar 2026, 07:28am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT)

„Was ich, der Herr, gesagt habe, das habe ich gesagt, … mein Wort wird nicht vergehen, sondern wird sich gänzlich erfüllen (Lehre und Bündnisse 1:38). 

Gottes Wort bleibt lebendig – es überdauert Zeiten, Völker und Sprachen. In dieser Zusage erkennen wir, dass auch die alten Schriften in neuem Licht erstrahlen, wenn der Herr in den Letzten Tagen sein Werk erneuert und fortführt. So betrachten wir das Alte Testament nicht als abgeschlossenes Zeugnis, sondern als Teil einer fortwährenden Offenbarung des göttlichen Willens. 

Offenbarung und Wiederherstellung – Das Alte Testament im Licht der Letzten Tage 

Das Alte Testament öffnet uns ein Tor zu Gottes Handeln in der Geschichte – zu Bündnissen, Offenbarungen und Verheißungen, die das Fundament des göttlichen Heilsplans bilden. Doch dieses Tor bleibt nicht geschlossen; in den Letzten Tagen hat der Herr es erneut weit aufgetan. Durch Propheten, die Er berufen hat, und durch den Heiligen Geist, der in unseren Herzen wirkt, lässt Gott uns dieselben Wahrheiten tiefer erkennen, die schon den Patriarchen und Propheten offenbart wurden. So sehen wir das Alte Testament heute im Licht fortdauernder Offenbarung – nicht als abgeschlossenes Buch, sondern als Teil einer lebendigen, göttlichen Geschichte. 

Die Rolle moderner Offenbarung bei der Auslegung alter Texte 

Wenn wir die Schriften des Alten Bundes lesen, tun wir das nicht allein mit menschlichem Verstand. Der Herr hat in dieser Zeit Propheten gesetzt, um uns zu helfen, „die Geheimnisse des Reiches“ (LuB 76) zu verstehen. Viele Stellen, die ohne Offenbarung dunkel erscheinen, werden durch die Lehre moderner Propheten hell erleuchtet. Offenbarung ist kein Gegensatz zur Schrift, sondern ihr Schlüssel. Der gleiche Geist, der einst Abraham führte, spricht auch heute zu Sehern, Offenbarern und Propheten – und zu jedem, der bereit ist, zu hören. So lernen wir, dass die Schrift nicht bloß Vergangenheit ist, sondern Gegenwart – lebendig, atmend, göttlich. 

Die Joseph-Smith-Übersetzung als Inspiration und Klärung 

Ein kostbares Beispiel für fortgesetzte Offenbarung ist die Joseph-Smith-Übersetzung (JST). Sie zeigt, dass der Herr auch über die heiligen Texte wacht und sie durch Offenbarung klärt, wo Überlieferung oder Übersetzung ihren ursprünglichen Sinn verdunkelt haben. Was Joseph Smith über Mose, Enoch oder Melchisedek empfing, öffnet uns ein tieferes Verständnis für Gottes Bund mit Israel – und für den erlösenden Auftrag Christi, der schon „von Anfang an“ im Plan des Vaters stand. Durch diese inspirierten Ergänzungen lernen wir, das Alte Testament nicht als Relikt, sondern als fortlaufenden Teil eines göttlichen Lehrgesprächs zu betrachten. 

Zusätzliche Erkenntnisse durch das Buch Mose und das Buch Abraham 

Im Buch Mose wird uns die Geschichte der Schöpfung und der Menschen in einer erweiterten, himmlischen Perspektive offenbart. Wir sehen, wie eng die Propheten der Frühzeit mit Gott wandelten, und wie der Herr Seinen ewigen Plan mit ihnen teilte. Besonders berührt die Vision Henochs in Mose 7, in der er die Tränen Gottes sieht – ein mächtiges Zeugnis davon, dass der Schöpfer mitfühlt und um Seine Kinder ringt. 

Auch das Buch Abraham erweitert unser Verständnis. Es zeigt uns, dass die Sternenwelten, die Ordnungen des Himmels und das Vorherdasein der Seelen Teil desselben ewigen Systems sind, das in den alten Schriften nur angedeutet wird. Wenn Abraham „die Werke Gottes“ (Abraham 3) sieht, dann erblickt er die ewige Ordnung, in der wir alle unseren Platz haben. Solche Offenbarungen lassen die alten Texte atmen – sie öffnen ihre inneren Dimensionen und verbinden uns mit den frühen Vätern des Glaubens auf einer geistigen Ebene. 

Der Heilige Geist macht das Alte Testament lebendig 

Doch Offenbarung geschieht nicht nur durch Bücher und Propheten, sondern auch in stillen Momenten, wenn der Heilige Geist unser Herz berührt. Er ist der wahre Lehrer der Schrift. Wenn wir mit ehrlichem Herzen lesen, flüstert Er uns Bedeutungen zu, die kein Kommentar fassen kann. So wird das Alte Testament für uns „lebendig“ – nicht, weil sich seine Worte ändern, sondern weil der Geist sie in uns zum Klingen bringt. In diesem inneren Erleben bestätigt der Herr, dass Seine Wahrheit fortbesteht und dass die Heilige Schrift immer wieder neu geboren wird, wenn sie im Licht des Geistes gelesen wird. 

