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Glaubensansichten

Der Mensch aus Staub und Geist

17. Januar 2026, 07:15am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle)

„Und die Götter gestalteten den Menschen aus dem Staub des Erdbodens und nahmen seinen Geist (nämlich den Geist des Menschen) und taten ihn in ihn und hauchten in seine Nasenlöcher den Lebenshauch, und der Mensch wurde eine lebende Seele“ (Abraham 5:7). 

„Und Adam gab allem Vieh und den Vögeln der Luft und jedem Tier des Feldes Namen; und für Adam, da wurde eine Hilfe gefunden, ihm ebenbürtig.“ (Abraham 5:21). 

Berufung zur Gemeinschaft, Ebenbürtigkeit und Ruhe (Abraham 5 und Genesis 2) 

Als die Götter – Elohim im Plural – den Menschen schufen, heißt es in Abraham 5:7, nahmen sie „den Staub des Erdbodens“ und formten daraus einen Leib. Schon diese Formulierung lädt dazu ein, innezuhalten. Die Schöpfung des Menschen geschieht hier nicht als einsamer Akt eines isolierten Gottes, sondern als Werk eines himmlischen Rates. Die Götter beraten, planen, wirken gemeinsam – unter der Leitung des höchsten Gottes. Diese abrahamitische Perspektive eröffnet einen tiefen Blick in den Ursprung des Menschen: Er entsteht aus Gemeinschaft, aus Ordnung, aus Übereinstimmung göttlichen Willens. Die Schöpfung ist kein spontaner Augenblick, sondern ein wohlbedachter, heiliger Vorgang, getragen von göttlicher Einheit. 

In dieser göttlichen Gemeinschaft wird der Mensch gestaltet – und sein Leib bleibt nicht leer. Gott, gemeinsam mit jenen göttlichen Helfern, nimmt „seinen Geist – nämlich den Geist des Menschen – und tut ihn in ihn“ und haucht ihm den Lebenshauch ein. Der Mensch wird nicht erst im Moment seines irdischen Lebens zu dem, was er ist. Er bringt etwas mit: Geist, Identität, Herkunft. Der Leib aus Staub wird zum Wohnort eines vorirdischen Wesens, belebt durch den Atem Gottes selbst. So wird der Mensch zu einer lebendigen Seele (Abraham 5:7) – nicht durch bloße Materie, sondern durch göttliche Nähe. 

Es ist eine heilige Dreifalt von Wirklichkeiten: Staub, Geist und Atem. Der Staub steht hier nicht für Sterblichkeit, denn im Garten Eden gab es noch keinen Tod. Vielmehr verweist er auf die Verwurzelung des Menschen in der Schöpfung: ein realer, heiliger Leib, geschaffen aus der geordneten Welt Gottes, noch unvergänglich, noch ungetrennt vom Leben. Der Geist weist auf die vorirdische Existenz hin, auf Identität, Würde und göttlichen Ursprung. Und der Lebenshauch macht deutlich: Es ist Gottes eigene Gegenwart, die Geist und Körper verbindet und den Menschen zu einer lebendigen Seele werden lässt. Leben ist nicht autonom. Leben ist empfangen. Jeder Atemzug ist ein stilles Zeugnis göttlicher Nähe. 

Ein Mensch, der aus einem solchen göttlichen Miteinander hervorgeht und in sich Geist und Leib vereint, ist daher von seinem Ursprung her nicht zur Isolation bestimmt. Er trägt eine innere Ausrichtung auf Beziehung und Gemeinschaft in sich. Noch bevor Einsamkeit benannt wird, ist Gemeinschaft bereits angelegt. Noch bevor von Mann und Frau die Rede ist, ist der Mensch als relationales Wesen geschaffen – geformt aus göttlicher Zusammenarbeit, belebt durch göttliche Zuwendung. 

Weiter führt der Text in Abraham 5:15–16 zu einem der tiefsten Geheimnisse menschlicher Gemeinschaft. Adam fällt in einen tiefen Schlaf, und aus seiner Seite formen die Götter die Frau. Dieses Bild ist nicht Anatomie, sondern Theologie. Die Frau stammt nicht aus Adams Kopf, um über ihm zu herrschen, und nicht aus seinen Füßen, um unter ihm zu stehen, sondern aus seiner Seite – nahe seinem Herzen, geschützt von seinem Arm, gleichwertig in Würde und Berufung. In dieser Geste wird sichtbar, was zuvor im Schöpfungsrat bereits angelegt war: Gemeinschaft ist kein Zusatz, sondern Wesensmerkmal des Menschen

Der Text macht deutlich, dass der Mensch allein nicht vollständig ist. Nicht aus Mangel, sondern aus Bestimmung. „Eine Hilfe, ihm ebenbürtig“ (Abraham 5:14) – dieses Wort beschreibt kein Gefälle, sondern ein Gegenüber. Hilfe bedeutet hier nicht Unterordnung, sondern Ergänzung, Stärkung, Resonanz. Ebenbürtig bedeutet: gleicher Geist, gleicher Ursprung, gleiche Würde. Mann und Frau sind nicht identisch, aber gleichwertig. Sie tragen denselben Atem, dieselbe göttliche Handschrift, dieselbe Berufung zur Gemeinschaft. 

So wird deutlich: Beziehung ist kein nachträglicher sozialer Rahmen, sondern eine geistliche Realität. Der Mensch erkennt sich selbst im Gegenüber. Gemeinschaft wird zum Ort, an dem göttliches Bild sichtbar wird. Wo der Mensch den anderen achtet, erkennt er etwas von Gott. Wo er den anderen verletzt, beschädigt er nicht nur Beziehung, sondern auch das Abbild, das Gott selbst gesetzt hat. 

In dieser Ordnung der Schöpfung – Staub und Geist, Gemeinschaft und Ebenbürtigkeit – fügt sich schließlich ein weiterer göttlicher Rhythmus ein: der Sabbat. Genesis 2:3 berichtet, dass Gott den siebten Tag segnete und heiligte, weil Er an ihm ruhte. Diese Ruhe ist kein Erschöpftsein. Gott ruht nicht, weil Er müde ist, sondern weil Sein Werk vollständig ist. Die Ruhe Gottes ist ein Verweilen, ein Anschauen, ein Genießen des Guten. Der Sabbat wird damit zu einem heiligen Raum, in dem Beziehung vertieft wird: zwischen Gott und Mensch, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mensch und sich selbst. 

Der Sabbat erinnert den Menschen daran, dass sein Wert nicht aus Leistung entsteht, sondern aus Zugehörigkeit. Er lebt nicht, um zu produzieren, sondern um zu sein. In der Ruhe Gottes findet der Mensch zurück zu seinem Ursprung. Er tritt aus dem Getriebensein heraus und betritt den Raum der Gegenwart. Der Sabbat schützt den Menschen davor, sich selbst zu verlieren. Er ist ein Geschenk, kein Anspruch. Ein Zeichen göttlicher Nähe mitten im Rhythmus der Zeit. 

Und so verbinden sich Staub, Geist, Gemeinschaft und Ruhe zu einem einzigen großen Zeugnis: Wahres Leben entsteht dort, wo der Atem Gottes dich trägt, wo du dich von Ihm in Beziehung führen lässt und wo du lernst, in Seiner Ruhe zu wohnen. Du bist nicht zufällig hier. Du bist gestaltet, belebt, berufen und gesegnet.  

Geistliches Zeugnis 

Ich gebe Zeugnis, dass die Götter (Elohim) jeden Menschen mit göttlicher Absicht erschaffen haben — aus dem Staub der Erde, doch erfüllt von Seinem Geist. Ich weiß, dass Sein Atem heute noch Leben schenkt, Hoffnung entzündet und Herzen berührt. Ich habe erlebt, wie Er Menschen in echte, heilige Gemeinschaft führt, in der wir einander als Ebenbilder Gottes erkennen. Und ich weiß, dass Seine Sabbatruhe ein Geschenk ist, das unsere Seele erneuert und uns in Seine Nähe ruft. Wenn du dich Seinem Atem öffnest, Seiner Gemeinschaft vertraust und Seiner Ruhe Raum gibst, wirst du erfahren, dass Gott auch in deinem Leben Neues schafft, Heilung schenkt und dich Schritt für Schritt näher zu Seinem Licht führt.

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Die Zeit für Adam lag noch im Verborgenen

16. Januar 2026, 07:00am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

 
(Bildquelle

“Nun sah ich, Abraham, dass dies nach der Zeit des Herrn war, die nach der Zeit des Kolob ist; denn noch hatten die Götter Adam seine Zeitrechnung nicht bestimmt. (Abraham 5:13; siehe auch Abraham 3:2–4). 

Bevor Abraham von Sternen, Zeiten und göttlicher Ordnung spricht, lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und eine grundlegende Frage zu stellen: Warum hat Gott uns nicht nur eine, sondern drei biblische Darstellungen der Schöpfung gegeben? Weil Gott nach dem ewigen Prinzip handelt, dass jede grundlegende Wahrheit durch “zwei oder drei Zeugen” (Matthäus 18:16) bestätigt wird, damit sie fest, glaubwürdig und geistig tragfähig wird. Die erste finden wir in Genesis — als grundlegendes Zeugnis des Anfangs. Die zweite, Mose 2–4, entstand, als Joseph Smith im Sommer 1830 begann, die Bibel durch Offenbarung neu zu übersetzen, und sie öffnet einen tieferen Blick auf den Fall, den Bund und die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Die dritte Darstellung schließlich begegnet uns in Abraham 3–5. Sie ist nicht bloße Wiederholung, sondern Erweiterung. Jede Version bekräftigt die Wahrheit der anderen, doch jede legt einen eigenen Schwerpunkt. Gerade Abrahams Bericht fügt etwas Einzigartiges hinzu: den Blick in den himmlischen Rat, die Ordnung der Intelligenzen, die Relativität von Zeit und die Nähe Gottes als ordnendes Prinzip der Schöpfung. Abraham schreibt diese Dinge nicht, um Chronologie zu erklären, sondern um zu offenbaren, wer Gott ist — und wer wir im Licht Seiner Ordnung sind. Erst vor diesem Hintergrund beginnen Sterne zu sprechen und Zeit erhält geistige Tiefe 

Die Ordnung der Himmel: Kolob, kosmische Nähe Gottes und die heilige Architektur des Universums (Abraham 35) 

Kolob wird so zum Brennpunkt eines geistigen Verständnisses. Nicht weil man ihn finden könnte, wenn man nur weit genug mit einem Teleskop blickt, sondern weil er zeigt, dass Gottes Ordnung immer von Seiner Gegenwart her gedacht wird. Von dort fließt Licht, Intelligenz, Macht und Liebe. Von dort gehen Zeiten aus, Maßstäbe, Rhythmen. Dort wird offenbar, dass „ein Tag beim Herrn“ nicht mit unseren Tagen vergleichbar ist — dass Zeit eine geistige Größe ist, die in Nähe oder Entfernung zu Gott gemessen wird, nicht in Umdrehungen einer sterblichen Sonne. Abraham erhält so einen Blick in das Herz der Schöpfung: Ein Universum, das nicht zufällig, sondern relational ist. Nicht mechanisch, sondern geistig. 

