Overblog Alle Blogs Top-Blogs Religion & Glauben
Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Glaubensansichten
…

Dass viele unserer Brüder zu den Lamaniten übergelaufen sind

25. September 2021, 05:13am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Mormon weiter über sein Volk: „Und wenn es so ist, dass es zugrunde geht, wissen wir, dass viele unserer Brüder zu den Lamaniten übergelaufen sind, und viele weitere werden noch zu ihnen überlaufen; darum schreibe einiges weniges nieder, falls du verschont bleibst und ich zugrunde gehe und dich nicht sehe; aber ich vertraue darauf, dass ich dich bald sehe; denn ich habe heilige Aufzeichnungen, die ich dir übergeben möchte.“ (Moroni 9:24).

Dass viele unserer Brüder zu den Lamaniten übergelaufen sind. Mormons Beschreibung in diesem Vers spiegelt die Szenerie der Zerstörung wider, in der sein Volk Schlachten verlor und nach Norden floh, wie er selber dort erklärt, dass die Nephiten `keinen Blumentopf mehr gewinnen konnten´, sondern sie „… von ihnen hinweggefegt zu werden so wie der Tau vor der Sonne.“ (Mormon 4:18). In Mormon 6:15 erfüllt sich seine Vorhersage, dass einige überlebten, weil „… einige wenige, die zu den Lamaniten übergelaufen waren, …“. Diese wenigen begingen also `Fahnenflucht´, waren `Überläufer´, wobei sie offensichtlich dem Zwang `Christus zu verleugnen´ nachgaben, ansonsten wären sie ja durch die Lamaniten hingerichtet worden (Moroni 1:2).

Bezüglich der Übergabe heiliger Aufzeichnungen an seinen Sohn, erfahren wir in Mormon 4:23, dass Mormon vom Hügel Schim alle Aufzeichnungen an sich nahm, die Ammaron dort für den Herrn verborgen hatte (4. Nephi 1:48), sie im letzten Kampf gegen die Lamaniten dann im Hügel Cumorah versteckte, außer „… diese wenigen Platten, die ich meinem Sohn Moroni gab.“ (Mormon 6:6). Ich lerne, die Aussagen im Buch Mormon widersprechen einander nie, sie sind kongruent. Der Junge Joseph Smith hat sich die Sachen nicht ausgedacht, oder von irgendeinem Abenteuerbuch abgekupfert. Er hat es von Moroni übergeben bekommen, mit dem göttlichen Auftrag, es für unsere Zeit zu übersetzen und der Welt zur Kenntnis zu bringen (mehr siehe hier).

Sind dir im Buch Mormon irgendwelche Widersprüche begegnet?

Kommentare anzeigen

…

Wegen des Eigensinns seines Herzens und weil es nach Blut und Rache trachtet

24. September 2021, 04:58am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Mormon erklärt bezüglich seines Volkes, den Nephiten: „Und wenn es zugrunde geht, wird es wie bei den Jarediten sein – wegen des Eigensinns seines Herzens und weil es nach Blut und Rache trachtet.“ (Moroni 9:23).

Wegen des Eigensinns seines Herzens und weil es nach Blut und Rache trachtet. Mormon zeigt hier die Gründe auf, weshalb Völker zugrunde gehen: Eigensinn, Blutrausch und Rache.

  • Eigensinn
    „ist eine Charaktereigenschaft, die durch das konsequente Beharren auf und Vertreten der eigenen, von Überzeugungen getragenen Meinung gekennzeichnet ist." (siehe hier). Im Zusammenhang mit der Aussage Mormons über sein Volk, verstehe ich ihren Eigensinn in der Weise, dass sie den ihnen zuteilgewordenen Belehrungen durch Gottes berufene Diener, Widerstand entgegensetzten und auf ihrem falschen Standpunkt beharrten, auch wenn er zur Vernichtung führen würde.
  • Blutrausch
    ist ein blindwütiger Drang zu töten, ein psychischer Ausnahmezustand,  in dem besonders wilde und hemmungslose Mord- und Gewalttaten verübt werden können.
  • Rache
    „ist eine Handlung, die den Ausgleich von zuvor angeblich oder tatsächlich erlittenem Unrecht bewirken soll. Von ihrer Intention her ist sie eine Zufügung von Schaden an einer oder mehreren Personen, die das Unrecht begangen haben sollen. Oft handelt es sich bei Rache um eine physische oder psychische Gewalttat.“ (Zitat siehe hier).