Vertiefung, nicht Ersatz 

Manche fragen, ob neue Offenbarung das Alte verdrängt. Doch der Herr spricht: „Was ich, der Herr, gesagt habe, habe ich gesagt ... meine Worte werden alle erfüllt werden“ (LuB 1:37–38). Der Bund bleibt bestehen; er wird nicht ausgelöscht, sondern erweitert. Die Wiederherstellung in den Letzten Tagen führt nicht weg vom Alten Testament – sie führt tiefer hinein. Sie zeigt, dass Gott gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist. Der Fels Israels steht fest; nur unser Blick wird klarer. 

Persönliches Zeugnis 

Ich empfinde große Dankbarkeit, dass der Himmel heute offen ist. Wenn ich das Alte Testament lese und zugleich die modernen Offenbarungen betrachte, spüre ich, wie der Geist dieselbe Stimme in beiden Zeugnissen erkennen lässt. Ich glaube fest, dass der Herr weiterhin spricht – zu Seinen Propheten, zu Seinen Kindern, zu mir. In diesem Bewusstsein lese ich die alten Worte mit neuem Staunen. Sie tragen dieselbe göttliche Kraft, die auch heute wirkt. Und so vertraue ich darauf, dass Gottes Werk lebendig ist, dass Seine Offenbarung fortdauert – und dass auch wir, in unserer Zeit, Teil dieses ewigen Gesprächs zwischen Himmel und Erde sein dürfen.

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Evangeliumszeiten und fortschreitende Offenbarung

1. Januar 2026, 07:30am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT)

Und die Schrift, die voraussah, dass Gott die Heiden durch den Glauben rechtfertigen würde, verkündigte dem Abraham im Voraus das Evangelium: In dir sollen alle Völker gesegnet werden.“ (Galater 3:8). 

1. Der große Plan Gottes durch alle Zeitalter 

Wenn wir das Alte Testament lesen, erkennen wir darin nicht nur alte Geschichten und Gesetze, sondern die Spuren eines göttlichen Plans, der sich Schritt für Schritt entfaltet. Gott handelt nicht zufällig, sondern in Haushaltungen – in Evangeliumszeiten, in denen Er seine Bündnisse und Offenbarungen nach dem Maß des Glaubens und der Bereitschaft seiner Kinder gibt. 

Von Adam bis Noah, von Abraham bis Mose, von den Propheten Israels bis zu den Aposteln Christi – überall leuchtet derselbe göttliche Faden: Das Evangelium Jesu Christi ist ewig. Es war „von Anfang an“ da, und es wird „bis ans Ende“ verkündet werden. Jede Zeit bringt ihre eigene Offenbarung, ihre eigenen Propheten, ihre eigenen Prüfungen, doch der Kern bleibt unverändert: Gott ruft seine Kinder zur Umkehr, zum Glauben an Christus und zum Aufbau seines Reiches. 

2. Der Bund mit Abraham – Muster aller Zeiten 

Unter all den göttlichen Bündnissen ragt der Bund mit Abraham als zentrales Muster hervor. Gott versprach Abraham Nachkommenschaft, Land und vor allem Segen – nicht nur für ihn selbst, sondern für alle Nationen. Dieses Versprechen durchzieht alle Zeitalter: dass durch den Samen Abrahams – Christus und seine Nachfolger – die ganze Erde das Evangelium empfangen wird. 

In Abraham 12 sehen wir, wie Abraham selbst nach größerem Licht suchte: nach „Segnungen der Väter“ und nach Priestertumsvollmacht, die bis zu Adam zurückreicht. So wird er zum Sinnbild jedes wahren Gläubigen, der in seiner Zeit Licht sucht und bereit ist, Bündnisse zu schließen. 

Der Abrahamische Bund ist also kein Relikt vergangener Tage, sondern ein lebendiges Muster göttlicher Treue. Er wird in jeder Evangeliumszeit erneuert – in Israel, in der Kirche Christi, in den Letzten Tagen. In Lehre und Bündnisse 107:18–20 erfahren wir, dass das Priestertum eben diese „Schlüssel der geistlichen Segnungen“ trägt, die Abraham verheißen wurden. 

3. Fortschreitende Offenbarung – von Anfang bis zur Fülle 

Der Herr hat nie aufgehört zu reden. Die Schöpfung begann mit Offenbarung, und die Wiederherstellung unserer Tage steht in derselben Linie. Mose 5–7 zeigen uns, dass schon Adam und Henoch das Evangelium kannten: sie opferten im Namen des Sohnes, sie empfingen den Heiligen Geist, sie bauten Zion. 

Jede spätere Zeit fügte neue Einsicht hinzu, doch das Fundament war stets Christus. Das Alte Testament bezeugt ihn im Schatten, das Neue Testament in seiner Erscheinung, die Letzten Tage in der Fülle seiner Macht. 

Die fortschreitende Offenbarung ist also kein Widerspruch zur Ewigkeit Gottes, sondern ihr lebendiger Ausdruck. Wie ein Morgen, der immer heller wird, bis der Tag vollkommen ist, so entfaltet sich das Licht der Wahrheit Zeitalter um Zeitalter. 

4. Die Offenbarungen der Letzten Tage – Schlüssel zur Vergangenheit 

Wir leben in einer besonderen Zeit, in der frühere Geheimnisse wieder ans Licht kommen. Durch die Wiederherstellung des Priestertums, die heiligen Schriften des Buches Mormon, des Buches Mose und Abrahams erkennen wir den roten Faden der Heilsgeschichte deutlicher als je zuvor. 