Aus dieser Erkenntnis leitet Abraham einen weiteren, tief bewegenden Gedanken ab: Die Erde selbst ist Teil dieser Ordnung. Sie war nicht immer in dem Zustand, wie wir sie heute kennen. In ihrer ersten Bestimmung, vor dem Fall, war sie näher an Gottes Licht, näher an Kolobs Ordnung, eingebettet in eine höhere Wirklichkeit. Die Schriften deuten an, dass ihre Erschaffung in einer „Nähe“ geschah, die ihre ursprüngliche Herrlichkeit widerspiegelte (Abraham 3:3). Sie war eine Welt des Friedens, des Gleichgewichts, der göttlichen Bestimmung — ein Ort, der noch nicht den Schleier der Sterblichkeit trug. 

Doch als Adam und Eva den Garten verließen, veränderte sich nicht nur ihre Beziehung zu Gott — die Erde selbst veränderte sich mit ihnen. Die Harmonie des Unvergänglichen wich den Gesetzen der Endlichkeit. Jahreszeiten begannen ihren Kreislauf; Tag und Nacht erhielten Gewicht; die Welt trat in jene Ordnung ein, in der Wachstum, Werden und Vergehen das Leben prägen. Eine kosmische Verschiebung geschah — nicht in Form eines astronomischen Ortswechsels, sondern als Übergang von einer höheren Existenzweise in eine niedrigere. Die Erde wurde zu einer sterblichen Welt, bestimmt für Erfahrungen, die nur in dieser Tiefe möglich sind: Entscheidungen, Freiheit, Verantwortung, Erlösung (Mose 3:17; Mose 4:23). 

Und doch blieb die göttliche Ordnung bestehen. Wo wir nur den Wechsel der Jahreszeiten sehen, sieht Gott ein Lehrbuch des Ewigen. Wo wir Tag und Nacht wahrnehmen, sieht Er Gelegenheiten, Licht und Dunkelheit im Herzen des Menschen zu unterscheiden. Die „Zeiten und Jahreszeiten“ (Abraham 3:4), die Abraham erkennt, sind nicht bloß astronomische Abläufe; sie sind geistliche Rhythmen. Gott formt die Welt so, dass sie den Menschen formt. Alles folgt einem heiligen Muster — und immer zeigt dieses Muster zurück zu Ihm. 

Wenn wir diese kosmische Architektur betrachten, wird uns bewusst, wie eng unsere Lebensreise mit der Ordnung des Himmels verwoben ist. Wir erkennen, dass wir in einer Welt leben, die nicht zufällig ist, sondern absichtlich so gestaltet wurde, dass sie uns Schritt für Schritt zurück zur Nähe Gottes führt (Wilford Woodruff, Orson Pratt lehrten: Die Erde wird bei ihrer Verklärung wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren — in die Gegenwart Gottes; „The Seer. 1853‑07: Vol 1 Iss 7“ „The Pre‑Existence and Future Destiny of the Earth“). Die Sterne lehren uns, dass höhere Herrlichkeit möglich ist. Die Erde lehrt uns, dass Veränderung notwendig ist. Kolob lehrt uns, dass Nähe zu Gott unser wahres Ziel bleibt. 

So wie Abraham die Ordnung der Himmel betrachtete und darin die Weisheit Gottes erkannte, können auch wir lernen, unser Leben im Licht dieser Ordnung auszurichten. Jeder Tag ist ein kleiner Zyklus der Schöpfung. Jede Entscheidung ist eine Bewegung näher zum göttlichen Zentrum oder weiter von ihm weg. Jede geistige Erfahrung ist ein Funken aus jenem Licht, das seit Anbeginn des Universums ruft: „Kehre heim zu mir.“ 

Und vielleicht — wenn wir uns innerlich still machen — hören auch wir dieses kosmische Echo. Ein Erinnern daran, dass auch wir einst in der Nähe Gottes standen. Dass unser Platz im Himmel nicht zufällig war. Dass in uns eine Intelligenz wohnt, die älter ist als die Sterne, und die denselben Ursprung hat wie das Licht, das Kolob trägt. Wir sind Teil dieser Ordnung. Wir gehören zu ihr. Und sie ruft uns wieder zu sich. 

In die Tiefe gehen kannst du gerne in diesen Quellen: 

Abraham 3 | Gospel DoctrineAbraham 4 | Gospel Doctrine; Abraham 5 | Gospel Doctrine 

Geistliches Zeugnis 

Ich gebe Zeugnis, dass Gottes Ordnung real ist — nicht nur als Struktur des Universums, sondern als Herzschlag unseres eigenen Lebens. Ich weiß, dass Licht von Ihm ausgeht und alles ordnet, was bereit ist, sich von Ihm leiten zu lassen. Ich habe erlebt, wie Er Zeiten und Jahreszeiten in meinem Leben gebraucht, um mich zu formen, mich zu rufen, mich näher zu ziehen. Ich weiß, dass wir nicht zufällig hier sind. Wir stammen aus Seinem Licht, wir leben unter Seiner Fürsorge, und wir bewegen uns auf Seine Gegenwart zu. Möge Sein Licht in deinem Leben Ordnung schaffen, Mut schenken und dich Schritt für Schritt näher zu Ihm führen.

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Die Götter pflanzten einen Garten

15. Januar 2026, 06:56am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle)

“Und die Götter pflanzten einen Garten im Osten, in Eden, und darein setzten sie den Menschen, dessen Geist sie in den Leib getan hatten, den sie gestaltet hatten.” (Abraham 5:8). 

Eden: Im heiligen Raum Gottes leben 

Wenn die Schrift davon erzählt, dass Gott den Menschen in einen Garten setzte, dann lädt sie uns nicht nur ein, einen verlorenen Ort der Vergangenheit zu betrachten, sondern einen Spiegel zu sehen, der uns zeigt, wie Gott von Anfang an mit uns leben wollte. Eden ist kein Märchenbild, kein romantischer Urzustand, sondern ein heiliger Raum, ein Tempelgarten, geboren aus göttlicher Absicht und Liebe. Besonders die Darstellung in Abraham 5 öffnet uns einen Blick in diese Wirklichkeit, die viel tiefer und majestätischer ist, als es die knappen Worte der Genesis vermuten lassen. Dort heißt es: „Und die Götter pflanzten einen Garten im Osten, in Eden...“ — und schon dieser erste Satz verändert alles. Denn hier begegnen wir nicht einem einsamen Schöpfer, der fern und unnahbar seine Werke verrichtet, sondern einem göttlichen Rat, einem Kreis heiliger Wesen, die gemeinsam das errichten, was später zur Heimat des Menschen werden soll. 

Die Verwendung des Wortes „Götter“ bedeutet nicht, dass es viele unabhängige Götter gäbe, die jeweils ihr eigenes Reich errichten. Vielmehr zeigt Abraham 5 die vertraute Szene des großen Rates im Himmel, den bereits Abraham 3 sichtbar macht: den Vater, den Erstgeborenen, Jehova, und die vielen großartigen und edlen Geister, die vor Grundlegung der Welt erwählt wurden. Hier, in den schöpferischen Augenblicken, sehen wir eine Zusammenarbeit, die uns etwas von der Natur Gottes selbst offenbart. Gott handelt nicht isoliert, sondern in Gemeinschaft. Er wirkt durch Sein Wort, das der Sohn ist, und durch jene, die Er berufen hat, an Seinem Werk mitzuwirken. So wird die Schöpfung zu einem Abbild himmlischer Ordnung: Liebe, Einheit, Zweck und gegenseitige Unterstützung. 

Indem die Schrift sagt, dass die Götter einen Garten pflanzten, erinnert sie uns daran, dass der Mensch selbst Teil dieses göttlichen Gefüges ist. Denn der Mensch stammt aus derselben Wirklichkeit: als Geist von Gott gezeugt, als intelligentes, ewiges Wesen hervorgebracht, geschaffen nach Seinem Bild und für Seine Gegenwart. Dass Gott nicht allein schuf, sondern mit heiligen Bevollmächtigten, ist eine stille Botschaft darüber, wer wir wirklich sind und wer wir einmal werden sollen. In der Schöpfung wurde uns nicht nur ein Zuhause gegeben, sondern eine Identität: Wir sind Kinder Gottes, geboren für Gemeinschaft mit Ihm. 

So wird Eden in Abraham 5 nicht nur als ein Ort beschrieben, sondern als ein göttlicher Raum — bewusst geplant, liebevoll angelegt, erfüllt von heiligem Sinn. „Die Götter pflanzten einen Garten...“ Das ist nicht mechanisches Arbeiten, sondern schöpferisches Gebären. Ein Garten ist der Ort, an dem Leben wächst, Schönheit entsteht und Nahrung hervorkommt. In Eden wurde jeder Baum gestaltet, „angenehm anzusehen und gut zur Nahrung“, und in der Mitte wuchsen der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis. Diese beiden Bäume sind wie zwei Säulen eines Tempels: der eine steht für ewiges Leben, für Nähe zu Gott, für göttliche Kraft; der andere steht für Entscheidungsfreiheit, Reife und Wachstum. 

Nichts in diesem Garten ist zufällig. Die Harmonie des Raumes, die Symbolik der Bäume, die Vielfalt der Pflanzen, der Fluss, der aus Eden hervorströmt und sich in vier Hauptströme teilt — all das spricht dieselbe Sprache wie der spätere Tempel. Eden ist der erste Tempel der Menschheit. Es ist der Ort der Begegnung. Der Ort, an dem Gott dem Menschen nahe ist, ohne Schleier, ohne Distanz. Es ist der Raum, an dem der Mensch lernt, wer er ist, warum er geschaffen wurde und wie er in Gottes Gegenwart leben kann. 

Auch die Aufgaben, die Adam und Eva erhielten, sind zutiefst heilig. Sie sollten den Garten bebauen und bewahren. Das ist keine gewöhnliche Gartenarbeit, sondern geistliche Arbeit. Es bedeutet: „Werde Mitschöpfer. Werde Hüter dessen, was heilig ist. Sorge dafür, dass Leben wachsen kann.“ Der Mensch ist nicht als Zuschauer in den Garten gesetzt, sondern als Mitgestalter. Alles im Garten ist Geschenk — und gleichzeitig Einladung zur Verantwortung. Eden zeigt uns so ein Muster: Wo Gott Räume schafft, ruft Er uns dazu, sie mitzugestalten, sie mit Leben zu füllen, sie zu heiligen. 