Ich lerne, will ich nicht zugrunde gehen, sowohl in geistiger, als auch in physischer Hinsicht, darf ich im negativen Sinn nicht eigensinnig sein, auch muss ich mich davor hüten, Rachegelüste zuzulassen, und erst recht keinen Drang aufkommen lassen, Blut zu vergießen.

In welcher Hinsicht ist Eigensinn negativ, und in welcher kann er auch positiv sein?

Kommentare anzeigen

…

Ich weiß, es muss zugrunde gehen, wenn es nicht umkehrt und zu ihm zurückkehrt

23. September 2021, 05:03am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Mormon schreibt, dass er sein Volk Gott nicht anempfehlen kann, da er ansonsten von ihm Strafe zu erwarten hätte (Moroni 9:21): „Aber siehe, mein Sohn, ich anempfehle dich Gott, und ich vertraue auf Christus, dass du errettet werden wirst; und ich bete zu Gott, er möge dein Leben schonen, damit du Zeuge der Rückkehr seines Volkes zu ihm bist oder aber seiner völligen Vernichtung; denn ich weiß, es muss zugrunde gehen, wenn es nicht umkehrt und zu ihm zurückkehrt.“ (Moroni 9:22).

Ich weiß, es muss zugrunde gehen, wenn es nicht umkehrt und zu ihm zurückkehrt. Zunächst spricht sich Mormon dafür aus, dass er Gott seinen Sohn anempfiehlt, was in diesem Zusammenhang für mein Verständnis bedeutet, dass er ihn Gott `ans Herz legt´, ihn zu ewigem Leben zu erretten. Er bittet Gott auch, sein Leben hier auf Erden zu verschonen, da es ja auch von den Nephiten bedroht ist, damit er für künftige Generationen als Zeuge für das auftreten kann, was mit dem Volk geschieht, und die Nachkommen erkennen, und gewarnt sein mögen, was der Lohn jener ist, die bewusst gegen die Gesetze Gottes verstoßen und nicht umkehren.

Ich lerne, ein Vater setzt sich bei Gott für seine Kinder ein, anempfiehlt sie ihm. Dies will ich genauso tun, meine Kinder ihm anempfehlen, im Sinne von ihnen Schutz und Geleit in diesen Wirren des Erdenlebens zu geben, sodass sie den Wunsch haben, nach den Geboten und Bündnissen, die sie eingegangen sind, zu leben, und falls sie straucheln, die Kraft haben, umzukehren.

Wie sieht es mit deinem Vertrauen in Christus aus, dass er dich durch sein Sühnopfer verschont, wenn du willens bist, von falschem Tun umzukehren?

Kommentare anzeigen

…

Du weißt, dass es ohne Grundsatz ist und kein Gefühl mehr hat

22. September 2021, 05:08am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Mormon, der Vater Moronis, ermuntert seinen Sohn: „Und nun, mein Sohn, verweile ich nicht länger bei diesem schrecklichen Bild. Siehe, du kennst die Schlechtigkeit dieses Volkes; du weißt, dass es ohne Grundsatz ist und kein Gefühl mehr hat; und seine Schlechtigkeit übersteigt die der Lamaniten.“ (Moroni 9:20).

Du weißt, dass es ohne Grundsatz ist und kein Gefühl mehr hat. Ohne Grundsatz zu sein bedeutet, keine Prinzipien zu haben, keine Norm, keinen Maßstab, kein Motto, keinen Standard. Grundsätze sind die Grundlage für nachfolgende Handlungen, Tätigkeiten oder Unterlassungen.