In den Offenbarungen der Letzten Tage erfüllt sich, was in den alten Schriften nur angedeutet war. Abraham, Mose, Elias – sie alle kehren in die Geschichte zurück, um die Bündnisse zu erneuern. Die „Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge“ (Apg 3:21) sind die Krönung aller Evangeliumszeiten. 

Wer heute das Alte Testament liest, darf es mit neuen Augen sehen: als lebendigen Teil des ewigen Evangeliums, das in jeder Generation verkündet wird – in Eden, in Ur, in Jerusalem, in Kirtland und bis zu uns heute. 

5. Ewige Wahrheit – ein und dieselbe in allen Zeiten 

So erkennen wir: Gott ist derselbe – gestern, heute und in Ewigkeit. Seine Wege ändern sich, aber sein Ziel bleibt. Sein Werk ist es, „die Unsterblichkeit und das Ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“ (Mose 1:39). 

Die Evangeliumszeiten sind wie Kapitel eines großen göttlichen Buches. Jede erzählt ihre eigene Geschichte, doch alle verweisen auf denselben Mittelpunkt – Jesus Christus, das Lamm Gottes, das von Anbeginn der Welt geschlachtet ist. 

Persönliches Zeugnis 

Wenn ich über diese fortschreitende Offenbarung nachsinne, erfüllt mich tiefe Dankbarkeit. Ich spüre, dass ich Teil eines gewaltigen Ganzen bin – eingebunden in denselben Bund, den Abraham empfing. Es tröstet mich zu wissen, dass Gott die Zeiten lenkt, dass Er immer spricht, immer führt, immer erneuert. 

Ich weiß, dass der Heilsplan nicht nur eine Lehre ist, sondern eine Realität: Gott offenbart sich jedem, der ihn sucht – damals wie heute. Ich habe in meinem Leben erlebt, wie Er Licht schenkt, Stück für Stück, Zeile um Zeile, bis das Herz Frieden findet in seinem ewigen Evangelium. 

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Die Schrift lesen, über sie reden und nachsinnen

31. Dezember 2025, 07:38am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Das Herz spricht mit Gott
(Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT)

“Über dieses Buch der Weisung sollst du immer reden und Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, genauso zu handeln, wie darin geschrieben steht. Dann wirst du auf deinem Weg Glück und Erfolg haben.” (Josua 1:8). 

Die Wirkung der heiligen Schriften – Wie Gott durch sein Wort unser Herz berührt 

Wenn wir die heiligen Schriften aufschlagen, begegnen wir nicht bloß alten Geschichten oder religiösen Weisheiten. Wir begegnen der Stimme Gottes. Durch sein Wort sucht der Herr das Herz des Menschen – nicht nur seinen Verstand. In der heiligen Schrift wirkt eine Kraft, die lebendig, heilig und durchdringend ist. Sie heilt, richtet auf, verwandelt, erhellt und lehrt uns, wie wir Christus ähnlicher werden können. 

Das Wort Gottes – lebendig und kraftvoll 

Der Hebräerbrief bezeugt: 

Denn lebendig ist das Wort Gottes, wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens;“ (Hebräer 4:12). 

Das Wort Gottes hat also eine doppelte Wirkung: Es offenbart, wer wir sind – und wer Gott ist. Beim ehrlichen Schriftstudium spüren wir, wie der Geist uns sanft, aber bestimmt spiegelt, wo wir noch wachsen können. Diese geistige Offenbarung geschieht oft leise, wie das „stille, sanfte Säuseln“ (1 Könige 19:12), doch sie trägt Licht und Klarheit in unsere Gedanken. In ihr liegt die Kraft, unser Herz zu verwandeln. 

Der Prophet Alma bezeugte im Buch Mormon, dass „das Wort Gottes … die Menschen mehr zur Tugend bewegen kann als das Schwert oder irgendetwas anderes“ (Alma 31:5). Kein äußerer Zwang, kein menschlicher Appell hat solch eine bleibende Macht – nur das Wort, das im Herzen Wurzeln schlägt. 

Das Wort als Licht, Erkenntnis und Frieden 

Wenn Gott spricht, geschieht Licht. In der Schöpfung sprach Er: „Es werde Licht“ – und es ward Licht. So ist es auch im geistigen Sinn: Sein Wort vertreibt Dunkelheit, Zweifel und Angst. Der Herr lehrt in Lehre und Bündnisse 84:45–46, dass „das Wort des Herrn Wahrheit ist und alles Licht, und was Licht ist, ist Geist“. 

So oft wir die Schriften lesen, empfangen wir dieses Licht. Es ist nicht bloß Wissen, sondern Offenbarung. Es ist der Geist Christi, der „jedem Menschen gegeben wird, damit er Gut und Böse unterscheiden könne“. Das Wort macht uns fähig, die Stimme des Hirten von der Stimme der Welt zu unterscheiden. Und wo das Licht des Wortes wohnt, da ist Friede – nicht die Abwesenheit von Problemen, sondern die Gegenwart des Heiligen Geistes. 

Verändernde Beispiele aus dem Alten Testament 

Im Alten Testament begegnen wir Menschen, deren Leben durch das Wort Gottes verwandelt wurde. 