Wenn wir diesen Text lesen, sehen wir nicht nur die Welt, wie sie einmal war, sondern die Welt, wie sie immer sein sollte. Und wir erkennen unseren eigenen Auftrag darin. Denn Eden ist nicht verloren. Gott hat heilige Räume nie aufgegeben — und auch wir sollen sie nicht aufgeben. Er lädt uns ein, Eden heute zu finden: in unserem Herzen, in unserem Zuhause, im Tempel und überall dort, wo wir Ihn bewusst einladen. 

Vielleicht braucht es dafür nicht einmal große äußere Veränderungen. Manchmal beginnt Eden mit dem einfachen Akt, einen Moment der Stille zu schaffen, an dem du bewusst sagst: „Herr, ich bin hier. Komm und sprich zu mir.“ Ein heiliger Raum kann ein Zimmer sein, ein Schreibtisch, ein Gebetsplatz, ein Spazierweg, ein Moment mit der Schrift. Ein heiliger Raum kann ein Familienabendmahl sein, ein Dienst an jemandem, der Trost braucht, oder eine Stunde im Tempel, in der du spürst, wie der Schleier zwischen Himmel und Erde dünner wird. 

Die Frage lautet nicht: „Wo ist Eden geblieben?“ 
Sondern: „Wo schaffe ich heute Räume, in denen Gott mir begegnen kann?“ 

Denn wenn Eden ein von Gott geschaffener Raum war, ist jeder Raum, in dem wir Seine Gegenwart bewusst suchen, eine Fortsetzung dieses Gartens. Wenn die Götter einst einen Garten pflanzten, um dem Menschen nahe zu sein, dann lädt Gott uns heute ein, Gärten in unserer eigenen Seele zu pflanzen: Gärten der Reinheit, der Anbetung, der Stille, der Erkenntnis, der Dankbarkeit, des Dienstes, der Liebe. Und wie im ersten Garten sind auch diese Räume Orte des Wachstums. Gott verlangt nicht, dass sie vollkommen sind. Er verlangt, dass wir sie pflegen. 

Wenn wir beginnen, unser Leben so zu sehen — als ein heiliges Gelände, als ein Ort, an dem Gott wirken will — verändert sich etwas tief in uns. Die Schöpfung wird nicht mehr ein vergangenes Ereignis, sondern ein persönlicher Prozess. Gott pflanzt heute noch Gärten. Er baut heute noch heilige Räume. Er begleitet uns heute noch in der Kühle des Tages, wenn wir unsere Herzen öffnen. Und Er ruft uns, wie Adam und Eva, dazu auf, nicht nur zu empfangen, sondern mitzugestalten. 

Es gibt einen besonderen Trost in der Erkenntnis, dass wir nicht allein sind. Wenn schon die ersten Kapitel der heiligen Schrift zeigen, dass Gott in Gemeinschaft wirkt, dann dürfen auch wir wissen, dass wir getragen werden. Dass Himmel und Erde zusammenarbeiten. Dass Christus an unserer Seite steht. Und dass wir, wie Adam und Eva, geführt, belehrt und begleitet werden — in jedem Schritt, den wir in Gottes Richtung gehen. 

Geistliches Zeugnis 

Ich gebe Zeugnis, dass Eden kein verlorener Ort ist, sondern ein lebendiges Muster dafür, wie Gott uns begegnen möchte. Ich weiß, dass der Herr heute noch heilige Räume in unseren Herzen schafft, wenn wir Ihm nur Raum geben. Ich habe selbst erlebt, wie Sein Friede einen gewöhnlichen Ort in einen heiligen verwandelt — wie ein Zimmer, ein Gebet, eine Schriftstelle plötzlich erfüllt werden kann von Seiner Nähe. Ich weiß, dass wir nicht alleine arbeiten müssen, sondern dass Christus selbst unser Gärtner ist, der uns führt, stärkt und aufrichtet. Und ich weiß, dass der Gott, der einst die Götter führte, um Eden zu pflanzen, derselbe Gott ist, der uns heute ruft, in Seinem heiligen Raum zu leben. Möge Sein Licht jeden Ort, den du Ihm öffnest, erfüllen und verwandeln.

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Ebenbild Gottes

14. Januar 2026, 06:55am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle)

“Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen walten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen. 27 Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.” (Genesis 1:26–27Mose 2:26–27Abraham 4:26–27). 

Deine göttliche Identität und Berufung  

Am sechsten Tag der Schöpfung, als das Licht bereits seinen Platz gefunden hatte, die Wasser voneinander geschieden waren und die Erde ihr grünes Kleid trug, geschah etwas, das den gesamten Lauf der Ewigkeit verändern sollte. Die Heilige Schrift beschreibt diesen Moment mit einer einfachen, aber unendlich tiefen Aussage: „die Götter hielten miteinander Rat und sprachen: Lasst uns hinabgehen und den Menschen gestalten als unser Abbild, uns selbst ähnlich;“ (Abraham 4:26). In diesen wenigen Worten liegt eine Wahrheit verborgen, die groß genug ist, um jedes Herz zu verwandeln, jedes verzerrte Selbstbild zurechtzurücken und jede verlorene Seele neu zu orientieren. Denn es besagt, dass dein Ursprung nicht im Zufall liegt, nicht in blinder kosmischer Bewegung und nicht in der Laune der Natur — sondern im bewussten, liebevollen Willen eines persönlichen, vollkommenen Gottes. 

Wenn du dir diesen Satz wirklich zu Herzen nimmst, beginnt sich etwas zu verschieben. Die Frage „Wer bin ich?“ verliert plötzlich ihre Unruhe, denn sie wird durch etwas Größeres beantwortet: „Ich bin Gottes Ebenbild.“ Die Schöpfungsgeschichte führt uns nicht nur in die Vergangenheit, sondern in die Wahrheit über uns selbst. Sie öffnet einen Blick dafür, dass im Menschen etwas von der Herrlichkeit, Weisheit und Güte Gottes ruht. Nicht als vollendete Kopie, aber als Spiegelung, als Same, als Keim der Ewigkeit. 

Die heiligen Texte aus Genesis, Mose und Abraham stimmen überein und betonen mit bemerkenswerter Klarheit, dass die Erschaffung des Menschen nicht einfach der letzte Punkt auf einer langen Liste göttlicher Werke war. Es war der Höhepunkt, der Moment, der alles zuvor Geschaffene miteinander verband und ihm Sinn gab. Licht, Erde, Pflanzen, Tiere — all dies bereitete eine Wohnstätte vor, eine Bühne für ein Geschöpf, das mehr tragen sollte als reine Instinkte oder physische Kraft. Der Mensch sollte Träger des göttlichen Abbildes sein. Er sollte derjenige sein, der Gottes Gedanken denken, Gottes Liebe empfangen und weitergeben, Gottes Werk mitvollbringen und Gottes Gegenwart widerspiegeln konnte. 

Dieses Abbild ist keine äußere Form allein, sondern eine innere Bestimmung. Es beschreibt nicht nur die Gestalt des Körpers, sondern vor allem die Tiefe des Geistes und des Wesens. Wenn die Schrift davon spricht, dass Gott Geist ist, meint sie Sein heiliges, vollkommen verherrlichtes Wesen — nicht die Abwesenheit eines Leibes. Und weil wir nach Seinem Bild geschaffen sind, trägt jeder Mensch — unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten oder Lebensgeschichte — jene geistige und ewige Prägung in sich, die ihn befähigt, Gott zu erkennen, Seine Stimme zu vernehmen und Ihm ähnlicher zu werden. Diese Wahrheit ist zugleich eine Einladung und ein Auftrag: zu wachsen, zu reifen, sich verwandeln zu lassen, zu lernen, zu dienen und zu lieben. 

Wenn du beginnst, dich selbst so zu sehen, verändert das den Blick auf alles. Du erkennst, dass du nicht definiert bist durch die Fehler deiner Vergangenheit, durch die Schwächen, die du immer wieder spürst, oder durch die Stimmen, die dich kleinreden. Die göttliche Identität liegt tiefer als all das und bleibt bestehen, selbst wenn du sie vergisst oder vernachlässigst. Sie ist wie ein unzerstörbares Siegel, das Gott selbst in deine Seele geprägt hat. Sie ist das, was dich ruft, wenn du dich verloren fühlst; sie ist das, was dich aufrichtet, wenn du zu fallen drohst; sie ist das, was dich auf den Weg zurückführt, wenn du meinst, zu weit entfernt zu sein. 

Doch das Ebenbild Gottes zu tragen bedeutet nicht nur Würde — es bedeutet auch Verantwortung. Gott setzte den Menschen in die Welt, „damit er herrsche“, nicht als Tyrann, sondern als Treuhänder. Herrschen heißt hier: schützen, pflegen, ordnen, achten, aufbauen. Es ist das Gegenbild zu Zerstörung, Gleichgültigkeit oder Ausbeutung. Wer im Ebenbild Gottes lebt, erkennt, dass Macht immer Dienst ist, dass Führung immer Fürsorge ist und dass wahre Größe immer mit Hingabe einhergeht. So wie Gott Schöpfer und Erhalter ist, so ist der Mensch eingeladen, schöpferisch und sorgend zu handeln — in seinen Beziehungen, in seiner Arbeit, in seiner Gemeinschaft, in seinem Umgang mit der Welt. 

Gleichzeitig offenbart dieses Ebenbild auch das ewige Potenzial des Menschen. Die Schöpfungsgeschichte ist nicht nur ein Bericht über das, was war, sondern eine Verheißung dessen, was werden kann. Wenn Gott sagt: „Lasset uns Menschen machen in unserem Bild“, beschreibt Er nicht nur ihre ursprüngliche Beschaffenheit, sondern auch ihre Zukunft. Das Bild Gottes ist der Ausgangspunkt — doch das Gleichnis Gottes ist das Ziel. Die Schrift deutet an, dass wir nicht nur zu etwas geschaffen wurden, sondern zu jemandem: einem Kind Gottes, das fähig ist, in Seiner Gegenwart zu bestehen, an Seinem Werk teilzuhaben und Seiner Herrlichkeit ähnlich zu werden. 