Grundsätze müssen eindeutig formuliert und widerspruchsfrei sein. Sie werden allgemein anerkannt, gutgeheißen. So legen z. B. die ersten drei Absätze des Artikels 20 GG, Demokratie, Bundesstaatlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und Sozialstaatlichkeit als Grundsätze der Verfassung fest. So bilden die Zehn Gebote die Grundsätze menschlichen Zusammenlebens (2.Mose 20,1-17). Für gläubige Christen gehen sie noch einen Schritt weiter. So sind für sie Evangeliumsgrundsätze entscheidend für das Leben nach dem Tod. Ohne das Befolgen solcher Grundsätze kann es kein geordnetes Zusammenleben geben, kann es nach unserem irdischen Ableben kein Leben in der Gegenwart Gottes geben. Ich lerne, ohne Grundsätze und Gefühle füreinander (Liebe zu Gott und seine Nächsten), ist unser irdisches Leben sinnlos. Wir erfüllen nicht den Zweck unseres Daseins (2. Nephi 2:25; Köstliche Perle Mose 5:10).

Was lernst du daraus, dass die Schlechtigkeiten der Nephiten die der Lamaniten überstieg?

Kommentare anzeigen

…

Die Zunge kann es nicht sagen, es lässt sich auch nicht niederschreiben

21. September 2021, 04:46am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Mormon schreibt weiter: „Und sie sind in ihrem Frevel stark geworden; und sie sind alle gleichermaßen roh und verschonen niemand, weder alt noch jung; und sie freuen sich an allem, außer an dem, was gut ist; und das Leiden unserer Frauen und unserer Kinder überall in diesem Land übersteigt alles; ja, die Zunge kann es nicht sagen, es lässt sich auch nicht niederschreiben.“ (Moroni 9:19).

Die Zunge kann es nicht sagen, es lässt sich auch nicht niederschreiben. Mormon gibt preis, dass die Schlechtigkeit des Volkes sich nicht in Worte fassen, und nicht `niederschreiben´ lässt. Im Alten Testament finde ich eine ähnliche Situation wieder, wie sie Mormon im vorhergehenden Vers beklagt, dass er sich gegenüber seinem Volk nicht mit seinen Befehlen durchsetzen konnte (Moroni 9:18). Auch König David war in ähnlicher Lage, war machtlos gegen die Männer, die zu hart für ihn waren, ihm in ihrer Gewalttätigkeit überlegen waren (2. Samuel 3:39).

Mormon schreibt auch, dass das Volk im `Frevel´ stark geworden ist. Mit Frevel wird der Verstoß gegen die göttliche oder menschliche Ordnung aus bewusster Missachtung, Auflehnung oder aus Übermut, beschrieben. Aus 2. Samuel 3:39 erfahre ich auch, wie König David zum Ausdruck bringt, dass Gott jene, die frevelhaftes Verhalten an den Tag legen, dafür ´büßen´ sollten. Ich überdenke meine Lebenstage und erkenne, wie oft ich doch bewusst gegen göttliche Ordnung verstoßen, also gefrevelt habe. Da ergeht meine Bitte um Vergebung an den Herrn, genauso wie ich sie bei David, dem Verfasser der Psalmen finde: „Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel! Nach deiner Huld gedenke meiner, HERR, denn du bist gütig!“ (Psalm 25:7). Ich lerne, der Herr gedenkt meiner begangenen Frevel nicht, wenn ich sie bekenne (Psalm 32:5), Umkehr übe, um Vergebung bitte, und nicht wieder frevle (Psalm 32:1). Warum? Weil der Herr unter diesen Voraussetzungen dafür gesühnt hat (Psalm 65:4).

Wer bedeckt begangene Frevel, die aufrichtig bereut worden sind (Römer 4:7)?

Kommentare anzeigen

…

O welche Verworfenheit meines Volkes!

20. September 2021, 05:16am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

(Bild: Quelle)

Mormon beschreibt nun seinem Sohn seine Situation in der Schlacht (Moroni 9:17) und schreibt dann frustriert weiter: „O welche Verworfenheit meines Volkes! Es ist ohne Ordnung und ohne Barmherzigkeit. Siehe, ich bin nur ein Mensch, und ich habe nur die Stärke eines Menschen, und ich kann meine Befehle nicht länger durchsetzen.“ (Moroni 9:18).