  • Josua erhielt vom Herrn die Verheißung, dass er Erfolg haben würde, wenn er „das Buch dieses Gesetzes nicht von seinem Mund weichen lasse, sondern darüber nachsinne Tag und Nacht“ (Josua 1:8). Das beständige Nachsinnen über Gottes Wort wurde zur Quelle seiner Stärke. 

  • Samuel hörte als junger Knabe die Stimme des Herrn. Sein schlichtes Gebet: „Rede, HERR, denn dein Knecht hört“ (1 Samuel 3:10) wurde zum Anfang eines Lebens im Dienst des göttlichen Wortes. 

  • Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, „das Gesetz des HERRN zu erforschen und zu tun“ (Esra 7:10). In einer Zeit geistiger Verwahrlosung wurde er zum Werkzeug der Erneuerung, weil er das Wort kannte und es lebte. 

  • Nehemia führte das Volk zur Umkehr, als das Gesetz öffentlich vorgelesen wurde (Nehemia 8). Die Menschen weinten, als sie das Wort hörten – nicht aus Furcht, sondern aus tiefer Bewegung. Sie erkannten, dass Gott sie trotz allem nicht verlassen hatte. 

Diese Szenen zeigen, wie das Wort Gottes Herzen aufweckt, Schuldgefühle in Umkehr verwandelt und Verzweiflung in Hoffnung. 

Parallelen im Buch Mormon und Neuen Testament 

Im Neuen Testament lehrte Paulus, dass „alle Schrift von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit“ ist (2 Timotheus 3:16–17). Auch Nephi, Mormon und Moroni bezeugten dasselbe Prinzip: das Schriftstudium als Quelle geistiger Kraft und Offenbarung. 

Wie die alten Propheten Israels kannten auch die Propheten des Buches Mormon die Macht des göttlichen Wortes. Es führt uns immer zu Christus. Wenn wir das Wort Gottes aufnehmen, empfangen wir nicht nur Lehre – wir empfangen den Herrn selbst, das „Wort, das Fleisch wurde“ (Johannes 1:14). 

Ein Aufruf zum betenden Schriftstudium 

Das Studium der Schriften ist keine Pflicht, sondern eine Einladung zum geistigen Gespräch mit Gott. Es öffnet einen Raum, in dem der Geist wirkt, heilt und belehrt. Regelmäßiges, betendes Schriftstudium verwandelt unser Herz und gibt uns Kraft, den Alltag im Licht des Evangeliums zu leben. 

Wenn wir das Wort lesen, als käme es direkt zu uns – mit Namen, mit persönlicher Bedeutung –, wird das Alte Testament zu einer lebendigen Offenbarung. Dann entdecken wir: Es ist nicht alt, sondern ewig. 

Persönliches Zeugnis 

Ich habe erfahren, dass die Schriften wirklich das Wort des lebendigen Gottes sind. Es gab Zeiten, in denen ich Trost suchte und keine Worte fand – bis ich sie in der Schrift fand. In Momenten der Unsicherheit kam Licht durch einen einzelnen Vers, als Antwort auf ein stilles Gebet. Ich habe gespürt, wie der Geist mich beim Lesen lehrte, was kein Mensch mich hätte lehren können. 

Darum weiß ich: Das Wort Gottes ist kein Buch aus Papier, sondern ein Schlüssel zum Himmel. Wenn wir es mit Glauben lesen, spricht Gott – und unser Herz wird verwandelt.

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Das Alte Testament – Ein Zeugnis für Jesus Christus

30. Dezember 2025, 07:29am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Als von Abraham gefordert wurde, Isaak zu opfern, schickte Gott einen Widder, der anstelle von Isaak geopfert werden sollte (Genesis 22:13,14). 
(Bild: Quelle)

„Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen, / wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm, / durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, / jeder ging für sich seinen Weg. Doch der HERR ließ auf ihn treffen / die Schuld von uns allen.“ (Jesaja 53,5–6). 
→ Eine der klarsten messianischen Weissagungen: Sie zeigt, dass die gesamte prophetische Botschaft Israels auf den leidenden und erlösenden Christus hinweist. 

Wenn wir die ersten Seiten der Heiligen Schrift aufschlagen, treten wir in eine Welt voller Schöpfung, Bund und Verheißung. Viele sehen im Alten Testament vor allem Geschichte, Gesetz und Prophezeiung – ein Buch der Vergangenheit. Doch in Wahrheit ist es ein Buch der Gegenwart und Zukunft, denn es spricht von Ihm, der „derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit“ (Hebräer 13:8). Von der ersten Verheißung im Garten Eden bis zu den letzten Worten der Propheten Israels zieht sich ein roter Faden: das Zeugnis von Jesus Christus, dem verheißenen Messias und Erlöser der Welt. 

1. Die Propheten sprachen von Christus 

Die Propheten des Alten Testaments waren keine bloßen Gesetzesverkünder oder moralischen Lehrer. Sie waren Zeugen Christi. Schon Mose, der größte Prophet Israels, sprach von Ihm, als er sagte: „Einen Propheten wie mich wird der Herr, dein Gott, dir erwecken … auf ihn sollt ihr hören“ (5 Mose 18:15). Petrus im Neuen Testament bekräftigt, dass Mose hier auf Christus hinwies (vgl. Apostelgeschichte 3:22–23). 