Wer sich dieser Wahrheit bewusst wird, beginnt, sein Leben anders zu gestalten. Entscheidungen werden klarer, weil sie nicht mehr nur nach unmittelbarem Vorteil bewertet werden, sondern nach ihrer Nähe zu Gottes Willen. Beziehungen werden wertvoller, weil man im anderen ebenfalls das Ebenbild Gottes erkennt — selbst dort, wo es verdeckt oder verletzt ist. Der Dienst am Nächsten wird nicht zu einer Last, sondern zu einer Entfaltung der eigenen göttlichen Natur. Und selbst Prüfungen, Schwächen und Brüche verlieren ihre Bedrohlichkeit, weil sie nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort hat Gott — und Sein Wort über dich lautet: „Du bist mein.“ 

Vielleicht hast du Zeiten erlebt, in denen du dieses Bild in dir kaum erkennen konntest. Zeiten, in denen du dachtest, du würdest der Erwartung Gottes niemals entsprechen. Doch die Wahrheit ist: Du sollst nicht aus eigener Kraft werden, was Gott in dich gelegt hat. Du sollst mit Ihm wachsen. Sein Abbild ist nicht ein Maßstab, an dem du scheiterst, sondern ein Geschenk, das du entfalten darfst. Gott fordert nicht Perfektion — Er bietet Verwandlung. Und diese beginnt immer dort, wo du Ihm erlaubst, in dein Inneres zu sprechen und dein Selbstbild zu erneuern. 

Wenn du das Ebenbild Gottes in dir erkennst, erkennst du gleichzeitig die Möglichkeit der Nähe zu Ihm. Denn Gleiches zieht Gleiches an. Der Geist Gottes spricht zu deinem Geist. Die Liebe Gottes begegnet deiner Fähigkeit zu lieben. Die Weisheit Gottes ruft nach deiner Bereitschaft, zu hören. Diese Verbindung ist kein ferner Idealzustand, sondern eine tägliche, stille Wirklichkeit. In jedem Gebet, in jeder Handlung der Güte, in jedem Schritt des Glaubens spiegelt sich etwas von Gott in dir und etwas von dir in Gott. 

Deine Identität im Ebenbild Gottes ist also nicht nur ein theologischer Satz — sie ist der Schlüssel zu einem neuen Leben. Ein Leben, das nicht durch Angst, Vergleich oder Leistung definiert ist, sondern durch Würde, Bestimmung und Beziehung. Ein Leben, das dich befähigt, in einer Welt voller Verwirrung eine klare Stimme zu sein. Ein Leben, das dich ruft, mutig zu werden, mitfühlend zu handeln und verlässlich zu dienen. Ein Leben, das sich öffnet für die Ewigkeit, weil es weiß, woher es kommt und wohin es geht. 

Und vielleicht verändert sich dein Blick auf dich selbst genau dann, wenn du beginnst, nicht mehr zu fragen: „Bin ich genug?“ — sondern: „Wem gehöre ich?“ Wenn die Antwort lautet: „Ich gehöre zu Gott“, dann beginnt dein Herz, sich selbst in einem neuen Licht zu sehen. Und dieses Licht kommt nicht aus dir selbst — es kommt von dem, dessen Ebenbild du trägst. 

Geistliches Zeugnis 

Ich gebe Zeugnis, dass jeder Mensch, der auf diese Erde kommt, ein Träger des göttlichen Abbildes ist — ein Kind Gottes, geboren aus Seiner Liebe und bestimmt für Seine Herrlichkeit. Ich weiß, dass diese Identität tiefer reicht als jede Schwäche und stärker ist als jede Dunkelheit. Gott hat mich selbst gelehrt, mich nicht durch meine Unvollkommenheiten zu definieren, sondern durch Seine Verheißung. Ich habe erlebt, wie Er mein Herz erneuert, mein Denken richtet und mir zeigt, dass Seine Hand über meinem Leben ist. Und ich weiß: Wenn du beginnst, in dir selbst das Ebenbild Gottes zu erkennen, wird Er auch dich verwandeln — Schritt für Schritt, Tag für Tag, bis Sein Licht in dir aufleuchtet und du erkennst, wer du in Wahrheit bist.

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Und Gott sprach

13. Januar 2026, 07:11am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle)

„Und Gott sprach … und es geschah so.“ (Genesis 1; vgl. Mose 2Abraham 4). 

Das schöpferische Wort im eigenen Leben erkennen 

 Wie wirkt Gottes Wort heute noch schöpferisch in deinem Denken, Fühlen und Handeln? 

Die Heilige Schrift beginnt mit einer machtvollen Offenbarung über das Wesen Gottes: Er ist ein Gott, der spricht, und jedes Wort, das Er spricht, trägt schöpferische Kraft in sich. Die Schöpfungsberichte in Genesis 1, Mose 2 und Abraham 4 wiederholen fast rhythmisch dieses heilige Muster: „Und Gott sprach … und es geschah so.“ Diese Worte sind nicht poetische Verzierung, sondern das Fundament unseres Glaubens: Wenn Gott spricht, verändert sich die Wirklichkeit. Alles, was wüst und leer ist, jede Dunkelheit, jede Unordnung, wird durch Sein Wort in Licht, Ordnung und Leben verwandelt. So beginnt die Schöpfung nicht mit Struktur, sondern mit einem Zustand, den wir allzu gut kennen — Chaos, Leere, Dunkelheit. „Die Erde war ohne Gestalt und wüst; und Finsternis war über der Tiefe.“ Doch noch bevor ein einziges schöpferisches Wort gesprochen wird, lesen wir: „Und mein Geist schwebte über dem Wasser.“ (Mose 2:2). Gott ist also bereits gegenwärtig, bevor Veränderung sichtbar wird. Sein Geist ist über unserem Chaos, und Sein Wort setzt die Ordnung in Gang. 

Dann erklingt der erste Satz der neuen Welt: „Lasst Licht sein.“ (Mose 2:3). Kein Werkzeug, keine Vorbereitung, kein Prozess — nur ein Wort, und Licht bricht hervor. Dieses Grundmuster durchzieht alle sechs Schöpfungstage: Gott spricht, die Elemente gehorchen, Gott sieht das entstehende Gute, und eine neue Zeit beginnt. „Abend und Morgen“ markieren nicht nur Tagesabschnitte, sondern auch geistliche Wirklichkeiten: Wenn Gott spricht, beginnt eine neue Phase, ein neuer Abschnitt, ein neues Werden. Dieses Muster lädt uns dazu ein, Gottes Reden auch im eigenen Leben zu erkennen. Sein Wort ist nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Er spricht heute durch die heiligen Schriften, durch lebende Propheten, durch den Heiligen Geist, durch sanfte Gedanken des Friedens, durch stille Eindrücke, die den Weg öffnen, wo wir selbst keinen sehen. 

Wenn wir die Schrift öffnen, begegnen wir nicht nur alten Texten; wir öffnen uns einem Raum, in dem Gottes Wort uns persönlich trifft. Wie die Erde fruchtbar wird, sobald Gott spricht, so wird auch unser Herz fruchtbar, wenn wir Sein Wort aufnehmen. Prophetenworte erfüllen dieselbe Funktion wie Sonne und Mond im Schöpfungsbericht: Sie geben Orientierung, markieren Zeiten, setzen geistliche Jahreszeiten. Und persönliche Offenbarung ist oft ein leises, aber schöpferisches Sprechen Gottes in den alltäglichen Abläufen unseres Lebens. Sie bringt Licht in unsere Gedanken, Frieden in unsere Gefühle, Richtung in unsere Entscheidungen. 

Immer wieder heißt es: „Und es war so, ja, wie ich sprach.“ (Mose 2:7). Diese Worte tragen ein tiefes Geheimnis in sich: Die Elemente gehorchen dem göttlichen Wort vollkommen. Sie widersetzen sich nicht. Sie argumentieren nicht. Sie erkennen die Stimme ihres Schöpfers. Wenn wir lernen, auf diese Stimme ähnlich zu reagieren — vertrauend, gehorsam, offen —, dann entfaltet dasselbe schöpferische Prinzip Kraft in uns. Geistlicher Gehorsam ist nicht Zwang, sondern Resonanz. Wenn Gott spricht und unser Herz antwortet, geschieht das Wunder der inneren Neuschöpfung. 

Gottes Reden führt jedoch nicht nur zu Ordnung, sondern zu Güte. Immer wieder heißt es: „Und Gott sah, dass es gut war.“ (Genesis 1:10). Und am Ende sogar: „Es war sehr gut.“ (Genesis 1:31). Gott erschafft nicht nur Struktur, sondern Schönheit, nicht nur Funktion, sondern Fülle, nicht nur Ordnung, sondern Segen. Wenn Sein Wort in uns wirkt, wird unser Leben nicht einfach korrekter oder disziplinierter, sondern tiefer gut — im Sinne göttlicher Harmonie, Reife, Fruchtbarkeit, Leben. 

Vielleicht beginnt heute ein solcher Tag für dich. Vielleicht spricht Gott in deine Dunkelheit hinein: „Es werde Licht“, und plötzlich erkennst du, was vorher verborgen war. Vielleicht ruft Er in dir etwas zum Wachsen, das lange in der Tiefe ruhte. Vielleicht nennt Er etwas „gut“, das du selbst nie als gut sehen konntest. Sein Wort ist immer schöpferisch, immer wirksam, immer liebevoll ausgerichtet auf deine Entwicklung, deinen Frieden, deinen Weg. 

Geistliches Zeugnis 

Ich gebe Zeugnis, dass Gottes Wort heute ebenso lebendig und schöpferisch ist wie in den Tagen der ersten Schöpfung. Ich habe erfahren, wie ein einziges göttliches Wort Licht in Räume brachte, die ich selbst nicht erhellen konnte. Ich weiß, dass Sein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern das bewirkt, wozu Er es sendet — Ordnung, Frieden, Mut, Erkenntnis und ein neues Herz. Ich bezeuge, dass jeder, der Sein Wort hört, annimmt und danach handelt, erlebt, wie in ihm selbst „es geschieht so“: wie aus Chaos Klarheit wird, aus Dunkelheit Licht, aus Hoffnungslosigkeit neues Leben. Möge Sein schöpferisches Wort auch in deinem Leben zu einem neuen Morgen werden.

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Wenn Gott Licht in dein Leben spricht

12. Januar 2026, 07:55am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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„Und Gott sprach: Es werde Licht; und es ward Licht.“ (1. Mose 1:3 Mose 2:3 / Abraham 4:3). 

Wenn wir heute die Erde betrachten — geordnet, leuchtend, voller Vielfalt und Leben — fällt es schwer, uns vorzustellen, dass sie einst „wüst und wirr“ und „leer und öde“ war (Genesis 1:2Abraham 4:2). Doch genau dort setzt die Schöpfung an: im Dunkel, im Chaos, im Ungeformten. Und gerade in diesem unscheinbaren Anfang wird das Wesen Gottes sichtbar — der Schöpfer, der aus dem Rohstoff der Unordnung Schönheit formt, aus Leere Fülle entstehen lässt und aus Stille göttlichen Klang hervorbringt. 