O welche Verworfenheit meines Volkes! Eine ähnliche Aussage finde ich in Jeremia 5:28 der Menge-Bibelfassung. Natürlich habe ich mich zunächst gefragt, was Mormon hier mit `Verworfenheit´ meint, und bin auf folgende Synonyme gestoßen: Sittenlosigkeit, Unmoral, Verderbtheit, Unsittlichkeit, Unkeuschheit, Disziplinlosigkeit, Liederlichkeit, Boshaftigkeit, Schmutzigkeit, Gesinnungslosigkeit, Ruchlosigkeit, Unanständigkeit, Hemmungslosigkeit. Unter Verworfenheit subsumieren sich also alle total negativen Eigenschaften, die voll auf das zutreffen, was Mormon vorher über die Handlungen des Volkes schreibt. Hinzu fügt er noch die Unbarmherzigkeit, die es an den Tag legt.

Wenn ein Volk all diese negativen Eigenschaften besitzt und danach handelt, dann ist es nicht verwunderlich, dass Mormon beklagt, dass er als Mensch, nicht die Stärke hatte, seine Befehle durchzusetzen; und ich schätze mal, dass er damit insbesondere seine militärischen Befehle meinte, womit er die Nephiten hätte retten wollen. Aber auch für seine Aufforderungen Umkehr zu üben hatte das Volk ja seine Ohren verschlossen. Ich lerne, `Verworfenheit´ beschreibt viele Negativeigenschaften, die in einem Volk nur Chaos und Zerstörung hervorrufen können, und ich mich mit allem Eifer bemühen muss, diese Eigenschaften zu vermeiden, um nicht mein Leben zu verlieren (Jeremia 4:18).

Was verstehst du unter `Verworfenheit`?

Kommentare anzeigen

…

Viele alte Frauen werden unterwegs schwach und sterben

18. September 2021, 04:50am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Francisco Goya Injured Mason 1786-87
(Bild: Quelle)

Mormon schreibt seinem Sohn: „Und weiter, mein Sohn, es gibt viele Witwen und ihre Töchter, die in Scherriza geblieben sind; und jener Teil der Vorräte, den die Lamaniten nicht weggeführt haben, siehe, den hat das Heer Zenephis weggeführt und überlässt es ihnen, umherzustreifen, wohin auch immer sie können, um Nahrung zu suchen; und viele alte Frauen werden unterwegs schwach und sterben.“ (Moroni 9:16).

Viele alte Frauen werden unterwegs schwach und sterben. Warum? Weil die Kriegsgegner der Nephiten, die Lamaniten, ihnen keine Lebensmittelvorräte zurückgelassen haben. So mussten die alten Frauen und ihre Töchter umherziehen und Nahrungsmittel suchen. Das war offensichtlich für viele alte Frauen zu beschwerlich und es wird auch schwer gewesen sein etwas zu finden, sodass sie an Körperschwäche und an Hunger starben.

Hierbei kommt mir die Aufforderung aus dem so bezeichneten `weisheitlichen Lehrbrief´ des Jakobus in den Sinn, in dem wir u. a. dazu aufgefordert werden, auf Gottes Wort zu hören und danach zu handeln. Da heißt es am Schluss des ersten Kapitels: „Ein reiner und makelloser Gottesdienst ist es vor Gott, dem Vater: für Waisen und Witwen in ihrer Not zu sorgen und sich unbefleckt von der Welt zu bewahren.“ (Jakobus 1:27). Ich treffe in diesem Zusammenhang auch auf eine Begebenheit im Alten Testament. Judas der Makkabäer kämpfte mit seinem Heer gegen eine große Streitmacht, weil das Volk arg gebeutelt und ihr Tempel Gottes von ruchlosen Menschen entweiht worden war (2. Makkabäer 8:2). Der Herr kämpfte mit ihnen und verhalf ihnen zum Sieg (Makkabäer 8:24). Und dann feierten sie den Sabbat und es heißt: „Nach dem Sabbat verteilten sie die Beute. Zuerst gaben sie davon den Misshandelten und den Witwen und Waisen; den Rest verteilten sie unter sich selbst und ihre Kinder.“ (2. Makkabäer 8:28), und zwei Verse weiter: „… Die reiche Beute verteilten sie zu gleichen Teilen unter sich und unter die Misshandelten, die Waisen und Witwen, dazu noch unter die alten Leute.“ (2. Makkabäer 8:30). Ich lerne, dass es meine Aufgabe ist, mich um jene in meiner Umgebung zu bemühen, die unverschuldet in Bedrängnis geraten sind, insbesondere aber auch um Misshandelte, Witwen und Waisen und Kinder. Unter anderem trage ich, wie Millionen andere, durch Spenden an die Kirche dazu bei, dass solchen Betroffenen weltweit `unter die Arme gegriffen´ werden kann (siehe hier).