Auch im Buch Mormon wird uns erklärt, dass „Mose wirklich von ihm gesprochen hat; ja, und alle Propheten, die von Anfang an gewesen sind, haben von seinem Kommen gesprochen“ (Mosia 13:33). Abinadi, der diese Worte sprach, machte deutlich, dass die Worte der alten Propheten nicht nur historische Belehrung, sondern lebendiges Zeugnis waren. Sie verkündeten den Messias, lange bevor er kam. 

Jesaja, der Prophet des Trostes, sah in geistiger Schau das Leiden und die Herrlichkeit des kommenden Herrn. In seinem 53. Kapitel malt er ein Bild, das an Deutlichkeit kaum zu übertreffen ist: 

„Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit … doch er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. … Durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jesaja 53:3–5). 

Dieses Zeugnis ist so eindrücklich, dass selbst viele Jahrhunderte später Philippus dem äthiopischen Kämmerer anhand dieses Kapitels erklärte, „dass Jesus derjenige ist, von dem hier die Rede ist“ (Apostelgeschichte 8:35, sinngemäß). 

David, der Psalmist, sah ebenfalls prophetisch den leidenden Messias, als er im 22. Psalm rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ – Worte, die Christus selbst am Kreuz sprach (vgl. Matthäus 27:46). In den Psalmen finden wir unzählige Hinweise auf das Leben, Leiden, Sterben und die Auferstehung des Sohnes Gottes: „Denn du überlässt mein Leben nicht der Totenwelt; du lässt deinen Frommen die Grube nicht schauen.“ (Psalm 16:10) – ein Hinweis auf die Auferstehung Christi. 

Und Daniel? Auch er sah den Herrn in einer Vision: „Siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie ein Menschensohn … und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben“ (Daniel 7:13–14). Dieser „Menschensohn“ ist niemand anderes als Jesus Christus selbst, der einst vor dem Hohen Rat bezeugte: „Ihr werdet den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels“ (Matthäus 26:64). 

2. Symbolismus, Typologie und Vorbilder für Christus 

Die Propheten sprachen nicht nur direkt von Christus; sie zeigten Ihn auch durch Symbole, Rituale und Geschichten. Das Alte Testament ist voll von Bildern, die auf den Erlöser hinweisen. 

Das Opferwesen Israels – die unzähligen Lämmer, Böcke und Tauben, die auf dem Altar dargebracht wurden – war nicht Selbstzweck, sondern ein fortwährendes Gleichnis für das „wahre und letzte Opfer“, das Christus bringen würde. Abinadi erklärt: „Doch das Gesetz hatte kein Ende in Christus, sondern es wurde durch ihn erfüllt; denn siehe, wahrlich sage ich euch, ich werde derjenige sein, der erfüllt wird“ (vgl. Mosia 13:27, 33–35, paraphrasiert). 

Das Passah, das Israel an die Befreiung aus Ägypten erinnerte, war zugleich eine mächtige Vorschattung auf das große Pascha, das am Kreuz von Golgatha vollbracht wurde. So wie das Blut des Lammes an den Türpfosten die Israeliten vor dem Todesengel schützte (vgl. 2 Mose 12), so schützt uns das Blut Christi, wenn wir zu ihm kommen, „dessen Blut die Sünden der Welt sühnt“ (vgl. 1 Johannes 1:7). 

Auch die Stiftshütte in der Wüste war ein Symbol für den Weg zu Gott durch Christus. Der Eingang war nach Osten gerichtet – so wie Christus das „aufgehende Licht“ genannt wird. Nur durch das Opferblut konnte der Hohepriester ins Allerheiligste treten – ein Bild dafür, dass wir nur durch das Opfer Christi in die Gegenwart des Vaters gelangen können. Der goldene Leuchter wies auf Ihn hin, der das „Licht der Welt“ ist; der Schaubrottisch auf Ihn, der das „Brot des Lebens“ ist; und der Rauch des Räucheraltars auf seine Fürbitte, die für uns vor Gott emporsteigt. 

Selbst die Gestalten des Alten Testaments waren Typen für Christus. Joseph, der von seinen Brüdern verraten und in die Grube geworfen wurde, später aber zum Retter seines Volkes wurde – ein deutliches Vorbild auf den Messias. Mose, der Israel aus der Knechtschaft führte, deutet auf den großen Befreier hin, der uns aus der Knechtschaft der Sünde erlöst. Und David, der Hirtenkönig, spiegelt den „guten Hirten“ wider, der sein Leben für die Schafe lässt (vgl. Johannes 10:11). 

3. Der Herr selbst – der Gott Israels 

Eine der tiefsten Wahrheiten des Alten Testaments ist, dass der Herr, der sich Mose am brennenden Dornbusch offenbarte, niemand anderes ist als Jesus Christus selbst. In der Köstlichen Perle lesen wir: 

Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Mose 1:39). 

Dieser „Herr, Gott der Herrlichkeit“, der zu Mose sprach, ist derselbe, der später als Mensch geboren wurde, um sein Volk zu erlösen. Im 3 Nephi 15:5 bezeugt Christus selbst: „Siehe, ich bin es, der das Gesetz gegeben hat, und ich bin es, der es erfüllt hat.“ 

Das bedeutet: Der Gott Israels, der das Meer teilte, Manna vom Himmel sandte und auf dem Sinai sprach, war Jesus Christus, bevor er in Bethlehem zur Welt kam. Er war der Bundgeber und Erlöser zugleich. Er war immer der Mittler zwischen Gott und Mensch. 