Dieses Muster der Schöpfung ist kein fernes kosmisches Ereignis. Es ist ein geistiges Gesetz, das sich auch in unserem eigenen Leben wiederholt. Denn wir alle kennen Momente, in denen Orientierung fehlt, in denen Dunkelheit schwer auf der Seele liegt oder wir uns innerlich leer fühlen. Und gerade dann dürfen wir uns daran erinnern: Der Vater im Himmel und Jesus Christus sind Schöpfer — und ihre schöpferische Arbeit an uns ist lebendig, beharrlich und liebevoll fortschreitend. 

Sie können Licht in unsere tiefste Finsternis bringen. 
Sie können unsere innere Leere mit Leben, Sinn und Wärme füllen. 
Und sie können in uns jenes göttliche Potenzial erwecken, von dem Genesis 1:26 spricht — das Potenzial, wahrhaft „im Bild Gottes“ zu leben und ihm ähnlich zu werden. 

Mit diesem Verständnis öffnet sich der Schöpfungsbericht wie eine geistige Landkarte. Er zeigt uns nicht nur, wie Gott die Welt ordnete, sondern wie Er uns ordnet — und dass jeder göttliche Anfang mit einem einzigen heiligen Wort beginnt: Licht. 

Im Anfang – wenn Gott den ersten Schritt tut 

Am Anfang der Schöpfung liegt keine Form, keine Ordnung, keine Schönheit. Es ist ein Zustand, den die heiligen Schriften mit drei hebräischen Worten beschreiben: tohu wa-bohu, „wüst und leer“. Die Erde war „ohne Form“, „Finsternis lag auf der Tiefe“ (Genesis 1:2). In Mose 2 und Abraham 4 wird dieser Zustand fast tastbar: ein „dunkler Schleier“ bedeckt das Chaos – bis Gott spricht. 

Bevor irgendetwas entstehen konnte, war da nur sein Wort
„Und sie, die Götter, sprachen: Lasst Licht sein;“ (Abraham 4:3

Der erste schöpferische Akt ist kein greifbarer, materieller Vorgang — sondern ein geistiges Prinzip
Gott beginnt jede Erneuerung mit Licht, Erkenntnis und Klarheit. 
Bevor Formen entstehen, bevor Strukturen wachsen, bevor Leben sich entfaltet, muss zuerst Licht einbrechen. 

Dieses Muster gilt nicht nur für die Welt, sondern auch für dich. 
Gott beginnt jeden neuen Anfang in deinem Leben, indem Er Licht spricht. 

Göttliche Ordnung: Schöpfung als Prozess, nicht als Moment 

Die Schöpfungserzählungen zeigen einen Gott, der in OrdnungSchritten und Phasen arbeitet. 
Talking Scripture und viele prophetische Kommentare heben hervor: 

  • Die Schöpfung ist keine spontane Explosion

  • keine magische Sekunde, 

  • sondern ein geordneter, liebevoller, geduldiger Prozess

  • in dem Gott immer wieder spricht, sieht, segnet und trennt. 

Gott erschafft nicht mit Hast, sondern mit heiliger Absicht. 

Joseph Smith lehrte, dass die Schöpfung nicht ex nihilo, aus dem Nichts, erfolgte, sondern aus vorhandener, ungeordneter Materie, die Gott formte, ordnete und mit Leben erfüllte. Das entspricht auffallend der Beschreibung in Abraham 4, wo die „Götter“ nicht einfach erschaffen, sondern „organisieren“: 

„Und sie, die Götter, organisierten das Licht …“ (Abraham 4:4

Schöpfung ist also Gottes Ordnung inmitten des Chaos

Wenn du das auf dein Leben anwendest, bedeutet es: 
Gott erwartet von dir nicht Vollkommenheit, sondern Bereitschaft, dass Er dein Chaos berühren darf. 
Er beginnt mit Licht — 
doch Er führt weiter mit Struktur, Rhythmus, Grenzen, Segen und Wachstum. 

Darwin, Joseph Smith und die Frage nach der schöpferischen Kraft 

Es klingt erstaunlich, aber sowohl Joseph Smith als auch Charles Darwin sprechen — aus völlig unterschiedlichen Perspektiven — von einer Kraft, die formt, ordnet und vorwärtsführt. 

Darwin beschreibt in frühesten Manuskriptpassagen eine Art 
„creative power“ oder „schöpferische Kraft“
die das Leben nicht zufällig, sondern zielgerichtet wachsen lässt. 
Dieses Konzept ist kein theologisches Bekenntnis, aber es zeigt eine wesentliche Intuition: 

Leben entwickelt sich nicht chaotisch, sondern folgt inneren Gesetzen, Mustern und Kräften, die ein höherer Geist gesetzt haben könnte. 

Joseph Smith wiederum sieht dieselbe Kraft, aber klar benannt: 
Gottes intelligentes Licht, das das Universum durchdringt — „die Macht Gottes“, die alle Dinge belebt (siehe L&B 88). 

In gewisser Weise stehen diese beiden Sichtweisen nicht zwingend im Widerspruch. 
Während Darwin beschreibt, wie sich Leben entfaltet, beschreibt Joseph Smith warum
Weil Gott eine Welt geschaffen hat, in der Wachstum, Anpassung und Entwicklung Teil Seiner Ordnung sind. 
Eine Welt, die sich entfaltet — nicht statisch, sondern lebendig. 

Die Propheten lehren kein Zufallsuniversum, sondern ein zweckhaftes, liebevoll organisiertes. 
Und genau dieses Muster spiegelt Genesis 1
Licht – Ordnung – Entwicklung – Fülle – Ruhe. 

Mehr hierzu lies gerne hier: “Creation versus Evolution” 

Was bedeutet Licht in deiner persönlichen Schöpfung? 

Wenn Gott spricht: „Es werde Licht“, geschieht mehr als äußere Helligkeit. 
In den Schriften steht Licht für Erkenntnis, Hoffnung, Orientierung und Offenbarung — für den Schritt aus innerer Finsternis in göttliche Klarheit. 

Vielleicht gibt es in deinem Leben Bereiche, die wie die Urflut wirken: verwirrt, leer oder überfordernd. Orte, an denen dir Struktur und Richtung fehlen. Genau dort beginnt Gott zu wirken — nicht erst, wenn alles geordnet ist, sondern wenn du Ihm erlaubst zu sprechen. 

Was könnte in deinem Leben neu entstehen, wenn du Gott erlaubst, Licht in deine gegenwärtige Situation zu sprechen? 

Vielleicht beginnt dein persönlicher „erster Tag“ heute — nicht durch ein großes Wunder, sondern durch die Bitte um ein einziges Wort: Licht. 

Betrachten wir die Schöpfung, erkennen wir ein göttliches Muster: Gott handelt heilend, weise und liebevoll nah. Er spricht Licht, bevor Formen entstehen; Ordnung, bevor Leben wächst. Und Er ruht, um zu zeigen: Sein Werk ist heilig. 

Dasselbe tut Er in uns — manchmal sanft wie ein wachsender Morgen, manchmal plötzlich wie ein Lichtstrahl in der Nacht. Doch immer in göttlicher Absicht. 

Darum ist die Schöpfung mehr als ein Bericht. Sie ist ein Spiegel deiner geistigen Entfaltung und Gottes leises Versprechen, dass aus jeder inneren Dunkelheit ein neuer Tag erwachsen kann — wenn wir Ihn sprechen lassen. 

So lädt die Schöpfung dich ein, Ihm Raum zu geben: für Licht, Ordnung und Neuanfang. 

Während ich darüber nachsinne, spüre ich, wie sehr Gott heute noch wirkt wie am ersten Tag. Sein Licht ist gegenwärtig, seine schöpferische Kraft nah. Wer sie einlädt, erlebt, wie selbst das Ungeformte im Herzen Gestalt annimmt. 

Geistliches Zeugnis 

Ich gebe Zeugnis, dass Gott wirklich der Gott des Anfangs ist — nicht nur der großen, kosmischen Anfänge, sondern auch jener stillen, unscheinbaren Neuanfänge in deinem Herzen. Ich habe erlebt, wie Sein Licht dorthin dringt, wo meine eigene Kraft nicht mehr ausreichte und wo ich selbst keine Klarheit schaffen konnte. Ich weiß, dass Er heute noch spricht, heute noch ordnet und heute noch aus innerem Chaos neues Leben entstehen lässt. 

Wenn du Ihm Raum gibst, wird Er auch in dir Licht sprechen — ein Licht, das heilt, richtet, stärkt und den Weg sichtbar macht, den du vielleicht jetzt noch nicht erkennen kannst. Dieses Licht ist real. Es ist persönlich. Und es führt immer zu Christus.

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Mit Gott zusammenarbeiten

10. Januar 2026, 06:33am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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„Und ich habe eine Arbeit für dich, Mose, mein Sohn; und du bist im Ebenbild meines Einziggezeugten; und mein Einziggezeugter ist der Erretter und wird es sein, denn er ist voller Gnade und Wahrheit; doch es gibt keinen Gott neben mir, und alles ist gegenwärtig bei mir, denn ich kenne es alles.“ (Mose 1:6). 

Teilhaber an seinem Werk und seiner Herrlichkeit – Synthese aus Mose 1 und Abraham 3 

1. Ein persönlicher Ruf 

Wenn wir Mose 1:6 lesen, spüren wir die persönliche Tiefe, mit der Gott jeden von uns anspricht. Der Herr nennt Mose beim Namen, erinnert ihn an seine wahre Identität im Ebenbild des Einziggezeugten und weist ihm eine Aufgabe zu. Es ist ein Ruf zur Zusammenarbeit — eine Einladung, Teilhaber an Seinem ewigen Werk zu werden. 

Diese Einladung endet nicht bei Mose. Auch Abraham 3 beschreibt, wie wir vor der Schöpfung erwählt wurden, um an Gottes Werk teilzunehmen. Dort heißt es, dass unter den vielen Geistern einige „edle und große“ waren und dass Gott ihnen Aufträge geben würde (Abraham 3:22–23). Der Herr fragte: „Wen soll ich senden?“, und einer antwortete: „Hier bin ich, sende mich“ (Abraham 3:27). 