Welche Hilfsmöglichkeiten nutzt du, um Bedürftigen unter die Arme zu greifen?

Kommentare anzeigen

…

Verbirg ihre Sünden und Schlechtigkeit und Gräuel vor deinem Angesicht!

17. September 2021, 05:21am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Redewendung: Ein Auge/beide Augenzudrücken
(Bild: Quelle)

Mormon zu seinem Sohn Moroni in Bezug auf die Schlechtigkeit seines Volkes: „Siehe, mein Herz schreit: Weh diesem Volk! Tritt hervor in Rechtsprechung, o Gott, und verbirg ihre Sünden und Schlechtigkeit und Gräuel vor deinem Angesicht!“ (Moroni 9:15).

Verbirg ihre Sünden und Schlechtigkeit und Gräuel vor deinem Angesicht! Was habe ich darunter zu verstehen?

Mormon ist wohl offensichtlich verzweifelt wegen des schweren Übeltun seines Volkes, denn sein `Herz schreit´ zu Gott, und schreien in seiner Lage, entspringt sicherlich seinem Schmerz über das, was sein Volk Gott, dem er voller Eifer dient und den er liebt, und seinen Mitmenschen antut, und an seinem Ausruf `weh diesem Volk´ erkenne ich, dass er weiß, dass sein Volk deshalb nicht ungeschoren davonkommen kann, das Gesetz als sein Richter zu seiner Verdammung dasteht. Mit der letzten Aussage Mormons in diesem Vers, dass Gott ihre Gräuel vor seinem Angesicht verbergen soll, habe ich noch etwas Verständnisschwierigkeiten. Wie ist das zu verstehen? Wenn jemand etwas vor seinem Angesicht verbirgt, dann sieht er es nicht mehr. Dann muss es aber etwas geben, wohinter es verborgen werden kann, z. B. ein dichter Vorhang. Kann es vielleicht bedeuten, dass Gott die schlimmen Taten dadurch vor seinem Angesicht verbergen soll, indem er die Handelnden aus seiner Gegenwart entfernen lässt, in die `äußerste Finsternis´ (Matthäus 8:12; Alma 40:13-14)? Ich lerne, mein Handeln in diesem Erdenleben muss so sein, dass Gott mich nicht vor seinem Angesicht verbergen muss (Psalm 102:3).

Wie verstehst du diese Aussage?

Kommentare anzeigen

…

Wie können wir erwarten, dass Gott seine Hand im Gericht gegen uns zurückhalten wird?

16. September 2021, 04:41am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Getty Images/sedmak // Das Gemälde des jüngsten Gerichts in der Marienkirche in Berlin von Michael Ribestein.
(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Nachdem Mormon die Gräuel der Menschen untereinander beschrieben hat (Moroni 9:7-10), stellt er nun diese Frage: „O mein geliebter Sohn, wie kann ein solches Volk, das ohne jede Gesittung ist – 12 (und nur ein paar Jahre sind vergangen, seit sie ein gesittetes und ein angenehmes Volk waren), 13 doch, o mein Sohn, wie kann ein solches Volk, das an so viel Gräuel Freude hat – 14 wie können wir erwarten, dass Gott seine Hand im Gericht gegen uns zurückhalten wird? (Moroni 9:11-14).

Wie können wir erwarten, dass Gott seine Hand im Gericht gegen uns zurückhalten wird? Mit uns meint er sicherlich sein Volk, die Nephiten, die ja von ihm und ggf. weiterer berufener Diener Gottes im Gesetz Gottes unterrichtet worden waren (Moroni 8:10), sie es aber in übelster Weise verwarfen und wissentlich übertraten, und nicht bereit waren Umkehr zu üben (Moroni 8:29).