Wenn wir das erkennen, sehen wir das Alte Testament mit neuen Augen: Der, der mit Abraham sprach, war derselbe, der später in Galiläa predigte. Der, der in Feuer und Wolke Israel führte, ist derselbe, der heute durch den Heiligen Geist sein Volk leitet. 

4. Parallelen zum Neuen Testament 

Das Neue Testament ist keine Abkehr vom Alten, sondern seine Erfüllung. Jesus selbst sagte: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ (Matthäus 5:17). 

Viele neutestamentliche Lehren finden ihren Ursprung in den Schriften des Alten Bundes. Die Bergpredigt erinnert an die Worte des Mose auf dem Sinai, doch Christus verleiht ihnen tiefere Bedeutung. Die Gleichnisse Jesu greifen Bilder aus Psalmen und Propheten auf: der Hirte, der Weinstock, das Licht, die Stadt auf dem Berg. 

Paulus sah in Adam ein „Urbild des Kommenden“ (Römer 5:14) – so wie durch Adam der Tod kam, kam durch Christus das Leben. Der Hebräerbrief deutet ausführlich auf die alttestamentlichen Opfer und den Tempeldienst und zeigt, dass all dies in Christus seine Vollendung fand. 

So wird sichtbar: Das Alte Testament bereitet den Weg, das Neue bestätigt und erfüllt ihn. Zusammen sind sie ein einziges, machtvolles Zeugnis von Jesus Christus, dem Sohn des lebendigen Gottes. 

5. Persönliche Betrachtung und Zeugnis 

Manchmal habe ich selbst das Alte Testament als schwierig empfunden – zu viele Gesetze, zu viele Kriege, zu viele Namen. Doch je mehr ich mich damit beschäftigte, desto klarer wurde mir: Hinter all diesen Schichten offenbart sich der Herr selbst. In den Geschichten der Menschen erkenne ich meine eigene Geschichte – meine Zweifel, mein Ringen, meine Befreiung. 

Wenn ich Abraham sehe, wie er vertraut, ohne alles zu verstehen, spüre ich: Auch mein Glaube wächst im Gehorsam. Wenn ich Mose sehe, der zögert, aber dennoch geführt wird, lerne ich: Der Herr stärkt Schwache. Wenn ich Jesaja lese, der von einem leidenden Erlöser spricht, fühle ich: Dieser Erlöser trägt auch meine Schmerzen. 

Ich weiß, dass Jesus Christus wirklich der im Alten Testament verheißene Messias ist. Er ist das Lamm, das geopfert wurde; der König, der herrscht; der Prophet, der spricht; der Priester, der versöhnt. Er ist der Gott Israels, der Herr des Bundes, der Mittler unseres Heils. 

Ich bezeuge, dass das Alte Testament nicht nur eine Sammlung alter Geschichten ist, sondern ein lebendiges Zeugnis von Ihm, der lebt. Wenn wir die Schriften mit geistigen Augen lesen, erkennen wir Christus überall – in den Symbolen, in den Worten, in den Taten. Und wenn wir Ihn dort erkennen, erkennen wir Ihn auch in unserem eigenen Leben.

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Alle Schrift weist auf Christus hin

29. Dezember 2025, 07:37am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle

„Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab.“ (Johannes 5:39). 

Der Aufbau und Zweck des Alten Testaments 

Einleitung – Das Alte Testament als lebendiges Zeugnis 

Für viele Lesende wirkt das Alte Testament wie ein verschlossenes Buch: voll von alten Gesetzen, fremden Namen und fernen Geschichten. Doch wer es mit geistigem Blick liest, erkennt, dass jede Seite von Leben durchdrungen ist – vom Geist Gottes, der zu allen Zeiten zu seinen Kindern gesprochen hat. 
Der Apostel Paulus lehrt: „Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ (2 Timotheus 3,16). Und der Herr selbst bezeugte: „Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind’s, die von mir zeugen“ (Johannes 5,39). 
Das Alte Testament ist somit kein Relikt vergangener Religion, sondern ein lebendiges Zeugnis vom Wirken Jesu Christi – lange bevor Er in Bethlehem geboren wurde. Wer diese Schriften mit betendem Herzen studiert, kann Christus darin finden, sein Wesen erkennen und seinen Geist empfangen. 

1. Aufbau und Gliederung der hebräischen Bibel 

Das Alte Testament, das wir heute in unseren Händen halten, wurzelt in der hebräischen Bibel, dem Tanach – ein Name, der aus den Anfangsbuchstaben seiner drei Hauptteile gebildet ist: Tora (Gesetz), Nevi’im (Propheten) und Ketuvim (Schriften)
Die Tora, oft als „Gesetz Mose“ bezeichnet, umfasst die Bücher Genesis bis Deuteronomium. Sie schildert den Beginn der Schöpfung, den Fall des Menschen und den Bund, den Gott mit Abraham und seinen Nachkommen schloss. Die Propheten erzählen, wie dieser Bund über Generationen hinweg gelebt, gebrochen und erneuert wurde. Die Schriften – darunter Psalmen, Sprüche und Chroniken – bezeugen das Ringen und Hoffen eines Volkes, das nach Erlösung und göttlicher Nähe sucht. 
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Alte Testament in andere Sprachen übertragen, besonders bedeutsam ist die Septuaginta, die griechische Übersetzung, welche auch Jesus und die Apostel zitierten. Später entstand die Vulgata in lateinischer Sprache, durch die das Wort Gottes vielen Menschen im Mittelalter zugänglich wurde. 
„Und dies beweist der Welt, dass die heiligen Schriften wahr sind und dass Gott Menschen inspiriert und sie zu seinem heiligen Werk beruft, in diesem Zeitalter und dieser Generation ebenso wie in den Generationen vor alters, und zeigt damit, dass er derselbe Gott ist, gestern, heute und immerdar“ (LuB 20,11–12). 