Gott ruft uns heute genauso. Jeder von uns ist berufen, sein Licht weiterzugeben, anderen zu dienen und Seine Herrlichkeit auf Erden zu spiegeln. Präsident Russell M. Nelson lehrt: „Der Herr braucht dich in seinem Werk – genau jetzt.“ 

2. Unsere Identität im Ebenbild des Einziggezeugten 

Die Worte: „Du bist im Ebenbild meines Einziggezeugten“ offenbaren, dass Gottes Werk nicht ohne uns vollbracht wird. Wir tragen Seine Eigenschaften in uns und sind befähigt, mit Ihm zusammenzuarbeiten. Präsident Dallin H. Oaks erklärt: „Unsere wahre Identität und unser wahres Potenzial sind in Christus verankert.“ 

Dieses Wissen ist nicht nur tröstlich, es ist befähigend. Es erinnert uns daran, dass wir nicht zufällig in Gottes Werk stehen, sondern von Ihm genau für diese Aufgaben vorbereitet wurden. Unsere Talente, unsere Gaben und unsere Berufungen passen zu Seinem Plan. 

3. Teilhaber an Gottes großem Werk 

Mose 1 zeigt, dass Gott „Welten ohne Zahl“ erschaffen hat (Mose 1:33). Durch den Sohn hat Er alles gemacht, „nämlich meinen Einziggezeugten“. Dieses Werk ist unermesslich, doch wir dürfen Teil darin sein. 

Teilhaber zu sein heißt, dass unser Beitrag in Gottes Werk nicht unbedeutend ist, sondern dass jedes Gebet, jede Tat der Liebe, jeder Dienst ein Baustein in Seiner großen Ordnung ist. Präsident Nelson sagt: „Es ist ein unschätzbares Vorrecht, mit Gott an der Errettung Seiner Kinder mitwirken zu dürfen.“ 

Abraham 3 erinnert uns, dass wir schon vor der Erde erwählt wurden, bestimmte Aufgaben zu erfüllen (Abraham 3:23–24). Gott lädt uns ein, auch heute aktiv an Seinem Werk mitzuwirken, sei es durch Mission, Tempelarbeit, Inspiration oder alltäglichen Dienst. 

4. Wege, heute mit Gott zu wirken 

a) Mission und Zeugnis 

Teilhaber Gottes Werk zu sein, bedeutet, Sein Licht weiterzugeben. Auch wenn nicht jeder im Vollzeitdienst arbeitet, kann jeder ein Licht sein. Unsere Worte, unsere Freundlichkeit und unser Zeugnis wirken. Präsident Henry B. Eyring betont: „Wenn wir das Evangelium leben, werden andere durch unser Beispiel erleuchtet.“ 

b) Tempel und Bündnisse 

Der Tempel ist der heiligste Ort, an dem wir Gottes Werk aktiv erleben. Durch Bündnisse im Tempel werden wir gestärkt, unsere Familien gesegnet und die Verbindung zu Gottes Werk vertieft. Präsident Nelson sagt: „Nichts wird Ihr geistiges Leben so verwandeln wie der regelmäßige Tempelbesuch.“ 

c) Dienst am Nächsten 

Gottes Werk geschieht durch Menschen. Es ist immer menschlich gelebte Liebe. Jede Tat der Barmherzigkeit, jede aufrichtige Hilfe, jede geistliche Ermutigung ist ein Beitrag zu Gottes Werk. Wie Apostel Dieter F. Uchtdorf erklärte: „Wir werden dazu berufen, das Licht Gottes zu teilen, wo immer wir gehen.“ 

d) Offenbarung empfangen 

Gott offenbart Seine Führung durch den Heiligen Geist. Mose wurde „im Geist“ erhoben (Mose 1:1) und konnte die Herrlichkeit Gottes sehen. Auch wir können Seinen Willen erkennen, wenn wir aufmerksam sind und uns Seinem Wort öffnen. 

5. Gottes Werk ist Seine Herrlichkeit – und unsere Berufung 

Mose 1:39 fasst es zusammen: 

„Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ 

Gottes Ziel ist die ewige Entwicklung und Errettung der Menschen. Wenn wir uns bewusst in Sein Werk stellen, werden auch wir Teil dieser Herrlichkeit. Es ist keine Pflicht, sondern eine Einladung in eine ewige Partnerschaft. 

Mein Zeugnis 

Ich bezeuge, dass Gott lebt und dass Er uns nicht nur erschaffen hat, sondern uns kennt, beruft und befähigt, mit Ihm zusammenzuarbeiten. Ich weiß, dass wir im Ebenbild Seines Einziggezeugten geschaffen sind und dass wir durch Bündnisse, Dienst, Offenbarung und gelebte Liebe an Seinem Werk teilhaben dürfen. 

Ich bezeuge, dass Jesus Christus der Erretter ist, voller Gnade und Wahrheit, und dass alles, was wir im Dienst für Ihn tun, Bestand hat. Ich weiß, dass Mose 1 und Abraham 3 uns die Wahrheit offenbaren: Gott lädt uns ein, jetzt in Seinem Werk mitzuwirken — eine Einladung, die wir annehmen dürfen.

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Die Ordnung der Himmel

9. Januar 2026, 06:42am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

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„Denn es gibt viele Königreiche; und einem Reich nach dem anderen gibt es größere und kleinere; und einem Stern nach dem anderen gibt es größere und kleinere, aber alle sind gemacht, um meinem Werk und meiner Herrlichkeit zu dienen.“ (frei angelehnt an Abraham 3 und LuB 76:86–88

Intelligenzen, Herrlichkeit und ewiges Wachstum (Abraham 3:1–21) 

Wenn Abraham im dritten Kapitel des Buches Abraham seine Vision der Himmel beschreibt, öffnet sich vor uns ein gewaltiges Panorama göttlicher Ordnung. Die Szene beginnt bemerkenswert schlicht: „Und ich, Abraham, hatte den Urim und Tummim“ (Abraham 3:1). Dieses heilige Instrument, schon aus der Bibel bekannt (2. Mose 28:30Esra 2:63), diente Propheten als Mittel, um göttliche Offenbarung zu empfangen und Wahrheit von Irrtum zu unterscheiden. Auch im Buch Mormon lesen wir von Urim und Tummim, als das „übersetzende Instrument“, das dem Propheten Joseph Smith gegeben wurde (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:35). Der Herr hatte Abraham dieses heilige Werkzeug im Land Ur gegeben – gerade dort, wo der junge Abraham um sein Leben fürchten musste. Offenbarung wird nicht erst dann gegeben, wenn die Umstände ideal sind; sie wird gegeben, damit wir in schwierigen Umständen den Himmel klarer erkennen. 

Vor diesem geistigen Hintergrund sieht Abraham die Sterne – „dass sie sehr groß waren“ – und einen Stern, der „dem Thron Gottes am nächsten war“ (Abraham 3:2). Wieder spricht der Herr nicht in abstrakten Begriffen, sondern in Bildern, die der Mensch fassen kann. Der große Stern heißt Kolob, ein Name, der uns auch an anderen Stellen begegnet (Abraham 5:13). Die Schrift beschreibt Kolob nicht nur als ein Sinnbild, sondern ausdrücklich als einen realen, physischen Stern, „der dem Thron Gottes am nächsten ist“ (Abraham 3:2). Der Schriftenführer fasst das klar: „Der Stern, der dem Thron Gottes am nächsten ist“ – ein tatsächlicher Himmelskörper, den Abraham mittels Urim und Tummim sah. Gleichzeitig wird Kolob auch symbolisch gebraucht: Er steht für Nähe zu Gott, für Ordnung, Rang und göttliche Herrschaft. Wenn der Herr sagt, Kolob sei „gesetzt, dass er alle jene regiere, die derselben Ordnung angehören wie der, auf dem du stehst“ (V. 3), deutet dies auf eine himmlische Hierarchie hin, die sowohl real im Kosmos als auch geistig im Reich Gottes existiert. Kolob ist physisch – aber er verweist zugleich auf geistige Wirklichkeiten. Die Vision benutzt kosmische Sprache, um geistige Realität zu lehren. 

Wenn der Herr Abraham dann erklärt, dass die Umdrehung Kolobs einem „Tag des Herrn“ entspreche – nämlich tausend Jahren nach irdischer Zeitrechnung (V. 4; vgl. 2. Petrus 3:8Psalm 90:4) – geht es nicht darum, astronomische Details wörtlich zu deuten. Es ist eine Analogie: Die Entfernung von der göttlichen Gegenwart wird in Zeitunterschieden greifbar gemacht. Die „langsamer bewegten“ Planeten (V. 5–8) sollen verdeutlichen, dass es Ordnungen, Stufen und Reiche gibt – sowohl im Kosmos als auch im Reich Gottes. Genau denselben Gedanken finden wir im Neuen Testament, wenn Paulus von der Herrlichkeit der Sonne, des Mondes und der Sterne spricht (1. Korinther 15:40–42). Die Schöpfung selbst predigt vom ewigen Fortschritt: Es gibt immer etwas Größeres über uns, immer etwas, dem wir uns annähern dürfen. 

Doch die Vision ist nicht nur kosmisch. Sie ist zutiefst persönlich. Abraham berichtet: „Ich redete … mit dem Herrn von Angesicht zu Angesicht“ (V. 11). Aber selbst dieser unmittelbare Austausch reicht nicht aus, um die Herrlichkeit der zahllosen Werke Gottes zu fassen. Deshalb „legte er seine Hand auf meine Augen“ (V. 12). Dieses Berühren erinnert an Mose, der vor dem Herrn stand, aber verherrlicht werden musste, damit er Gottes Gegenwart ertragen konnte (Mose 1:11). Nicht die Augen selbst machen die Wirklichkeit sichtbar, sondern die Macht Gottes, die sie öffnet. So wird Abraham befähigt, die Fülle der Schöpfung zu betrachten: Sonne, Mond, Sterne – Schineha, Olea, Kokabim (V. 13). Diese hebräisch gefärbten Begriffe verbinden die Vision wieder mit Abrahams Welt, damit er erkennen kann: Der Gott der Himmel ist auch der Gott seines Lebens. 

Dann spricht der Herr einen Segen, der das Herz des Patriarchen über Generationen hinweg tragen sollte: „Ich will dich mehren und deine Nachkommen gleichwie die Sterne“ (V. 14). Wieder verbindet Gott Himmel und Erde. Die unzählbare Sternenmenge wird zum Bild für das Wachstum eines Bundesvolkes, das durch Glauben und Gehorsam in dieselbe göttliche Ordnung hineinwächst, die Abraham gerade vor Augen sieht. 

Bemerkenswert ist der Zweck dieser Offenbarung: „damit ihr alle diese Worte verkünden möget, ehe ihr nach Ägypten geht“ (V. 15). Abraham erhält den Auftrag, diese Erkenntnisse weiterzugeben. Obwohl die Vision himmlisch ist, ist ihr Ziel irdisch: Menschen sollen dadurch vorbereitet werden. Die Aufforderung gilt auch uns – Erkenntnis darf nicht in uns eingeschlossen bleiben; sie soll Licht für andere werden (vgl. Matthäus 5:14–16). 