Ich lerne, dass ich Umkehr von meinen Verfehlungen gegen die Gebote des Herrn üben muss, wenn ich möchte, dass Gott `seine Hand zurückhalten soll´, und mich vor seinem `grimmigen Zorn´ bewahren möge, vor Hungersnot, vor Seuche, und vor Krieg (Alma 10:23). Ich lerne auch, dass ich dankbar sein muss für die Gebete der Rechtschaffenen, in denen sie auch an mich denken. Andererseits bin ich genauso aufgefordert für jene zu beten, die straucheln.

Was unternimmst du, dass Gott seine Hand im Gericht über dich zurückhalten wird?

Kommentare anzeigen

…

Nun schreibe ich einiges über die Leiden dieses Volkes

15. September 2021, 05:32am

| 

Veröffentlicht von Manfred Lobstein

Das Klischee vom menschenfressenden Wilden: Kupferstich von Theodor de Bry (1592)
(Bild: Quelle)

Mormon im zweiten Brief an seinen Sohn Moroni: „Und nun schreibe ich einiges über die Leiden dieses Volkes. Denn gemäß der Kenntnis, die ich von Amoron empfangen habe, siehe, da haben die Lamaniten viele Gefangene, die sie vom Turm von Scherriza genommen haben; und es waren Männer, Frauen und Kinder.“ (Moroni 9:7).

Nun schreibe ich einiges über die Leiden dieses Volkes. In vier Versen beschreibt Mormon, welche Grausamkeiten von Lamaniten gegenüber den Nephiten, aber auch umgekehrt, von den Nephiten gegenüber den Lamaniten verübt wurden, die viel Leid über sie brachten. Von einem Mann namens Amoron, dessen Name sonst nirgendwo im Buch Mormon genannt wird, hatte Mormon erfahren, dass die Lamaniten viele Männer, Frauen und Kinder von einem Turm Scherriza, auch dieser Ort wird nur hier in diesem Kapitel von Mormon genannt, genommen haben. Unvorstellbar, was in Vers 8 beschrieben wird, was sie mit den Männern und Vätern taten. Sie haben sie getötet, und den Frauen und Kindern deren Fleisch zum Essen gegeben. Weiterhin haben sie die Frauen und Kinder mit fast keinem Trinken versorgt. Allerdings erfahren wir im Vers 9 und 10, dass die Gräueltaten der Nephiten an den Lamaniten die der Lamaniten an ihnen, übertrafen. Was haben sie gemacht? Sie haben die gefangen genommenen, Töchter der Lamaniten ihrer Tugend beraubt, und sie danach auf höchst grausame Weise durch Foltern getötet, und auch haben sie als Zeichen ihres Mutes, deren Fleisch `wie wilde Tiere verschlungen´.

Zu meinem Entsetzen gibt es noch einen Stamm auf Papua-Neuguinea, der Kanibalismus auch heute noch praktiziert, obwohl er dort seit den 1950er Jahren verboten ist. Allerdings töten sie dazu nicht, sondern verzehren das Fleisch verstorbener Stammesgenossen (siehe hier). Fassungslos hat wohl nicht nur mich die Nachricht vom `Kannibalen von Rottenburg´ gemacht. Er tötete 2001 einen Menschen auf dessen eigenes Verlangen, und verspeiste dann Fleischstücke seines Opfers (siehe hier). Ein makabres Thema, aber auch so etwas gibt es unter uns Menschen – auch heute noch. Was ist aber das: „Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.“ (Johannes 6:53). Ich lerne zum einen, wie kostbar dem Herrn die Unschuld seiner Töchter ist, und des Weiteren, wenn ich im übertragenen symbolischen Sinn nicht vom Leib und Blut Jesu esse und trinke, kann ich nicht ewiges Leben erlangen (Johannes 6:33-40).

Wie kannst du dazu beitragen, Leiden der Kinder Gottes zu verringern?

Kommentare anzeigen