2. Der Zweck der Heiligen Schrift: Zeugnis von Jesus Christus 

Von Anfang an war das Ziel der Schriften, auf Jesus Christus hinzuweisen. Nach seiner Auferstehung „erklärte er ihnen in allen Schriften, was von ihm gesagt war“ (Lukas 24,27). 
(Im Alten Testament begegnen wir zahllosen Hinweisen auf den Erlöser: Der Widder, der anstelle Isaaks geopfert wurde, ist ein Sinnbild für das Sühnopfer des Lammes Gottes. Das Paschafest erinnert an das Blut, das vor dem Verderber schützt – ein Vorbild auf Christi erlösende Macht. Die kupferne Schlange auf der Stange, die Mose erhob, weist auf Christus hin, „damit jeder, der auf ihn schaut, leben möge“ (sinngemäß nach 4. Mose 21,8–9Johannes 3,14–15).) 
Propheten wie Jesaja, Jeremia und Micha sahen Sein Kommen in Visionen: den leidenden Gottesknecht, den kommenden Friedensfürsten, den Hirten Israels. 
„Und wir redeten von Christus, wir freuten uns über Christus, wir predigten von Christus, wir prophezeiten von Christus“ (2 Nephi 25,26). 
So sind alle heiligen Schriften vereint in einem Zweck – Zeugnis von dem zu geben, der die Quelle allen Lebens ist. 

3. Das Alte Testament als Stimme vergangener Zeugen 

Das Alte Testament ist die Sammlung vieler Stimmen, die in unterschiedlichen Zeiten und Umständen zu uns sprechen – doch sie alle zeugen von demselben Gott. In Abraham sehen wir den Glauben eines Menschen, der bereit war, alles hinzugeben, weil er an Gottes Verheißungen glaubte. In Mose erkennen wir den Befreier, der das Volk aus der Knechtschaft führte – ein Symbol für Christus, der uns aus der Knechtschaft der Sünde erlöst. Ruth zeigt uns in ihrer Treue das Herz eines Menschen, der durch Hingabe Teil des Bundesvolkes wird. Jesaja erhebt seine Stimme als Prophet des kommenden Messias, dessen Wunden uns heil machen. 
„Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten.“ (Hebräer 11,2). 
Jede dieser Geschichten lehrt, dass Glaube keine Erinnerung an die Vergangenheit ist, sondern ein lebendiges Vertrauen in den Gott, der unverändert bleibt. Jeder Prophet, jede Prophetin und jede glaubensvolle Seele im Alten Testament ruft uns zu: „Vertraue dem Herrn, auch wenn du den Weg noch nicht siehst“ (sinngemäß nach Sprüche 3,5–6)

4. Warum wir das Alte Testament heute brauchen 

Manchmal fragen wir uns, warum wir ein so altes Buch in unserer modernen Zeit noch lesen sollten. Die Antwort ist einfach: Weil Gottes Wort ewig ist. Die Erfahrungen Israels spiegeln unsere eigenen wider – Kämpfe, Zweifel, Treue und Hoffnung. Das Alte Testament erinnert uns daran, dass Gott Bündnisse schließt und sie hält. Er vergisst sein Volk nicht, selbst wenn es sich von ihm abwendet. In einer Welt, die sich schnell verändert, ist diese Beständigkeit eine Quelle tiefer Hoffnung. 
„Forscht in diesen Geboten, denn sie sind wahr und treu, und was ich, der Herr, gesagt habe, das werde ich erfüllen“ (zusammengefasst LuB 1,37–38). 
Durch weitere Offenbarungen – etwa im Buch Mose oder im Buch Abraham – erhalten wir ein erweitertes Verständnis über die Schöpfung, den Fall des Menschen und den ewigen Plan der Erlösung. Der gleiche Geist, der den alten Propheten Eingebung gab, lehrt auch uns: „Der Tröster, der Heilige Geist, wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (sinngemäß nach Johannes 14,26). Wenn wir also das Alte Testament studieren, öffnet der Geist uns Augen und Herz, um darin nicht nur Geschichte, sondern Begegnung zu finden – Begegnung mit dem ewigen Gott, der in jedem Zeitalter spricht (sinngemäß nach LuB 138,1–11)

Schluss – Eine Einladung zur Begegnung mit Christus 

Das Alte Testament ist kein Buch toter Gesetze, sondern ein Zeugnis lebendiger Hoffnung. Es lädt uns ein, Christus zu finden – in den Geschichten, in den Prophezeiungen, in den Liedern und Gebeten eines Volkes, das Ihn sehnlich erwartete. Wenn wir diese Schriften mit Gebet studieren, wird der Geist uns lehren, sie auf uns selbst anzuwenden. 
„ich wandte alle Schriften auf uns an, damit wir davon Nutzen hätten und lernen könnten.“ (1 Nephi 19,23). 
Möge jeder, der das Alte Testament liest, darin den lebendigen Christus erkennen – den, der war, der ist und der kommen wird. Denn alle Schrift weist auf Ihn hin, und alle, die Ihn suchen, werden Ihn finden. 