In Vers 16 und 17 kehrt die Vision wieder zur Bildsprache der Planeten zurück, um ein geistiges Gesetz zu lehren: Wenn es zwei Dinge gibt und eines über dem anderen steht, dann gibt es auch über dem zweiten etwas Größeres. Dieses Prinzip gilt sowohl für die Schöpfung als auch für das Reich Gottes: Wachstum ist ein ewiges Gesetz. Kein Wesen, kein Licht, keine Erkenntnis ist der höchste Punkt – außer Gott selbst. Und so mündet die kosmische Erklärung in eine der tiefsten Aussagen über die Natur des Menschen: „wenn es zwei Geister gibt … so haben diese … keinen Anfang … sie werden kein Ende haben … denn sie sind n-olam oder ewig“ (V. 18). Diese Stelle verbindet sich mit Offenbarungen in den Lehren und Bündnissen über Intelligenzen und die Unsterblichkeit des Geistes (LuB 93:29–33). Wir sind nicht erschaffen worden wie ein Gegenstand, sondern wir sind seit Ewigkeit her vorhandene Intelligenzen, die Gott in seinen Plan des Fortschritts aufgenommen hat. 

Doch auch unter Intelligenzen gibt es Ordnung: „der eine ist intelligenter als der andere“ (V. 19). Diese Aussage will nicht trennen, sondern erklären: Wachstum bedeutet Annäherung an das höhere Licht, und das höchste Licht ist Gott selbst. „Ich bin intelligenter als sie alle“, sagt der Herr – nicht um zu herrschen im Sinn von Macht, sondern im Sinn von Führung, Weisheit und Liebe. Wer Christus erkennt, erkennt das höchste mögliche Maß an Intelligenz, an reiner Wahrheit und an vollkommenem Licht (Johannes 1:4–9). 

Diese Vision schließt schließlich mit einem zutiefst tröstlichen Bild: Gott ist nicht einfach der ferne Herrscher über Sterne und Intelligenzen – Er „wohnt inmitten von ihnen allen“ (V. 21). Der Gott, dessen Thron der Mittelpunkt der Ewigkeit ist, ist gleichzeitig der Gott, der Abraham aus den Händen des Priesters von Elkena rettete (V. 20), der in unser Leben herabsteigt und uns führt. Seine Weisheit durchdringt sowohl die Umlaufbahnen der Sterne als auch die Wege unseres Alltags. Die Ordnung der Himmel ist dieselbe Ordnung, nach der Er uns leitet – weise, geduldig, Schritt für Schritt, immer ein wenig näher zu Ihm. 

Persönliches geistliches Zeugnis 

Wenn ich über Abrahams Vision nachsinne, spüre ich, wie der Geist mich lehrt, dass Gottes Ordnung nicht etwas Fernes oder Abstraktes ist. Sie ist die Struktur meines eigenen geistigen Wachstums. So wie es in der Schöpfung stets etwas Größeres über dem bereits Bekannten gibt, so ruft auch Gott mich, mich weiterzuentwickeln, mein Herz zu läutern und mich dem Licht anzunähern, das von Ihm ausgeht. Ich weiß, dass wir ewige Intelligenzen sind, berufen, in Seiner Gegenwart zu wachsen. Ich weiß, dass der Herr wirklich inmitten all seiner Kinder wohnt – nicht nur in den Sternen und Galaxien, sondern in den stillen Momenten unseres Alltags, in denen Er unsere geistigen Augen berührt und uns mehr erkennen lässt, als wir zuvor sehen konnten. Und ich bezeuge, dass diese göttliche Ordnung uns nicht einschränkt, sondern uns in jene Freiheit führt, die nur in Christus zu finden ist.

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Der große Rat im Himmel

8. Januar 2026, 07:29am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Der große Rat im Himmel 
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„Abraham, du bist einer von ihnen; du wurdest erwählt, ehe du geboren wurdest.“ (Abraham 3:23

Vorherbestimmung, Erwählung und Entscheidungsfreiheit (Abraham 3:22–28) 

Es gibt Texte in der heiligen Schrift, die uns nicht nur informieren, sondern uns an unsere tiefste Herkunft erinnern. Abraham 3:22–28 ist ein solcher Text. Hier öffnet Gott den Vorhang der Ewigkeit und lässt Abraham – und uns – in jene Welt blicken, in der unsere Geschichte begann: den vorirdischen Rat im Himmel

Wir entdecken dort nicht nur unsere Herkunft als Kinder eines ewigen Vaters, sondern auch unseren Auftrag und den Grund, weshalb wir auf der Erde leben. In diesen wenigen Versen liegen Identität, Berufung und Bestimmung verborgen. Doch sie sprechen nicht nur zu unserem Verstand; sie sprechen zu unserem Geist, der die Wahrheit erkennt, weil er sie einst kannte. 

1. Erwählt, ehe man geboren wurde (Vers 23) 

Abraham, du bist einer von ihnen; du wurdest erwählt, ehe du geboren wurdest.“ 

Was bedeutet es, schon vor der Geburt erwählt zu sein? 
Es heißt nicht, dass Gott manche bevorzugt und andere vernachlässigt. Vielmehr bedeutet es, dass Gott uns kannte – mit all unseren Fähigkeiten, unserer Bereitschaft und unserem Herzen. Die Erwählung ist weniger Auszeichnung als Auftrag. Gott sah die Seelen der „Edlen und Großen“, weil sie sich im vorirdischen Leben durch Treue, Rechtschaffenheit und Lernbereitschaft auszeichneten. 

Diese Lehre ist tief verwurzelt auch in der Bibel: 

  • Jeremia hörte Gottes Stimme: 
    „Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.“ (Jeremia 1:5

  • Auch Paulus beschreibt unsere Erwählung „vor Grundlegung der Welt“ (Epheser 1:4). 

Erwählung bedeutet: Gott hat uns vertraut. Er sah in uns etwas, das Wert hat, etwas, das dienen kann, etwas, das trägt. Im Grunde erinnert uns Gott in Abraham 3 daran: 
Du bist kein Zufallsprodukt. Du bist ein Gedanke Gottes – und ein Plan Gottes. 

2. Der Eine, „der war wie Gott“ (Vers 24) 

Da stand einer unter ihnen, der war wie Gott…“ 

Wer ist dieser Eine? 
Die Offenbarungen der Letzten Tage machen es klar: Es ist Jesus Christus, der Erstgeborene im Geist, vollkommen eins mit dem Vater in Wille, Liebe und Geist. 

Er ist „wie Gott“, weil er schon vor der Geburt den Charakter, die Gesinnung und die Hingabe des Vaters vollständig verkörperte. Darum konnte Er sagen: 
Ich bin gekommen, um deinen Willen zu tun, o Gott. (Hebräer 10:7

Schon vor dieser Welt war Christus derjenige, der bereit war, herabzusteigen, um die Erde, die Menschen und den Heilsplan zu schaffen und auszuführen. Er war der Mittelpunkt des Großen Rates – derjenige, durch den alles Wirklichkeit werden würde. 

3. Der Zweck der Erde (Verse 25–26) 

Wir wollen sie hierdurch prüfen…“ 

Warum wurde die Erde geschaffen? 
Der Text nennt zwei zentrale Gründe: 

(1) Um uns zu prüfen 

Nicht im Sinn eines Examens, sondern im Sinn einer Reifung. 
Wir kamen auf die Erde, um Freiheit zu erleben – echte Freiheit, die Wahl zwischen Licht und Finsternis, zwischen Selbstsucht und Nächstenliebe, zwischen Eigenwille und Gottes Wille. 

Wie Lehi sagt: 
„denn es muss notwendigerweise so sein, dass es in allem einen Gegensatz gibt.“ (2 Nephi 2:11

(2) Um uns zu erhöhen 

Diejenigen, die ihren „ersten Stand“ bewahren – also treu in der vorirdischen Welt gewesen sind – sollten die Möglichkeit bekommen, durch den „zweiten Stand“ der Sterblichkeit, Herrlichkeit hinzugefügt zu bekommen. 

Das Evangelium ist kein Prüfungsraum, sondern ein Wachstumsraum. 

Die Erde ist ein Ort: 

  • der Erfahrungen, 

  • der Entscheidungen, 

  • des Glaubens, 

  • der Liebe, 

  • des Umkehrens, 

  • der Verbindung mit Christus. 

Gott schuf die Erde nicht, um uns zu beobachten, sondern um uns zu verwandeln

4. Wer meldete sich? (Vers 27) 

Hier bin ich, sende mich!“ 

Im Rat im Himmel standen zwei auf: 

  1. Der Erste, „wie des Menschen Sohn“ – Jesus Christus. 
    Sein Angebot war von Liebe getragen: 
    „Vater, dein Wille geschehe, und die Herrlichkeit sei dein.“ 
    Er war bereit, das Opfer zu bringen, den Weg zu öffnen und alle Menschen zum Vater zurückzuführen. 

  1. Der Zweite – Luzifer. 
    Er bot etwas scheinbar Einfaches an: 
    Er wollte die Entscheidungsfreiheit aufheben und damit jede Sünde und jeden Verlust unmöglich machen. 
    Doch sein Plan hätte uns um unsere Identität beraubt. Ohne Freiheit gäbe es keine Liebe, keine Erfahrung, kein Wachstum – und wir wären keine Kinder Gottes mehr, sondern Marionetten. 

Darum sagte Gott: 
„Ich werde den ersten senden.“ 

5. Weshalb der Zweite seinen ersten Stand nicht bewahrte (Vers 28) 

Der zweite wurde zornig und bewahrte sich seinen ersten Stand nicht…“ 

Der Fall Luzifers ist nicht nur ein kosmisches Ereignis; er ist eine Lehre über das Herz. 

Sein Zorn entsprang Stolz – dem Wunsch, die Herrlichkeit Gottes für sich zu nehmen. 
Der Vater der Lüge wollte nicht dienen, sondern herrschen. 
Er wollte nicht Gottes Willen tun, sondern seinen eigenen Willen durchsetzen. 

So brach er den ersten Stand, also seine Treue im vorirdischen Leben. Und viele folgten ihm, nicht weil sie böse waren, sondern weil sie sich täuschen ließen und Gottes Plan nicht vertrauten. 

Diese Wahrheit trägt ein stilles Echo in sich: 

Die wahre Prüfung des Lebens ist stets eine Herzensprüfung: 
Ob wir Gott vertrauen und Christus folgen – oder uns selbst. 