Zeugnis: 
Ich weiß, dass das Alte Testament (in seinem ursprünglichen Zustand) ein wahres und heiliges Zeugnis vom Sohn Gottes ist. Seine Seiten sprechen von Glaube, Opfer und Erlösung. Wenn wir uns im Gebet dem Studium dieser Schriften widmen, werden wir nicht nur mehr über Gott erfahren – wir werden Ihm begegnen. Ich habe erfahren, dass der Geist die alten Worte lebendig macht und mich zu Christus führt, der derselbe ist „gestern, heute und in Ewigkeit“ (Hebräer 13,8).

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Sein Leben hingeben für seine Freunde

27. Dezember 2025, 07:27am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

„Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Johannes 15:13) 

„Der Jünger, den Jesus liebte“ 

Einige Christen feiern am 27. Dezember das “Fest des Apostels Johannes, des Evangelisten”. Der Apostel Johannes wird in den Evangelien als „der Jünger, den Jesus liebte“ bezeichnet. Diese Bezeichnung lädt uns ein, über die Tiefe der Beziehung nachzudenken, die Johannes mit dem Herrn hatte. Johannes’ Leben war geprägt von Liebe, Treue und Hingabe. Er war Zeuge vieler großer Wunder Jesu, stand an seinem Kreuz und erhielt später die Offenbarung der Johannesapokalypse. 

Johannes’ Beispiel zeigt uns, dass wahre Jüngerschaft nicht nur aus Wissen oder Dienst besteht, sondern aus einer tiefen, persönlichen Beziehung zu Christus. Er liebte Jesus mit einem ganzen Herzen, und diese Liebe wirkte in allem, was er tat. 

Lernen von Johannes: Nähe zu Christus 

Johannes zeigt, dass Nähe zu Christus das Herz verwandelt. Er schreibt im Evangelium: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“ (paraphrasiert 1 Johannes 1:3Diese Gemeinschaft ist keine abstrakte Idee. Sie ist lebendig, erfahrbar und wirksam. Wer Christus nahe ist, spürt seine Führung, seinen Trost und seine Liebe. Johannes lebte so nahe bei Christus, dass er Zeuge der tiefsten Geheimnisse des Evangeliums wurde und die Liebe Gottes unmittelbar erfuhr. 

Standhaftigkeit im Dienst 

Johannes diente Jesus unerschütterlich, auch unter Herausforderungen und Gefahr. Er zeigt uns, dass Jüngerschaft Geduld und Ausdauer erfordert. In der Offenbarung bezeugt er die Wahrheit mutig, trotz Widerstand, und ermahnt die Gläubigen, fest im Glauben zu bleiben: „Halte fest, was du hast, damit kein anderer deinen Kranz bekommt!“ (Offenbarung 3:11Diese Worte können auch uns heute stärken: Standhaftigkeit bedeutet, im Glauben zu wachsen, selbst wenn wir auf Schwierigkeiten stoßen oder unbeliebt werden, weil wir Christus nachfolgen. 

Die Liebe als Kennzeichen eines Jüngers 

Johannes zeigt, dass Liebe das zentrale Kennzeichen eines wahren Jüngers ist. Jesus selbst lehrte: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ (Johannes 14:15Die Liebe Christi zu erwidern bedeutet nicht nur Gefühle, sondern praktische Handlungen. Es bedeutet, barmherzig zu sein, den Nächsten zu dienen, geduldig zu verzeihen und anderen zu helfen, wie Christus es tun würde. 

Christus in unserem Leben sichtbar machen 

Wie Johannes können auch wir uns bemühen, Christus in unserem täglichen Leben sichtbar zu machen. Seine Nähe erfahren wir durch Gebet, Studium der Schriften und Handeln nach seinem Beispiel. Der Apostel Paulus ermutigt: „Wir aber wollen, von der Liebe geleitet, die Wahrheit bezeugen und in allem auf ihn hin wachsen. Er, Christus, ist das Haupt.“ (Epheser 4:15Wenn wir in der Liebe Christi bleiben, wird sie durch uns wirksam – in Familie, Freundeskreis, Gemeinde und der Welt um uns herum. 

Anwendung für mein Leben 

Johannes lädt uns ein, ein Jünger der Liebe zu sein. Wir können von ihm lernen: 
– Christus täglich nahe zu sein, um seine Führung zu empfangen, 
– standhaft im Glauben zu bleiben, auch wenn Herausforderungen kommen, 
– und andere so zu lieben, wie Christus uns liebt – bedingungslos, aufopfernd und geduldig. 

Jeder kleine Akt der Güte, jedes liebevolle Wort, jede Geduld mit einem schwierigen Menschen macht uns seinem Vorbild ähnlicher. Johannes zeigt, dass Jüngerschaft keine Aufgabe für einen Tag ist, sondern ein Lebensstil. 

Wie kannst du heute Christus näher sein, so wie Johannes es war, und seine Liebe in deinem Leben sichtbar machen? 

Suche bewusst eine Gelegenheit, einem anderen in Liebe zu begegnen – mit Geduld, Vergebung oder praktischem Dienst. Übe dich darin, ein Jünger Christi zu sein, der seinen Geist in sich trägt und ihn durch sein Leben weitergibt.

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