Die Botschaft für uns heute 

Diese Verse erinnern uns an drei ewige Wahrheiten: 

  1. Wir stammen aus der Gegenwart Gottes. 
    Unsere Seele hat eine Geschichte vor diesem Leben. 

  1. Wir haben eine vorirdische Berufung. 
    Gott hat uns vertraut, bevor wir etwas beweisen konnten. 

  1. Wir besitzen Entscheidungsfreiheit. 
    Freiheit ist ein göttliches Geschenk – und der entscheidende Ort, an dem wir Gottes Sohn ähnlich werden. 

Wenn wir verstehen, wer wir waren, verstehen wir auch, wer wir werden können. 

Persönliches geistliches Zeugnis 

Wenn ich über den Großen Rat im Himmel nachsinne, spüre ich eine leise, heilige Gewissheit: Ich stamme nicht aus Zufall, sondern aus der Liebe meines himmlischen Vaters. Ich glaube, dass jeder Mensch, der heute lebt, einst bewusst Ja sagte zu diesem Weg – zu diesem Leben, mit all seinem Licht und all seinen Herausforderungen. Ich weiß, dass Jesus Christus der Erste war, der sich meldete, und dass sein Opfer der Mittelpunkt des göttlichen Plans ist. Und ich weiß: Unsere Entscheidungsfreiheit ist ein Geschenk, das uns zu Kindern Gottes macht. Wenn wir uns für Christus entscheiden, kehren wir Schritt für Schritt zu unserer ewigen Heimat zurück. Darin liegt unsere Bestimmung. Und darin liegt unser Friede.

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Die Berufung, die Welt zu sehen, wie Gott sie sieht

7. Januar 2026, 07:21am

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bildquelle

„Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Mose 1:39

Mose 1:24–39 

Einleitung: Wenn Gott einem Menschen die Augen öffnet 

Es gibt Momente in der Offenbarungsgeschichte, in denen Gott einem Menschen nicht nur Worte gibt, sondern eine neue Sicht der Wirklichkeit schenkt. Mose 1 ist ein solcher heiliger Moment. Mose wird „auf einen überaus hohen Berg“ gehoben, entrückt aus der gewöhnlichen Welt, hinein in das Licht der Gegenwart des Allmächtigen (siehe Mose 1:1). Dort zeigt Gott ihm nicht nur Informationen, sondern öffnet ihm das Herz für den göttlichen Blick — einen Blick voller Erbarmen, Macht und ewiger Absicht. 

Mose sieht, wer Gott ist. 
Er sieht, wer er selbst ist. 
Und er sieht, wozu Gott ihn berufen hat. 

In diesen Versen wird ein prophetisches Muster sichtbar: Gott offenbart zuerst seine eigene Herrlichkeit, dann den Menschen, und schließlich dessen Berufung. 
So lernt Mose — und mit ihm wir — die Welt zu sehen, wie Gott sie sieht. 

1. Die außerordentliche Macht, die Mose übertragen wird (Mose 1:25) 

Nachdem der Herr Mose erwählt hat, spricht er eine bemerkenswerte Zusage: 

„Gesegnet bist du, Mose, denn ich, der Allmächtige, habe dich erwählt, und du wirst stärker gemacht werden als viele Wasser, denn sie werden dein Gebot beachten, als seiest du Gott.“ 

Diese Worte sind gewaltig. „Viele Wasser“ sind in der Schrift Sinnbild chaotischer, überwältigender Macht — wie Ozeane, die alles verschlingen können. Gott sagt Mose nicht, dass dieser von sich aus stark sei. 
Er sagt, dass göttliche Kraft in Mose wirken wird. 

„Erwählt“ zu sein bedeutet hier nicht Überhöhung, sondern göttliche Befähigung. Gott nimmt einen unbedeutenden Hirten und macht ihn zu einem Werkzeug, durch das sich seine Macht offenbart. Wenn Mose zum Wasser spricht, wird das Wasser gehorchen — nicht, weil Mose Gott wäre, sondern weil Gott durch Mose handelt

So zeigt dieser Vers: Berufung ist nie Selbstverwirklichung, sondern Gott-Verwirklichung
Wer sich von Gott senden lässt, empfängt Kraft, die nicht aus sich selbst kommt. 

2. Der bevorstehende Auftrag, Israels Befreier zu werden (Mose 1:26) 

Gleich darauf kündigt der Herr Mose an: 

Ich habe dich für einen Zweck erwählt, nämlich, dass du mein Volk aus der ägyptischen Knechtschaft befreien wirst. 

Hier beginnt die eigentliche Mission: Mose soll ein Befreier werden. Noch weiß er nicht, wie groß die Herausforderung sein wird, aber Gott weiß es — und er bereitet ihn darauf vor, indem er ihm zuerst zeigt, wer Gott ist, bevor er ihm zeigt, was er tun soll

So ist es immer mit göttlicher Berufung: Sie wurzelt in einer Begegnung mit dem Herrn. Erst wenn wir Gottes Stimme gehört und seine Macht gespürt haben, können wir die Last eines göttlichen Auftrags tragen. 

3. Die überwältigende Vision der Schöpfung (Mose 1:27–30) 

Dann weitet Gott Moses Blick in unfassbare Dimensionen: 

 Mose ließ seine Augen schweifen und sah die Erde, ja, selbst alles davon … und es gab da nicht die kleinste Seele, die er nicht sah”. 

Was für ein Erlebnis! Mose sieht: 

  • die ganze Erde, 

  • jedes Land, 

  • jeden Menschen, 

  • jede Seele, zahllos wie Sand am Meer. 

Und all das nicht mit natürlichen Augen, sondern „durch den Geist Gottes“. 

Diese Vision offenbart zwei Wahrheiten: 

  1. Gott kennt jeden Menschen einzeln. 
    Wenn Mose jede einzelne Seele sah, wie viel mehr sieht Gott sie! 

  1. Gottes Werke sind größer, als ein menschlicher Geist fassen kann. 
    Kein Prophet könnte diese Vision aus eigener Kraft ertragen. 

Als Mose all dies sieht, dringt eine Frage in sein Herz — dieselbe Frage, die in uns aufsteigt, wenn wir die Schöpfung betrachten: 
Warum ist dies alles so? Und wodurch hast du es gemacht? 
Mose ahnt: Wo so viel Herrlichkeit ist, da muss ein Sinn, ein Ziel, ein Zweck sein. 

4. Gottes Antwort: Alles ist durch den Sohn geschaffen (Mose 1:31–34) 

Gott antwortet Mose direkt und majestätisch: 

„Durch das Wort meiner Macht habe ich sie erschaffen, nämlich durch meinen einziggezeugten Sohn.“ 

Hier öffnet Gott das tiefste Geheimnis der Schöpfung: 

  • Der Vater ist der Ursprung. 

  • Der Sohn ist das schöpferische Wort. 

  • Die Schöpfung ist gewollte, geordnete Herrlichkeit. 

Und Gott geht noch weiter: 

„Welten ohne Zahl habe ich erschaffen … durch meinen Einziggezeugten.“ 

Das Evangelium lehrt: Christus ist nicht nur der Erlöser dieser Welt, sondern der Schöpfer zahlloser Welten. Unser Kosmos ist nicht Zufall, nicht Ausnahme, sondern Ausdruck unendlicher schöpferischer Macht. 

Dass Gott Adam „viele“ nennt, weist darauf hin, dass Menschsein nicht zufällig ist: 
Der Mensch ist das Ziel, das Zentrum, die Krone der Schöpfung. 

5. Der Herr beantworte Jahrtausende vor der Wissenschaft die Frage nach anderen Welten (Mose 1:35) 

Während Menschen erst seit einigen Jahrhunderten — besonders seit dem 19. und 20. Jahrhundert — wissenschaftlich fragen, ob es andere bewohnte Welten gibt, beantwortet Gott diese Frage Mose lange vorher: 

„Es gibt viele Welten … unzählbar für den Menschen; aber mir ist alles gezählt.“ 

Die moderne Astronomie spricht von Milliarden Galaxien. Gott sagte es Mose schon: 

  • Die Welten sind unzählbar für uns

  • Aber nicht unzählbar für ihn

Es ist, als wolle Gott sagen: Ihr seht nur einen Funken. Ich sehe das ganze Feuer. 

6. Die Schöpfungen Gottes nehmen kein Ende (Mose 1:36–38) 

Mose bittet weiter: 

Sei barmherzig und erzähle mir mehr …“ 

Und der Herr antwortet: 

„Der Himmel sind viele … wie eine Erde vergeht, so kommt eine andere … und es gibt kein Ende für meine Werke, auch nicht für meine Worte.“ 

Hier schenkt Gott einen Blick in die Ewigkeit: 

  • Die Schöpfung ist kein vergangenes Ereignis. 

  • Sie ist ein fortwährender göttlicher Akt

  • Gottes Werke enden nicht, weil seine Liebe nicht endet. 

Wo Gott ist, dort entsteht Leben — unaufhörlich. 

7. Der Zweck aller Schöpfungen (Mose 1:39) 

Und schließlich offenbart der Herr den Schlüssel zu allem, was Mose gesehen hat: 

„Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ 

Das ist der Herzschlag Gottes. 
Das ist der Grund, warum Welten entstehen. 
Das ist das Ziel, warum Seelen geschaffen werden. 

Schöpfung ist nicht ein kosmischer Zufall, sondern ein Akt göttlicher Liebe, die zur Ewigkeit führt. 

Wenn Gott Welten erschafft, erschafft er Kinder. 
Wenn er Kinder erschafft, erschafft er Zukunft. 
Wenn er Zukunft erschafft, erschafft er Herrlichkeit. 

Schlussgedanke: Gottes Blick für unser Leben 

Wenn Mose lernt, die Welt mit Gottes Augen zu sehen, wird er verwandelt. 
Und genau das will Gott auch mit uns tun. 

Er möchte: 

  • unser Herz weiten, 

  • unseren Blick heben, 

  • unsere Identität festigen, 

  • und unsere Berufung offenbaren. 

Denn jeder von uns ist Teil von Gottes großem Werk — nicht zufällig, sondern gewollt. 

Persönliches geistliches Zeugnis 

Ich bezeuge, dass Mose 1 nicht nur eine alte Offenbarung ist, sondern ein Fenster in Gottes Herz. Ich weiß, dass Gott wirklich Welten ohne Zahl geschaffen hat und dass Jesus Christus der Schöpfer all dieser Welten ist. Ich weiß, dass wir für Gott keine Namenlosen in einer unüberschaubaren Masse sind, sondern geliebte Kinder, die er einzeln kennt und ruft. 

Ich weiß, dass „Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit“ nicht nur ein theologischer Satz ist, sondern ein Ausdruck vollkommener Liebe. Und ich glaube aus tiefstem Herzen, dass Gottes Blick auch heute Menschen verändert — so wie er Mose verändert hat — und dass sein Werk an uns weitergeht, bis wir ihn unsterblich und ewig sehen werden.

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